Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Hering m.
Hering m.
Hering m. Der sonst nur westgerm. belegte Name für den artenreichen, im Meer lebenden und in Schwärmen auftretenden Speisefisch ist am frühesten in dem Lehnwort spätlat. aringus bezeugt. Im Westgerm. findet er sich in den zwei ablautenden Formen ahd. hāring (9. Jh.), mhd. hærinc, mnd. mnl. hārinc, nl. haring, aengl. hǣring, hēring, engl. herring (germ. *hēringa-) und ahd. (10. Jh.), asächs. hering, mhd. herinc, mnd. mnl. hērinc (germ. *haringa-). Im Nordgerm. heißt der Fisch anord. sīld, norw. dän. sild (woraus nhd. Sild ‘in Tunke eingelegter Hering’), schwed. sill. Die Herkunft des westgerm. Namens ist nicht geklärt. Deutungsversuche, die Hering mit nl. haar in einer Bedeutung ‘Gräte’ oder mit aengl. hār ‘grau’ (s. hehr), schließlich auch mit lat. procērus ‘schlank’ in Verbindung bringen, sind nicht überzeugend. In spöttischem Sinne bezeichnet Hering einen ‘schmächtigen Menschen’ (19. Jh.); nach der Ähnlichkeit mit der Gestalt des Fisches steht Hering auch für ‘Zeltpflock’ (Ende 19. Jh.); scherzhaft wie die Heringe (‘dichtgedrängt’) stehen, sitzen (18. Jh.), nach der dichten Lagerung der Heringe im Faß.