Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
hurten swV.
2 tr. ‘etw./jmdn. (nieder-)stoßen’
1 intr. ‘stoßend losrennen, (heran-)stürmen’ (vgl. hurt ): des marchgrâven swester kint / hurte, als ob in vuorte ein wint, / in daz her des künec Gorhant Wh 41,14. 42,25 u. ö.; er hurtet an sy mit gewalt HvNstAp 7887; so quam er vf sie gehort Herb 11830; mit dem kam er zu yn gehort und stach ir einen mit der glenen durch die kelen Lanc 444,26. 477,3; er sluc vnd dranc / vnde hurte vnde stiez Herb 4549 u. ö.; Wig 8437. 10955. – den [Reiher] brâhten valken dar gehurt Parz 400,21. – subst.: von reisen hœre ich niht mêr sagen / denne dort hin trîben, dâ her jagen, / hurten, klingen, schallen, singen Renner 6761; dâ wart grôz hurten niht vermiten: / die jungen dâ nâch brîse riten UvLFrd 252,23; Krone 24021; Parz 74,20; übertr.: daz dâ iht werde ein man verhouwen / von einer minniclîchen vrouwen! / ir mundes kuslîchez hurten ist dem starken man ein her RvZw 270,6. – mit -â verstärkter Imp. (emphatisch mit Interjektionscharakter): der ist ein fürste zeinem man! / hurtâ hurt! wie wol er kan / nâch hôhem prîse dringen! KvWTurn 1116; hurtâ, wie dâ erklungen / ûf den helmen diu swert! Ottok 21351. 51496; hurta, her, wie er vacht / als der wint in dem ror Teichn 317,20; dhe luft irscal von krie groz: / ‘hurta, heya Beyerlant!’ BraunschwRchr 3056; WhvÖst 15678; Wh 54,9 u. ö.; Suchenw 1,207 2 tr. ‘etw./jmdn. (nieder-)stoßen’ Merion hurte in vf daz gras Herb 5007 u. ö.; ein swert, daz ime wol gezam, / wart umbe in dô gegürtet, / daz manegen gehürtet / hæte nider ûf dem wal KvWPart 5186; Lengewîn der wart gehurt / als er hette ungegurt / ûf daz pfert gesezzen LivlChr 2863. 1128; Parz 295,1; Wh 55,30; Wig 10754. – etslîch frouwe wart gehurt, / wære ir pfert niht wol gegurt, / si wære gevallen schiere Parz 777,11. – der ritter von der burg stach syn glene enczwey uff des wißen ritters schilt, das er im den schilt an den backen hurte Lanc 161,8
MWB 2 1817,45; Bearbeiter: Luxner