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Laute

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Meyers
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17 in 12 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Laute

Bd. 12, Sp. 258
Laute (arab. al'oud, span. laud, ital. liuto, franz. luth, engl. lute, lat. [im 16.–17. Jahrh.] testudo), ein sehr altes Saiteninstrument, dessen Saiten (Darmsaiten) gezupft werden, wie die der heutigen Abarten der L., der Gitarre, Mandoline, Bandola etc. Abbildungen der L. finden sich bereits auf sehr alten ägyptischen Grabdenkmälern; sie war später das Lieblingsinstrument der Araber, durch welche sie nach Spanien und Unteritalien gelangte, von wo aus sie sich etwa im 14. Jahrh. über ganz Europa verbreitete. Im 15.–17. Jahrh. spielte sie eine große Rolle; Lautenarrangements von Gesangskompositionen waren für die Hausmusik etwa dasselbe wie heute die Bearbeitungen von Orchesterwerken für Klavier. Dabei war die L. zugleich allgemein verbreitetes Orchesterinstrument und wurde erst im 17.–18. Jahrh. durch die Verbreitung der Violine und die Vervollkommnung der Klaviere allmählich verdrängt (vgl. Orchester). Was die L. von der (heutigen) Gitarre unterschied, war einmal die ganz abweichende Form des Schallkastens: die L. hatte keine Zargen, sondern war unterwärts gewölbt (etwa wie ein halber Kürbis, wie die heutige Mandoline, s. Tafel »Musikinstrumente II«, Fig. 5 u. 8). Ferner hatte die L. eine weit größere Anzahl von Saiten, von denen fünf Paar und eine einzelne (die höchste, für die Melodie) über das Griffbrett liefen, die übrigen aber (die Baßsaiten, zuletzt fünf, die nur als leere Saiten benutzt wurden) neben dem Griffbrett lagen. Die »Baßchorden« kamen erst zu Ende des 16. Jahrh. auf. Die Stimmung der L. hat vielfach gewechselt; die verbreitetsten Stimmungsarten im 16. Jahrh waren: G c f a d' g' oder A d g h e' a', im 17.–18. Jahrh. A d f a d' f' und für die Baßchorden (G) F E D C. Eine kleinere Art der L. war im 16. Jahrh. die Quinterne (Chiterna, d. h. Gitarre), die im Bau der L. gleich war, aber nur vier Saitenchöre hatte; im 17. Jahrh. wurde die Quinterne bereits wie die heutige Gitarre flach gebaut. Das Bestreben, den Tonumfang der L. zu erweitern, führte zuerst zur Einführung der Baßchorden, die von dem im stumpfen Winkel nach oben gebogenen Hals mit dem Wirbelkasten aus direkt nach dem auf dem Resonanzboden befestigten Saitenhalter liefen; um aber noch längere Saiten zu gewinnen, rückte man den Wirbelkasten für die Baßchorden etwas über den für die Griffsaiten hinaus, so daß etwa in der Mitte des einen der andre anfing (Theorbe, s. Tafel »Musikinstrumente II«, Fig. 6), oder man bog erst jenseit des ersten Wirbelkastens den Hals nach oben zurück und brachte in seiner Verlängerung den zweiten für die Baßsaiten an (Archiliuto, Erzlaute, Bastlaute, s. Tafel »Musikinstrumente II«, Fig. 7), ja endlich trennte man beide Wirbelkasten noch durch einen mehrere Fuß langen Hals (vgl. Chitarrone). Man notierte für die L. und ihre Abarten nicht mit der gewöhnlichen (Mensural-) Notenschrift, sondern mit besonderer Buchstaben- oder Zifferschrift, die nicht die Tonhöhe, sondern den Griff bezeichnete (vgl. Tabulatur) Eine wertvolle Monographie über die L. verdanken wir Baron (»Untersuchung des Instruments der Lauten«, 1727). Vgl. O. Fleischers Abhandlungen über den Lautenmeister Denis Gaultier in der »Vierteljahrsschrift für Musikwissenschaft«, 1886; Chilesotti, Lautenspieler des 16. Jahrhunderts (Leipz. 1892); Körte, L. und Lautenmusik bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts (das. 1901); Morphy, Les luthistes espagnols du XVIe siècle. Die spanischen Lautenmeister des 16. Jahrhunderts (das. 1902, 2 Bde.).
3475 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Laute

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Laute , plur. die -n. 1) Ein musikalisches Saiten-Instrument von sehr angenehmen Klange, dessen Saiten mit beyden Hä…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Laute

    Goethe-Wörterbuch

    Laute Saiteninstrument Violen, L-n und Harfen 43,21,7 Cell I 1 24,358,10 Wj II 7 27,198,24 DuW 8 uö Ira Schimpf I.S.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Laute

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Laute (ital. liuto ), sehr altes Saiteninstrument, das bis auf den gewölbten Körper in Form und Spielart der Guitarre se…

  4. modern
    Dialekt
    Laute

    Rheinisches Wb.

    Laute lū·ə. Aach-Stdt Sg. t. f.: Gerücht; de L. gong dörch de Nobberschaff.

  5. Sprichwörter
    Laute

    Wander (Sprichwörter)

    Laute 1. Die Laute wird nicht gehört, wenn (man) die Trommel stört (schlägt). 2. Mancher will die Laute schlagen vnd wei…

  6. Spezial
    Laute, alternierendempl

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Laute , mpl , alternierende звуки , мн , чередующиеся

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laute

107 Bildungen · 106 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

laute‑ als Erstglied (30 von 106)

Lauteinsatz

FiloSlov

laute·insatz

Lauteinsatz , m приступ , м → FiloSlov Eingang, m → FiloSlov Anglitt, m

lauteln

RhWB

laut·eln

lauteln luəln Mörs-Binsf schw.: schreien.

Lauteltag

Campe

† Der Lauteltag , — es, Mz. — e , im Osnabrückschen, ein Tag, aus dessen Beschaffenheit man die künftige Witterung voraussagt, z. B. Medardu…

lauten

FWB

1. allgemein: ›in unterschiedlicher Weise Töne, Laute von sich geben, klingen; großen Lärm, Geschrei machen; jammern, wehklagen; rauschen (v…

Lautenbach

Meyers

lauten·bach

Lautenbach (L. im Elsaß ), Dorf im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis und Kanton Gebweiler, an der Lauch im Blumental der Vogesen und an der …

Lautenbach, Konr

DWBQVZ

[---] ( übers. unter der vorr. ) Egesippi, des hochberhmten ... geschichtschreibers fnff bcher: vom jdischen krieg vnd endlicher zerstOe…

lautenbuch

DWB

lauten·buch

lautenbuch , m. lehr- und übungsbuch für die laute oder das lautenspiel: 1536 erschien zu Nürnberg ein newgeordnet künstlich lautenbuch von …

Lautenburg

Meyers

lauten·burg

Lautenburg , Stadt im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Strasburg, an der Welle, die hier durch den Lautenburger See fließt, und an der Sta…

lauteneinklang

DWB

lauten·einklang

lauteneinklang , m. : träume mir wonne, du kind! holdseliger lauteneinklang hallt ins herz dir hinab zärtlichkeit! Voss 2, 17 .

lautener

DWB

laut·ener

lautener , m. lautenspieler: süszere wehmut lohnt auch dem lautener hier heiliger liebe gesang. Voss 2, 18 .

lautenhart

RhWB

lauten·hart

lauten-hart lǫudənha(r)t  Merz-Nunk , Trier-Euren , Daun-Neroth , Prüm-Birresborn , logdən- Prüm-Ihren ; lędən- Bitb-Mettend Adj.: sehr l…

lauten I

RhWB

lauten I = läuten (s. d.).

lauten II

RhWB

lauten II schw.: 1. laut sein, u. zwar lrhn. n. einschl. Malm-Weywertz Bütgenb Wirtzf , Prüm-Schüller Steffeln Hallschlag , Schleid-Dreiborn…

lautenist

DWB

laute·nist

lautenist , m. lautenspieler, aus der mittellateinischen form lutanista, lutinista ( voc. inc. theut. n 2 b ) herübergenommen: mit zwaien se…

lautenkasten

DWB

lauten·kasten

lautenkasten , m. kasten zur aufbewahrung einer laute: Bardolph stahl einen lautenkasten. Shakesp. Heinrich V, 3, 2 (Bardolph stole a lute-c…

lautenklang

DWB

lauten·klang

lautenklang , m. : dennoch in verliebtem drange wandl ich durch das grause dunkel mit gesang und lautenklange. Uhland ged. 151 .

lautenklavier

DWB

lauten·klavier

lautenklavier , m. eine gattung der alten klaviere, mit darmsaiten bezogen und von lautenähnlichem tone.

lautenkübel

DWB

lauten·kuebel

lautenkübel , m. trinkgeschirr von der form einer laute: ( dasz man auch beim trinken ) darnach, wann man inn die sprüng kommen, die mutwill…

Lautenkunst

Wander

lauten·kunst

Lautenkunst Die schön lautenkunst macht bey Jungfrawen gunst. – Gruter, III, 22; Lehmann, II, 85, 174; Sailer, 71.

lautenlied

DWB

lauten·lied

lautenlied , n. lied auf der laute zu spielen: lautenlieder, versz oder lieder auf seitenspil zuo schlahen, socianda verba chordis Maaler 26…

lautensack

DWB

lauten·sack

lautensack , m. behälter für die laute: lutensack, forulus, saccus in quo portatur luta. voc. inc. theut. n 2 b .

lautenschläger

DWB

lauten·schlaeger

lautenschläger , m. der die laute schlägt, lautenspieler: lutenschlaher, lutanista, lutinista. voc. inc. theut. n 2 b ; lautenschlaher fidic…

laute als Zweitglied (1 von 1)