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graulich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

graulich adj.

Bd. 8, Sp. 2160
graulich, gräulich, adj. , 'ein wenig grau, ins graue spielend'. seit etwa 1600, neben zunächst häufigerem, später ungebräuchlicherem 1graulicht (s. d.). im unterschied zu bläulich tritt die umgelautete form, besonders in jüngerem gebrauch, stark zurück, wohl um einer verwechslung mit gräulich, greulich (s. d.) vorzubeugen. gelegentlich verwischt sich auch die grenze zwischen 1graulich und 2graulich (s. unten 8). typischer gebrauch des wortes begegnet nur in einem teil der für die eigentliche bedeutung von grau, adj. (s. d. A) wesentlichen anwendungsbereiche. 11) als abstrakte farbqualität: graulich 'obscure glaucus' Steinbach dt. wb. (1734) 1, 637; so erscheint das gewand ... weiszlich und wie alles weisz in der dämmerung [] graulich Göthe IV 28, 199 W.; vgl. II 1, 41; 5, 1, 134. substantiviert: lebhaftes braunroth einer brünette wird durch lebhafte, lichtreiche farben, gelb scharlachroth wohlthuend ins bläuliche, gräuliche abgedämpft Vischer ästhetik (1846) 3, 3, 565. 22) in der anwendung auf menschen entsprechend grau A 2 a—c. vom kopf- und barthaar: lobt gott den herren immerdar, du graulich weisz bereifftes haar Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 76; gegen das grauliche kopf- und barthaar stechen seltsam die schwarzen augenbraunen ab E. T. A. Hoffmann s. w. 1, 64 Gr.; (Frieser) reibt sich heftig und nachdenklich das von gräulichen bartstoppeln bestandene kinn Bröger d. unbekannte soldat (1917) 48. von der farbe der augen oder des gesichtes: ist die farbe (der augen) blau glaucus ... bedeut furchtsamkeit, ... oder gräuliches, bedeut eine tapfferkeit und stärcke des leibes Prätorius colleg. curiosum (1713) 44; dâr hût a greilch gsicht Göpfert sächs. Erzgeb. 58. medizinisch fachsprachlich: (die schleimhaut) ist ... bei erwachsenen graulichweisz, während der verdauung aber lebhaft rosenfarben, beim greis graulich, trockner, dünner Sömmerring menschl. körper (1839) 5, 58. 33) von tieren meist in fachsprachlicher bestimmung und beschreibung: (der sperber ist) dem habicht in allem gleich, nur dasz er graulicher von farbe, und spitziger von gewächs anzusehen Dan. Schneider allg. bibl. lex. (1731) 3, 725b; die ochsen graulich, falb, gesprenket Göthe IV 23, 2 W.; beim baummarder ist es (das fell) braun, beim steinmarder gräulicher Brehm tierl. 1, 25 P.-L. 44) im pflanzlichen bereich. auch hier meist fachsprachlich: bupleurum canescens ... grauliches hasenöhrchen. die ganze pflanze ist glatt und graulich Dietrich lex. d. gärtn. u. botan. 2, 376; (die) pfahlwurzel ... treibt einen ... stengel, welcher ... von feinem, weichem filz graulich ist Schlechtendal flora v. Deutschl. (1880) 19, 31. auszerhalb fachsprachlicher beschreibung: an jener linden falben laub, (welches bey dem mondschein fast graulich scheinet,) mercke ich dass solches zur herbstzeit vorgangen Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 2, 100; auf ihrem rücken tragen die felsen das durch den süden verbrannte gras, grauliche olivenbäume Stifter s. w. 14 (1901) 133. 55) im bezirk der unbelebten natur in genauer entsprechung zu den unter grau A 8 begegnenden anwendungen. auf chemisch-mineralogisches bezogen: (lapis specularis) obscurus, qui in crustas scindi potest, ein grawlich vnser frawen eysz oder spatt Martin Ruland lex. alchem. (1612) 291; bei reinem nickel zeigen die würfel ... ins grauliche ziehende farbe Muspratt chemie 6 (1898) 1258. als beiwort der steine, felsen, gewässer u. ä.: drauf man graulich sahe stehen, ein verwüst und alt portal Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 3, 462; gegen mitternacht scheinet das wasser schwärtzlicher: gegen mittag aber graulicher zu sein E. Weigel erdspiegel (1665) 25; jählings fuhr sie empor aus der graulichen fluth Bürger s. w. 190 Bohtz; das thal aber umstanden wie wächter ... grauliche kalkfelsen Immermann w. 20, 43 Hempel. 66) als typisches wort in der beziehung auf atmosphärische und meteorologische erscheinungen, vgl. grau A 9: und die sonne hatte sich blutig gesenkt in grauliche nebel Lavater poesieen (1781) 2, 28; der mond im abnehmenden viertel unter graulichen wolken schwimmend (1807) mon. Germ.d. 37, 423; o wie fühl ich in Rom mich so froh! gedenk ich der zeiten, da mich ein graulicher tag hinten im norden umfing, trübe der himmel und schwer auf meine scheitel sich senkte Göthe I 1, 242 W.; [] die grauliche nebelbedeckung mag (heute) früh gar sehr nach niederschlag ausgesehn haben Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 340. 77) in mehr gelegentlicher beziehung: können sie ein graulich papier wie die beylage zeigt etwa zur decke erhalten, so würde sich der abdruck noch besser ausnehmen Göthe IV 13, 270 W. speziell grau A 6 a ende entsprechend: laufft doch das vieh hurtig die graulich bethaueten felder zu schauen Morhof unterr. (1682) 1, 789; der morgennebel setzte sich in haar und gewand der reiter und die rosse zogen ihre spur in den graulichen thau, der auf dem rasen des grundes lag G. Freytag ges. w. 8 (1887) 294. 88) gelegentlich in so enger berührung mit den bedeutungen von 2graulich, dasz eine sichere zuordnung nicht möglich ist; besonders jünger, wobei vielleicht bewuszt mit dem doppelsinn gespielt wird: in der nacht im kalten winter wirds so schwarz und graulich nicht, als in meinem armen herzen fern von deinem angesicht Lenz ged. 120 Weinhold. dies vor allem in der grau A 4 b α nahen anwendung auf die sphäre des geisterhaften und gespenstischen: schleicht sie, gleich dem einsiedlerischen vogel, heraus ins graulich düstre geisterreich der nacht Schiller 13, 175 G.; das waren weisze engelein, umglänzt von goldnem glorienschein; nun aber stürmte wild herauf ein gräulich schwarzer koboldhauf H. Heine s. w. 1, 19 Elster; der lange, lange gang durch des kirchhofs rasenland! und die grauliche schaar, die um mich war, im aschigen grabgewand Freiligrath ges. dicht. (1870) 3, 204. 99) zusammensetzungen mit 1graulich (selten gräulich) als erstem wortglied sind typischer art und fast ausschlieszlich fachsprachlicher natur. sie bleiben auf adjektivische bzw. partizipiale bildungen beschränkt. 9@aa) vorwiegend in bezeichnungen für farbmischungen, insbesondere bei grundfarben, die grau getönt sind; im rahmen fachsprachlicher beschreibung auf zoologischem, botanischem, mineralogischem gebiet, seltener in allgemeinerer anwendung: graulichblau (die holztaube) Oken allg. naturgesch. (1839) 7, 301,
6374 Zeichen · 129 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Graulich

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Graulich , adj. et adv. ein wenig grau. Eine grauliche Farbe. Bey einigen auch gräulich, wie bläulich von blau.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    graulich

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 graulich abscheulich, schrecklich [ Poet, üb die mit Schlingen gefangenen Drosseln: ] Welch ein grausames Vergnügen! |…

  3. modern
    Dialekt
    graulichAdj.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    graulich 1 Adj. : = PfWB graulachtig , groolich [verbr. NPf Don-Werb verbr. Gal]. SHW Südhess. II 1452 ; RhWB Rhein. II …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graulich

21 Bildungen · 17 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von graulich

grau + -lich

graulich leitet sich vom Lemma grau ab mit Suffix -lich.

graulich‑ als Erstglied (17 von 17)

graulichbraun

DWB

graulich·braun

-braun ( das gefieder der drosseln ) Oken allg. naturgesch. (1839) 7, 54 ; ( der same der Thüringer malve ) Schlechtendal flora v. Deutschl.…

graulichdunkel

GWB

graulich·dunkel

graulich-dunkel einmal Getrenntschr in Beschreibung eines Refraktionsbildes GWB B49,251,12 Boisserée 25.2.32 ~ GWB N5 1 ,444,2 Regenbog → GW…

graulichgelb

DWB

graulich·gelb

-gelb ( vom gefieder des trompetervogels ) Oken allg. naturgesch. (1839) 7, 523 ; ( lemnische erde ) ebda 1, 214; ( kalkfelsen ) Zschokke s.…

graulichgrün

DWB

graulich·gruen

-grün ( eine papageienart ) Forster s. schr. (1843) 1, 144 ; ( blätter des goldregens ) Schlechtendal flora v. Deutschl. (1880) 23, 91 ,

graulichheit

DWB

graul·ichheit

-heit , f. , nebenform zu greulichkeit ( s. d. ); zur erklärung der lautform vgl. 2 graulich 1: horror grawlichkait ( obd. 15. jh. ) Diefenb…

graulichschwarz

DWB

graulich·schwarz

-schwarz ( als mineralogischer farbterminus ) Oken a. a. o. 1, 96 ; ( das holz der hufkruppe ) ebda 3, 3, 1673; ( das haar des weiszbartaffe…

graulichweiß

GWB

graulich·weiss

graulichweiß je einmal Getrenntschr, -cht-, ‘das graulich Weiß’ Metalle | Zum Theil gewissermaßen farblos graulicht weiß GWB N5 2 ,101,16 Fl…

graulichweisz

DWB

graulichweisz , adj. , vereinzelt gräulichweisz, ein ins graue spielendes weisz bezeichnend. als abstrakte farbqualität: ( die ) mahler ... …

graulich als Zweitglied (4 von 4)

blaulichgraulich

GWB

blaulich·graulich

blaulich-graulich findet man denselben [ Kern der Dattelpalme ] aus einem festen mandel- vielmehr hornartigen blaulich-graulichen Wesen best…

weiszgraulich

DWB

weiszgrau·lich

weiszgraulich , adj. , dasselbe: ( eier, ) welche sehr grosz und weiszgraulich sein J. Ph. Abelin hist. antipod. (1631) 30 ; ... ( wenn ) de…