Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kruoc stM.
2 Sternbild, Tierkreiszeichen des Wassermanns (für lat. amphora , vgl. Deschler, Astron. Term., S. 129f.)
1 ‘Krug’ ydrie: chvͦge PsM H 43,4; anfora: cruͦg VocOpt 10.137; sehs chruge stainin [ lapideae hydriae sex Io 2,6] AvaLJ 59,2; PrOberalt 34,6; EvBeh Io 2,6; EvBerl 10,27; einen guldîn kruoc EnikWchr A II,1492; ganz der [zerbrochene] kruoc dô wart Philipp 4448. 4444; (erotisch:) sî gap mir ze koufen in dem kruoge, / dâ mit wir der minne schaden büezen Neidh WL 5:3,5; sî schankt mir mit dem kruoge, / daz mir diu kel / wider würde heiter unde hel Neidh (HW) 49,30. 50,1; Helbl 1,682. – als Akk.-Obj. bestimmter Verben: – brechen, zerbrechen: ich brach ir den kruoc, dô sie gienc von dem brunnen KLD: GvN 30: 2,1; HlReg 37,4; er zebrach mir mînen kruoc Neidh WL 35:6f,7; KvFuss 2613; Philipp 4428. 4432. – slahen, zerslahen: di drey gross kruge / slugen si zu stucken gar HvNstAp 10885; wer di kruge / alle gar zesluge ebd. 10876. – tragen: daz ich genge / ûf den anger und ich trage krüege SM:Go 2: 1,6; Philipp 4424; EvBerl 60,16 (Lc 22,10); – ûz giezen: den ainen krug er auß goß HvNstAp 9136; an welhem stain man vint zwai zwinlein oder ain wazzermensch, daz ainen kruog mit wazzer auzgeuzt BdN 466,34. – vüllen, ervüllen: do hiezze er sechs chruͤg mit wazzer fuͤllen und wandelot die ze wein [vgl. Io 2,6.9] PrOberalt 31,8. 34,7. 36,29. 36,34; fullent die crvge bit wazer doch PassSpM 32; do die chruͤg erfuͤllet wurden PrOberalt 36,39. – in Vergleichen: bî ime stunden drinne / zwei vaz vil gefûge / als zwêne wênege krûge En 8308; einen kolbn er in der hende truoc, / des kiule grœzer denne ein kruoc Parz 570,6; daz er ez [das schwere harnasch ] also ringe truͦg, / als ein wip treit einen kruͦg / der gar ist wazzers lære Rennew 32060; der karkær übel ist genuoc, / ûz gemûret als ein kruoc / niden und oben enge Ottok 20617; ez sint in etleichen landen [...] etleich frawen, die sô grôz kröpf habent, daz si sich streckent unz auf den nabeln, und der kropf ist sam ain kruog oder sam ain kürbiz BdN 494,2; KvMSph 24,6. – jmdm. bristet/ brichet der ~ , ‘jmd. hat keinen Erfolg’ wîser liute lêre der bedorfte ich nie sô wol; / swelhen ende ich kêre, / immer bristet mir der kruoc Neidh WL 22:3,6; sweles ende er kerte, / als in der tievil lerte, / so brach im ie der kruoc Martina 186,87. – als Bestandteil von Personennamen: Engelpercht von Chrug UrkCorp (WMU) 2835,17; Dietrich der Kruͦch ebd. 2738,16; weitere Belege Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 655. 2 Sternbild, Tierkreiszeichen des Wassermanns (für lat. amphora, vgl. Deschler, Astron. Term., S. 129f.): daz ainleft zaichen haizzet der kruk, wanne deu zeit geuzet denne regenwazzer, reht als ain kruk KvMSph 24,5; die namen und die ordnung und die zal der himelzaichen die sint also: wider, ohs, [...] schuͤtzlein, stainpok, krug [La. wasserman ] , vischlein ebd. 23,4. der wazzerer [...] maint daz himelzaichen, daz der kruk haizzet ebd. 35,25. 37,26
MWB 3,2 651,31; Bearbeiter: Tao