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Gewênde

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
20 in 15 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gewênde

Bd. 2, Sp. 659
Das Gewênde, des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte wenden. 1. Die Handlung des Wendens oder Umwendens, wo dieses Wort vornehmlich in der Landwirthschaft üblich ist, und 1) das Umwenden mit dem Pfluge im Pflügen auf langen Ackerrücken bezeichnet. Ein Gewende machen, mit dem Pfluge umwenden. 2) Noch häufiger wird es als ein Feldmaß gebraucht, ein Stück Ackers von solcher Länge bezeichnen, als man mit dem Pfluge in gerader Linie, ohne umzuwenden, zu pflügen pfleget. Das Obergewende, das Mittelgewende, das Untergewende, wenn ein langer Acker in drey solche Theile getheilet wird. Gemeiniglich hat ein Gewende sein bestimmtes Maß, welches sich aber nicht überall gleich ist. An den meisten Orten kommt es mit einem Morgen überein. In der Lausitz hält es 180 Schritte oder 240 Leipziger Ellen in der Länge, und 65 5/16 sechsfurchige Beete, jedes von 23/4 Ellen, also 180 Ellen in der Breite; so daß 171/2 Gewende eine Hufe machen. In Böhmen und Österreich, wo dieses Wort auch Gewanten oder Gwanten lautet, ist es so viel als ein Morgen, so daß 60 Gewende eine Meile machen. 3) Der Ort, wo andere Äcker der Breite nach an andere anstoßen und sich enden, wird in manchen Gegenden gleichfalls ein Gewende, und wenn sich daselbst viele Äcker enden, ein Hauptgewende genannt. 2. Was gewendet wird, doch nur in einigen Fällen. 1) Die von dem Hirsche im Fliehen mit dem Geweihe umgewandten Blätter oder abgebrochenen Äste in den Dickichten heißen bey den Jägern ein Gewende, ingleichen die Himmelsspur oder das Himmelszeichen, im Gegensatze der Spur auf der Erde. 2) So viel Dinge Einer Art, als zur Umwechselung nöthig sind, dergleichen man in vielen Fällen, mit einem Französischen Worte, eine Garnitur zu nennen pflegt. Ein Gewende Kleider, Tapeten, Schnallen u. s. f. Ein Gewende Pferde, ein Gespann. 3) Ein Graben, S. 1 Gewand.
1843 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gewendestn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    gewende stn. ein ackermaß. Frisch 2,439. b. Schmeller 4,103. ein rechte daicze mail kuniges masʒe die schol vier eckerle…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gewendeSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    gewende , Sb. nhd. Pflugwende, Gewann, Acker, Ackerbreite ÜG.: lat. (stadium est) centum passus, fundus sexaginta decemp…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gewênde

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Gewênde , des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte wenden. 1. Die Handlung des Wendens oder Umwendens, wo diese…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gewende

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gewende , soviel wie Feldstück; auch Angewende (s. d.).

  5. modern
    Dialekt
    Gewende

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-wende: [mhd. Lexer gewande ] f. 1. jəwę·n.də lange Reihe gemähten Grases Sieg-Strombg . — 2. Anwende.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewende

18 Bildungen · 7 Erstglied · 11 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gewende

ge- + wende

gewende leitet sich vom Lemma wende ab mit Präfix ge-.

gewende‑ als Erstglied (7 von 7)

gewendelech

Lexer

gewende·lech

ge-wendelech stn. gewand, gewänder. sô swenzelierent sie danne an sô manigen enden mit ir gewendelech Berth. 118,18.

gewendeler

Lexer

gewen·deler

ge-wendeler stm. s. v. a. gewander Beh. 14, 19. 312,3. Schm. 4,101 ;

gewendelîn

Lexer

gewend·elin

ge-wendelîn stn. BMZ kleines, armseliges gewand Kchr. Engelh. Pf. üb. 149, 711 ;

gewendelære

KöblerMhd

gewendelære , st. M. nhd. „Gewandhändler“, Kleidungsverkäufer Hw.: s. gewandære, gewant Q.: Beh (1462-1465) E.: s. gewant W.: nhd. (ält.) Ge…

gewendelīn

KöblerMhd

gewende·līn

gewendelīn , st. N. nhd. „Gewändlein“, kleines Gewand, armseliges Gewand, Kleidung, Kleidungsstück Hw.: s. gewendel Q.: Kchr (um 1150), Hiob…

gewenden

FWB

1. ›etw. (das einzutreten droht) verhindern; etw. abwenden; etw. abstellen‹.; 2. ›jn. von etw. (einem Vorhaben, einer Tätigkeit, einer Haltu…

gewende als Zweitglied (11 von 11)

feldgewende

DWB

feld·gewende

feldgewende , n. campi, arva: erfreu die dürren feldgewende durch korn und segenreiche frucht. Gryphius 2, 283 .

hauptgewende

DWB

haupt·gewende

hauptgewende , n. ein gewende, wo viele stücke felder der breite nach an einander stoszen. das.

ingewende

KöblerMnd

inge·wende

ingewende , N. nhd. rechtlicher Einwand E.: s. in (2), gewenden? L.: MndHwb 2, 432 (ingewende), Lü 158a (ingewende)

Pfluggewende

DRW

pflug·gewende

Pfluggewende, n. zu Gewende (I) I ein Längenmaß 50 ruten machen ein pflug gewende um 1530 SchlesDorfU. 47 Anm. 2 Faksimile weil der krug ...…

Roggengewende

DRW

roggen·gewende

Roggengewende, n. für den Anbau von Roggen bestimmtes Ackerstück vgl. Gewende (III) [Urbareintrag:] rocgengewande anno 1492 ... 28 1/2 morge…

strumpfgewende

DWB

strumpf·gewende

strumpfgewende , n. , der ort ' wo man einen acker gestrümpft oder in die quere getheilt hat ' Heinsius 4, 894 b ; s. auch strümpfen: ob der…

vorgewende

DWB

vor·gewende

vorgewende , n. , querstreifen am ende eines der länge nach gepflügten ackers oder ackerstückes: die v., anwände, welche wegen des nothwendi…