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Kissen

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Wander
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18 in 12 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Kissen

Bd. 2, Sp. 1355
Kissen 1. Auf Kissen kommt man nicht zum Wissen. – Schlechta, 321. 2. Auf sammtenem Kissen kommt man nicht ins Paradies. – Reinsberg II, 133. 3. Auf sammtenen Kissen rutscht man nicht in den Himmel. 4. Besser auf dem Kissen als auf dem Gewissen. (Schles.) 5. Besser das Kissen verlieren als den Kopf. 6. Ligget er twei up em Küssen und hat twei Gewitten, do ligget de Düwel dertwischken. (S. Glauben 106 u. 141.) (Waldeck.) – Curtze, 350, 442. Holl.: Op het kussen zitten. 7. Man kann auf keinem Kissen in den Himmel rutschen. – Steiger, 117; Simrock, 12331. 8. Man kann nicht stets auf einem weichen Kissen sitzen. Holl.: Men kan altijd op geen kussen zitten. (Harrebomée, I, 459a.) 9. Man schwetzt offt einem vom Kissen vnd setzt sich selbst darauff. – Petri, II, 464; Simrock, 6119. 10. Wann man einem auff das Küssen erlaubt, ist er nicht weit vom Bett. – Lehmann, II, 869, 134. 11. Wer dem andern ein Kissen unterlegt, findet anderswo ein Bett. – Sailer, 207; Körte, 3412. 12. Wer gut neben dem Kissen sitzt, der sitzt noch nicht gut darauf. Holl.: Die naast het kussen gemakkelijk zit, zit er nog niet goed op. (Harrebomée, I, 459a.) 13. Auf dem Kissen erzogen sein. – Murner, Nb., 11. Von verweichlichter Erziehung. – »Als thund die jungen burgerskind, die auff dem küssen zogen sind, nie in kein zucht gesehen handt, kein sitt gelernt in frembden landt.« (Kloster, IV, 660.) 14. Auf dem Kissen sitzen. – Murner, Nb., 70. Hochangesehen sein, ein Staatsamt bekleiden, den Ehrenplatz haben. »Die schelmen hand hiendurch gerissen, dass sie sitzen auff dem küssen und brangen oben an dem brett.« (Kloster, IV, 816.) 15. Auf dem Kissen sitzen wollen. – Murner, Nb., 15. Es bequem haben oder geehrt sein wollen. – »Ich dorfft kein schelmen nit beschweren, baizen, gerben, oder leeren; sie hond so viel dückischer witzen, das sie wöln auff eim küssen sitzen.« » ... Sie könnent sich so dückisch weren, denn sie viel rincken rancken wissen vnd wölend sitzen auff eim küssen.« (Kloster, IV, 672.) 16. Das Kissen um Rath fragen. Sich die Sache beschlafen. Lat.: Pulvillum consulere. (Bovill, I, 80.) 17. Einem ein Kissen unterlegen. – Frischbier2, 2028. Nach der angeführten Quelle wird diese Redensart in Königsberg oder Ostpreussen nur vor dem ersten der drei Aufgebote angewandt, um dazu, wie zu den damit verbundenen weitern Schritten, Glück zu wünschen. 18. Einem Kissen unter die Arme machen. – Hengstenberg, Evangelische Kirchenzeitung, 1868, 520. Es ihm bequem, leicht machen. 19. Einem Kissen unterlegen. » ... Sie sitzen im Unrecht, wir wollen ihnen (dabei) keine (nicht auch noch) Kissen unterlegen.«(Goethe, VIII, 125.) 20. Er bleibt auf dem Kissen. – Murner, Nb., 22. Im Amte, in hoher Stellung. – »Die federspitzer sind bei Herrn, die sich allein mit federn neren vnd bleiben auff dem küssen sitzen vnd thund nit mehr dann federn spitzen.« (Kloster, IV, 694.) 21. Er liegt gern auf einem fleischernen Kissen. – Altmann VI, 412. 22. Er muss vom Kissen herunter. Verliert Amt oder Stellung. Holl.: Zijn kussen is omgekerd. (Harrebomée, I, 459b.) 23. Er sitzt auf dem Kissen. Holl.: Hij zit op het kussen. (Harrebomée, I, 459a.) 24. Wer ein Kissen hat, legt den Kopf nicht auf einen Stein. Die Russen: Kannst du dich ins Moos legen, Väterchen, warum willst du dich auf die Steine legen? (Altmann V, 109.) 25. Wer zu lang liegt auf dem Kissen, bekommt nicht leicht 'nen guten Bissen.
3432 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kissenn.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ~küssen , -kissen (houft-) , n. , Kopfkissen. —

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    KissenDas

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Das Kissen , des — s , d. Mz . w. d. Ez; Verkleinungsw. das Kißchen , O. D. Kißlein, des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein mit…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kissen

    Goethe-Wörterbuch

    Kissen von 46 Belegen 9 Kü- (zT in Var; außer 25 2 ,54 Var zu 24,176,5 Wj I 10 alle vor 1800). ‘Käss’ T1,7,5 nach GT1 1 …

  4. modern
    Dialekt
    Kissenn.

    Lothringisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Kisse n [khisə fast allg.; khesən Bo. D. Si. Dem. khìsəl] n. 1. Kissen. Soll ich d'r e K. hole? sagt man zu jd., der sic…

  5. Sprichwörter
    Kissen

    Wander (Sprichwörter)

    Kissen 1. Auf Kissen kommt man nicht zum Wissen. – Schlechta, 321. 2. Auf sammtenem Kissen kommt man nicht ins Paradies.…

  6. Spezial
    Kissen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kis|sen n. (-s,-) (Polster, Kopfkissen) plomac (-ac) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kissen

32 Bildungen · 26 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kissen 2 Komponenten

kis+sen

kissen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kissen‑ als Erstglied (26 von 26)

Kissenbezug

SHW

Kissen-bezug Band 3, Spalte 1345-1346

Kissenjoch

SHW

Kissen-joch Band 3, Spalte 1347-1348

Kissenkeil

SHW

Kissen-keil Band 3, Spalte 1347-1348

Kissentanz

SHW

Kissen-tanz Band 3, Spalte 1347-1348

Kissenaten

RhWB

kisse·naten

Kissenaten kisəntən, –nEtχər  Wittl-Cröv Pl. t.: Reste von Kuchen u. Brot; mänst de, eich soll dein K. fresse!

kissenbezug

DWB

kissen·bezug

kissenbezug , m. wie folg., im nordosten: küssenbezug. Mielke litt. wb. 2, 313 b .

Kissendecke

RhWB

kissen·decke

Kissen-decke ksdęk in MGladb , Kref , entstellt < -dē:k, –tē:k –zieche f.: -überzug.

kissen II

RhWB

kissen II = hetzen s. kiss II.

Kissensack

RhWB

kissen·sack

Kissen-sack Sieg m.: grobleinener S. mit Flocken (Federn), über den der K.bezug gestreift ist.

Kissentanz

PfWB

kissen·tanz

Kissen-tanz , Kißchens- m. : alter Tanz, früher vielerorts, bes. zur Kirbe geübt, Kissedanz [verbr. WPf NPf nördl. VPf], Kißches- [ KU-Bedb …

kissenüberzug

DWB

kissen·ueberzug

kissenüberzug , m. der überzug eines küssens: und ich erkenne genau den alten kattun und den blauen kissenüberzug wol, den ihr Hermann im bü…

kissenweich

GWB

kissen·weich

kissenweich durch Sitz- u Sofakissen weich u bequem 2,165 Angebinde 7 [ Korr aus kissenreich 53,531 ] Elke Dreisbach E.D.

kissenzieche

DWB

kissen·zieche

kissenzieche , f. dasselbe ( man vergl. bettzieche, aber auch mhd. wb. 3, 874 a ): it. j gulden umb ein gewirkt küssenziechen und sust dri a…

Kissenziehe

Campe

kissen·ziehe

Die Kissenziehe , Mz. die — n , der Überzug eines Kissens, besonders Kopfkissens; die Kissenbühre , im gemeinen Leben, Kissenzüge ; besser, …

kissen als Zweitglied (5 von 5)

Federkissen

Campe

feder·kissen

Das Federkissen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein mit Federn ausgestopftes Kissen.

hauptkissen

DWB

haupt·kissen

hauptkissen , -küssen , n. kissen zum darauflegen des kopfes, vgl. th. 5, 852 f. die erstere form ist nach der jetzt gemäszen schreibart ang…

Kopfkissen

Campe

kopf·kissen

Das Kopfkissen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Kissen, ein kleines Federbett, den Kopf darauf zu legen; das Hauptkissen .

nachtkissen

DWB

nacht·kissen

nachtkissen , n. bettkissen: nachtkuss fastn. sp. 213, 21; sprichwort: das nachtkissen ist ihr lieber als das nähkissen. Wander 3, 852 .

Ableitungen von kissen (1 von 1)

verkissen

LothWB

ver-kisse n , sich refl. v. Fo. u. s. sich gegenseitig abküssen: was die zweï sich verkisst han! — schwäb. 2, 1206 verkusse tüchtig küssen.