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Huet

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Huet

Bd. 9, Sp. 597
Huet (spr. [h]üétt), 1) (Huëtius ') Daniel, Gelehrter, geb. 8. Febr. 1630 in Caen, gest. 26. Jan. 1721 in Paris, erhielt seine Bildung bei den Jesuiten, ging 1652 mit seinem Lehrer Bochart an den Hof der Königin Christine von Schweden, lebte dann in seiner Vaterstadt, wurde 1670 mit Bossuet Lehrer des Dauphins, leitete mit diesem die Bearbeitung der alten Klassiker »in usum Delphini«, nahm 1676 die priesterlichen Weihen, erhielt 1678 die Cistercienserabtei Aulnay in der Normandie, wurde 1685 zum Bischof von Soissons ernannt, aber vom Papst nicht bestätigt, erhielt dafür 1689 das Bistum von Avranches in der Normandie und übernahm es 1692, vertauschte es jedoch 1699 mit der Abtei Fontenay bei Caen. 1701 zog er sich in das Profeßhaus der Jesuiten zu Paris zurück, um sich ganz den Studien zu widmen. H. hat sich als Philolog, Theolog, Philosoph und Dichter einen Namen gemacht. In ersterer Beziehung nennen wir die Schriften: »De optimo genere interpretandi« (Par. 1661, 2 Bde.); »Commentaria Origenis« (Rouen 1668, 2 Bde.); »Histoire du commerce et de la navigation des anciens« (Par. 1716; 2. Aufl., Lyon 1763). In seinen theologisch-philosophischen Schriften will er die Wahrheit der christlichen Offenbarungslehre gegen die Philosophie beweisen, indem er als supranaturalistischer Skeptiker zeigt, daß die Vernunft allein nie zur Wahrheit gelangen könne. Hierher gehören: »Demonstratio evangelica« (Par. 1679 u. ö.); »Censura philosophiae Cartesianae« (das. 1689 u. 1694); »Mémoires pour servir à l'histoire du Cartésianisme« (das. 1692 u. ö.); »Dissertations sur diverses matières de religion et de philosophie« (das. 1712, 2 Bde.); »Traité philosophique de la faiblesse de l'esprit« (Amsterd. 1723). Seine »Carmina latina et graeca« wurden 1664 ohne sein Wissen in Utrecht veröffentlicht (vollständiger Par. 1709 u. 1729). Olivet veröffentlichte nach seinem Tode: »Huetiana, ou pensées diverses de H.« (Par. 1722); die »Poésiesfrançaises de Daniel H.« gab Lavalley (das. 1881) heraus. Sein Leben beschrieb er selbst in »Hueti commentarius de rebus ad eum pertinentibus« (Haag 1713, Amsterd. 1718, Leipz. 1719; franz. von Nisard: »Mémoires de Daniel. H.«, Par. 1853); »Lettres inédites« gab Henry (das. 1879) heraus. Vgl. Bartholmèß, H., évèque d'Avranches (Par. 1850); Barach, H. als Philosoph (Wien 1862). 2) Paul, franz. Maler, Zeichner und Radierer, geb. 1804, gest. 9. Jan. 1869 in Paris, trat in das Atelier von Gros ein, widmete sich aber der Landschaftsmalerei, der er seit etwa 1830 im Anschluß an Delacroix und die Romantiker eine neue Richtung gab. Durch unmittelbares Naturstudium begründete er in Frankreich die poetische Stimmungslandschaft im Gegensatz zur klassischen Richtung. Er studierte meist in der Umgebung von St.-Cloud, machte aber auch Studienreisen nach der Normandie, der Bretagne, England, Belgien, Holland und Italien (1840). Von seinen koloristisch überaus reizvollen Landschaften sind zu nennen: ein Gewitter am Abend (1831), Sonnenuntergang bei Herbstnebel, die Überschwemmung von St.-Cloud (1855, Hauptwerk), große Flut bei Honfleur, die schwarzen Felsen (1864), Gestade von Houlgatt (1863), Abend in den Alpen (1864), die Überschwemmung der Gave (1865), das Wäldchen beim Haag (1866). Er hat auch dekorative Gemälde (das Leben in der Normandie, in acht Bildern), Lithographien, Radierungen und Illustrationen zu »Paul und Virginie« und der »Indischen Hütte« sehr sein und stimmungsvoll ausgeführt. 3) Conrad Busken, niederländ. Schriftsteller und Kritiker, einer ursprünglich französischen Familie entstammend, geb. 28. Dez. 1826 im Haag, gest. 1. Mai 1886 in Paris, wirkte 1851–62 als Prediger der wallonisch-reformierten Gemeinde in Haarlem, legte aber infolge von Verwickelungen, in die ihn seine freisinnige Richtung brachte, seine Stelle nieder und widmete sich ganz der Literatur. Bereits hatte er sich als Kritiker auf theologischem Gebiete durch seine »Brieven over den bijbel« (1858) und »Polemische fragmenten« wie als Novellist durch »Groenen rijp« (unter dem Pseudonym Thrasybulus veröffentlicht) und »Overdrukjes« bekannt gemacht, als er in der Zeitschrift »De Gids« auch als literarischer Kritiker auftrat, der alles Mittelmäßige und Anspruchsvolle in der Literatur schonungslos geißelte; sobald er jedoch auch die Politik in einer dem »Gids« feindlichen Richtung zu treiben versuchte, mußte er (1865) aus der Redaktion ausscheiden. Als Journalist hatte er bis 1868 in Haarlem gelebt, dann siedelte er nach Batavia über, wo er die Zeitung »Java-bode« und später das von ihm gegründete »Allgemeen Dagblad van Ned. Indie«, dieses seit 1872 sein Eigentum, redigierte. Seit 1876 lebte er in Paris. Seine fesselnden, oft genug Widerspruch erregenden, immer geistreichen Aufsätze sind u. d. T.: »Litterarische Fantasiën«, »Nieuwe Litterarische Fantasiën« (Haarl. 1868–87, 22 Bde.) und »Nederlandsche Belletrie van 1857–1876« (das. 1875–76, 3 Bde.) und in den »Litterarischen Fantasiënen Kritieken«, zu 25 Bänden vereinigt, gesammelt erschienen. Außer Schilderungen seiner Reisen in Italien, Frankreich und Belgien und kunstgeschichtlichen Schriften, wie »Het land van Rubens« (Amsterd. 1879), »Het land van Rembrand« (Haarl. 1882–84, 3. Aufl. 1898; deutsch von Mohr, Leipz. 1886), veröffentlichte er den seinerzeit vielbesprochenen Roman »Lidewyde« (1868; deutsch von Glaser, Braunschw. 1874). Seine »Briefe«, von seiner Frau und seinem Sohn herausgegeben, erschienen 1890 in Haarlem, eine Gesamtausgabe seiner Schriften u. d. T. »Historischeen romantische werkenen reisherinneringen« daselbst 1899–1900, 13 Bde. Sein Leben beschrieben Janten Brink (Amsterd. 1886) und A. G. van Hamel (Haarl. 1886).
5720 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    huetF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    huet , F. Vw.: s. hūt

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Huet

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Huet (Hüä), Huetius , Pierre Dan., Bischof von Avranches in der Normandie, einer der gelehrtesten Männer aus dem Zeitalt…

  3. modern
    Dialekt
    Huet

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Huet [Hỳat Liebsd. Logelnh. Winzenh. K. ; Hyət Fisl. ; Hŷət Ruf. Hlkr. Ingersh. Z. ; Hyt Mutzig Geisp. Illk. ; Hŷt Str.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit huet

412 Bildungen · 312 Erstglied · 92 Zweitglied · 8 Ableitungen

huet‑ als Erstglied (30 von 312)

Huet I

Idiotikon

Huet I Band 2, Spalte 1783 Huet I 2,1783

Huet II

Idiotikon

Huet II Band 2, Spalte 1793 Huet II 2,1793

Hütbaum

PfWB

huet·baum

Hüt-baum m. : ' Baum, unter den der Hirt seine Herde zur Mittagsrast treibt ', Hitbaam und Hibaam, amtl. Hübaum [NW-Kallstdt (früher)].

Huetbindeⁿ

Idiotikon

Huetbindeⁿ Band 4, Spalte 1343 Huetbindeⁿ 4,1343

Huetblackeⁿ

Idiotikon

Huetblackeⁿ Band 5, Spalte 56 Huetblackeⁿ 5,56

hütchen

DWB

huet·chen

hütchen , n. kleiner hut: pilleolum hoetghen Dief. 435 a ( kölnisch, anf. des 16. jahrh. ); piliolus houdeken nov. gloss. 291 ( niedersächsi…

Hütchenzange

RhWB

huetchen·zange

Hütchen-zange (s. S.) Altk , Siegld f.: Z., mit der der Bergmann das um die Zündschnur gestreifte Zündhütchen an diese festkneift.

Huetchnëcht

Idiotikon

Huetchnëcht Band 3, Spalte 724 Huetchnëcht 3,724

Huetchuppeⁿ

Idiotikon

Huetchuppeⁿ Band 3, Spalte 406 Huetchuppeⁿ 3,406

hütebube

DWB

huete·bube

hütebube , m. bube der vieh hütet: die hochmüthigen plänkler, welche .. durchgepeitscht werden sollten, wie die hütebuben in der ochsenherde…

Hütejunge

RhWB

huete·junge

Hüte-junge h:tjo·ŋ. m.: der jüngste Hofknecht, eben der Schule entlassener J., der das Vieh zu hüten hat Sülzt, MülhRh , Düss-Gerresh (hȳ·ə…

Hütek

RhWBN

Hütek -ȳt- nfrk. Wippf m.: Fliegenschnäpper, Muscicapa; bei Suolahti S. 46 heisst so der Gartenrotschwanz.

huᵉtelen

WWB

huet·elen

huᵉtelen V. [Wal] 1. rütteln. Huttel nit sou! ( Wal Bh ). — 2. schwanken. De Disk huttelt ( Wal Bh).

Hütelpütelding

MeckWB

Hütelpütelding n. Storch im Rätsel: Kennst du dat Hütelpütelding, Wat gistern abend up 'n Schultfaald' güng', Witte Bücksen un lange Been, H…

hüten

DWB

hue·ten

hüten , verb. custodire, ahd. huotan, huaten, mhd. hüeten; altsächs. altnfr. hôdian, huodian, niederl. hoeden, hueden custodire, tegere, pro…

Hütenbütenlüchtenanstäker

MeckWB

Hütenbütenlüchtenanstäker m. im Rätsel von Ente und Storch: dor kem sonn' lütten Hütenbütenlüchtenanstäker un perrt ehr (der Ente) up den hi…

hü̑ten(e)

MNWB

huet·ene

2 hü̑de , hü̑den , hü̑dene , hü̑t(e) , hü̑ten(e) , adv. , heute, an diesem, am heutigen Tage (: morgen, gistern), noch h. nicht bis heute no…

Hütentüt

Wander

hueten·tuet

Hütentüt 1. Doctor Hütentüt 1 , de de Lüden dat Water besüht. – Eichwald, 883; Richey, 101; Schütze, I, 228. 1 ) Spottwort auf einen unwisse…

hüter

DWB

hue·ter

hüter , m. der da hütet, wacht, de aufsicht führt; custos hieter, hyeter, huter Dief. 164 c . 1 1) in der sprache des gewöhnlichen lebens je…

hüteramt

DWB

hueter·amt

hüteramt , n. : ihr in paradiesen der liebe hüteramtes pflegenden augen. Rückert ges. ged. 1, 393 .

Hueterchnëcht

Idiotikon

Hueterchnëcht Band 3, Spalte 724 Hueterchnëcht 3,724

Hüterfittich

GWB

hueter·fittich

Hüterfittich im poetischen Bild mit Anklang an die Bibelspr (zB Ps 91,4) u an Horaz, Carmina III 4,9—20 1) Den du nicht verlässest, Genius, …

hüterin

DWB

huet·erin

hüterin , f. custos. Maaler 231 c : man hat mich zur hüterin der weinberge gesetzt. hohel. 1, 6 ; armut demütiget den menschen, und ist für …

Hüterleben

GWB

hueter·leben

Hüterleben zu Hüter a [ ein ‘Aufseher’ der Päd Provinz zu Wilh ] so solltet ihr ihn [ Felix ], in der Langweile des H-s, gar manches [ ital …

huet als Zweitglied (30 von 92)

Badhuet

Idiotikon

bad·huet

Badhuet Band 2, Spalte 1789 Badhuet 2,1789

Brännhuet

Idiotikon

Brännhuet Band 2, Spalte 1789 Brännhuet 2,1789

Bändelihuet

Idiotikon

Bändelihuet Band 2, Spalte 1789 Bändelihuet 2,1789

Bëttlerhuet

Idiotikon

Bëttlerhuet Band 2, Spalte 1789 Bëttlerhuet 2,1789

Bölihuet

Idiotikon

Bölihuet Band 2, Spalte 1789 Bölihuet 2,1789

Büschilleⁿhuet

Idiotikon

Büschilleⁿhuet Band 2, Spalte 1789 Büschilleⁿhuet 2,1789

Chanzle(n)huet

Idiotikon

Chanzle(n)huet Band 2, Spalte 1788 Chanzle(n)huet 2,1788

Chilche(n)huet

Idiotikon

Chilche(n)huet Band 2, Spalte 1788 Chilche(n)huet 2,1788

Chämi(n)huet

Idiotikon

Chämi(n)huet Band 2, Spalte 1788 Chämi(n)huet 2,1788

Chōrhuet

Idiotikon

Chōrhuet Band 2, Spalte 1788 Chōrhuet 2,1788 o.

Drīzipfelhuet

Idiotikon

Drīzipfelhuet Band 2, Spalte 1793 Drīzipfelhuet 2,1793

Eggeⁿhuet

Idiotikon

Eggeⁿhuet Band 2, Spalte 1785 Eggeⁿhuet 2,1785

Futzeⁿhuet

Idiotikon

Futzeⁿhuet Band 2, Spalte 1786 Futzeⁿhuet 2,1786

Fürhuet

Idiotikon

Fürhuet Band 2, Spalte 1786 Fürhuet 2,1786

Fǖrhuet

Idiotikon

Fǖrhuet Band 2, Spalte 1786 Fǖrhuet 2,1786

Glanggihuet

Idiotikon

Glanggihuet Band 2, Spalte 1787 Glanggihuet 2,1787

Ableitungen von huet (8 von 8)

behüt

FWB

1. s. behüten 1.; 2. s. behüten 11.

Behüte!

Campe

Х Behüte! adv. eigentlich ein verstümmelter Ausruf für, Behüte Gott! der aber als Verneinung gebraucht wird It er schon da? — Behüte! er kan…

behüten

DWB

behüten , ahd. pihuotan ( Graff 4, 802 ), mhd. behüeten ( Ben. 1, 731 b ), nnl. behoeden. 1 1) depascere, abweiden: eine wiese behüten; dies…

Erhüten

Campe

Erhüten , v. trs. in der Hut erhalten, hütend in Aufsicht behalten. Des Viehes ist zu viel, als daß es Ein Hirt erhüten könnte. Ih kann so w…

hü̑t(e)

MNWB

hü̑t(e) , hü̑ten(e) s. 2 hü̑de.

Verhuet

Idiotikon

Verhuet Band 2, Spalte 1794 Verhuet 2,1794

verhüten

DWB

verhüten , verb. behüten, bewahren, hütend beseitigen, verhindern, mhd. verhüeten, im mnd. unumgelautete formen vorhoden, nl. verhoeden, im …

verhütung

DWB

verhütung , f. behütung, abwendung. 1 1) zu nr. 1 des zeitworts: cautio Maaler 422 a . 2 2) zu nr. 4: impeditio, declinatio Stieler 870 ; we…

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APA
Cotta, M. (2026). „huet". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/huet/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „huet". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/huet/meyers. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „huet". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/huet/meyers.
BibTeX
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