lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Kloben

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
45
Verweise raus
40

Eintrag · Rheinisches Wb.

Kloben

Bd. 4, Sp. 745
Kloben das Wort ist allg. verbr. mit Ausnahme des Klevld; doch im SNfrk nur in besonderer Bed.; Rhfrk -ōwə, –ū- [in Simm, Zell (Hunsr) hier u. da -ūə; Ottw -wə u. -ūbə]; Mosfrk -ōwə(n), –-, –ōă-, –ūă- [innerh. Saarl-Diefflen Nalb Bilsd Düppenw u. in Gresaub Kerprich- u. GrHemmersd -w-, Niedaltorf -ū-; in Saarbg, Trier-Ld, Bitb hier u. da -ūəf, –ōf, z. B. Saarbg-Faha Kreuzw Winchering, Bitb-Bollend NWeis Wiersd Mettend]; Prüm, Malm -of, Pl. -owən u. -ef; Siegld -ōəwə; OBerg -ōəwən; Rip -ǫvə [Köln -o-]; doch Dür, Jül (f.), Aach wie SNfrk -·ə.f [Aach-Stdt -·ə.f Schraubstock; -·ə.- Waagenzunge; Eup-Raeren Moresnet -:f; Eup-Stdt -ǫ, –·(ə.)]; Pl. bei Sg. -wən wie Sg.; bei -f Pl. -və(n), Demin. Rhfrk -ēbχə; Mosfrk -ēfχə(n), –ēə-, –ī- –īə-; sonst --, –ø-, –·ə.- (-kə) m.: 1. Gespaltenes oder zu Spaltendes. a. schwer zu spaltendes Holzstück, namentl. dort, wo die Äste oder Wurzeläste abgehen Rhfrk. — b. -·ə.f eine Art Schraubstock, z. B. Filleklöəfche (Feilen-) Aach-Stdt. — c. schwere Schmiedezange Siegld; -øwkə kleine Zange Meiderich. — d. Schere, Gabel am Balken der Waage, in der das Zünglein schwebt Bernk-Neumag, Rheinb, Bo, Köln, Dür, Jül, Eup (klǫ, –·(ə.), –:f), Aach -·ə.f im Gegens. zu -·ə.f 1 b), MGladb-Rheind (-·ə.-), rrhn. Siegld, Sieg, MülhRh; de Wog es (steht, hängk) em Kl. (Klöffche) im Gleichgewicht; em Kl. (en et Klöffche) woge genau wiegen; em Kl. wog (send) et zehn Pongk Rip (s. o.), Allg.; us dem Kl. wiege ungenau Siegld; de Kl. es net richtig Aach; der Vowel (Windvogel) hengt e jen Kl. er hat genau Gleichgewicht auf beiden Seiten u. hängt nach keiner Seite über Aach-Stdt. — e. -:f-, –E·ə.- ein teilweise gespaltener Stecken zum Kneifen Heinsb. — f. Ortscheit, Querholz an Pflug u. Egge u. Deichselwagen, woran die Zugstränge befestigt sind Malm, Eusk, Rheinb, Bo, Köln-Ld, Bergh (in Hüchelhv nur diese Bed.), Dür, Jül, Aach-Ld, Geilk, Heinsb, MGladb, Erk, Grevbr, Kref; rrhn. Westerw, Dinsl-Hiesf. RA.: En de Kl.ə flege aufbrausen, heftig für jmd. Partei ergreifen MGladb-Mülfort. — 2.a. langer, dicker einspitziger Nagel, Haken von Eisen oder Holz, etwa an der Wand, um z. B. eine Wanduhr dran zu hängen; schla de Kl. in de Wand; klopp de Kl. in Rhfrk, Mosfrk, Rip (selten); bes. der Kl., in den die Türe eingehakt ist; de Dir gäht gleich aus dem Kl. ebd. (nicht Rip); Hoke un Kluwe Haken u. Ösen Simm-Castellaun, Merz-Büschf, Saarbg-Faha; Türklinke Malm-Dürler, Köln-Brück; Stück Eisen mit einem Ring, in den Trog eingelassen, zum Befestigen der Kehkeden Wittl-Binsf; Haken, durch den Pferdehamen gehend, in den der Bügel der Zugkette eingehakt wird uWupp 1870, Gummb; Radnagel, in die Achse gesteckt, damit das Rad nicht aus der Achse geht Birkf-Herrst, Grevbr-Wanlo; Verkuppelung an Maschinen Bo-Vollmershv. — b. Druckstücke an der Wagenbremse Sieg-Sieglar. — c. Klüppel als Bindstock beim Andrehen der Seile Eusk, Dür, Jül, Neuss; ein Hölzchen in einer Schlinge, um diese gestrafft zu halten Grevbr-Belmen. — d. Riegel Bitb-Wiersd. — e. -:f- Steinklaue Eup-Raeren. — f. Bündel gehechelten, feinsten Flachses oder Hanfes, den man in der Mitte umfasst u. einigemale umeinander dreht Birkf-Idar (ausgerupfter Fl., 50 Hafele = 1 Kl.) Wend, Ottw, Saarbr, Malm, Wippf, MülhRh; 1 Kl. = 64 Reist, 1 R. = 2 Gebund Saarbr. — En Kloəf Woll (Gar) ein Knäuel = 10 Lot MGladb, Erk, Heinsb-Myhl. — 3. übertr. a. sachl. α. -ōwə usf., meist Demin. -ēbχə usf. kurze irdene (mit abgebrochenem Stiele) oder hölzerne Tabak-, Mutzpfeife; sei Kl. rache (blotze); et Klefche stoppe; e hot emmer et Kl. enner der Nas Rhfrk, Mosfrk, Ahrw-Sinzig, Sieg-ODollend, Köln-Stdt [-bχə Aden-Quiddelb]. — β. -ǫvə Weintraube, Johannisbeertraube Bergh; -·ə.f Grevbr, Düss-Stdt; -fχə ein Zweig voller Früchte, bes. Kirschen, Zwetschen Köln-Widdersd, Koch-Brohl Mörsd. — γ. -·ə.f u. -vəl Doppelpflaume Bergh-Horrem. — δ. -ēfχə Kiefernapfel Saarl-Wallerfang. — ε. verächtl. plumper Schuh Nahe, Saargeb., Simm, Zell, Siegld, Berg, RRip. — ζ. verächtl. dicke Nase; der hot e ordliche Kl. em Gesicht Rhfrk, in Trier, Bitb hier u. da, Kobl, May, Neuw, Berg, Köln-Stdt, -fkə Elbf, Ess-Heising. — η. verächtl. plumpe Hand Saar, Wittl, May, Sieg, Wippf; -f Klev-Appeldorn. — θ. -ōf brennende Kohle Bitb-Wiersd. — b. persönl. verächtl. α. plumper, ungehobelter Mensch Rhfrk, Trier, Bitb-Wiersd, Wittl, Bernk, Zell, Koch, Kobl, May, Aden, Neuw; im Rip, SNfrk kann es heissen enen Kl. van em Kerl; –f Aden-Engeln; wischter Kl. unverschämter Mensch; du dummer Kl.! Schimpfw. Goar-Werlau; e Baurekl. Kreuzn; haschte nit mei Mann gesiehn, so en alde Kl., muss en emol suche gehn in de Gaschtwirtsstuwe! Nahe. Nckn. derer von Meis-Limb Meddersh, Saarbg-Köllig. — β. altes Pferd, alter Kläpper, auch starkknochiges Pf. Nahe, Saargeb., Simm, Trier-Waldrach. — γ. -ēbχə, in der Wend.: So arm wie's Kl. (Kl. soll ein Bettler gewesen sein) Saarbr, Ottw Birkf (-īb-).
5004 Zeichen · 153 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    klobenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    kloben swv. spalten. er klopte vil der schilte Wolfd. 1247. vgl. Dwb. 5,1219.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Kloben

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Der Kloben , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches überhaupt den Begriff einer zusammen hangenden, verbundene…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kloben

    Goethe-Wörterbuch

    Kloben fälschlich ‘Kolben’ DjG 3 1,28,26 gespaltener (exponiert angebrachter) Holzklotz a als Vorrichtung zum Vogelfang;…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kloben

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kloben , ein Gehäuse, worin eine oder mehrere Rollen drehbar sind (auch Flasche oder Schere genannt). Stützkloben ist ei…

  5. modern
    Dialekt
    Kloben

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Klobe n [‘ X lópə S.; Klópə Hi. Niffer Steinbr. ; Klówə Heidw. bis M. Ingw. ; Klowə Rapp. Kaysersbg. Barr Bf. ; Klòwə Mo…

  6. Sprichwörter
    Kloben

    Wander (Sprichwörter)

    Kloben 1. Spann den Kloben höher auff vnd fang einen andern Narren drauff. – Gruter, III, 82; Lehmann, II, 579, 98. 2. W…

Verweisungsnetz

78 Knoten, 70 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 1 Kompositum 62 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kloben

34 Bildungen · 20 Erstglied · 13 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kloben 2 Komponenten

klo+ben

kloben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kloben‑ als Erstglied (20 von 20)

kloben (?)

MWB

kloben (?) swV. ‘etw. spalten, zerschlagen’ ( Konjektur klopte WolfdD (H) 1247,2 zu WolfdD 1247,2, s.u. klopfen 2.1; vgl. klieben stV. und k…

Klobenband

SHW

Kloben-band Band 3, Spalte 1427-1428

klobenarbeit

DWB

kloben·arbeit

klobenarbeit , f. das aufziehen mit dem kloben (4, b ), der heberolle. Frisch 1, 524 b . Adelung.

klobendeichsel

DWB

kloben·deichsel

klobendeichsel , f. deichsel mit zwei armen, für éin pferd, gabeldeichsel. Adelung. eigen nd. klopdiessel brem. wb. 1, 215.

klobenholz

DWB

kloben·holz

klobenholz , n. im forstwesen, brennholz das in groszen scheiten aufgesetzt und verkauft wird, unterschieden vom klafterholz in kleinern sch…

Klobenkette

RhWB

kloben·kette

Kloben-kette Gummb f.: Zugkette mit dem Bügel, der in den Kl.hok am Hamen eingehängt wird.

klobenmacher

DWB

kloben·macher

klobenmacher , m. wie klobenschmied: klobenmacher und nagelschmid, s. Birlinger Augsb. wb. 282 a .

Klobenriemen

RhWB

kloben·riemen

Kloben-riemen -ǫvənrē:m uWupp 1870 m.: ein ledernes Band am Webstuhl, das über ein Röllchen in einem Kloben lief, dessen Enden vermittelst e…

klobensäge

DWB

kloben·saege

klobensäge , f. eine grosze säge, holz zu dünnen bretern zu schneiden, nach Hübner und Frisch 1, 524 a von den kloben, gespaltenen handgriff…

klobenschmied

DWB

kloben·schmied

klobenschmied , m. östr., z. b. in Steiermark, s. klobenmacher . was für eiserne kloben macht er aber?

klobenseil

DWB

kloben·seil

klobenseil , n. seil an einer heberolle, s. klobe 4, b. Steinbach 2, 574 . Frisch 1, 524 b .

kloben als Zweitglied (13 von 13)

zerkloben

KöblerMhd

*zerkloben , (Part. Prät.=)Adj. nhd. zerbrochen Vw.: s. un- E.: s. zerklīben, klīben, kloben W.: nhd. DW-

Feilkloben

Adelung

feil·kloben

Der Feilkloben , des -s, plur. ut nom. sing. ein beweglicher Schraubestock, eine Zange mit einer Schraube verschiedener Metallarbeiter, klei…

gekloben

KöblerMhd

gek·loben

gekloben , (Part. Prät.=)Adj. nhd. gespalten Vw.: s. un- Hw.: vgl. mnl. gecloven Q.: RWchr (FB gekloben), Parz (1200-1210), PleierTand E.: s…

nähkloben

DWB

nah·kloben

nähkloben , m. kloben der sattler, womit zwei stücke leder, die zusammengenäht werden sollen, an dem einen ende eingeklemmt werden. Jacobsso…

reifkloben

DWB

reif·kloben

reifkloben , m. bei den metallarbeitern ein zangenartiges werkzeug, welches mit solchen arbeiten in den schraubstock gespannt wird, von dene…

schiebekloben

DWB

schiebe·kloben

schiebekloben , m. eine art von zangen, mit welchen die schlosser den groben draht durch ihre zieheisen ziehen. Jacobsson 3, 582 a .

Schwingkloben

DRW

schwing·kloben

Schwingkloben, m. zu Kloben (I), schwingen (III) eine Maßeinheit für Flachs item G. curia W. tritici xviii maltera werdeensis mensure, ... p…

ungekloben

KöblerMhd

ung·e·kloben

ungekloben , (Part. Prät.=)Adj. nhd. ungespalten, ungebrochen Q.: Teichn (1350-1365) (FB *ungekloben) E.: s. un, gekloben, klieben W.: nhd. …

unzerkloben

Lexer

unzer·kloben

un-zerkloben part. adj. BMZ ungespalten, ungeteilt, ganz Warn. 884. als ein kugel unzerkl. Teichn. A. 152 d . mit der wârheit unzerkl. ib. 2…

wagekloben

DWB

wage·kloben

wagekloben , m. die schere, in der sich das zünglein der wage bewegt. Maaler 483 b ( s. u. wagekengel): wageklobe, agina, das hole gäblein a…

Ableitungen von kloben (1 von 1)

gekloben

KöblerMhd

gekloben , (Part. Prät.=)Adj. nhd. gespalten Vw.: s. un- Hw.: vgl. mnl. gecloven Q.: RWchr (FB gekloben), Parz (1200-1210), PleierTand E.: s…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kloben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kloben/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „kloben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kloben/rhwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kloben". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kloben/rhwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_kloben_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kloben"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/kloben/rhwb},
  urldate      = {2026-05-15},
}