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Genóß

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Genóß

Bd. 2, Sp. 568
Der Genóß, des -ssen, plur. die -ssen, Fämin. die Genossinn, plur. die -en, der mit dem andern etwas in Gemeinschaft genießet, einerley Beschaffenheit oder Umstände mit ihm gemein hat. 1) In weiterer Bedeutung, von einer jeden ähnlichen oder gleichen Beschaffenheit; in welcher im Hochdeutschen veralteten Bedeutung es ehedem für gleich gebraucht wurde. Enkeiner sin genos, keiner seines gleichen, Fabeln der Schwäb. Dichter. So stark ist nieman noch so gros Er vindet etzuua sin genos, Fab. 83. An triuwe ist nieman sin genos, Fab. 93. Denn der sey euch genoß am adel, Theuerd. Besonders gebrauchte man es ehedem von Personen gleicher Geburt oder gleichen Standes; in welcher Bedeutung es noch zuweilen jetzt vorkommt. Ehedem mußte jeder von seinen Genossen gerichtet werden, von Personen seines Standes, die ihm ebenbürtig waren. 2) In engerer und noch gewöhnlicher Bedeutung ist Genoß jemand, der einige zufällige oder willkührliche Umstände mit dem andern gemein hat. Am häufigsten gebraucht man es in Zusammensetzungen, deren erste Hälfte diesen Umstand näher bestimmet. Z. B. ein Amtsgenoß, Bundesgenoß, Berggenoß, Diebsgenoß, Dienstgenoß, Ehegenoß, Eidgenoß, Glaubensgenoß, Handelsgenoß, Hausgenoß, Tischgenoß, Bettgenoß, Zunftgenoß u. s. f. Aber es kommt auch für sich allein vor. Alle ihre Genossen werden zu Schanden, Es. 44, 11. Die ersten Genossen des Abendmahls, die ersten, welche Theil daran hatten, welche es zuerst genossen. Der Dieb hat seine Genossen angegeben. Wo man denn die Gemeinschaft durch das Wort mit oft noch näher zu bestimmen pflegt, ein Mitgenoß. Anm. Kero übersetzte das Lat. consors noch sehr buchstäblich Ebanlozzo, und der Übersetzer Isidors Chilothzsso; Ottfried aber und Notker gebrauchen schon Ginoz und Genoz, theils für gleich, theils für einen Genossen. Im Nieders. lautet es Genate,[] Genoth, im Schwed. Note, im Isländ. Naute. Es kommt von genießen her, vielleicht so ferne solches auch speisen bedeutet, da es denn zunächst Tischgenossen mag bezeichnet haben. Genoß wird zuweilen auch von beyden Geschlechtern gebraucht, der Ehegenoß für die Ehegenossinn; richtiger aber werden beyde Geschlechter unterschieden.
2155 Zeichen · 36 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Genóß

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Der Genóß , des -ssen, plur. die -ssen, Fämin. die Genossinn, plur. die -en, der mit dem andern etwas in Gemeinschaft ge…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit genoss

55 Bildungen · 19 Erstglied · 33 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von genoss

ge- + noss

genoss leitet sich vom Lemma noss ab mit Präfix ge-.

genoss‑ als Erstglied (19 von 19)

Genossame

Adelung

genos·same

* Die Genossame , plur. die -n, eben daselbst, für Genossenschaft. Der Canton Uri ist noch jetzt in gewisse Genossamen oder kleinere Bezirke…

genosschaft

FWB

1. ›Gemeinschaft, Gesellschaft‹, sowohl in rechtlichen wie religiösen Bezügen.; 2. ›Genossenschaft, organisierte Rechtsgemeinschaft der grun…

Genosse I

RhWB

genos·sei

Ge-nosse I Sg. t. n.: 1. jəns Obst, insofern es genossen wird Erk-Körrenz . — 2. jənōət Mahlzeit; sit je all an't G.? Kemp-Ld (sehr selten …

Genosse II

RhWB

Ge-nosse II jənōət Kref Sg. t. n.: in der Wend.: En et G. sprenge in den Ehestand treten.

Genossen

Meyers

genos·sen

Genossen , in der Jägersprache soviel wie begehrlich; einen Hund g. machen : ihn anreizen. Dies geschieht besonders bei Schweißhunden dadurc…

genossen

FWB

1. ›sich zu etw. hingezogen fühlen, sich zueinander gesellen, an etw. teilhaben‹.; 2. ›sich mit jm./etw. vergleichen, sich mit jm./etw. glei…

genossenschaft

DWB

genossen·schaft

genossenschaft , f. societas, sodalitas, consortium. 1 1) die eigentliche form ist genoszschaft, mhd. genôʒschaft, ahd. ginôʒscaf, die heuti…

Genossenschaften

Herder

genossen·schaften

Genossenschaften . Aus der ursprünglich genossenschaftl. Gemeinde haben sich im Laufe der Zeit mancherlei privatrechtliche G. abgelöst, meis…

genossin

DWB

genos·sin

genossin , f. socia, consors, ahd. ginôʒinna Graff 2, 1128 , mhd. genôʒinne, genœʒinne, aber auch einfach genôʒe f., gattin: alhie an mîner …

genoss als Zweitglied (30 von 33)

Almosengenoß

Adelung

almosen·genoss

Der Almosengenoß , des -ssen, plur. die -ssen, der die öffentlichen Almosen eines Ortes genießet; in einigen Gegenden, ein Almosenbruder, un…

Ámtsgenóß

Adelung

amts·genoss

Der Ámtsgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, zuweilen, obwohl selten, so viel als ein Amtsbruder.

Bǘrschgenóß

Adelung

barsch·genoss

Der Bǘrschgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, in Schwaben, derjenige, welcher an der freyen Bürsch Antheil hat, er sey nun ein Bürschstand, …

Bếrggenóß

Adelung

berg·genoss

Der Bếrggenóß , des -ssen, plur. die -ssen, ein Mitglied einer Gewerkschaft; ein Gewerk, und in Ungarn ein Waldbürger, S. Adelung Gewerk .

Bundsgenóß

Adelung

bund·s·genoss

Der Bundsgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, der Theil an einem Bunde hat, der mit einem andern im Bunde stehet; nach dem Französischen, ein…

Dīenstgenóß

Adelung

dienst·genoss

Der Dīenstgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, der mit einem andern zu gleichen Diensten, besonders zu gleichen Frohndiensten verbunden ist.

Ēhegenóß

Adelung

ehe·genoss

Der Ēhegenóß , des -ssen, plur. die -ssen, in der anständigern Schreibart, Personen, die mit einander ehelich verbunden sind, von beyden Ges…

Eīdgenóß

Adelung

eid·genoss

Der Eīdgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, der Genoß eines Eides, oder eidlich beschwornen Bundes. Besonders pflegen sich die Schweizer-Cant…

Eingenoss

Wander

einge·noss

Eingenoss 1. Eingenoss baut auf, Zweigenoss reisst nieder, sagte der Mönch, als er mit der Nonne ins Gras fiel. 2. Eingenoss baut, Zweigenos…

Êrbgenóß

Adelung

erb·genoss

Der Êrbgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, der Genoß an einer Erbschaft; der Miterbe, welche Benennung üblicher ist.

Fúrchgenóß

Adelung

furch·genoss

Der Fúrchgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, derjenige, dessen Acker an des andern Acker anstößet, dessen Acker nur durch eine Furche von de…

Glāubensgenóß

Adelung

glauben·s·genoss

Der Glāubensgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, derjenige, welcher mit einem andern gleiches Glaubens ist, d. i. sich mit ihm zu einer und e…

Hándelsgenoß

Adelung

handel·s·genoss

Der Hándelsgenoß , des -ssen, plur. die -ssen, der mit einem andern in Gesellschaft handelt; im gemeinen Leben ein Compagnon, im Oberdeutsch…

Hāusgenóß

Adelung

haus·genoss

Der Hāusgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, Fämin. die Hausgenossinn, plur. die -en, der Genoß oder die Genossin eines und eben desselben Ha…

Jūdengenóß

Adelung

juden·genoss

Der Jūdengenó—ß , des -ssen, plur. die -ssen, Fämin. die Judengenossin, plur. die -en, bey den ältern Juden und in der Deutschen Bibel, eine…

Kírchgenóß

Adelung

kirch·genoss

Der Kírchgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, die Genossen einer und eben derselben Kirche, diejenigen, welche in eine und eben dieselbe Kirc…

Kóppelgenóß

Adelung

koppel·genoss

Der Kóppelgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, diejenigen, welche an einer Koppel, d. i. an einem gemeinschaftlichen Reviere, gleiches Recht …

Kúnstgenóß

Adelung

kunst·genoss

Der Kúnstgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, derjenige, welcher mit einem andern einerley Kunst ausübet; der Kunstverwandte.

Márkgenóß

Adelung

mark·genoss

Der Márkgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, der Genoß oder Theilhaber an einer Mark, besonders an einer Holzmark, in Westphalen und am Niede…

Mítgenóß

Adelung

mit·genoss

Der Mítgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, Fämin. die Mitgenossinn, eine Person, welche mit einer andern etwas in Gemeinschaft genießet, d. …

Pfárrgenóß

Adelung

pfarr·genoss

Der Pfárrgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, ein Einwohner, welcher zu einer Pfarre gehöret, in dieselbe eingepfarret ist; das Pfarrkind, de…

Reīchsgenóß

Adelung

reich·s·genoss

Der Reīchsgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, der Genoß eines Reiches, ein Unterthan desselben, so fern er an allen Gerechtsamen und Vorzüge…

Streitgenóß

Adelung

streit·genoss

Der Streitgenóß , des -en, plur. die -en, von Streit, Krieg, Gefecht, der, welcher neben einem andern, für eine und eben dieselbe Sache stre…

Stuhlgenóß

Adelung

stuhl·genoss

Der Stuhlgenóß , des -en, plur. die -en, von Stuhl, Gerichtshof, in einigen Gegenden, diejenigen, welche einen und eben denselben Gerichts- …

Tíschgenóß

Adelung

tisch·genoss

Der Tíschgenóß , des -ssen, plur. die -ssen, Personen, welche eines gemeinschaftlichen Tisches genießen, d. i. gewöhnlich mit einander speis…

Ungenóß

Adelung

ung·e·noss

Der Ungenóß , des -ssen, plur. die -ssen, Fämin. die Ungenossinn, der Gegensatz von Genoß, sowohl eine Person zu bezeichnen, welche mit der …

Wáldgenóß

Adelung

wald·genoss

Der Wáldgenóß , des -en, plur. die -en, derjenige, welcher mit andern gemeinschaftlichen Antheil an einem Walde hat.

Wāpengenóß

Adelung

wapen·genoss

Der Wāpengenóß , des -en, plur. die -en, Personen, welche einerley Wapen führen.

Weidegenóß

Adelung

weide·genoss

Der Weidegenóß , des -en, plur. die -en, derjenige, welcher mit einem andern eine gemeinschaftliche Weide hat, von 2 Weide.

Ableitungen von genoss (3 von 3)

genosse

DWB

genosse , genosz , m. socius, consors, aequalis, ein wertvolles und lehrreiches altes wort, auch gut erhalten und vortheilhaft wieder aufleb…

Ungenóß

Adelung

Der Ungenóß , des -ssen, plur. die -ssen, Fämin. die Ungenossinn, der Gegensatz von Genoß, sowohl eine Person zu bezeichnen, welche mit der …

ungenossen

DWB

ungenossen , n. , s. ungenossame. —

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „genoss". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/genoss/adelung?formid=G01340
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Cotta, Marcel. „genoss". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/genoss/adelung?formid=G01340. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „genoss". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/genoss/adelung?formid=G01340.
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