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Gökel

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Gökel m.

Bd. 3, Sp. 368
Gockel, Göckel, Gokel, Gökel m.: 1.a. 'Haushahn', Gock(e)l (gogəl, gogl) und Gog(e)l (gōgəl, gōgl) [zur Verbr. s. K. 162, verbr. Gal], Geck(e)l (geg-) [KU-Theisbgstg WD-Ostbr RO-Gonb NW-Freinsh GH-Hatzbühl], Gegel (gēg-) [PS-Geisbg]; die Form mit kurzem Stammvokal ist mancherorts der jüngeren Gener., die mit langem Vokal der älteren Gener. eigen, vgl. Otterstetter 176; die F. von Pl. u. Dim. s. unten 2cα. Zs. Hahn(en)gockel. Syn. s. Hahn. Man ruft den Hahn: Kamm, G., kamm! [NW-Ellstdt]. Vergl. u. RA.: Er kummt doher wie e G. im Salat, wer beim Gehen die Füße zu stark anhebt [ZW-Bechhf KB-Kerzh]. Der Eingebildete stellt de Kopp wie e G. [NW-Kallstdt]. Er steigt doher wie e G., wer viel auf schöne Kleidung hält [NW-Neidfs]. Das laaft wie e G., von einem Mädchen mit geziertem Gang [PS-Vinn]. Er guckt wie e G., wann's blitzt, wer ein erschrecktes Gesicht zeigt [Kaislt]. Er is rot wie e G., wer im Zorn rot wird [ZW-Gr'bundb GH-Zeisk]. Er hot Ware (Waden) wie e G., von dünnen Beinen [NPf]. Er hot e Bruscht wie G., von einer schmalen Brust [NPf]. Sie sin Geschwischderhinkel mit'm G. uf de Meschtkaut, Bezeichnung für weitläufige Verwandtschaft [KB-Albish, verbr. NPf]. Dann stecke se ufs Dach vum Haus de rote G. owenaus [Münch Weltgesch. 133]. SprW.: Zwää Geckel uf eem Mischthaufe dun selte gut [Sunndag Nr. 18/1956, S. 3]. WR. (scherzh.): Kräht de G. uf de Mischt, gibt's anner Werrer, orrer 's bleibt, wie's is [KB-Kriegsf Albish]. Wenn Kinder, bes. Mädchen niesen, sagt man: Helf dir Gott ins Hinkelhaus, kummsche aa zum G. [Kaislt]. VR.: G., Hinkel, Hahⁿ, die Kerch geht aⁿ [ZW-Bechhf]. Heio, popeio, schlag 's Gockelche dot; 's legt mir kee Eier un frißt mir meiⁿ Brot [KU-Altkch]; Var. s. popeia. Troß, troß, troß, de G. hockt im Schloß, frißt'm Bauer seiⁿ Korn, kriegt de Bauer en Zorn, nimmt de Bauer en dicke Stääⁿ un schmeißt 'm G. newer's Bääⁿ, kreischt de G. »Kikeriki, äks, du hoscht mich doch net kriet« [LU-Alsh, verbr. VPf]; Var. s. Bauer1. Einen AR. s. eins 1. — b. 'Truthahn' s. Welschgockel. — 2.a. persönl. α. 'eingebildeter, hochmütiger Mensch', vgl. Sparrengockel. Das is e rechter G. [Neustdt, verbr.]; e engebildter G. [KB-Bischh, verbr.]. So manch Dorf hat seiⁿ G. 'putzsüchtige weibliche Person' [KU-Bedb, ZW-Gr'bundb]. — β. 'wer sich ausgelassen, wenn nicht gar verrückt gebärdet'; e närrischer G. [ZW-Battw, verbr.]; e närrischder G. [NW-Ellstdt]; vgl. Gockeldings. — γ. 'weibstoller Mann' [FR-Quirnh]. Syn. s. Schürzenjäger. — δ. 'wer leicht in Zorn gerät' [PS-Münchw]. Zwää Geckel hän Streit minanner [Frankth]. Zs. Streitgockel. — ε. Schimpfw.: Du schäler G.! [SOPf]. Du tappicher G.! [ZW-Battw]. Ehr Geckelcheʳ! [LA-Venn]. Zs. Rindsgockel. — b. 'altes, zum Ausschlagen neigendes Pferd', Googel [KU-Rothsbg], Gockel [Heeger Tiere I 13]. — c.α. 'Tannen- oder Fichtenzapfen', meist im Pl., Gock(e)le [NPf nördl. VPf KU-Miesau BZ-Gossw Eußth Wilde 124], Geckel [KB-Zell (Wilde 59)], Goog(e)le [KU-Gries Schönbg Steinb HB-Kirrbg KL-Gimsb Kaislt KB-Kriegsf NW-Hardbg Weidth Wilde 124], Gockelcheʳ [KU-Dittw KL-Neukch Mehlb KB-Orb Gauh], Googelcheʳ [KU-Nanzw Dietschw Quirnb Kübbg W'mohr Dunzw ZW-Lambsbn Bechhf KL-Vogb RO-Ebbg]. Zs. Tannen-, Fichten-, Hahnengockel. — β. 'Kiefernzapfen', meist im Pl., Gogle [FR-N'lein NW-Erph BZ-Dernb], Gockelcheʳ [Kirchhbol]. Syn. s. Butzel1 4. — d. 'der wertvollste Klicker', Gockel [FR-Flomh]; vgl. Gockelchens. Syn. s. Schießklicker. — e. 'Schlittschuhschlüssel', Gookelche [KU-Breitb]. — f. 'die haubenartige, gegen die Stirn gestellte Haarfrisur bei Frauen', Gockel [NW-Lambr Neidfels]; vgl. Kobel. — g. 'Turmhahn' in Turm-, Kirchengockel. — Südhess. II 1406/07; Rhein. II 1292/93; Lothr. 210; Els. I 206; Bad. II 441.
3788 Zeichen · 150 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    Gökelm.

    Pfälzisches Wb.

    Gockel , Göckel , Gokel , Gökel m. : 1. a. 'Haushahn', Gock(e)l (gogəl, gogl) und Gog(e)l (gōgəl, gōgl) [zur Verbr. s. K…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goekel

16 Bildungen · 15 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von goekel 2 Komponenten

go+kel

goekel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

goekel‑ als Erstglied (15 von 15)

gö̑kelen

MNWB

gok·elen

gö̑kelen , gôkelen , swv. , Gaukelei treiben, gaukeln; Kunststücke, Taschenspielereien machen, ioculari, gesticulari. ° g. mit den gedanken.…

Gökeler

MeckWB

go·keler

Gökeler m. Gaukler: Red. Ost. 1126; Chytr. 299. Dä. 157 a .

gö̑kelêr(e)

MNWB

gokel·ere

gö̑kelêr(e) , m. , Gaukelmann; Gaukler, Zauberer, Taschenspieler, Fechter usw., „magus”.

gökelersch

MeckWB

gokel·ersch

gökelersch gauklerisch: 'ein ... gOekelerscher Quacksalver' Gry. Wed. O 6 b .

Gökelhahn

Adelung

gokel·hahn

Der Gökelhahn , des -es, plur. die -hähne, im gemeinen Leben, der Nahme des Hühnerhahnes, zum Unterschiede von den Hähnen anderer Vögel; von…

gö̑kelîe

MNWB

gok·e·lie

gö̑kelîe , f. , Gaukelei; Gaukelwerk, Taschenspielerei , ars magica, ioculatoria; Possenspiel. — (Auch ° gö̑chelîe. )

gö̑kelman

MNWB

gokel·man

gö̑kelman , m. , Gaukler, Possenreißer, Taschenspieler, Fechter usw.; Narr. —

Gökelsack

MeckWB

gokel·sack

Gökelsack m. Sack, mit welchem der Taschenspieler seine Kunststücke vorführt Gry. Paw. Yy 2 b .

gö̑kelsak

MNWB

gokel·sak

gö̑kelsak , m. , Zauber-, Gaukelbeutel, eig. der Sack, Beutel des Gauklers, Taschenspielers . — (In der Reformationslit.: des pâwestes g., „…

gö̑kelspil

MNWB

gokel·spil

gö̑kelspil , -spē̆l , n. , Gaukelspiel, Taschenspielerei u. ä., den lü̑den ên g. vȫr de ôgen māken.

Ableitungen von goekel (1 von 1)

begö̑kelen

MNWB

begö̑kelen , begôkelen , swv. , Gaukelei, Zauberei treiben.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „goekel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/goekel/pfwb?formid=G03509
MLA
Cotta, Marcel. „goekel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/goekel/pfwb?formid=G03509. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „goekel". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/goekel/pfwb?formid=G03509.
BibTeX
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  title        = {„goekel"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-12},
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