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huth

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Huth

Bd. 2, Sp. 1337
Die Huth, plur. die -en, von dem folgenden Zeitworte hüthen. 1. Die Handlung des Hüthens, in allen Bedeutungen dieses Zeitwortes, und ohne Plural. 1) In der allgemeinen Bedeutung, die Handlung, da man durch seine Gegenwart und durch Beobachtung ein Übel von einem Dinge abzuwenden sucht; in welcher Bedeutung es im Hochdeutschen größten Theils veraltet ist. La mich niht us diner huot, Jacob von Warte, aus deiner Aufsicht, aus deinem Schutze. Eine Sache in seiner Huth haben, in seiner Aufsicht, Verwahrung. Doch den Befehl hielt ich mit Fleiß in Huth, Opitz. befolgte, beobachtete ihn. Da er das merkt, ging er mit Huth Weißlich wieder auf die eben, Theuerd. Kap. 56, mit Behutsamkeit. Nur Hagedorn sagt noch: Daß er zu treuer Huth den falschen Freund empfohlen. S. Obhuth, welches noch zuweilen in dieser Bedeutung vorkommt. Im Osnabrückischen ist die Huth, Nieders. Hode, noch jetzt der obrigkeitliche Schutz. Jeder Unterthan muß sich daselbst in eine gewisse Hode oder Huth begeben, wenn nicht sein Vermögen nach seinem Tode, wenn er hodenlos oder huthlos stirbt, eingezogen werden soll. Dergleichen huthlose Unterthanen werden daselbst Biesterfreye genannt. Besonders gebrauchte man es ehedem für Bewachung, Wache, so fern es eine Handlung bezeichnet, welche Bedeutung in der Deutschen Bibel mehrmahls vorkommt. Darum sollen die Leviten der Huth warten an der Wohnung des Zeugnisses, 4 Mos. 1, 53. Wir behalten die Huth des Herren unsers Gottes, 2 Chron. 13, 11; die Wache am Tempel. Und sollt auf die Huth des Herren warten, 3 Mos. 8, 35; d. i. die Wache an der Stiftshütte besorgen. Wo es denn auch den Ort bezeichnete, wo man auf der Wache stehet; den Posten. Hie stehe ich auf meiner Huth, Hab. 2, 1. Ich stelle mich auf meine Huth alle Nacht, Es. 21, 8. Von welchem Gebrauche im Hochdeutschen noch einige figürliche Arten des Ausdruckes üblich sind. Auf seiner Huth seyn, sich vorsehen, daß man nicht einen Fehler begehe, oder nicht Schaden leide; eigentlich, auf seinem Posten seyn. Du hättest besser auf deiner Huth seyn sollen. Auf guter Huth seyn. Er mag wenigstens auf der Huth seyn, um mir gleich Nachricht zu geben, wenn sie kommt, Weiße. Stelle dich ein wenig auf die Huth, daß mich niemand störe, ebend. 2) In engerer Bedeutung, die Hüthung des Viehes. Die Huth verdingen. Dem Hirten den Lohn für die Huth bezahlen. Den Hirtentanz vollenden die Hirten auf der Huth, Hag. 2. * Eine hüthende Person; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher es ehedem häufig in engerer Bedeutung gebraucht wurde, eine oder mehrere die Wache habende Personen zu bezeichnen, einen Wachposten. Sie gingen durch die erste und andere Huth, Apostelg. 12, 10. Und stellete die Huth der Priester und Leviten, Nehem. 13, 30. Die Hinterhuth oder Nachhuth war ehedem der Nachtrab eines Kriegesheeres, die Arriere-Garde, so wie Vorhuth der Vortrab, die Avant-Garde. 3. Ein Bezirk, welcher jemandes Huth, d. i. Aufsicht, anvertrauet ist; eine nur noch in einigen Gegenden übliche Bedeutung. So ist im Osnabrückischen Hode oder Huth der Bezirk,[] über welchen jemand die Huth oder die Schutzgerechtigkeit zu üben hat. Auch der Wald von S. Sebald bey Nürnberg ist in sechs Districte eingetheilet, welche Huthen genannt werden. Einer jeden Huth ist eine Forsthuth zugeeignet, Mansus forestalis oder Praedium, worin der Förster wohnet. 4. Die Sache, welche jemandes Huth, oder Aufsicht anvertrauet ist; wo es doch nur in engerer Bedeutung von einer Herde Vieh gebraucht wird, vornehmlich in Niedersachsen. Krankes Vieh unter die gemeine Huth treiben. Eine Huth Schafe, Ochsen, Pferde, Gänse u. s. f. 5. Der Ort, wohin das Vieh zur Weide getrieben wird; die Viehweide, Weide, der Weidgang. Das Rittergut hat vortreffliche Huthen. Ingleichen das Recht, sein Vieh auf eines andern Boden zu weiden. Huth und Trifft, im Oberd. Trieb und Trath, wo Trift in engerer Bedeutung das Recht, es auf den Brachäckern zu weiden, bezeichnet, Huth aber alle zur Weide bequemen Plätze in sich schließet. Nach dem Frisch ist Huth in Staphorsts Hamburg. Kirchen-Chron. auch mehrmahls ein Feldmaß, welches ungefähr eilf Morgen Landes begreift. Allein, da es mir in dieser Bedeutung sonst nicht vorgekommen ist, so stehet noch dahin, ob für Huut daselbst nicht Hund gelesen werden müsse, welches, wie schon bey diesem Worte angemerket worden, im Bremischen ein Feldmaß ist, daselbst aber nur den sechsten Theil eines Morgens beträget. Es müßte denn zu dem Hollsteinischen Heitschäffel gehören, welches ein Flächenmaß von 144 bis 240 Quadrat-Ruthen ist. S. 2. Hund und Heitschäffel. Anm. Bey dem Notker ist Huote, im Schwabensp. Hute und Hute, und im Engl. Heed, die Wache. S. das folgende.
4672 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    huthF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    huth , F. Vw.: s. hütte (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Huth

    Adelung (1793–1801)

    Die Huth , plur. die -en, von dem folgenden Zeitworte hüthen. 1. Die Handlung des Hüthens, in allen Bedeutungen dieses Z…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Huth

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Huth , 1) Heinrich Wilhelm von , dän. General, geb. 17. Aug. 1717 in Kostewitz (Sachsen), gest. 6. Mai 1806 in Kopenhage…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit huth

27 Bildungen · 14 Erstglied · 13 Zweitglied · 0 Ableitungen

huth‑ als Erstglied (14 von 14)

huthaber

DWB

huth·aber

huthaber , m. haber für die bewachung oder aufsicht über etwas. Schm. 1, 1190 Fromm.; man sol ouch dem rihter alle jar geben sinen huthabern…

Huthaube

PfWB

hut·haube

Hut-haube f. : 'Frauenhaube in Hutform', Huthaub [ LU-Opp ]. SHW Südhess. III 865/66 ; RhWB Rhein. III 1036 . —

huthaus

DWB

huth·aus

huthaus , n. haus für die wache. bei den bergwerken das haus wo die bergleute beten und ihre werkzeuge haben, auch zechenhaus. Frisch 1, 480…

Huthauser

RhWB

huth·auser

Hut-hauser RhWBN -hū:zər Aach , MGladb-Rheind m.: scherzh. ein Mann, der einen hohen, steifen Hut trägt.

Huthgêld

Adelung

huth·geld

Das Huthgêld , des -es, plur. von mehrern Summen, die -er, Geld, welches man für die Huth, d. i. Wache, gibt, oder bekommt, von dem Hauptwor…

Huthgerêchtigkeit

Adelung

huth·gerechtigkeit

Die Huthgerêchtigkeit , plur. inus. die Gerechtigkeit, d. i. das Recht, sein Vieh auf einem gewissen Boden hüthen zu lassen; auch nur die Hu…

Huthhaus

Adelung

huth·haus

Das Huthhaus , des -es, plur. die -häuser, ein jedes Wachhaus; in welcher weitern Bedeutung es doch veraltet ist, außer daß im Bergbaue dasj…

Huthirte

RhWB

huth·irte

Hut-hirte hūhīərt(ə) Waldbr m.: ein älterer Junge als Gehilfe des Hirten .

Huthlos

Adelung

huth·los

Huthlos , -er, -este, adj. et adv. der Huth, d. i. der Aufsicht beraubt. Eine huthlose Herde. S. auch die Huth 1. 1).

Huthmann

Adelung

huth·mann

Der Huthmann , des -es, plur. die -männer, eine Person männlichen Geschlechtes, welcher die Huth, d. i. Aufsicht, über eine Sache anvertraue…

Huthstein

Adelung

huth·stein

Der Huthstein , des -es, plur. die -e, ein Stein, so fern er die Gränze der Huthgerechtigkeit bezeichnet; der Triftstein, im Oberd. der Trat…

Huthung

Adelung

huth·ung

Die Huthung , plur. die -en, ein bequemer Ort, das Vieh daselbst zu hüthen; die Huth, Weide, Huthweide.

Huthurungi

Meyers

Huthurungi , brauner Hemdenstoff, in Sansibar gebräuchlich, ursprünglich aus Arabien, jetzt aus England kommend.

huth als Zweitglied (13 von 13)

Blasenhuth

Adelung

blasen·huth

Der Blasenhuth , des -es, plur. die -hüthe, der Huth oder gewölbte hohe Deckel einer Destillir-Blase; der Helm.

Blauhuth

Adelung

blau·huth

Der Blauhuth , des -es, plur. die -hüthe, bey der Sächsischen Jägerey, dem Flemming zu Folge, aus den Dorfschaften ausgesuchte Bauern, welch…

Brāchhuth

Adelung

brach·huth

Die Brāchhuth , oder Brachhüthung, plur. die -en, die Huth oder das Weiden des Viehes auf den Brachfeldern; der Brachschlag.

Burghuth

Adelung

burg·huth

Die Burghuth , plur. inus. die Huth, d. i. Beschützung und Vertheidigung einer Burg, um das Jahr 1361 im Oberdeutschen Purchuta.

Fallhuth

Adelung

fall·huth

Der Fallhuth , des -es, plur. die -hüthe, ein ausgestopfter Bund, welcher kleinen Kindern um die Stirn befestiget wird, damit sie selbige im…

Fêderhuth

Adelung

feder·huth

Der Fêderhuth , plur. die -hüthe, ein mit einer zierlichen Feder besetzter Huth.

Filzhuth

Adelung

filz·huth

Der Filzhuth , des -es, plur. die -hüthe, S. 2 Filz.

Fingerhuth

Adelung

finger·huth

Der Fingerhuth , des -es, plur. die -hüthe. 1) Ein metallener Huth, den Finger im Nähen mit der Nadel nicht zu verletzen; im Schwed. Fingerb…

Forsthuth

Adelung

forst·huth

Die Forsthuth , plur. die -en. 1) Die Huth oder Aufsicht über einen Forst; ohne Plural. 2) In dem Walde S. Gebaldi zu Nürnberg auch einer de…

Koppelhuth

Adelung

koppel·huth

Die Koppelhuth , plur. die -en. 1) Das Recht der gemeinschaftlichen Huth oder Weide; ohne Plural. 2) Derjenige Ort, wo mehrere das Recht hab…

Nachhuth

Adelung

nach·huth

Die Nachhuth , plur. die -en. 1) * Im Oberdeutschen, der Rachtrab, mit einem Französischen Ausdrucke, die Arrier-Garde; im Gegensatze des Vo…

Obhuth

Adelung

Die Obhuth , plur. car. die Huth, d. i. der Schutz, die Aufsicht, ob oder über eine Sache; ein in der Hochdeutschen Schreibart gleichfalls s…

Zéchhūth

Adelung

zech·huth

Der Zéchhūth , plur. inusit. auch nur in einigen Gegenden, diejenige Art der Huth, oder Hüthung des Viehes, da kein eigener Hirte gehalten, …