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Kleinigkeit

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Kleinigkeit

Kleinigkeit

klein Adj. ‘von geringem Ausmaß, von geringer Größe (an Raum und Zeit, Gewicht, Zahl und Wert), jung, nicht erwachsen, unbedeutend’, ahd. kleini ‘glänzend, glatt, sauber, sorgfältig, zierlich, dünn, gering’ (9. Jh.), mhd. klein(e) ‘rein, niedlich, zierlich, fein, hübsch, scharfsinnig, klug, unansehnlich, gering, schwach’, asächs. klēni ‘zart, schlank, klug, scharfsinnig’, mnd. klēne ‘dünn, zierlich, wenig’, mnl. cleine, clēne, nl. klein ‘klein, gering, wenig’, aengl. clǣne ‘rein, keusch, unschuldig, klar, offen, treu’, engl. clean ‘rein, sauber’ führen auf den nur im Westgerm. auftretenden ja-Stamm germ. *klainja-, der sich außergerm. mit griech. glainó͞i (γλαινοί) Plur. ‘Schmuck (an der Kopfbedeckung, am Helm)’ vergleicht und mit ableitendem Nasal zu ie. *g̑ləi-, einer erweiterten Form der Wurzel ie. *g̑el(ə)- ‘hell, heiter glänzen, heiter sein, lächeln, lachen’, gehören kann, vgl. armen. całr ‘Gelächter’, griech. gelā́n (γελᾶν) ‘lachen’, aglaós (ἀγλαός) ‘glänzend, herrlich’, glḗnos (γλῆνος) ‘Prachtstück’. ‘Glänzend’ geht im Westgerm. über zu ‘rein, sauber’ (wie noch in engl. clean), woraus sich im Dt. die zahlreichen weiteren Bedeutungen entwickeln. Aber auch Anschluß an unter kleben (s. d.) angeführtes ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ bei Verwandtschaft mit den Nasalableitungen griech. glínē (γλίνη) ‘Leim’, aslaw. glinьnъ ‘tönern, irden’, russ. (landschaftlich) glína (глина) ‘Lehm, Ton’ wird erwogen, wobei ein Bedeutungsübergang von ‘geschmiert, verschmiert, verputzt’ zu ‘glänzend (vor Fettigkeit), glatt, rein’ vorauszusetzen wäre. Aus ‘fein, zierlich, niedlich’ (mhd.) entwickelt sich klein zum Gegenwort von groß. – verkleinern Vb. ‘kleiner machen, verringern’ (17. Jh.), älter verkleinen (mhd. verkleinen). zerkleinern Vb. ‘in kleine Stücke teilen’ (19. Jh.), neben zerkleinen (im Bergbau) ‘Gestein zerschlagen’ (19. Jh.). Kleinheit f. ‘geringe Größe, geringes Ausmaß, Beschränktheit, Enge’, mhd. kleinheit ‘Zartheit, Feinheit’. Kleinigkeit f. ‘Sache von geringem Wert, Geringfügigkeit’, mhd. kleinecheit ‘Feinheit, Kleinheit’; Kleinigkeitskrämer m. ‘wer Kleinigkeiten übertrieben wichtig nimmt’ (18. Jh.). kleinlich Adj. ‘pedantisch, engherzig’, mhd. kleinlich ‘fein, zart, zierlich, mager, scharf sehend’; vgl. ahd. kleinlīhho Adv. (9. Jh.); Kleinlichkeit f. ‘übertriebene Genauigkeit, Pedanterie’, mhd. kleinlīcheit ‘Fein-, Zart-, Kleinheit’. Kleinbürger m. Angehöriger der unteren Mittelschicht, im Sinne von ‘Spießbürger’ wohl zuerst bei Börne (um 1830), zuvor gelegentlich für ‘Arbeiter’ (18. Jh.); kleinbürgerlich Adj. ‘spießig, beschränkt’ (Immermann 1838), ‘das Kleinbürgertum betreffend, zu ihm gehörend’ (19. Jh.). Kleinbürgertum n. (19. Jh.); kleingläubig Adj. ‘zweifelnd, nicht von festem Glauben’ (16. Jh.). Kleinkunst f. ‘kleine künstlerische Arbeit, die entsprechende Kunstrichtung selbst, Kunsthandwerk’ (um 1860), auch ‘kabarettistische Darbietungen’ (20er Jahre 20. Jh.; vgl. Kleinkunstbühne ‘Kabarett’). kleinlaut Adj. ‘verlegen, nicht vorlaut’, älter ‘schwach lautend, leise’ (15. Jh.). kleinmütig Adj. ‘mutlos, verzagt, ohne Entschlußkraft’, mhd. kleinmuotic; dazu die Rückbildung Kleinmut m. ‘Mangel an Mut und Entschlußkraft’ (16. Jh.). Kleinstaat m. ‘kleiner, aber souveräner Staat’, Kleinstaaterei f. ‘Aufspaltung in viele Kleinstaaten, politische Zerrissenheit’ (beide Jahn 1814). kleinstädtisch Adj. ‘einer Kleinstadt eigen, provinziell’ (17. Jh.), Kleinstädter m. (18. Jh.); danach Kleinstadt f. (19. Jh.).
3465 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kleinigkeit

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Kleinigkeit , plur. die -en, ein kleines, d. i. unerhebliches, unwichtiges Ding, in der 4ten und 5ten figürlichen Be…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kleinigkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Kleinigkeit ca 250 erfaßte Belege; deutlicher Schwerpunkt in Bed b a kleiner (Gebrauchs-)Gegenstand, kleine Sache; auch …

  3. modern
    Dialekt
    Kleinigkeit

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kleini g keit f. wie hochd.: das is t (m i r) e K. das ist nicht der Rede wert, ist mir ein Leichtes Su. Dü. Hf.

  4. Sprichwörter
    Kleinigkeit

    Wander (Sprichwörter)

    Kleinigkeit 1. Et is keine Kleinigkeit, wenn de Osse in der Wèige list. In Danzig; Dat's kên Klênet, wenn 't Pêrd in de …

  5. Spezial
    Kleinigkeit

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Klei|nig|keit f. (-,-en) 1 (kleine Sache von geringem Wert) picolëza (-zes) f. , cossa da nia f. , bisinela (-les) f. 2 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kleinigkeit

14 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von kleinigkeit

klein + -ig + -keit

kleinigkeit leitet sich vom Lemma klein ab mit Suffixen -ig und -keit.

Zerlegung von kleinigkeit 2 Komponenten

kle+inigkeit

kleinigkeit setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kleinigkeit‑ als Erstglied (14 von 14)

kleinigkeiten

DWBQVZ

kleinigkeiten: dichterische kleinigkeiten. Eisenach 1792 .

Kleinigkeitler

GWB

kleinigkeit·ler

Kleinigkeitler mit krit Akzent für den Typ des ‘Kleinkünstlers’(sd) Kleinkünstler | K., Mignaturisten | Körper ohne Geist 47,338,21 Samml 8 …

Kleinigkeitsgeist

Campe

kleinigkeit·s·geist

○ Der Kleinigkeitsgeist , des — es , o. Mz . der Geist, d. h. eine Denkart, welche an Kleinigkeiten, an unwichtigen gemeinen Dingen hängt un…

Kleinigkeitshascher

Campe

kleinigkeit·s·hascher

○ Der Kleinigkeitshascher , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Mensch, welcher nach Kleinigkeiten hascht, d. h. sich mehr um Kleinigkeiten bekü…

kleinigkeitskrämer

DWB

kleinigkeit·s·kraemer

kleinigkeitskrämer , m. der in kleinigkeiten kramt, sich in kleinigkeiten verliert, μικρόλογος , jetzt allgemein in gebrauch, aber noch bei …

kleinigkeitskrämerei

DWB

kleinigkeit·s·kraemerei

kleinigkeitskrämerei , f. μικρολογία , s. das vor. und kleinelei: durch umständlichkeit, kleinigkeitskrämerei und weitschweifigkeit verdirbt…

Kleinigkeitssinn

GWB

kleinigkeit·s·sinn

Kleinigkeitssinn wie Kleinigkeitsgeist A(SchrGG6,64) Regie Lauchst 29.7.96 [Theater Oberdir] Syn Kleinigkeitsgeist Nikolaus Lohse N.L.