Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
habich stM.
2 sprichw.
1 ‘Habicht’ accipiter: habech SummHeinr 1:164,726; VocOpt 44.027; aliens: wilde haubich SummHeinr 1:166,756. – ouch was dâ schœne vederspil, / valken pilgerîne vil, / smirlîne und sperwære, / habeche mûzære Tr 2206; sperwer, valken, hebeche und arn, / egelester, krâen, raben, tallen / hœre wir nâhen bî uns kallen Renner 19574; [im Garten] vindestu geladen / der valken und der habeche vil, / der sperwær und smerillen KvWPart 2572; SHort 6636; KvWLd 32,320. – als Jagdvogel: die habich müegent die raigel [Reiher] gar vil und setzent in vast zuo BdN 168,18; diu lerch fürht den habich sô sêr, wenn er si jagt ebd. 171,23. 182,24. – bildl. für den Teufel: díu tûba. díu da nístet in dén stêinlócheron. unte ín den héggehóleron. dîu mág genésan uóre démo hábeche Will 43,15; [die Taube] lit gerne bi dem wazzer, daz si den schate gesehen mege, swenne si der habech vahen wil Spec 35,32; PrSchw 1,32. – häufig als Statussymbol der höfischen Gesellschaft: so sol er [der Vogt] kvmen mit eime rittere vn̄ mit drien knehten, mit vunf pferden vn̄ mit eime rossen, mit eime habiche vn̄ mit zwein winden UrkCorp (WMU) 679,2; dô disiu schar reit / ze Britanje in daz lant, / ir ieglîchem ûf der hant / ein schœner habech saz, / sehs mûze oder baz Er 2032; DietrGlesse 142; ez was ein ritter hoch gemut, / der gewan vil mangen habch gut Erz III 194,2. 194,6; WhvÖst 1289; Wig 10662; UvZLanz 470. – als Abgabe: des vogtes recht. und swenne ein nüwer herre wirt, der sol dem vogt geben ein pferit um 4 mark und einen roten hapch und einen vogelhund WeistBa 193 (ohne Datierung). – als Speise: wenn der habich gekocht ist in rôsenöl, sô ist er gar gesunt den kranken glidern BdN 170,15 2 sprichw. – den ~ anrennen ‘es mit jmdm. aufnehmen, dem man nicht gewachsen ist’ swelhe da solten dringen / ûf die von Kerlingen, / die heten den habech angerant StrKarl 9777; diu Diemuot sprach: ‘lâ dîn gâhen. / iz kumt ze manegen stunden: / smæhe vînt und smæhe wunden / ze schaden dicke sint erkant! / dû hâst den havech an gerant!’ Helbl 7,952; wiltu dich dem gelichen / mit kampfe niht entwichen / so wirstu balde geschant / dv hest den habch angerant Martina 164,72; StrAmis 102; Bîspel (Pf) 26,38. – ich fürhte iuch alsô cleine / als der habich tuot daz huon KvWHvK 127; wer sölte niht über die tumpheit schrîen, / ob einer vür sperwer rœtelwîen / koufte und blâfüeze vür hebich? Renner 5467; swer valken und hebich ze tûben tuot / und wolfe ze schâfen, daz ist niht guot ebd. 12561
MWB 2 1066,15; Bearbeiterin: Herbers