Klas
m.: 1.a. der hl. Nikolaus, der am 6. XII. die Kinder beschert, u. zwar Rhfrk, Mosfrk
nigl:s, nigə- (WMosfrk ), meist
niglE:sχən
m.; Rip, Berg, SNfrk
kl:s, –·ə.- m. [
ət kl:sχə Rip daneben]; Klevld
--, –ā-; gern mit
tsentər, –i-, –ę-, tseŋktər, sintər, sendər (
s. sankt)
verb.; nach dem Glauben der Kinder kommt er in der Nacht auf dem Schimmel durch den Kamin (oder durch das geöffnete Fenster) u. legt in die eigens dazu von den Kindern aufgestellten Schuhe (
s. Kl.klump) Äpfel u. Nüsse, Gebäck (
s. Kl.mann); den unartigen Kindern legt er
Perdsköttele u. eine Rute hinein; die Kinder stellen
auch bei Pate u. Got die Klumpen auf (hierbei sagen die Kinder:
ek woll es siehn, of de zönter Kl. ok wäll för mej rejen ‘reiten’
woll); statt des wirklichen Schuhes stellt man am Nrhn auch einen aus Rüben oder Möhren geschnittenen Schuh hin, in den man Hafer legt, damit das Pferd des Kl. auch etwas zu fressen hat; in der Gegend von MGladb
kömmp der Kl. van der Haat (Hart); in Schleid-Blanckenh ritt Kl. maskiert auf einem als Ochsen ausstaffierten Burschen; aber auch vor dem eigentl.
Kl.ovend erscheint der Kl. abends oft an den Türen (Fenstern), öffnet einen Spalt u. wirft durch diesen Äpfel u. Nüsse in die Stube, schlägt mit der Rute an die Türe u. zeigt sie wohl durch den Spalt; er tritt auch wohl an solchen Abenden u. am Kl.abend selber ins Zimmer u. fragt die Kinder, ob sie brav gewesen seien u. ob sie fleissig gebetet oder gelernt hätten; den Unartigen droht er mit der Rute; bei diesem Erscheinen des Kl. ist er in manchen Gegenden vom Knecht
Ruprecht, Hans Muff, Kibock (
s. bei Ruprecht), oder anderen Gestalten (zwei Engeln) begleitet; die
Pelzeböck sind in Tierfell eingenäht, mit Hörnern auf dem Kopfe, mit Ketten in den Händen (Bitb). In Köln-Stdt war mit dem Kl. die hl. Barbara zugleich Gabenspenderin. RA.:
Sinder Kl. es an't bocke gesagt, wenn um den Kl.tag herum der Himmel abends gerötet ist oder schwere Nebel liegen Kemp, Allg.
Niklos (
Kl.)
spillen sich als Kl. verkleiden u. die Kinder bescheren Trier, Allg.;
sinder Klöskes jage Emmerich.
Klene Känger (Kindern)
geft heə wat, de gruəten kriege Klöpp för et Gatt Kemp-Dülken.
Alles es got, wat Klös-che brängk, wann et och Holzäppel sen Rheinb-Queckenbg.
Kl. hät (jet drin) geriə (geritten) Geschenke in den Kl.klump gelegt, —
hat got geriə SNfrk, Klevld;
Kl. rickelt Kref-Fischeln.
Wenn alle Helligen ehr Wass (Wachs)
hewt, hät der zinter Kl. noch nicks Wippf.
Men mott von den zenter Kl. kenne Fasselowesgeck make Mörs-Rheinbg.
Oət (alt)
wie zenter Kl. Aach-Stockem;
ene Kerl wie z. Kl. MGladb-Odenk;
der Weck udgl.
es so drög (hart)
wie senter Kl. Ärss (sin Kont, Fott) Klevld, SNfrk, Rip, May-Trimbs, Trier-Mehring;
so hatt wie zinter Kl. der sinne Kref-Fischeln;
esou drei (trocken, leer)
wie zenner Kl. Bocks ohne jeden Inhalt Prüm-Ihren.
Dat geft keinen Drömmelfott (lässiger Mensch)
un auk keinen drögen sinter Kl. (einfältiger Mensch) Ess. Wer war das? Antw.:
Zinter Kl. Heinsb-Lümb. — Wetterregeln;
öm Zenter Kl. um die Zeit des Kl.tages;
op Kl. am Tage selber.
Zenter Kl. setzt de Dag op de Moəss (Mass) nach dem Kl.tage kürzen die Tage nicht mehr Aach, LRip, Geilk.
Zinter Kl. mat de Botz (Hose)
moss (passend) die warmen Hosen werden angezogen Dür-Heistern.
Sönter Kl. mächt de Bröck (Eis)
of he breckt se Rees.
Andres (Andreas)
brengkt der kaule Fres (Frieren);
we dat nit glöve mag, mott warde bös zinter Kl.dag Düss-Serm. — Kindergebete zum hl. Kl.
Sente Kl., minne guje Frind, ek häbb ow allsolewe (all zu Leben)
gedinnt; a. es so lang, ek woll, dat s. Kl. marr quam! Klev-Zyfflich.
Senter Kl., den heiligen Mann, treckt sinn Stewels on Sporen an, ritt domet no Amsterdam, van A. no Spanien, de Äppelkes van Oranien, de Berkes (Birnen)
van den Bomen, s. Kl. sall wahl bald komen! Mörs, —
Äppelkes on Birkes on Zitruəne, de z. Kl. sall bald kuəme! Kref-Fischeln, —
res (reist)
domet no Spanie, kop Äppel on Kastanie; breng de klene Kenger jet usf. Mörs-Xanten, Kemp-Breyell, —
rejt (reitet)
dormät no bütte (draussen),
hät en Schlöpp Beschütte (Biskwitt),
brengt de kläne Kender wat, de groten kriege ene Schupp för't Gatt Klev-Üdem, —
donn dich de beiste Schöhnchere an, breng de klen Kenger jet, loss de gruəsse lofe, die könne sech selver jet kofe! Aach-Warden.
Zenter Kl., gotthellig Mann, doəhg dinge beiste Tabbert (Mantel)
an, riə (reite)
domet no Spanie, breng Äppel van Oranie, gef die kleng Kenger jet, loss die grousse laufe, die könne sich selfs jet kaufe! Aach, —
rejt demät för debütte, dor leggen drij Beschütte, geft dij kleine Kinder wat en die grote enne Schöpp (Tritt)
för't Gatt! Klev, Rees (
Sabbat statt
Tabbert Emmerich), Geld, —
dohn denge beste Tappet an, lang salls de leve, vell salls de geve, sieleg salls de sterve, der Hemmel salls de erve! Dür, —
met die bonte Stabbele an, gef mech jet e minge Schuəss, da sag ech, du wiərts ene brave Ma, stöss de gruəsse met ene Foss (Fuss),
dat se jo met lofe, Äppel en Pärre verkofe! Eup-Eynatten, —
treck di Sonndagsbockse an, gef die kleng Kenger jet, stöss die grusse met Föss (Füssen)
us je Bett! Aach-Merkst Warden, —
treck dinge beste Punnijel (Nachthemd)
an, de kleine Kinder breng ne Weck, de grusse kriege nor nen Dreck! Köln.
Hellege, zuckersösse Mann, dohn dinge beste Tabbel an, lang lef (lebe),
Gots gef, bröng ons allerhand Gedengs met; selig sollste sterve, de Himmel sollste erve! Ahrw.
Klöske op den Esel ret (ritt)
dermet no Wesel, ret dermet no Amsterdam, krieg ene leckere Kuk (Kuchen)
ut de Pann! Klev.
Der Niklos is e heilige (brawer) Mann, he hot en golde Rock (e goldig Kledche Altk-Horhsn)
an; lang soll er lewe, selig soll er sterwe! Kobl-Vallendar.
Zinter Kl., helge Manne, duəhn de beste Schuəhn ane, lott die gruəte mar lope, die konne sech self get kope! Heinsb-Neuhaaren Soperick.
Senter Kl., Kappüntje, breng min wat in't Schüntje (Schuh),
br. min wat in't Höske, danke Z. Klöske! Emmerich, Mörs-Rheinbg, Geld-Kevelaer.
Sinter Kl., min Öhmke, gef min wat in't Klömpke, en as gej min necks in't Klömpke wellt gewe, dann gef min wat in't Höske; danke, s. Klöske! Klev.
Zinter, z. Klöske, schmit jet op dat Döschke (Tisch),
schm. jet op dat Köske (Schrank)
; danke, z. Kl.! Kemp-Breyell, —
schm. jet en dat Höske, schm. jet en die Kamer; danke, z. Kl.! ebd. Zinter Kl., bomm, b., schm. jet en die Watertonn, schm. jet en dat Gläske (Glasschrank)
; danke, z. Kl.! ebd. Sänter Kl., gotthelleger Manne, met gene bounte Staf e gen Haind, rit (reite)
no Spanje, brengk Äppel van Uranje, br. de klein Käinder get met, lott die gruəte laupe, stuət se met ene Fout (Fuss)
e gen Fott (Gesäss),
dann hant se auch get te verkaupe! Eup.
Zinter Kl. ös enen hellig Mon (de de Bocks net halde kann MGladb
), der all de Kenger jet geəve kon, he lött die gruəte lope, die konne sich self jet kope! Kemp, SNfrk, Klevld, —
breng de grote en Ru (Rute)
för't Gatt! Mörs-Rheinbg.
Hüt Ovend setze mer der Tellder op, on morge litt ne Weckmann drop! Düss-Stdt.
Hei brengen eich meinen Teller; stellt en net en de Keller, stellt en owenof (obenauf)
on duht ebbes Gudes drof! Wittl-Ürzig.
Kenger, sed mer brav, sons köt der zenter Kl. eraf on leət (legt)
üch en de Schong (Schuhe)
Kleə (Kleien)
on Kaf; heə köt met singe gölde Staf on wellt de kodde (bösen)
Kenger krige, die sech net des Ovends seəne on sech net des Morgens beəne (beten)
; mär die Kenger, die got lihre on de Eldere respektiere, brengt der goə, hellige Mann, wat ene Esel drage kann Aach-Warden. — Trutzreime.
(Zinter) Kl., mach mer de Botz (Hose)
moss (mass, passend),
mach mer se net ze eng, sös schlonn ech der en de Zäng (Zähne),
mach mer se net ze weck (weit),
sös schl. ech der en de Seck (Seite)
! Sieg, Rip, Grevbr, May-Rieden, Daun-Wallenborn, Prüm-Rommersh, Bitb-Geichl, —
mach mer se net ze kuərt (kurz),
söns schl. ech dech met der Kluət (Klucht, Feuerzange) (
sos werp ech dech en de Luət (Luft)
! Schleid-Reifferschd, —
mach mer se net ze langk, söns schl. ech dech op der Strangk (werp ech dech op de Bank)! Bergh-Hüchelhv, —
mak mech se net te langk, sons schl. ech dech för de Tangk (Zahn),
mak mech se net te kott, sons schl. ech dich för de Fott (Gesäss)
! MGladb.
Zenter Kl., met ding gruəss Moəss, met dinge lange Bart, de die Kenger bang mat! Aach-Warden.
Helligen Niklos, holl mer de Moss, net ze gruss on net ze klän, sons werfen ech der de Bockel voll Stän (Steine)
! Saarbg.
Zenter Kl. met de lang Noəss, met de kotte Ben, schleəht alle Grülle (Töpfe)
vanen (voneinander)
! Aach.
Kl. met die lange Blos (Blase),
met die kuərte (kurzen)
Ben kömmt net miəh no hem! MGladb.
Kl., Kl., Klas, schütt (schiesst)
ene Has, pack em beim Fras en schmitt em en de Maas! MGladb.
Kl., Kl., Klöppel, legg jet en et Döppe, legg nicks derniəve, sös bös du enne domme Jəsel! Erk.
Kl. möt die Kipe (Rückentragkorb)
woll de Kenger (Kinder)
gripe; K. lep de Trapp erop, Kl. stipp de Ben op! MGladb.
Heiligen Niklos möt der langer (stompigen) Nos (Nase),
möt de stompigen Kniejen lisst e Förzche fliegen, fliegt ön e Bäckerschhaus, brängt mir e Weck eraus, mir anen, dir anen, all den Noberschkönner anen! Trier-Stdt Schweich, Saarbg, —
met dem stompigen Besem liehrt de Kanner lesen! Trier-Conz Schleidw Olewig.
(Zenter) Kl., de om Bom soss (sass),
de die Äppel (Birre) fross, de mech nüs gof, de decke Sauoos (-aas)
(Deckkopp, on dem et en de Botz ros, wat es dat für ene ale Kl.)! OBerg, Köln, Bergh, Dür, —
de de Nöss fross! Schleid-Hellenth.
Sinter Kl., pess in den Hos (Strumpf),
kack in de Schuhn, ek well et van se Lewe niet wer duhn! Rees, —
kackt ine Stromp, da's gesond! Klev-Calcar, —
schitt (scheisst)
en de Hoəs, sch. en de Schuəhne, bliəf doch noch ene goə Suəhne! Geilk-Brüxgen, —
pupp in en Hos, pupp in et Bett, dat geiht so nett! Mülh-Ruhr-Styrum.
Nekläs-chen scheisst dir op dein Näs-chen! sagt man zu unartigen Kindern Merz-Saarhölzb.
Heut Owend kimmt de Nikelos; wat duht er dann bei mir? Eich greif (holl) en an de Zippelkapp un schmeiss en vor de Dir! Hunsr, Saarbr, Bitb-Dudeld.
Pater noster, Schenkeben (-bein),
sett die Schottel op den Dösch, nicks dren, nicks drut; Kl., marscheer dich de Dür erut! MGladb-Viersen.
Kl., Kl., Schöppestiel, beden de ganze Woch net viel, Sonndags fang ech an on denken de ganze Woch net dran! Altk-Birnb.
Vater unser, der du bist von hier bis an die Kist, von der Kist bis an et Bruətschap (Brotbank),
sinter Kl. ös ene Schmachtlapp (Hungerleider)
! Kemp.
De Motter es et Chrestekengchen, de Vatter es der Kl., un wer dat nit glöve well, dat es ne dommen Oos Sol-Langenf. — b. der männl. Vorn. Formen u. Neckr. u. RA.
s. bei Nickel u. Nikolaus. — 2. übertr. a. Gebildweck zu St. Nikolaus, Geschenk zu St.
N., u. zwar
nigəls, Pl.
-sər Rhfrk;
niglE:sχən Mosfrk;
kl:s, –·ə.-, –:sχə, –skə (Pl.
-skəs), auch
zinter Kl. Rip, Nfrk;
ech han der och ene Kl. metbrach. — b. in FlN;
de wonnt am zinter Kl. Verbr. zwischen Kemp u. Geld-Wachtendonk;
em zinter Klöske alte Wirtschaft in Düss-Stdt; bei
sinter Kl. Bom dass. Kemp. — c.
Jan Klaske das Puppensp. Nrhn. bis etwa 1860. —
d. persönl. α. unbeholfener plumper, dummer Mensch;
ene höltere Kl. SNfrk, Klevld, Elbf, May-Kottenh;
ene stive (domme, dove, richtige) Kl. Rip, Nfrk [
Klas Kerl Trier-Geizenbg];
en drögen Kl. trockner
M. Ess, Elbf;
ene gevugde Kl. kindischer
M. Kemp-SHubert;
s. auch
Apen-, Bauren-, Kluken-, Scheiss-, Tuten-, Träumkl. RA.:
Bur is B., Grüəl för Gott, Kl. im Bett Ess-Kupferdreh. — β.
Klös Neckn. derer von Aach-Neusen Morsb, Dür-Arnoldsw. — γ.
Klöse Fastnachtsnarren Siegld-Freudenbg. — δ.
-:- Kose- u. Rufn. für den Kater Kobl-Weissenthurm;
-:- Schleid-Reschd. — ε.
-E:sχə scherzh. Made im Obst Koch-Urmersb. — e. sachl. α.
-:sχə(n), –skə(n), Pl.
-sχər, –skəs. αα. Nachschlüssel, Dietrich Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür, Sieg, WWaldbr, MülhRh, Sol, Düss, Elbf, Duisb, Kemp, Heinsb. — ββ. ein an dem Schlüssel befestigtes Kennzeichen Bergh-Hüchelhv. — γγ. Küchen-, Kartoffelschälmesser mit hölzernem Griff Sieg-Ruppichteroth, MülhRh-Overath Ehreshv Immenkeppel, Wippf, Wadbr, Gummb, Lennep Düss-Ld. — δδ.
-E:- Traube Wittl-Olkenb (veralt,) — εε.
-E:- die Verbindungsstange zwischen Radachse u. Treter des Spinnrades, die das Rad dreht Prüm-Ihren. — β.
wø·l.ə kl:s Wollbohnen, türkische B. Wippf-Lindlar Loope, Sieg, MülhRh, Schleid, Eusk, Bergh, Dür, Jül-Stetternich, Aach-Würselen, Monsch, Grevbr. — γ.
kle Kläs-che der kleine Finger, im F.märchen Daun-Michelb.