Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
grans stM.
2 ‘Schiffsbug’
1 ‘Rüssel, Maul’ von Tieren und Ungeheuern, auch ‘Hals’ (anders als im DWB 4,1,5,1879 [mit BMZ/ Lexer] s.v. gransen beschrieben, keine eindeutigen mhd. Belege für ‘Schnabel’): dâ quam vil grôzer elefant, / die racten ir granse UvEtzAlex 22045; reht als ûz golde ein edel rinc, / der eime swîne wirt geleit / an sînen grans KvWPart 8470; vom Pferd: KvWPart 5489; vom Walfisch: KvWGS 1628; sie [die wolfsgroßen Ameisen hatten] ouch scharphen grans: / etslich ein lemmel nâch ir dans [zerrte] UvEtzAlex 23137; vom Drachen: Heidin III 1331; ain geprattne gans / slickt er [der Riese Kolkan] in seinen grans; / vier hennen zu ainem male HvNstAp 4564. – im übertr. Bild: uil stete stichet der schalck / der [...] gein dem rehten gelovben gaget / als ein vil tovbe gans / der sol snabel vnde grans [Hals] / der [l. dar ] werden [...] besenget Martina 152,70; si [die minnende Seele] hat dem wolf der girheit sinen grans zerrissen Mechth 1: 38,6. 3: 21,86; alsô des tiuvels luoder, / herzog Johans, / in Lucifer grans / sich gesenket hât / mit der meintât Ottok 94783. – auch abfällig vom Hals des Menschen: den [Brei] soltu ezzen in den grans Helmbr 455. – Bestandteil eines Personennamens: Lvdweich der grans von Vttendorf UrkCorp (WMU) 2430,23 u.ö. 2 ‘Schiffsbug’ prora, anterior pars navis: grans SummHeinr 2:422,458; ze dem schiffe gehœret maneger nagel. / er hiez den grans und den zagel / beslahen vil vaste / und sande nâchem maste Craun 670; KvWTroj 25116; der selbe ast die zullen [Zille, Boot mit flachem Boden und vorn aufgebogenem, spitzem Bug] vienc / vor bî dem grans Ottok 18855; HvNstAp 5453
MWB 2 895,15; Bearbeiterin: Baumgarte