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lallen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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23 in 19 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

lallen verb.

Bd. 12, Sp. 81
lallen, verb. mit ungelenker zunge und undeutlich sprechen, mhd. lallen und lellen; lallare laln, leln Dief. 316b. 11) intransitiv, von den sprechversuchen der kinder: wie ein natürlicher vatter mit seinen leiblichen kindern lallet. Mathes. Sar. 53a; die rede ist oft ein kindisches, abgebrochenes lallen. Schlosser weltg. 5, 294; vom lallen und iauchzen des kindes. Göthe 20, 217; aber weisze schaumwellen zischten und es platschte immer ans ufer, und die wellen lallten wie kinder. Bettine briefe 1, 38; da rieseln die bäche nieder ins sanfte gras und lallen wie wiegenkindchen. tageb. 12; und nachts, wenn jeder ton verhallt, so hören wir ein kind, das lallt. Göthe 11, 203; o seligkeit, den ersten ton, das lallen seines sohns zu hören! 232; ach, so jung, so bräutlich annoch, verlieszen wir jene, als wir zogen zum streit; und ein knäblein lag an der brust ihr, lallend, der nun wol schon in den kreis sich setzet mit männern. Odyssee 11, 449; und so lang ihr die (zeit) nicht völlig begreift, bleibt stets ihr lallende knäblein. Platen 316; von dem stammeln eines trunkenen oder geistig zurückgebliebenen: (gott) hat den teufel nicht lassen reden, mit ganzer freier zungen, sondern hat sie gebunden, das er durch den bapst mit halber und schwerer zungen hat müssen stolpern, stammeln und lallen, damit seine auserweleten ein zeichen und warnung hetten, daran sie merken kündten, das der teufel im bapst wonete, und durch jnen redet, die schrift mit seinem lallen so schendlich ausleget. Luther 8, 239a; sie wollten den lallenden, schlafenden und blinzenden theil des publicums curiren, und sie fangen dabei an, dasz sie ihm seine puppe nehmen. Göthe 33, 11; (der trunkene) auf allerlei pladert und lallt, sein weisz keim denn jm selbst gefallt. Kirchhof wendunm. 75a; der zärtlichkeit: vergisz auch nicht Amors beredtes gefallen, die schlüpfrigen reden, das zärtliche lallen: hier zieren die fehler der sprache den mund. Günther 928; eines kindlich frommen: ein guter gott ist er, dem unerschrockner muth und eines reinen herzens lallen mehr, als der jungen rinder blut und hekatombenstolz, gefallen. Gotter 1, 413; von dem gebrochenen reden eines ausländers: ich nennete mich Janco und konte zimlich Teutsch lallen, aber ich liesze michs aller Böhmen brauch nach drumb nicht merken. Simpl. 3, 14 Kurz; von einem undeutlichen, nur gemurmelten gerüchte: indessen aber muste dennoch Lissemo und Lissette ein lallendes gespräch in der plauderer und neider mund sein. Salinde 141; die falschen zungen hab ich ghört und glaubet jhrem blosen lallen, des bin ich in grosz torheit gfallen. J. Ayrer 432b (2170, 35 Keller); ich schlüge zorn und hasz und das verdammte lallen des murrenden gerüchts mit groszmuth in den wind. Günther 587; es heiszt mit der sprache lallen: (wenn ihr) die sprache würgt und kränkt, zermartert, krüpelt, stümmelt, so lächerlich damit lallt, stockert, stammelt, tümmelt. Logau 2, 68. ablautspielend lillen und lallen: wann aber sie (die gereisten junker) widerumb heimbkommen, so seind sie gäns und gaga vor wie nach, haben vil verzehrt, wenig gelernt, wissen nichts und können weder kicketzen noch kacketzen, weder lillen noch lallen. Albertinus narrenhatz (1617) 230; (bis die trinker) nimmer lillen noch lallen können. 232; in der reimenden verbindung lallen und kallen: wir wissen das viel falscher propheten werden kohmen, gros lallen und kallen machen. Abt Paul (von Zell) auff Luthers verantwortung etc. (1533) bl. D. 22) transitiv, in derselben bedeutung; so in bezug auf unverständiges, thörichtes schwatzen: das du selbest nicht sihest, was du lallest und speiest. Luther 1, 361a; der unsinnige narr, vom teufel besessen, verstehet nichts, weis nicht was er lallet. 8, 174a; von trunkenen, kindern, kindlichen, erregten: dieser lalt sein eigene schand. S. Frank laster d. trunkenh. d ij; (die opfer) von deren entstehung der scharfsinnigste geist nichts zu lallen vermag, wenn er keinen positiven befehl gottes annehmen will. Göthe 33, 85; es konnte diese geschraubte kraft nichts als dunkle ahnungen hervordrängen; sie lallten sie aus, niemand verstund sie. 56, 243; wirft aber der ewige geist einen blick seiner weisheit, einen funken seiner liebe, einem erwählten zu, der trete auf, und lalle sein gefühl. 245; lasz dir keine liedchen vorlallen. Bettine briefe 1, 289; wer selber nit weiszt was er lallt, und doch jm selbst darmit gefallt. Kirchhof wendunm. 399b; daher ist meine pflicht ein kind der dankbarkeit, und lallt ein schlechtes lied, weil kinder gerne singen. Günther 574; nun lallt alles volk entzückt die sprache der Franken. Göthe 1, 364; als namen der geliebten sie (zwei worte) zu lallen. 2, 19; als du noch voll unschuld .. aus dem vergriffnen büchelchen gebete lalltest. 12, 199; manches hab ich nicht verstanden, das ich wagte nachzulallen. Rückert 340; mit directer rede: schwätzern seid ihr (grazien) nicht da; dennoch lallt, lispelt zierlich ihr mund: grazjen, o hört, hört uns, wir liebeln euch! Klopstock 2, 96; er springt und stampft und kann noch kaum sein hoch! mit schwerer zunge lallen. Hagedorn 3, 122; sein perlend glas emporhob einer, und lallte fromm und feierlich: ich mach es, traun, wie der Lateiner, — kein tag vergeht mir ohne strich! Freiligrath dicht. 2, 197. 33) bairisch heiszt lallen auch saugen, schnullen am sauglappen. Schm. 1, 1469 Fromm. (vgl.lullen); schwäbisch ist das umgelautete lällen die zunge aushängen lassen. E. Meier 201; schweiz. lällen, die zunge herausstrecken, wie es erhitzte hunde thun, aber auch vom feuer, züngeln, fackeln. Stalder 2, 153; lälla, lechzen, auch vom feuer Tobler 290b, bei Maaler 260c lälchen allambere; dazu schweiz. die lälle oder das lälli (Stalder), die lälla (Tobler) zunge, bair. der leller, zunge, und der lalli, fem. die lallen laffe, maulaffe, unausrichtsame person. Schm. a. a. o., schweiz. lalli Tobler; älter lale, zu welcher form wol lalli als deminutiv steht: ist im Schweizerlandt ein gemein scheltwort, das man sagt du lale. Thurneiszer magna alch. 2, 71; als fingierter name: noch blibst ein narr so wol als ich, dem Lali ztief im rodel stehst. J. Gotthart zerstörung Trojas (Solothurn 1598) 2ter tag, 3. act. vgl.das lalenbuch, gedruckt zu Lalenburg (1597); der lällenkönig, ein grotesker, mit einer krone versehener kopf, der an einem thorthurme Basels angebracht war, und durch einen mechanismus, welcher vom uhrwerke des thurmes aus in bewegung gesetzt ward, eine lange zunge herausstreckte und einzog. eine ähnliche figur am weiszenthurmthor in Straszburg hiesz lalenkönig. 44) lallen, ein lautmalendes wort, findet sich in verschiedenem sinne weiter verbreitet: altnord. lalla to toddle, as a child beginning to walk (Vigfusson 370b); engl. loll, nachlässig liegen, hängen, die zunge herausstrecken, mundartlich verzärteln, spielen; auf die sprache bezogen inn. lalle, schwed. lalla lallen, lat. lallare lallen und trällern, griech. λαλεῖν schwatzen, reden; im sanskr. lalalla vom laute eines lallenden (vgl. Fick2 s. 175).
7055 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lallenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    lallen , lellen swv. BMZ mit schwerer zunge sprechen, lallen. lallen Renn. 9628. 10519. 14353. lellen ib. 16203. Herb. (…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lallensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    lallen , sw. V. nhd. lallen, beschwert oder unverständlich sprechen Hw.: vgl. mhd. lallen E.: s. mhd. lallen, sw. V., la…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lallen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Lallen , verb. reg. act. et neutr. welches im letzten Falle das Hülfswort haben erfordert, mit Einmischung vieler unbede…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    lallen

    Goethe-Wörterbuch

    lallen 3.SgPräs ‘lall’’ 37,225,3 a (lautmalerisch) von einem kleinen Kind: einfache Laute (wiederholend) äußern, brabbel…

  5. modern
    Dialekt
    Lallen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Lalle n , Läll(e n ) [Làlə St. Wittenh. ; Lalə Fisl. bis Banzenh. ; Lálə Hi. ; Lal Ensish. bis Hlkr. ; Læl Str. ] f. ( v…

  6. Spezial
    Lallenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Lallen , n лепет , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lallen

8 Bildungen · 3 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

lallen‑ als Erstglied (3 von 3)

lallendun

MeckWB

lallen·dun

lallendun so betrunken, daß die Sprache versagt (1895) Ma GHelle .

lallen als Zweitglied (4 von 4)

anlallen

DWB

anlallen , gleichsam adlallare, allallare, anstammeln: das kind lallt die mutter an: gern hört der vater aller so sich vielfach angelallet. …

herlallen

DWB

her·lallen

herlallen , verb. balbutire. Hederich 1261 ; das kind lallt seinen spruch her; der betrunkene lallte einige unverständliche worte her.

nachlallen

DWB

nach·lallen

nachlallen , verb. das lallen eines kindes nachahmen Frisch teutsch-franz. wb. 254 ; lallend nachsprechen, wiederholen oder nachahmen. 1 1) …

vorlallen

DWB

vor·lallen

vorlallen , verb. : einem etwas v., ' damit er es höre ' Adelung ; in eigentlichem sinne von unvollkommenem sprechen, oft in freierer anwend…

Ableitungen von lallen (1 von 1)

verlallen

DWB

verlallen , verb. lallend verbringen: die süszen augenblicke, die ich mit dem wächslinge meiner seele verlallen .. sollte. Hamann 4, 19 .

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APA
Cotta, M. (2026). „lallen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/lallen/dwb?formid=L00558
MLA
Cotta, Marcel. „lallen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/lallen/dwb?formid=L00558. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „lallen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/lallen/dwb?formid=L00558.
BibTeX
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