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koeder

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DWB
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14 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

köder m. n.

Bd. 11, Sp. 1570
köder, koder, m. n. ein schusterwort. 11, 1@aa) der köder heiszt ein schmaler abgeschärfter streif sohlleder, der in die kappe eingestochen wird, um den absatz daran zu befestigen (Weigand): vor ein geschnüret einfach par frawenschuch, one köder .. fünfthalben groschen (macherlohn). Leipz. stadtordn. 1544 F 2a, tanzschuhe werden ohne köder gemacht. in Kärnten keder n., fleck von altem leder, der zwischen die brandsohle und die eigentliche sohle der schuhe eingefügt wird Lexer 156. 1@bb) dasselbe ist aber nach 2, a 'koder vel flasir, intercudium, pictacium, liripipium' im voc. inc. teut. n 4a (zu flaser vgl. Dief. 324c, es fehlt oben in dieser bed.), wol auch 'koder im schuch, bota' voc. 1482 r 1a, leripipium, köder, choder Dief. 324c aus dem anfang des 15. jh. leripipium ist ein underleger an eim schuch Dief. nov. gl. 232a, in einem alem. voc. chãder, in einem tirol. chöder das., in demselben intercudium choder 219a. 1@cc) diesz koder (köder) nun kann mit dem vorigen koder, lappen eins sein. denn wie der schusterkoder ein 'fleck von altem leder' ist (1, a), so heiszt er nach Adelung auch fleck, mlat. nach 2, a auch pictacium, d. i. eben fleck, läppchen, streif, von pergament, tuch u. a. (Dief. 433a, vgl.klebetuch), gewiss auch von leder. darum hausen auch die schuster samt den schneidern in Ködersdorf (s. hier oben H. Sachs). 22) aber koder, köder ist nicht die ursprüngliche form. 2@aa) Diefenbachs md. voc. von 1470 erklärt mit ein korder gleichmäszig liripipium sp. 170, pictacium, illa corei particula quae soleae repeciatae insuta est 212, und intercudium, coreum [] durum quod sutor interponit in consucione calciorum 158. korder mit der letzten erklärung auch voc. 1482 r ija, in einem voc. ex quo cörder, id quod sutor ponit inter soleam vel (et?) coopertorium calcej Dief. 324c. und so noch im 17. jh.: (manche ärzte sind) schuhflicker der natur, die böse drähte drehn; denn wenn sie lang geflickt, so macht der tod das körder, bis sie das meisterstück in einen sarg vernehn. Wiedeman mai 63. 2@bb) aber auch das ist noch nicht das ursprüngliche. andere vocc. geben querder für liripipium, s. mhd. wb. 1, 862a aus einem Breslauer voc., Schmeller 2, 404, Dief. 325a, nov. gl. 232a; bei Trochus M 3a antes, dy querder (pl.), zwischen solen und schulappe genannt. daraus ist denn korder, körder entstanden, wie kommen aus altem quëman u. a. (zum umlaut s. u. köder I, d), und aus diesen wieder koder, köder durch die unbequemheit der zwei r (wie beim folg. köder). aus derselben ursache stammt wol die form querdel und quirdel Dief. 325a, wie nl. bei Kilian querdel, dazu querdelen suppingere soleas, querdelsnijder certo. aber auch 'querde oder korder an schuhen' voc. 1482 aa iija. 2@cc) daran aber schlieszt sich nd. quarder band- oder bortenartiger saum, z. b. vorn am hemdermel, der hosenbund Richey 199, Dähnert 367a, auch quadder br. wb. 3, 390, queder Fromm. 5, 160; einfacher auch schwed. qvard m. (vgl.querde unter b), norw. kvare m. (schwed. dial. kval u. a., s. Rietz 370a). der begriffskern ist hier wie dort schmaler streif von zeug beim nähen, im schwed. qvard scheint die mutterform erhalten, aber mit ablaut, denn für querder ist ursprünglich quird wahrscheinlicher. 33) so laufen nun aber drei oder vier koder, köder auf einem punkte zusammen: koder schleim, westf. querder; köder lockspeise, eig. querder regenwurm u. ä.; koder, köder schusterfleck, urspr. querder; und damit vielleicht koder lappen, fleck, dem freilich die qu- form fehlt. In der bed. ist aber die einheit der letzten beiden am leichtesten glaublich, die der ersten beiden doch denkbar (sp. 1570), nur für die mittelsten beiden und für alle vier fehlt der einigende punkt. Weigand 1, 616 meint, der schmale gebogene sohllederstreifen sei einem regenwurme verglichen worden, und ähnlich wird der grund sein. das ahd. wort bezeichnete auch den dacht (den man sich im hause selbst machte, sp. 615, 'dächt spinnen' als bauernarbeit Reiser Hechinger programm 1865 6a): querdar, lichni, lincinos. Graff 4, 680, das nähert sich dem 'saum' unter 2, c, ist aber doch gleichfalls einem wurme ähnlich. es sind weitere fünde nötig.
4221 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Köder

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Der Köder , des -s, plur. ut nom. sing.. bey den Schustern, ein Stück Rindsleder, welches die Gestalt des untern Absa…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Köder

    Goethe-Wörterbuch

    Köder [ Wilhelm an Natalie: ] Freundlich wies er [ der Sohn des Fischers ] mich an .. wie der K. am Angel zu befestigen …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Köder

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Köder , ein Gegenstand, den man benutzt, um ein Raubtier, einen Fisch beim Angeln anzulocken, meist ein Stück Fleisch, e…

  4. modern
    Dialekt
    Köderm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Köder m. : nach dem Schd., Kedeʳ (kēdəʳ); e K. leche [vereinzelt mittl. VPf]; e guder K. for die Forell [ SP-Harths ]. S…

  5. Sprichwörter
    Köder

    Wander (Sprichwörter)

    Köder 1. Der Köder allein fängt keine Fische. Wenn nämlich die Angel fehlt. Schönheit ohne Grazie ist ein Köder ohne Ang…

  6. Spezial
    Köder

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kö|der m. (-s,-) paissa (-sses) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit koeder

27 Bildungen · 13 Erstglied · 12 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von koeder 2 Komponenten

koe+der

koeder setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

koeder‑ als Erstglied (13 von 13)

köderei

DWB

kod·e·rei

köderei , f. lumperei, s. unter köder lumpen.

kȫderen

MNWB

koe·deren

kȫderen , ködder(e)n , swv. , * 1. rülpsen, spucken (Omichius 1578). 2. schwatzen, plaudern , „sermoxinare”. S. auch ° kideren, 2 kȫren.

köderich

LothWB

koeder·ich

köderich [khødəreχ Si. ] adj. brünstig, nach dem Kater verlangend ( von der Katze aber auch von lüsternen Weibspersonen gesagt). — lux. 252 …

kȫderinge

MNWB

koeder·inge

kȫderinge , ködderinge , f. , Geschwätz, Geplauder , Unterhaltung.

köderkorb

DWB

koeder·korb

köderkorb , m. fischerkorb, reuse mit köder: die köderkörbe .. soll man vor st. Bartholomäustag auch nicht legen. Schmeller 3, 527 .

köderlin

DWB

koeder·lin

köderlin , n. läppchen, streifchen, s. DWB koder 2, b sp. 1570.

ködernaht

DWB

koeder·naht

ködernaht , f. eine art des nähens in leder, bei handschuhmachern, s. Krünitz 21, 459 . nach dem köder des schusters?

Ködertier

GWB

koeder·tier

* Ködertier im bildhaften Vergl Wie der Polyp das K. frißt und, weil er durchsichtig ist, man dieses sieht, so sind die neuern idealistische…

köderwurm

DWB

koeder·wurm

köderwurm , m. wurm als köder, bei J. Paul, köderwürmchen Hesp. 3, 7.

koeder als Zweitglied (12 von 12)

Geköder

Campe

Geköder , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

Honigköder

Campe

honig·koeder

○ Der Honigköder , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Köder, der aus Honig bestehet, oder mit Honig gemischt ist; auch, der Honig als ein Köder…

Impfköder

LDWB2

Impf|kö|der m. (-s,-) ‹med› paissa da vazinaziun f., paissa da variora f.

lügenköder

DWB

luegen·koeder

lügenköder , m. : eur lügenköder fängt den wahrheitskarpfen. Shakesp. Hamlet 2, 1 ; your bait of falsehood takes this carp of truth.

stoffköder

DWB

stoff·koeder

stoffköder , m. , für den schriftsteller ( entsprechend stoff II 3): dieser wohlbekannte schriftsteller, als dramaturg klugüberlegen und gei…

wahlköder

DWB

wahl·koeder

wahlköder , m. versprechung um die stimmen der wähler zu gewinnen: es ist wahr, dasz in der begründung ( des tabakmonopols ) das bekannte be…

Weißköder

Campe

weiss·koeder

Der Weißköder , — s, Mz . u. im Österreichschen, ein Name des Haftes oder der Eintagsfliege (Ephemera L .).

Ableitungen von koeder (2 von 2)

bekȫderen

MNWB

(bekȫderen) beküderen , swv. , beschwatzen, betören.

Geköder

Campe

Geköder , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).