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laute

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

laute f.

Bd. 12, Sp. 371
laute, f. chelys. 11) wort und sache sind arabischen ursprungs: dort bezeichnet 'ud, mit artikel al'ud schon in einem wörterbuche um das jahr 1000 jenes tongeräte, und der name geht in die romanischen sprachen: portug. alaude, span. laud, ital. leuto, liudo, prov. laut, altfr. leut, nfr. luth, wal. lautE, alEutE, sowie ins neugriech. λαοῦθο über, vgl. Diez wb. der rom. spr. 1, 251 fg. in Frankreich erlangt das instrument seit dem 13., in Deutschland seit dem 14. jahrh. gröszere verbreitung, und ist hier namentlich durch drei jahrhunderte, vom 15. bis zum 17., in mehrfacher form und grösze eines der beliebtesten und verbreitetsten werkzeuge für unterhaltungsmusik. luta lute, luthe, luth, lawt, laut Dief. 340b; chelys lut, laut o. harpff 111a; laut, testudo, chelys Maaler 265a; derselbigen hofierer (musikanten) sullen sein: einer auf der lauten, einer mit dem portativ, und einer mit der quintern. anz. für kunde d. d. vorzeit 12, 67 (von 1442); die pfiffer und die lutenschleher sint des tufels mesener, die mit jrn pfiffen und luten die andern zusammen ruffent (zum tanz), eben als der mesener tut. altd. bl. 1, 53; wenn jr hören werdet den schall der posaunen, drometen, harfen, geigen, psalter, lauten, und allerlei seitenspiel. Dan. 3, 5. 15; do kamen wir um mitnacht (zu einem ständchen) und schluog man erstlich die drummen, die nachburen in der gassen ufzewecken; doruf die drommeten, auf dasz die haubois (schalmeien), darnoch zwerchpfiffen, uf dieselbige die violen, zuo letst dry lauten. F. Platter 222 Boos; liesz er .. eine liebliche music anstellen, und zwischen lauten, violen und andern instrumenten durch einen jungen knaben allerhand lieder singen. Schuppius 137; uf der lauten und quinternen chan er gar süszen clang. Hätzlerin 2, 18, 62 s. 164; wir wend ouch vil kurzwil tryben mit harpfen, luten, seitenspil. trag. Joh. N 1; bringt uns lauten, geigen, flöten, junger, hole das regal. P. Fleming 456. es heiszt vornehmlich die laute schlagen: nachts auf der gassen spacieren gangen, .. haben beide die laute geschlagen. Zimm. chron. 1, 408, 38; er schlug manch bewegliches trauriges liedlein auf der laute und netzte oft die saite mit thränen. Schuppius 138; die gassentretter, und die göffel die durch die nacht kein ruow went han, wann sie nit uff der gassen gan und schlagent luten vor der tür, ob gucken well die mätz har für. Brant narrensch. 62, 7; alls pfeifen, harpfen und lauten schlagen .. dasselb wil ich nu alles begraben. fastn. sp. 719, 22. die laute wird ergriffen, gestimmt, niedergelegt, bei seite gelegt, aufgehangen, sie tönt, singt: endlich legte er die laute nieder. Schuppius 138; die laut ist aufgehangen. Opitz 2, 76; stimme deine lauten wieder, lasz die orgel besser gehn. 130; die lauten, meine lust und unmuth-trösterinn, weisz jetzund nichts zu singen als nur von Flavien. 179; von ihr hab ich zu klingen die lauten abgericht. 189; laszt die harfe klingen, laszt die laute singen, stimmt den psalter an. psalm. s. 61. es heiszt zur laute singen, früher in die laute singen (vgl. in theil 42, 2102): was vor lieder ich in meine laute singen solte. Simpl. 1, 363 Kurz; wo die jungen geister meiner brüder unter blumen spielen, süsze lieder in die lauten singen. Hölty 139 Halm; schönste Delia! gleich muthig ein tödtendes erz zu spannen, und gleich fertig Ausoniens lied zur laute zu singen. Ramler 1, 59. Seit der 2. hälfte des 18. jahrh. ist die laute, nunmehr auszer praktischem gebrauch, nur noch dichterwort: aber horch dem leisen klange einer laute! bei dem klang singt sie ihren buszgesang. Stolberg ged. (1779) 201; bald klimpert sie auf ihrer laute. Bürger 19b; indesz auf wohl gestimmter laute wild der wahnsinn hin und her zu wühlen scheint, und doch im schönsten tact sich mäszig hält (bei Ariost). Göthe 9, 131; brecht entzwei die flöten, und in trümmer schlagt den schöngewölbten bau der laute! Platen 334; entschlummre sanft, in lauer nacht, beim klange verbuhlter lauten. Uhland ged. 186; als instrument des sängers und dichters: kraft der laute die ich rühmlich schlug. Bürger 84a. 22) in sprichwörtern und bildern. wer nicht recht spielen kann, dem schlägt man die lauten an dem kopfe entzwei. A. Gryphius 1698 1, 784; er weisz mit der laute umzugehen, wan er sie unter dem arme hat. Schottel 1118b; ah lieber gott, wie voller gnad, wie angenem, wie füglich eben an eim rechten ort, wie zeitlich reden sie alle ding, das du müst sagen, der esel sei über die lauten gestellet. S. Frank moriae encom. 58b; der esel will die lauten schlagen, weisz doch nicht zu fassen den kragen (hals). froschmäus. K 2a (1, 2, 7); man schlägt einem die laute auf dem rücken, prügelt ihn: lief schnell und stracks dem zu, so seinem (vermeinten) bruder die lauten auf den rücken geschlagen. Amadis 39; ähnlich gemeint ist das folgende: mit dem do tritt er (der Reischacher) ain Möskircher knecht ... uf den fuesz. der aber nit unbehendt, schlueg den Reischacher mit seiner hellenbarten über die lauten, das er am satel hieng. Zimm. chron. 2, 129, 10; etwas auf der laute schlagen, verblümt zu erkennen geben: er ist in den lastern der ander Lucullus, in der tyrannei gegen seine untergebene der ander Nero: das übrige, so zu reden, schlägt man auf der laute, und enthalten es die zolfreien gedanken der furchtsamen feder. Butschky hd. kanzl. 257; armuot hat mir gschlagen die laut, ellend hat mir gepfiffen. Mittler d. volksl. no. 851, 1 (15. jahrh.); obscön: der kaiser kunte ihr nicht halb so wol die lauten schlagen denn ich. engl. komödien 1, Nn 8a; sie hat mich zur bulerei gezwungen, weil ihr euer vater die lauten nicht so wol hat schlagen können als ich. Qq 7b; herzliebe Maria, lang nicht gesehen, auch lange nicht mit einander frölich gewesen, auch lang nicht die lauten geschlagen. Tt 1b; ich will meinen schatz suchen, der mir nach lust meine lauten schlagen kan. 2, Rr 3b; ich hab ir auf der lauten geschlagen, das ir die knie begunden wagen. fastn. sp. 239, 32. 33) laute, nach der form eine schneckenart, bulla ficus. Nemnich 1, 716. 44) laute beim färber die krücke oder das werkzeug womit die küpe aufgerührt wird, aus einem halbrunden brett bestehend, welches mit seinem langen stil einen rechten winkel macht. Jacobsson 2, 572a.
6271 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Laute

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Laute , plur. die -n. 1) Ein musikalisches Saiten-Instrument von sehr angenehmen Klange, dessen Saiten mit beyden Hä…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Laute

    Goethe-Wörterbuch

    Laute Saiteninstrument Violen, L-n und Harfen 43,21,7 Cell I 1 24,358,10 Wj II 7 27,198,24 DuW 8 uö Ira Schimpf I.S.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Laute

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Laute (ital. liuto ), sehr altes Saiteninstrument, das bis auf den gewölbten Körper in Form und Spielart der Guitarre se…

  4. modern
    Dialekt
    Laute

    Rheinisches Wb.

    Laute lū·ə. Aach-Stdt Sg. t. f.: Gerücht; de L. gong dörch de Nobberschaff.

  5. Sprichwörter
    Laute

    Wander (Sprichwörter)

    Laute 1. Die Laute wird nicht gehört, wenn (man) die Trommel stört (schlägt). 2. Mancher will die Laute schlagen vnd wei…

  6. Spezial
    Laute, alternierendempl

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Laute , mpl , alternierende звуки , мн , чередующиеся

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laute

107 Bildungen · 106 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

laute‑ als Erstglied (30 von 106)

Lauteinsatz

FiloSlov

laute·insatz

Lauteinsatz , m приступ , м → FiloSlov Eingang, m → FiloSlov Anglitt, m

lauteln

RhWB

laut·eln

lauteln luəln Mörs-Binsf schw.: schreien.

Lauteltag

Campe

† Der Lauteltag , — es, Mz. — e , im Osnabrückschen, ein Tag, aus dessen Beschaffenheit man die künftige Witterung voraussagt, z. B. Medardu…

lauten

FWB

1. allgemein: ›in unterschiedlicher Weise Töne, Laute von sich geben, klingen; großen Lärm, Geschrei machen; jammern, wehklagen; rauschen (v…

Lautenbach

Meyers

lauten·bach

Lautenbach (L. im Elsaß ), Dorf im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis und Kanton Gebweiler, an der Lauch im Blumental der Vogesen und an der …

Lautenbach, Konr

DWBQVZ

[---] ( übers. unter der vorr. ) Egesippi, des hochberhmten ... geschichtschreibers fnff bcher: vom jdischen krieg vnd endlicher zerstOe…

lautenbuch

DWB

lauten·buch

lautenbuch , m. lehr- und übungsbuch für die laute oder das lautenspiel: 1536 erschien zu Nürnberg ein newgeordnet künstlich lautenbuch von …

Lautenburg

Meyers

lauten·burg

Lautenburg , Stadt im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Strasburg, an der Welle, die hier durch den Lautenburger See fließt, und an der Sta…

lauteneinklang

DWB

lauten·einklang

lauteneinklang , m. : träume mir wonne, du kind! holdseliger lauteneinklang hallt ins herz dir hinab zärtlichkeit! Voss 2, 17 .

lautener

DWB

laut·ener

lautener , m. lautenspieler: süszere wehmut lohnt auch dem lautener hier heiliger liebe gesang. Voss 2, 18 .

lautenhart

RhWB

lauten·hart

lauten-hart lǫudənha(r)t  Merz-Nunk , Trier-Euren , Daun-Neroth , Prüm-Birresborn , logdən- Prüm-Ihren ; lędən- Bitb-Mettend Adj.: sehr l…

lauten I

RhWB

lauten I = läuten (s. d.).

lauten II

RhWB

lauten II schw.: 1. laut sein, u. zwar lrhn. n. einschl. Malm-Weywertz Bütgenb Wirtzf , Prüm-Schüller Steffeln Hallschlag , Schleid-Dreiborn…

lautenist

DWB

laute·nist

lautenist , m. lautenspieler, aus der mittellateinischen form lutanista, lutinista ( voc. inc. theut. n 2 b ) herübergenommen: mit zwaien se…

lautenkasten

DWB

lauten·kasten

lautenkasten , m. kasten zur aufbewahrung einer laute: Bardolph stahl einen lautenkasten. Shakesp. Heinrich V, 3, 2 (Bardolph stole a lute-c…

lautenklang

DWB

lauten·klang

lautenklang , m. : dennoch in verliebtem drange wandl ich durch das grause dunkel mit gesang und lautenklange. Uhland ged. 151 .

lautenklavier

DWB

lauten·klavier

lautenklavier , m. eine gattung der alten klaviere, mit darmsaiten bezogen und von lautenähnlichem tone.

lautenkübel

DWB

lauten·kuebel

lautenkübel , m. trinkgeschirr von der form einer laute: ( dasz man auch beim trinken ) darnach, wann man inn die sprüng kommen, die mutwill…

Lautenkunst

Wander

lauten·kunst

Lautenkunst Die schön lautenkunst macht bey Jungfrawen gunst. – Gruter, III, 22; Lehmann, II, 85, 174; Sailer, 71.

lautenlied

DWB

lauten·lied

lautenlied , n. lied auf der laute zu spielen: lautenlieder, versz oder lieder auf seitenspil zuo schlahen, socianda verba chordis Maaler 26…

lautensack

DWB

lauten·sack

lautensack , m. behälter für die laute: lutensack, forulus, saccus in quo portatur luta. voc. inc. theut. n 2 b .

lautenschläger

DWB

lauten·schlaeger

lautenschläger , m. der die laute schlägt, lautenspieler: lutenschlaher, lutanista, lutinista. voc. inc. theut. n 2 b ; lautenschlaher fidic…

laute als Zweitglied (1 von 1)