Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gogel Adj.
2 ‘zügellos, übermütig’
3 ‘lächerlich’
1 ‘froh, vergnügt’ jâ wil ich [alte Frau beim Reigen] hiure sîn vil gogel. / seht an mîne sîten [Körperseite, Taille] junc; / diu tuot manegen geilen sprunc Neidh (HW) 50,15; daz volc was ûf dem anger gogel UvEtzAlex 3414; wirt ie min herze gogel, / so ist zware leides vogel / in im nu uz gebrüetet MinneR 49 1 2 ‘zügellos, übermütig’ si [die Zunge] ist ein vngezamter vogel. / in swelhem munde si ist so gogel. / daz er sei nicht gehaimen chan Frgm 2 188; do wart diu wirtin so gogel / daz si darzuo [zum Essen] komen bat / ir niftel, muomen an der stat Vriolsh 22; der siner unfuge ist so gogel [sorglos] , / daz er alle die untugent hat, / die im elich hirat understat, / [...], / der gebe mir billich ein pfunt Jüngl 264. – ‘überheblich’ sîn [Poydjus] helm mit listen was geworht / ûz dem steine antraxe. / grôz koste ringe wac se [großer Aufwand dünkte sie wenig] , / sîn volc hôchgemüetic [La. hochmuͦtik ] und gogel Wh 377,3 3 ‘lächerlich’ wer dann singt und lacht, / man spricht: ‘wie gogel sich der macht!’ Teichn 640,60; münch und nunnen sicht man [zur Fastnacht] scherczen, / alte weib und alte man, / da dez nieman hiet ain wan / daz icht tumhait in in waͤr, / daz wirt gogel und sinn laͤr ebd. 471,18
MWB 2 844,13; Bearbeiter: Hansen