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Genĭus

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Genĭus

Bd. 7, Sp. 569
Genĭus (lat., eigentlich »Erzeuger, Schöpfer«), nach der Anschauung der italischen Völker ein Leben erzeugendes und erhaltendes höheres Wesen, das bei Erzeugung und Geburt des einzelnen Menschen mitwirkt, sein Wesen bestimmt, ihn als Schutzgeist durchs Leben begleitet und noch nach dem Tode in den Laren (s. d.) fortlebt. Als schöpferisches Prinzip in der G. genau genommen nur den Männern eigen; bei den Frauen vertritt seine Stelle der Inbegriff des weiblichen Lebens, Juno (s. d.), so daß in einem Hause, wo Mann und Frau sind, eigentlich ein G. und eine Juno verehrt werden. Doch sprach man im allgemeinen von dem G. des Hauses, dem das Ehebett (lectus genialis) geweiht war. Der Geburtstag des einzelnen Menschen ist zugleich der natürliche Festtag seines G. (g. natalis), dem man Weihrauch, Wein, Kränze, Kuchen darbrachte, wie man sich ihm zu Ehren auch selbst frohem Genuß überließ. Denn daß der Mensch das von ihm geschenkte Leben genieße, ist der Wille des G.; sich etwas zugute tun heißt daher bei den Römern »seinem G. sich hingeben«, und sich den Lebensgenuß versagen, »seinen G. betrügen«. Als dem höhern Ich des Menschen schwört man beim G., dem eignen wie dem geliebter oder geehrter Personen. Die Vorstellung von zwei Genien des Menschen, einem guten und bösen G., rührt von den Griechen her; der Volksglaube verband mit dem Begriff des G. stets die Vorstellung eines guten, fördernden Wesens. Wie die einzelnen Personen, so haben auch Familien, Genossenschaften, Bürgerschaften und Völker ihren G. Der des römischen Volkes (g. publicus oder populi romani) stand auf dem Forum in Gestalt eines bärtigen Mannes, in der Rechten ein Füllhorn, in der Linken ein Zepter; ihm wurde am 9. Okt. geopfert. Neben ihm erfuhr in der Kaiserzeit der G. des Augustus, als des Begründers des Kaisertums, und des jedesmaligen Kaisers öffentliche Verehrung. Auch Orten, wie Plätzen, Straßen, Toren, Bädern, Theatern, legte man ihre Genien bei (g. loci). Die Genien der Orte dachte man sich gewöhnlich als Schlangen, die man daher gern in Häusern hielt.
2060 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    genius

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    genius , s. unter genie.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Genius

    Goethe-Wörterbuch

    Genius vereinzelt (vor 1800) lateinisch flektiert (ua idVbdg ‘g. loci’), früheste Belege 1771. — In Übereinstimmung mit …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Genius

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Genius , s. Genien .

  4. Latein
    genius

    Mittellateinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    1. genius , -i m. vel raro

  5. Spezial
    Geniusm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Genius , m гений , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit genius

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von genius

ge- + niusen

genius leitet sich vom Lemma niusen ab mit Präfix ge-, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von genius 2 Komponenten

gen+ius

genius setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

genius‑ als Erstglied (1 von 1)

Genĭus morbi

Meyers

Genĭus morbi (lat.), Krankheitscharakter; G. epidemicus , der vorwaltende Krankheitscharakter einer herrschenden Epidemie.