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Harfe

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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17 in 15 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Harfe

Bd. 8, Sp. 807
Harfe (ital. Arpa, franz. Harpe, engl. Harp), eins der ältesten Saiteninstrumente, das schon in einer der heutigen ähnlichen Form vor Jahrtausenden in Ägypten in Gebrauch war (s. Tafel »Musikinstrumente III«, Fig. 13). Unter den, Instrumenten, deren Saiten mit der Hand oder einem Plektron gerissen werden, ist die H. das größte. Bis zum Anfang des 18. Jahrh. war die H. ein Instrument, das Modulationen in andre Tonarten nur sehr schwer ausführen konnte, da ihre Saiten nicht in (chromatischer) Halbtonfolge, sondern diatonisch gestimmt werden und jede Saite einzeln mittels eines Hakens, der die Saite verkürzte, umgestimmt werden mußte. Dieser Haken war schon ein Fortschritt (in Tirol zu Ende des 17. Jahrh.). Erst 1720 führte Hochbrucker das gemeinsame Umstimmen aller gleichnamigen Töne durch Pedaltritte ein, so daß die Hände des Spielers fürs Spiel frei blieben. Endlich erfand Erard 1820 die Doppelpedalharfe, die jede Saite zweimal um einen Halbton höher zu stimmen gestattet. Diese jetzt vollkommenste Art der H. steht in Ces dur mit einem Umfang vom Kontra-Ces bis zum viergestrichenen ges; durch die erstmalige Anwendung der sieben Pedale werden die sieben ♭ beseitigt, so daß die Stimmung zuletzt C dur ist; die zweite Verkürzung macht aus C dur Cis dur. Chromatische Gänge, z. B. c cis d dis e, sind auch heute noch auf der H. unmöglich, schon d dis e müßte als d es fes gespielt werden. Durch Gleichstimmung mehrerer Saiten wird es möglich, die ganze H. in einen Akkord (z. B. h d f as durch die Doppelstimmungen @24@float, @24@float, @24@float) zu stimmen und dann durch schnelles glissando über sämtliche Saiten überraschende Effekte hervorzubringen. Die ältere Art der H. hat einen vierkantigen Resonanzkörper, der aus Resonanzdecke und Resonanzboden, beide mittels zweier Seitenwände (Zargen) miteinander verbunden, besteht und sich allmählich von oben nach unten erweitert, so daß er am Befestigungspunkt der kürzesten Saite am engsten, an dem der längsten Saite am weitesten ist. Bei den neuern Instrumenten ist der Körper nicht mehr vierkantig, sondern nur die Resonanzdecke ist flach, während Boden und Seitenwände durch eine halbrund gewölbte Kastenzarge ersetzt sind; die Höhe des ganzen Resonanzkörpers beträgt 150–170 cm. Die H. ist mit Darmsaiten bezogen. In der Mitte des Bodens ist der Länge nach eine schmale Leiste von hartem Holz mit den Löchern zum Einhängen der Saiten befestigt; an das obere schmale Ende des Resonanzkörpers setzt im spitzen Winkel der Hals an, der schlangenförmig gebogen ist. In demselben haften die Stimmnägel, um welche die Saiten geschlungen sind, die mittels des Stimmhammers gestimmt werden. Damit der Hals der bedeutenden Zuglast der zwischen ihm und dem Resonanzkörper ausgespannten Saiten den nötigen Widerstand zu leisten vermöge, wird er durch einen zwischen seinem äußersten Ende und dem Fuß des Instruments eingesetzten, meist säulenartig gestalteten Träger gestützt. Man spielt die H. im Sitzen, indem man sie, den Resonanzboden gegen die Brust geneigt, zwischen den Knieen und Armen hält, während die rechte Hand vorzugsweise in den höhern, die linke mehr in den tiefern Lagen tätig ist. Charakteristisch für das Instrument ist das Spiel gebrochener Akkorde, das darum Arpeggio heißt. Besondere ältere und neuere Arten der H. sind: die alte gälische H. (Cláirseach, Clàrsach, Claasagh) und die cymbrische H. (Telyn, Telein, Télen), die bei den Barden Großbritanniens im Gebrauch waren; die Doppelharfe (Arpa doppia, Davidsharfe) mit aufrecht stehendem Resonanzboden, der von beiden Seiten mit Saiten bezogen war; die Spitzharfe (Arpanetta, Harfenett), ebenso, von kleinern Dimensionen; Pfrangers chromatische H. (unpraktisch wegen der zu großen Saitenzahl) und Lights (1798) Harfenlaute (Dital harp), eine Verschmelzung der H. und Laute (vgl. Groves »Dictionary of music«, 1880 ff.). Jetzt werden auch Harfen mit Klaviatur gebaut. Die vorzüglichsten Komponisten für die H. sind: Krumpholtz, Nadermann, Dizi, Bochsa, Marin, Prumier, Labarre, Parish-Alvars, Aptommas, Oberthür u. a. Auch Spohr hat für seine erste Gattin, eine treffliche Harfenspielerin, mehrere schöne Salonstücke mit Begleitung der Violine für die H. geschrieben. Nicht minder haben die neuern Komponisten von Opern und Instrumentalwerken die H. mit glücklichem Erfolg angewendet. Treffliche Harfenschulen sind die von Wenzel (neue Ausg. 1877) u. Tombo (Leipz. 1888). Vgl. Snoer, Die H. als Orchesterinstrument (Leipz. 1898).
4489 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    harfesw. F., st. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    harfe , sw. F., st. F. Vw.: s. harpfe

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Harfe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Harfe , plur. die -n, ein musikalisches Instrument, in Gestalt eines Dreyeckes, welches mit den Fingern gekniffen wi…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Harfe

    Goethe-Wörterbuch

    Harfe 1 Saiten-, Zupfinstrument a als Solo- od Kammermusikinstrument, öfter zur Gesangsbegleitung, auch idVbdgn ‘zur H. …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Harfe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Harfe , eines der ältesten Saiteninstrumente, stellt einen mit Darmsaiten durchzogenen Triangel dar; die größte Seite bi…

  5. modern
    Dialekt
    Harfef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Harfe f. : wie schd., Haʳf [vereinzelt]. Heerschdes, wie die Kinner speelen Gittaʳ , Geij, Drumbeed un H.? [ Kühn Schnit…

  6. Sprichwörter
    Harfe

    Wander (Sprichwörter)

    Harfe 1. Es laut nicht wol auff der Harpfen, wann man Gott lästert. – Gruter, III, 35; Lehmann, II, 157, 167; Körte, 262…

  7. Spezial
    Harfe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Har|fe f. (-,-n) ‹mus› erpa (erpes) f. ▬ Harfe spielen soné l’erpa.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit harfe

54 Bildungen · 50 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

harfe‑ als Erstglied (30 von 50)

harfeln

RhWB

harfeln -a- May-Gering Kollig Trimbs ; -ę- Aden-Weibern schw.: sich h., sich zanken. — Abl.: die Harfelerei, dat Geharfel(s), en Harfeler, h…

harfenchor

DWB

harfen·chor

harfenchor , m. : es folgeten, in lauter harfenchören, mir engel durch den hain. Hölty 134 Halm.

harfenet

DWB

harfe·net

harfenet , n. kleine harfe mit der spitze in die höhe stehend Jacobsson 2, 214 b ; harpfenet Frisch 1, 417 b . dim. harfenettchen: unter dem…

Harfenfrau

GWB

harfen·frau

Harfenfrau Harfenistin B19,389,15 Christiane 23.8.07 Syn Harfenspielerin Elke Dreisbach E.D.

harfengelispel

DWB

harfen·gelispel

harfengelispel , n. : sprachs, und die stimme des holden erklang, wie harfengelispel tönt in des mondes zauberlicht, wenn alles entzückt hor…

harfengesang

DWB

harfen·gesang

harfengesang , m. : von der palmenhöhe, dem hain Sionas, kommen wir her, wir des harfengesanges geweihte. Klopstock 1, 214 .

Harfengetön

Campe

harfen·getoen

△ Das Harfengetön , des — es , o. Mz . das Getön von Harfen, der Ton einer Harfe. Uneigentlich, sanfte, liebliche Töne. Und wie Hatfengetön …

harfengezitter

DWB

harfen·gezitter

harfengezitter , n. : seine sichel entfällt hier dem schnitter, eingesungen von harfengezitter träumt er, geschnittene halme zu sehn. Schill…

harfenieren

DWB

harfen·ieren

harfenieren , verb. harfe spielen: einen seh ich! er sitzt und harfenirt der verwüstung; aber der reiszende strom nimmt auch die lieder hinw…

Harfeninstrumente

Meyers

Harfeninstrumente (franz. Instruments à cordes pincées ), zusammenfassender Name derjenigen Saiteninstrumente, deren Saiten nicht mit dem Bo…

harfenist

DWB

harfe·nist

harfenist , m. harfenspieler: harpfenist fidicen Maaler 212 c ; harpfennist der nit darzuo singt citharista, harpfenschlager oder harpfennis…

harfenistin

DWB

harfenistin , f. harfenspielerin: die kleine harfenistin. Heine werke 2, 88 .

Harfenjule

MeckWB

Harfenjule f. Straßensängerin mit Harfe, früher oft auf Jahrmärkten Ma Gnoi .

harfenklang

DWB

harfen·klang

harfenklang , m. , mhd. harphenklanc ( wb. 1, 844 b ), ags. hearpan hlyn, hearpan svêg: oft durchfliegt sein ruhm, vermischt mit harfenklang…

Harfenklavier

Meyers

harfen·klavier

Harfenklavier ( Klavicitherium ), eine veraltete (neuerdings aber als Ersatz für die Harfe wieder aufkommende) Art von aufrecht stehendem Kl…

harfenlied

DWB

harfen·lied

harfenlied , n. : die 24 ältesten fallen nieder und singen ein neues harpfenlied. Otho 90 ; hohe harfenlieder schallen. J. M. Miller ged. 29…

Harfenlieschen

RhWB

harfen·lieschen

Harfen-lies-chen -lisχə Rip; -kə Nfrk n.: Spitzn. für Mädchen, die von Wirtschaft zu W. ziehen (in der Gegend von MGladb stammten sie meist …

harfenlispel

DWB

harfen·lispel

harfenlispel , m. : weht wie harfenlispel, abendwinde, durch die blumen, die ihr grab gebar. Hölty 61 Halm; schlummere leise, du kind! liebk…

Harfenmännsche

RhWBN

Harfen-männsche Siegld f.: Frau, die als Sängerin durch die Gegend zog (veralt.).

Harfenmaid

PfWB

harfen·maid

Harfen-maid f. : 'Mädchen, das früher auf Kirchweihen musizierte', Pl. Haʳfemääd [KU (Potzberg)]. Rhein. III 256 . —

harfenmuschel

DWB

harfen·muschel

harfenmuschel , f. eine einschälige gewundene schnecke, deren windungen nicht zu sehen sind, mit einer weiten und glatten spalte; wegen eini…

harfensänger

DWB

harfen·saenger

harfensänger , m. citharoedus: dasz ein fränkischer könig den Theodorich um einen harfensänger ersuchen musz. Gervinus gesch. der d. dicht. …

harfensaite

DWB

harfen·saite

harfensaite , f. draht- oder umsponnene darmsaite für die harfe. Jacobsson 2, 214 b .

harfe als Zweitglied (4 von 4)

davidsharfe

DWB

david·s·harfe

davidsharfe , f. 1 1. eine art groszer harfen, deren spitze sich unten befindet. 2 2. eine muschel, buccinum harpa.

scharfe

DWB

scharfe , f. das abgeschrägte ende eines balkens oder riemens, welches im verbande des gebälkes zum anschlusz dient; dem entsprechend: ansch…

spitzharfe

DWB

spitz·harfe

spitzharfe , f. spitz zulaufende kleine harfe, die mit messingenen saiten bespannt ist. Adelung. Jacobsson 4, 228 b : zuweilen wurde unter d…