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Grünspan

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Grünspan

Grünspan

grün Adj. Das im Westgerm. und Nordgerm. erscheinende Farbadjektiv ahd. gruoni (8. Jh.), mhd. grüene, asächs. grōni, mnd. grȫne, mnl. groene, nl. groen, aengl. grēne, engl. green, anord. grœnn, schwed. grön gehört mit n-Suffix zu dem im Nhd. untergegangenen Verb ahd. gruoen (8. Jh.), mhd. grüejen ‘wachsen, sprießen, gedeihen’, mnd. grōjen, mnl. groeyen, grōyen, nl. groeien ‘wachsen’, aengl. grōwan ‘wachsen, sprießen’, engl. to grow ‘wachsen’, anord. grōa ‘wachsen, grünen’. Germ. *grōni- Adj. und germ. *grōan Vb. führen auf die Form ie. *ghrō- der Wurzel ie. *gher(ə)- ‘hervorstechen’ (von Pflanzentrieben, Stacheln, Borsten, Erderhebungen, Kanten), weiterführend ‘wachsen, grünen’; sie sind verwandt mit Grat, Gräte, Granne und Gras (s. d.). Die für das Adjektiv zu erschließende Bedeutung ‘sprießend, hervorwachsend’ wird schon früh auf die Farbe der Pflanzen, speziell der jungen Triebe, eingeengt, meint also eigentlich ‘von der Farbe sprießender Pflanzen’. grün dient im Dt. nicht nur als Farbbezeichnung. Im Sinne von ‘frisch, jung, saftig’ steht es im Gegensatz zu ‘trocken, verwelkt’ (grüne Bohnen, Erbsen, grünes Holz, grüne Ware ‘frisches Gemüse’, grüne ‘ungeräucherte’ Heringe), im Sinne von ‘unreif’ im Gegensatz zu ‘ausgereift, rot’ (grüne Äpfel; vgl. auch grüner ‘unreifer, unerfahrener’ Junge). Als Farbe des sprießenden Frühlings wird grün schon in mhd. Zeit zum Sinnbild des Frohsinns und der Freude, im Nhd. der Hoffnung. Als Farbe des Angenehmen begegnet grün in den Wendungen einem (nicht) grün sein ‘einem (nicht) wohlgesinnt, gewogen sein’, die grüne Seite (‘wo das Herz sitzt’, Mitte 16. Jh.). Als Sinnbild des Gedeihens gilt der grüne Zweig, daher auf keinen grünen Zweig kommen ‘erfolglos sein, es zu nichts bringen’ (16. Jh.). Das substantivierte Adjektivabstraktum Grün n. ‘das Grünsein, frisches Laub, freie Natur, Grasboden’ (vereinzelt schon 12. Jh.) entfaltet sich als Neutrum seit dem 16. Jh. (im Grünen ‘in der freien Natur’, ins Grüne fahren); als abgeleitetes Fem. begegnet es in ahd. gruonī (9. Jh.), mhd. grüene, mnd. grȫne ‘Grünheit, grün bewachsener Boden’. – grünen Vb. ‘grün werden, grüne Triebe zeigen, sprießen’, ahd. gruonēn (9. Jh.), mhd. gruonen ‘grün, frisch werden, sein’. Den Umlaut hat das intransitive Verb wohl vom Adj. grün übernommen, kaum von der nur selten gebrauchten transitiven Form mhd. grüenen ‘grün machen’. grünlich Adj. ‘ein wenig grün, ins Grüne spielend’, mhd. grüenlich ‘grün’; vgl. mhd. grüenlot ‘annähernd grün’. Grünkohl m. ‘Kohl mit krausen Blättern’ (16. Jh.), auch Braunkohl (Farbe nach dem Kochen), Kraus-, Winterkohl. Grünschnabel m. ‘sich als Besserwisser aufspielender unerfahrener junger Mensch’ (18. Jh.), nach der gelbgrünen Haut an der Schnabelwurzel junger Vögel; s. auch Gelbschnabel. Grünspan m. durch Einwirkung von Essigsäure und Luft entstandener giftiger grüner Überzug auf Gegenständen aus Kupfer oder Messing, spätmhd. grüenspān, spāngrüen, nach mlat. viride Hispanicum bzw. Hispanum ‘spanisches Grün’, weil der aus künstlich hergestelltem essigsaurem Kupferoxid gewonnene Farbstoff aus Spanien eingeführt wird.
3106 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grünspan

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Grünspan , des -es, plur. von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e. 1) Ein grüner Kupferrost, besonders der künstl…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grünspan

    Goethe-Wörterbuch

    Grünspan Kupferverbindung von heller grüner Farbe; als Farbstoff, Ingrediens einer Farbstoffmischung, färbendes Mittel D…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grünspan

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grünspan ( Spangrün , Aerugo ), basisch essigsaures Kupfer, entsteht bei Einwirkung von Essigsäure und Luft auf Kupfer. …

  4. modern
    Dialekt
    Grünspanm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Grün-span m. : wie schd., -spaⁿ , -spoⁿ [verbr.]. Südhess. II 1499 ; Rhein. II 1456 ; Lothr. 216 ; Els. II 541 ; Bad. II…

  5. Sprichwörter
    Grünspan

    Wander (Sprichwörter)

    Grünspan Grünspan ziehen. »Sie (Tauben) führten ein symbolisches Schauspiel auf von dem Zusammenleben solcher alter Jung…

  6. Spezial
    Grünspan

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grün|span m. (-[e]s) ‹chim› verdram m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gruenspan

16 Bildungen · 16 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gruenspan 2 Komponenten

gruen+span

gruenspan setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gruenspan‑ als Erstglied (16 von 16)

grünspanblume

DWB

gruenspan·blume

-spanblume , f. , Chomels öcon. lex. 4, 1382; grünspanblumen ( acetas cupricus ) Liebig handb. d. chemie 761 . —

grünspanfarbe

DWB

gruenspan·farbe

-spanfarbe , f. : ein sehr lichtes meergrün oder blasse grünspahnfarbe Naumann naturgesch. d. vögel 2, 201 . —

grünspanig

DWB

-spanig , adj. : von kiesigen grünspänigen dünsten E. Francisci lust. schaubühne (1698) 2, 499 ; an der grünspanigen mauer ... ruhten einige…

grünspansalbe

DWB

gruenspan·salbe

-salbe , f. : und so sie wol gereinigt ist mit grünsponsalb, so heil sie M. Herr schachtafelen d. gesuntheit (1533) l 6 a . —