gliedern,
vb. das anfangs mit glieden (
s. o.)
concurrierende verbum ist in den verbindungen czuglidern Diefenbach
n. gl. 250
a, zugliddern
gl. 355
b seit anfang des 15.
jahrh. belegt, einfaches gelideren Diefenbach
w. gl. 250
a, Diefenbach-Wülcker 628
erst anfang des 16.
jahrh., was aber wohl zufall ist und kaum auf rückbildung deutet; schon im 13.
jahrh. begegnet vereinzelt part. gelidert '
angegliedert'
hl. regel f. e. vollk. leben 2, 7,
wohl zu einem sonst nicht belegten inf. lidern (
oder doch schon gelidern?); gl.
ist bildung vom plur. gelider,
vgl. Wilmanns
gr. 2 (1893) 93;
häufiger wird es erst seit dem 17.
jahrh., den maa. bleibt gl.
im allgemeinen fremd; wo es begegnet (
vgl. z. b. Hunziker
aarg. wb. 107;
im part. grosz[ge]glideret
u. ä. Fischer 3, 857,
häufiger ableitungen mit präfixen, bes. zerglidern,
vgl. Staub-Tobler 2, 606, Fischer 6, 1134),
scheint es entlehnung aus der schriftsprache zu sein. 11)
trans. schon die wbb. des 18.
jahrh. (Steinbach 1, 605, Adelung (1775) 2, 718, Voigtel 2, 102
b)
weisen darauf hin, dasz das wort in rein verbaler function selten ist, im gegensatz zu dem adjectivisch gebrauchten participium (
s. u. 3);
es erklärt sich das naturgemäsz daraus, dasz die durch gl.
bezeichnete organische eintheilung wohl als vorhanden festgestellt, häufig aber nicht von auszen vorgenommen werden kann; bei der bedeutungsentwicklung hat das parallel gebildete lat. articulare gelegentlich eingewirkt. 1@aa)
eigentlich 1@a@aα)
einen menschlichen oder thierischen körper in seine glieder zerlegen (
vgl. die glid abglidern
Grazer brevier Lexer
anh. 5): glidern, entglidern, zerglidern
membratim secare, membra articulorum dividere, obtruncare, mutilare, deartuare Stieler 670;
es bleibt freilich fraglich, wie weit sich Stieler
hier von der bedeutung der composita hat leiten lassen. 1@a@bβ)
mit gliedern versehen, bilden, so wohl schon Diefenbach
n. gl. 250
a; Voigtel 2, 102
b; du, der mich gliederte so, zu diesen empfindungen längst mich vorbereitete, bildete, schuf! Lavater
poesien (1781) 1, 16. 1@bb)
übertragen aus a α und β,
wobei beide bedeutungen sich eng verschmelzen: in organische theile eintheilen, in niedere einheiten zerlegen oder in solchen anordnen; dabei bleibt die verwendung nicht an den gebrauch von glied
gebunden; während auf der einen seite gl.
wie auch das part. gegliedert
nicht entsprechungen für alle verwendungen von glied
bietet, wird es anderseits in fällen gebraucht, wo es nicht üblich ist, die niedere einheit mit glied
zu bezeichnen. auch darin unterscheidet sich gl.
von glied,
dasz es —
dies gilt vor allem bei anwendung auf menschliche gemeinschaften —
als untertheil stärker die gruppe im auge hat oder geltungsstaffeln voraussetzt; vgl. auch untergliedern.
die verbale function wäre in den meisten der beim part. zur besprechung kommenden verwendungen denkbar; geläufiger ist sie nur in folgenden verwendungen: 1@b@aα)
von militärischen formationen u. dgl.; in der sprache des 17.
u. 18.
jahrh. ist hier noch enger anschlusz an den militärischen fachbegriff glied IV
möglich; deutlich vor allem durch den anschlusz an die formel reih und glied (IV B 4
a β): aber vor allen strahlt neas im glanze der schönheit reiht und gliedert und fhrt den zug Bürger 246
Bohtz. entsprechend in der bildlichen verwendung: der eurer genossenschaft stifter und vater ... der eueren reihen selbst gliedert und führt Zesen
helikon. rosentahl (1669) 53.
später wird gl.
im allgemeinen nur für die eintheilung in gruppen, formationen gebraucht: die räumliche trennung führte endlich zu dem entschlusz, das französische heer in zwei gesonderte armeen zu gl. v. Moltke
ges. schr. u. denkw. 3, 11; freilich muszte ... die VI. armee neu gegliedert werden 3, 258;
vgl. aber tief gegliedert
u. 3
c. 1@b@bβ)
vom kunstwerk (
bzw. dessen rohmaterial),
wobei das subject sowohl der künstler als das künstlerische mittel der gliederung sein kann: bis hieher hat Grillparzer den stoff in scenen gegliedert
jb. d. Grillparzerges. 8, 30; doch hat Mozart es sich selten versagt, durch kleine züge freier bewegung in der begleitung das ganze schärfer und lebendiger zu gl. O. Jahn
Mozart 3, 295; ihre (
der arien) anlage begünstigt, da sie nicht von einem hauptgedanken als dem mittelpunkt aus das ganze gliedert, das zerfallen in einzelheiten 1, 282; die gliedernde thätigkeit der composition Fr. Th. Vischer
ästhetik (1846ff.) 3, 22; römische bogenfenster gliedern ihn (
den turm) Gregorovius
wanderjahre in Italien (1904) 2, 130. 1@b@gγ)
vom material denkender betrachtung und sprachlicher äuszerung, öfter im sinn von disponieren: gliedere dein material wohl nach dem schemen, was du dir ja im beginn der arbeit gegeben hast v. Görres
ges. br. (1858) 1, 26; den gestaltungsprozesz der klassischen kunstform gl. Hegel 10, 2, 26; man gliedert die geschichte der deutschen sprache in drei abschnitte, die alte, mittlere und neue zeit Behaghel
gesch. d. dt. spr.5 148; einen vortrag, beweis, eine ausführung gl. Heyne 1, 1204; seine sätze schlecht gl.;
daher auch ohne object: fortdringender, reihender, gliedernder verstand Lavater
physiogn. fragm. 3, 216;
mit stärkerem anschlusz an den concreten ausgangspunkt 1
a α: die vollständige mechanik seines lastersystems aus einander zu gl. Schiller 2, 9
G. 1@b@dδ)
von geographischen räumen: der (
erdtheil) ... in jeder hinsicht vielseitiger, vielartiger als jene von mittelmeeren und oceanen zertheilt, gegliedert, umspült wird Ritter
erdk. (1822f.) 1, 63. 1@cc)
an glied VII
anknüpfend: wie glieder einer kette aneinanderfügen (
nur im 17.
jahrh. belegt),
vgl. angliedern: da die wOerter mssen gebunden und gleichsam an einander gegliedert ... werden Zesen
verm. Helikon 1, 126; ist also der buchstab oder letter ein wortlit oder gelied eines worts, dardurch es als an eine ketten gegliedert und zusammengehalten wird Harsdörffer
d. teutsche secretarius 2, )( 6
a. 1@dd)
lehnübersetzung von articulieren
geordnete laute hervorbringen; bereits Zesen
hat versucht, diese verdeutschung einzubürgern: das wort buchstab (=
laut), welches das kleinste theil eines gegliederten wortes ... ist
rosenmând (1651) 123,
vgl. die stimme der vogel ist nur ein verwürreter, ungegliederter und unverständlicher klang und hall 6;
etwas gröszere geltung hat die lehnübersetzung seit Campe
gewonnen: für articulierte töne kann man entweder gegliederte töne oder auch mit einem worte gliedertöne wie gliederpuppe ... sagen
fremdwb. (1801) 171
a;
bei J. Grimm
auch im inf.: das geordnete entfalten der laute heiszt uns gl., articulieren
kl. schr. 1, 267;
häufiger im partic., wofür hier die beispiele gleich angeschlossen werden: den thieren ... theilnahme an menschlich gegliederter rede beizulegen J. Grimm
Reinhart fuchs V; so ist der ... monolog Hamlets ... nur eine auseinandergelegte interjektion, ein gegliederter naturlaut O. Ludwig 5, 99; dasz der bau der stimmwerkzeuge bei den affen ungeeignet sei zum hervorrufen gegliederter laute O. Peschel
völkerk. (1874) 3;
im ganzen hat sich die verdeutschung nicht durchgesetzt. 22)
seit dem 18.
jahrh. begegnet sich gl.,
zunächst 2@aa)
concret '
sich glieder bilden, glieder gewinnen': worinnen es neun monat lieget, sich strecket, gliedert, formt und füget D. W. Triller
poet. betrachtungen (1750) 1, 166;
ähnlich, doch als bild: so dasz der leib zum geist wird, und der geist ein leib erscheint, sich gliedernd in gestalt Grillparzer (
Libussa 3) 8, 169
S.; 2@bb)
übertragen '
sich eintheilen': die wasserscheide ist die beste vorwehr. hier hat sich die erde von selbst gegliedert und ein triebwerk geordnet Fr. L. Jahn 2, 575
E.; gewöhnlich weniger activ: sich gl. = gegliedert sein,
principiell in allen verwendungsweisen dieser verbindung (
s. u.),
aber weniger geläufig: (
das insektennahrungsrohr) gliedert sich ... in drei hauptabschnitte Brehm
thierl. 9, 15; das aufgebot der stadt ... gliederte sich nach den acht stadtteilen in kompagnien v. Alten
handb. 4, 151; natürlich gliederten sich diese zentenen nach der verwandtschaftlichen zusammengehörigkeit wieder in kleinere kreise Wimmer
gesch. d. dt. bodens 39; die gebührnisse gl. sich heute in Deutschland in ... gehalt ... (und) unterrichtsgelder v. Alten 4, 75; was uns bisher nur stoff war, das gliedert sich plötzlich vor dem inneren auge W. H. Riehl
dtsche. arbeit 282;
daneben sich in sich selbst gl.: damit aber gliedert es sich in sich selbst,
d. h. es dirimirt seine allgemeinheit in seine unterschiede Hegel 7, 1, 466. 33)
partic. gegliedert,
adjectivisch gebraucht und daher gelegentlich auch compariert: ... je unendlicher er (
gott) dachte, je herrlicher und gegliederter ward die schöpfung Brentano 5, 388; sie (
die rezensenten) wägen jeden lebendigen menschen des gedichts gegen das wort der vorrede und schreien darüber, wenn er gegliederter auftritt Jean Paul 44, 167
R.; die bedeutung schlieszt sich an gliedern
an (
vgl. 1
a u. bes. b),
schillert aber stärker: mit gliedern versehen, aus gliedern, organischen theilen bestehend, in glieder, organische theile zerfallend, organisch, in seinen theilen geordnet, gruppiert; stärker als beim verbum hat sich hier einflusz von articulatus, articulé, articulate geltend gemacht. seit dem 16.
jahrh. in der verbindung gegliedert sein
gebräuchlich; attributiv gern mit adv., bei concretem gebrauch fein, zart, wohl, grob
u. s. w., bei übertragenem gut, reich, schlecht, sonderbar
u. s. w. 3@aa)
concret vom (
menschlichen oder thierischen)
körper und seinen untertheilen: von der gesamtheit des körpers: ich bin sehr wol glidert im hirn von fssen uff bis an die stirn Wickram 4, 15
B.; auch der mensch ist ein einheitliches ganzes, das aber physisch aus millionen zellen besteht und mannigfaltig gegliedert ist fürst Pückler
briefw. u. tageb. 3, 430; dasz ich mit verschiedenen gliedmaszen, augen, ohren u.
d. g. begabt sey, die zusammen genommen einen gegliederten körper ausmachen Nicolai
literaturbr. 2, 281; sein fein gegliederter körper verräth den aufenthalt einer weiblich gearteten seele Kürnberger
novellen (1861) 1, 223;
in ungewöhnlicher construction und in der bedeutung '
als glieder existieren, zu gliedern geworden sein'
ist gegliedert sein
von Tieck
gebraucht: was helden thun und denken, ist im weibe gegliedert und als körper ausgebildet Tieck 1, 290;
von den einzelnen gliedmaszen, bes. von der hand: jene hand, die gern und milde sich bewegte, wohlzuthun, das gegliederte gebilde, alles ist ein andres nun Göthe 3, 80
W.; die zierlich gegliederte, fast durchsichtige hand seiner braut v. Holtei
erz. schr. 5, 212; die gegliederte hand J. J. Engel 10, 16; das markige, stark gegliederte angesicht Jean Paul 15/18, 8
H.; die arme (
des meerungeheuers) wahren nicht wohl gegliedert gewesen J. Prätorius
anthropodemus plutonicus (1666) 1, 465;
entsprechend der erweiterten bedeutung von glied (
vgl. II B 5)
in der zoologie: (
der maikäfer ist) am grundtheile gegliedert
allg. dt. bibl. anh. z. 53—86, 753; die flossenstrahlen sind ... quer gegl.
M. v.
d. Borne
hdb. d. fischzucht 114. 3@bb)
von einer gemeinschaft (
religiöser, politischer, socialer art);
in älterer sprache begegnet noch enger anschlusz an den bildlichen ausgangspunkt glied III A,
wobei das ergebnis der gliederung der einzelne sein kann: dieweil wir alle in gemeyn von einem leib gegliedert seyn Bertesius
Frischlins phasma (1606) 2, 2;
später bezieht sich gegliedert
nur noch auf die ordnung in gruppen oder gröszere gebilde: eigentliche vielgötterei ist nur da, wo ... die götter ... eine gegliederte zusammengehörige vielheit bilden Schleiermacher I, 3, 43; neben den geschlechtern (
der städte) stand die regierte bürgerschaft, gegliedert in innungen G. Freytag 18, 116; der name Preuszen, der nun erst emporkam, bezeichnete zugleich das zu diesem zweck besonders gegliederte staatswesen Ranke
s. w. 30, 69; volksbildung sehe ich nur in einem germanisch, das heiszt aristokratisch gegliederten staatswesen für möglich an Lagarde
dt. schr. 13; der orden (
der deutschherren) ... war in dem sinne der abendländischen christenheit gegliedert Ranke
s. w. 25, 42;
es kann dann der begriff der trennung über den der ordnung dominieren: jetzt, da die parteien scharf geschieden und gegliedert sind Laube
ges. schr. (1875/82) 1, 149; die volksklassen sind bei den Polynesiern durch die soziale anwendung des tabu in einer schärfe gegliedert Ratzel
völkerk. 2, 193;
vgl. sich abgliedern. 3@cc)
im militärischen bereich bezieht sich gegliedert
zumeist auch auf die ordnung in gruppen (
vgl. 1
b α);
mit deutlichem hinblick auf den menschlichen organismus: wie wollt ihr doch, ihr herrn, mit diesem heer des Varus euch messen — an eines haufens spitze zusammen aus den waldungen gelaufen, mit der cohorte, der gegliederten, die, wo sie geht und steht, des geistes sich erfreut? H. v. Kleist 2, 335
Sch.; die bezeichnung decuria, eigentlich die einzelne abtheilung einer nach zehnerschaften gegliederten körperschaft Th. Mommsen
röm. staatsrecht 1, 268;
daneben begegnet aber auch direkte anknüpfung an glied IV
besonders in der formel tief gegl.: dort setzte der gegner beiderseits der tranchée vier mal mit stets neuen truppen auf einer frontbreite von etwa 3 kilometern zu tief gegliederten angriffen an
heeresbericht v. 26. VI. 1915. 3@dd)
in der botanik knüpft gegliedert
zunächst an glied VI A
an: gegliedert, mit absätzen versehen, gleichsam aus übereinandergesetzten stücken bestehend, die an den verbindungsstellen durch eine rundumgehende linie ... unterschieden sind Bischoff
beschr. bot.2 12
b;
vgl. Dietrich 6, 75; halm ... bedeutet ... nicht die ähre (spica arista), sondern den geknoteten, gegliederten stengel des geschoszten korns
rechtsalt.4 1, 168;
doch auch wie glied VI B
auf die früchte bezogen s. Campe 2, 403
a, Heinsius 2, 479
a und allgemein wie glied VI C
auf die organischen theile der pflanze: andere (
steppen) mit saftigen, immergrünen, gegliederten labpflanzen geschmückt A. v. Humboldt
ansichten d. natur (1808) 4, 8; in der pflanzenlehre heiszt gegl. eine knollige wurzel (articulata), wenn ein knollen gerade aus dem andern gewachsen ist, so dasz das ganze aus aneinander hangenden gliedern zu bestehen scheint; ... der staubfaden, wenn er ein bewegliches glied hat Campe 2, 403
a. 3@ee)
in der architektonik wird gegl.
zunächst im sinne von glied VIII B 1
a auf die ornamentik bezogen: die fenster waren reich in ihrer einfassung gegliedert G. Keller 2, 170;
in weiterem sinn aber auf die gesamte auftheilung einer baulichen fläche: ein schön gegliederter bau; eine nur durch reihen schmuckloser fenster gegliederte fassade; das schlosz ist in einen mittelbau und zwei sich stark abhebende seitenflügel gegliedert. 3@ff)
auf sprachliches wird gegl.
bezogen im sinne von glied VIII B 3
a: ein reich gegliederter satz
u. s. w., nicht dagegen im sinne von glied VIII B 3
c auf die theile eines zusammengesetzten wortes; als lehnübersetzung von articulieren
s. 1
d; daneben in freierer verwendung, auf stilistisches bezüglich: die sprache des romans musz den continuierlichen flusz der prosa haben, aber mannigfacher gegliedert und leichter sein Solger
vorles. ü. ästhetik (1829) 271. 3@gg)
besonders geläufig ist gegl.
im hinblick auf alle rhythmische und künstlerische gruppierung (
vgl. auch f): rhythmisch gegliederte körperbewegungen Bücher
arbeit u. rhythmus4 357; 417;
auch übertragen: so konnte ... im kreise der europäischen entwicklung ein rhythmisch gegliederter wechsel, ein wellauf, wellab, festgestellt werden
M. Brzóska
anthropomorphe auffassung d. gebäudes (1931) 14;
von metrischer und musikalischer gruppierung: das epos mit ... nicht strophisch gegliederten langzeilen Scherer
kl. schr. 1, 140; die übrigen sätze (
der d- und esdurquintetts) sind völliger gegl., reicher ausgeführt und weiter ausgedehnt O. Jahn
Mozart 2, 368; 4, 238; der prolog ... ist ein durchaus nothwendiger und wesentlicher theil der handlung, dramatisch belebt und gegl. G. Freytag 14, 103;
auch in der plastik: der bart und das haar des Silens, das ... wagerecht gegliedert ist, sind schwarz Hiller v. Gärtringen
Thera (1903) 2, 26. 3@hh)
von geographischen räumen und geologischen gebilden (
vgl. o. 1
b δ): wirklich ist es (
Afrika) auffallend roh gegl., insofern ihm halbinseln fehlen O. Peschel
völkerk. (1874) 223; ohne stufe, ohne queren absatz, von senkrechten mächtigen klüften einzig und allein gegl., stürzt die ganze felsenmasse in geschlossener mauer von ihrer gipfelhöhe herab H. v. Barth
Kalkalpen 397. 3@ii)
von unorganischen stoffen: gegliederter sandstein Göthe III, 8, 105
W. 3@jj)
bei mechanismen bezieht sich gegl.
besonders auf sich gleich oder ähnlich wiederholende theile, vor allem, wenn sie beweglich sind: eine gegliederte rinne von eisenblech (... gliederlänge 0,75 m) läuft an einer horizontalen bahn (
bei der baggermaschine) Karmarsch-Heeren 1, 277; die gegliederten fensterläden Stifter 4, 1, 25
S. 3@kk)
vom material denkender betrachtung und sprachlicher äuszerung (
vgl. o. 1
b γ)
und von sammel- und ordnungsbegriffen abstracter wie concreter natur: ein schlecht gegliederter vortrag
u. s. w. vgl. o.; bes. verbreitet ein gegliedertes ganze:
s. beleg aus Kant
u. kunsttheil; aus einem zufällig zusammengerafften material ... ein gegliedertes ganze ... machen Justi
Winckelmann (1866ff.) 2, 1, 135; dieses ganze ebenso reich gegliederte als wohlgeordnete system unsrer jetzigen natur- und weltanschauung D. Fr. Strausz 6, 99; sonderbar gegliedert ist diese verfassung Ranke
s. w. 42, 61; wer ... rath zu ertheilen fähig war, der kannte auch den werth natürlich gegliederter staatsordnungen Dahlmann
frz. revol. 105; paragraphen, die in einem unübersehbaren capillarsystem von eintheilungen gegliedert ... waren Justi
Winckelmann (1866) 1, 78. 3@ll)
dem unter 2
b angeführten sich in sich selbst gliedern
entspricht in sich gegliedert,
das das selbstgewachsene der gliederung hervorhebt: wir haben wirklich eine volle, in sich gegliederte und eine reiche staatswelt viele jahrhunderte früher, ehe an ein Frankreich zu denken war H. Laube
ges. schr. (1875—82) 4, 71.