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Kanin

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kanin

Bd. 4, Sp. 133
Kanin Rhfrk kanīn, meist -nχə aus dem Nhd.; mdl. Has; Mosfrk kanęin, –nein [Koch, Mayf -nøyn; WBitb kanęŋ(χən)]; die -nein- Formen gehen bis zur Mouillierungs-L., von wo an im rip., berg, sndfrk. Mouillierungsgeb. kniŋ, –e- [seltener ka-; Neuw-Erpel, Ahrw-Sinzig kə-; Monsch-Witzerath knīŋ, Pl. kni·ŋ.]; Eup knīnə (Pl. knī:n, Demin. kni·n.tjə); Selfk kanīnə, knīnə (Pl. knī:n, Demin. kni·n.kə); im übrigen snfrk. Geb., Geld, Mörs kanīn, knīn, knīən [Demin. kni·n.kə(n); MGladb-Rheind, Kref knīn, Genit. kni·ŋ.ks, Demin. kni·ŋ.kə]; Klevld kanin [Klev-Pfalzd Goch HassumAsperden knint]; Siegld grinχə [Kromb Eiserf -ī-; Salchend -ęi-; WSiegld (Freudenbg) kaneŋgχə], Pl. wie Sg. [in Mörs-Neuk daneben Pl. knīnər u. -nən]; gern Demin. -χə(n), –kə, –ntjə n. [Monsch, Dür, Eup, Aach-Stdt, Selfk, Sol-Leichl m.]: 1. wie nhd.; en zahm (Stallk.; s. auch Stallhase) K., en weld K. Allg.; das männl. K. ist der Rämmeler Allg.; das weibl. K. Mor (Mutter), Mörken, Morbesken Nfrk, Moderdier Rip, Allg.; K. ströppen, frettern (mit Frettchen jagen), schlagen (s. d. W.); K. locke Müs an on Ratte; K. paare sech met Ratte (Volksmeinung) MGladb, Allg. RA.: Esu fuss (fuchsfarben) wie e K. Eusk-Commern; die sein so anig (einig) wie de Kaneinche Wittl-Cröv; so geck (doll) (ausgelassen, lustig) wie e K. Mörs; geftig (falsch, kodd, geckig böse, zornig) wie en K. Rip, Allg.; he wod rebellisch wie ene K. Aach; su ful (träge) wie e K. Grevbr; e Gesich han (machen) wie en K. Daun-Strohn; Oge (Augen) wie e K. hane Geilk, Allg.; dat Kand (Kind) hot Ogen esu gruss wie e Kaneinchen Bitb-Dudeld; e macht Oge wie ene gebrode (gebraten) K. Monsch-Rollesbr; de hot Backe wie e K. er hat schlechte Zähne Kreuzn; glatt rasert als wie e K. Birkf-Herrst; he hat sech de Hore gangs afschnedde losse on sitt us wie ne K. Monsch-Witzerath; he kaut as en K. on schleckt as ennen Wolf Mörs, MülhRh; de kaut (knauərt, mummelt) wie e K. Allg.; den kan dronken (trinken) wie e Kanengchen Malm-Amel; de kann lofe wie ene K. Dür-Weisw; gibbelen (lachen) as en K. Mörs; hecke (faseln) wie de K. sich wie die K. vermehren Allg.; die goəhn (lige) beiənen (unnereinanner) wie de K. wenn uneheliche Geburten etwas häufig vorkommen Rip, Allg.; ech schlohn dich en de Nacke, we mer e K. häut! Bergh-Blatzh. Donner K.! Fluch Bitb-Dudeld, Sieg-Birk, Elbf. En nette Zort (Sorte) K.! etwas Schönes, ironisch gemeint Aach-Stdt; wise K. möt glöhnige Oge! geläufige Verb. zur Bezeichnung von etwas Seltenem u. Wunderbarem Eusk. Duwen (Tauben) on K. brengen (hölpen) den Mann öm et Sin (Seinige) Remschd, Sol; wecker (welcher) sin Geild well senn (sehen) stuwen, let (legt) et an Eimen (Bienen), K. on Duwen Remschd. Do suste (sollst du) jung K. kriege! das ist höchst sonderbar, ärgerlich Selfk. Mar gedöldig, ming Kningchere, mor (morgen) fahre vier (wir) öm For (Futter)! Aach-Merkst. Er hät e K. em Louch (Loch) setze ein Loch im Strumpfe Schleid-Heimb. We wisch (wäscht) Has un K.; se send douch immer feng (fein)! so entschuldigt sich der Unsaubere Bergh-Ahe Esch. Hej mende (meinte), hej hätt enne decke Has gefange, mär et was noch genn (kein) K. Klev, Rees. Hej frett (frisst) met de K. dör de Traljes (Gitterstäbe) (Katraljes) so mager ist er Rees, Klev. Dau bərstehs (verstehst) neist von de Perden, dei Vatter hot mat Kaneincher gehandelt! davon verstehst du nichts Wittl-Binsf. — An dem Rheng (Rhein) solle drei Kaningscher sen, drei K. backde Bruət, schlage sech op emol duren (durcheinander) duət; icks, acks, on du solls dran sen! Auszählr. MGladb. Auf einem Bergesinchen wohnen drei K.chen; Muttor tot, Vater t., schmier dem Kind ein Butterbrot, B. mag ich nicht, tausend Daler kriegt es nicht Dür-Gürzenich. Henge (hinter) de Hegge (Hecke) soss en Kroh, hätt ech en Flent, dann schöss ech dono; henge de H., do soss en K., hätt ech en Fl., da wüərd et meng! Sülzt. Häske jage, Kaninke knaje, latt os hi ens durgoəhn! Reigensp. Heinsb-Scheifendahl. — 2. übertr. a. persönl α. träger Mensch; dat es ävver en K. MülhRh-Bensbg; en doll K. lustiger, ausgelassener Mensch, Witzbold Kemp-UWeiden; en draurig K. energieloser M. Trier-Stdt; e rot K. Rothaariger ebd. — β. e ol (alt) K. altes Weib Kemp-Breyell; streitsüchtiges W. Ahrw-Sinzig; e doll K. wildes, ausgelassenes Mädchen Mörs-Repelen; e weld K. MGladb-Kleinenbr. — γ. Rassknī:n Pl. Spottn. der Gymnasiasten, Wollk. der Volksschüler Eup-Stdt. — δ. Recher Kneng Neckn. derer von Ahrw-Rech; Huser Kn. derer von Schleid-Hausen; Ophertener Kn. derer von Jül-Opherten. — b. sachl. α. kneŋχə wildes Löwenmaul, linaria Eusk. — β. verächtl. schäbiger Hut Aach-Stolbg.
4662 Zeichen · 143 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kanînn.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    kanîn , kannîn , n. , Kaninchen, Kaninchenfell . S. noch konînek. —

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kanīn

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Das Kanīn , des -es, plur. die -e, im Hochdeutschen am häufigsten im Diminut. das Kaninchen, des -s, plur. ut nom. sing.…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kanin

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kanin , eine Halbinsel im nördlichen Rußland (s. Karte »Rußland«), zwischen dem Weißen Meer und der Tscheskajabai, 10,50…

  4. modern
    Dialekt
    Kanin

    Rheinisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kanin Rhfrk kanīn, meist -nχə aus dem Nhd.; mdl. Has ; Mosfrk kanęin, –nein [ Koch , Mayf -nøyn ; WBitb kanęŋ(χən) ]; di…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kanin

114 Bildungen · 113 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von kanin

kan + -in

kanin leitet sich vom Lemma kan ab mit Suffix -in.

kanin‑ als Erstglied (30 von 113)

Kaninaugen

RhWB

kanin·augen

Kanin-augen (s. S.) Allg. Pl.: 1. wie nhd. — 2. übertr. a. verächtl. menschl. A. mit rötlichem Anlauf. — b. kniŋks:jəlχə Bohnensorte Sieg-M…

Kaninbock

RhWB

kanin·bock

Kanin-bock Sieg-Scheiderhöhe m.: Rämmeler. RA.: Oge wie en K.

kaninchen

DWB

kanin·chen

kaninchen , n. cuniculus, der im hd. schon länger gültige name des thiers, die mundarten nennen es meist mit sehr abweichenden formen: canin…

Kaninchenauge

GWB

kaninchen·auge

Kaninchenauge pl; übertr wohl mBez auf stieren Blick (u vorquellende Augen) die K-n bey Cretinismus nicht immer als pathologisch anzusehen B…

kaninchenberg

DWB

kaninchen·berg

kaninchenberg , m. anhöhe mit einem kaninchenbau, wie sie dazu die thiere lieben, in wildem wie zahmem zustande. Frisch.

kaninchenfell

DWB

kaninchen·fell

kaninchenfell , n. pellis cuniculi. Stieler 465 , bei den kürschnern kurz kanin genannt, oberd. kün.

Kaninchenfelle

Meyers

Kaninchenfelle . Die Felle der wilden und zahmen Kaninchen werden naturell, meist aber gefärbt zu Futter, Muffen, Kragen etc., zur Imitation…

Kaninchengehäge

Adelung

kaninchen·gehaege

Das Kaninchengehäge , des -s, plur. ut nom. sing. ein Gehäge, d. i. umschlossener Ort, worin man Kaninchen hält; ein Kaninchengarten, mit ei…

kaninchenjagd

DWB

kaninchen·jagd

kaninchenjagd , f. Stieler 875 , sie geschieht auch mit einer kaninchenfalle, einem kaninchengarn oder netz, oder mittelst des frettchens, d…

Kaninchenstall

Wander

kaninchen·stall

Kaninchenstall He baut ennen Knienenstall on ritt en Hûs neer (nieder). ( Meurs. ) – Firmenich, I, 405, 295.

Kaninchentag

Wander

kaninchen·tag

Kaninchentag He hett Kanienkendage un'n dammasten Leven. ( Ostfries. ) – Hausfreund, IV.

Ableitungen von kanin (1 von 1)

Kanīne

WWB

Kanīne [Münsterl SWestf Wal] (weibl.) Kaninchen. En Kanīn in’n Nacken slōan töten ( Dor Wl ). ’n Kanien aftrecken ( WmWb ). — Ra.: En Paar Ä…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kanin". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kanin/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „kanin". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kanin/rhwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kanin". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kanin/rhwb.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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