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gebinde

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gebinde n.

Bd. 4, Sp. 1773
gebinde, n. bindwerk, gebundenes in mehrfachem sinne, mhd. gebinde (s. 1, a), es wäre ahd. gibindi; daneben mhd. gebint n.: ouch hânt die rîmen recht gebint. Jeroschin 26663, sind richtig gebunden, genau gereimt (vgl. gebende 7). diesz ist wie geband und gebund, jenes aber wie gebende und gebünde, d. h. collectiva zu band und bund, und auch zu gebinde findet sich so, obwol selten, mhd. bint, ahd. in anapint liciatorium (in der weberei) Graff 3, 136, mnd. bindt (s. 1, a), älter nl. z. b. een bindt stroes, bund stroh, s. im groszen nl. wörterb. unter gebinte, gebint, engl. dial. bind band u. ähnl. Halliwell 176b, wie nl. bint verbindende balken (s. 2, a). 11) zusammengebundenes, 1@aa) ein gebinde garn, die erste einheit die aus dem gesponnenen hergestellt wird, verschiedentlich von 20 oder 40 fäden, s. Adelung, genauer im öcon. lex. 781; gebinde heiszet bei dem abweifen zwanzig um die weife herumgezogene fäden garn, so durch einen zwirnfaden umschlungen und unterschieden werden, vierzig gebinde machen einen strehn. Amaranthes frauenz. lex. 2153, vgl. öcon. lex. 2732, Adelung. mnd.: ein bindt dat sindt 60 fedeme, s. Sch. u. L. 1, 339b. so wol schon mhd. gebinde im folg. (nicht gleich gebende, die wandernde krämer schwerlich fertig führten): einem krâmer hete er genomen ein sîdîn gebinde, daʒ gap er Gotelinde. Helmbr. 1075; noch jetzt wird zwirn, seide vom krämer auch nach gebinden verkauft. 1@bb) bildlich: in jedem pulsschlage glaubte ich zu fühlen, wie sich schon ein faden um den andern aus dem künstlichen gebinde ablösete, an den hienieden meine marionettenrolle geknüpft ist. Thümmel 2, 18. noch anders: für beide werde hier einem kleinen gebinde vermischter anmerkungen raum vergönnt. J. Paul ( Campe), vgl. gebund so bei Herder. 1@cc) auch im gewerbsleben weiter angewandt, z. b. bei den drahtziehern ein gebinde draht (faden ist die eigentliche bedeutung von draht); bei den schieferdeckern heiszt jede reihe steine nach der ganzen länge des daches ein gebinde ( Campe), es wird ja immer ein stein an den andern geheftet, gebunden; beim fleischer von zusammengebundenen würsten, und gewiss noch anders. 22) noch anders im gewerbsleben. 2@aa) beim zimmermann heiszen zwei säulen, die durch riegel und streben, bänder genannt, verbunden werden, ein gebinde ( Adelung), ostfries. gebind zwei mit balken und stäkbanden verbundene ständer (schwere strebebalken) Stürenburg 67a, nl. gebint n., auch das balkenwerk im hausbau überhaupt, sofern es ein gebundenes ganze bildet, u. a. (bint verbindender querbalken, hd. band), s. das grosze nl. wb.; bei Kil. ghebindte und ghebundte, tabulatum, lacunar. auch hochd. musz es ursprünglich diesem ähnlich allgemeiner sein, denn ein oberd. voc. des 15. jh. gibt structura gebinde Dief. nov. gl. 351a. s. auch sp. 1727 fg. gebände und geband im holz- und steinbau. 2@bb) beim böttcher, faszbinder, dann im handel, eine tonne schmal gebinde Adelung, als tonnenmasz, wie eine tonne schmal band (gegensatz buked band, bauchig), s. unter kleinband, kufband; es musz da eigentlich das reifenwerk bezeichnen, wie band das einzelne reifenbündel. dann für das gefäsze, faszwerk überhaupt, z. b. es gab so viel wein, dasz das gebinde nicht ausreichte. auch im bier- und weinhandel, verkauf in gebinden, d. h. in fäszchen, im gegensatz zu dem in flaschen, also gebinde von der fassung im fasse überhaupt. bei Steinbach 1, 223 gebinde als ein gewisses weinmasz, trium et quod excurrit amphorarum. 2@cc) mehr als art des bindens, mehr verbal, beim garbenbinden: auf einem acker musz einerlei gebinde sein, die garben in gleicher grösze gebunden werden. Adelung; im öconom. lex. 765 aber, seiner quelle, ist einerlei gebünde geschrieben, die garbe selbst als ein gebünde erklärt, s. dort. 33) gleich angebinde (s. d.), am geburtstag: kommt, geliebte Pierinnen, kommt, wir wollen auf ein lied und auf ein gebinde sinnen. Chr. Gryphius poet. wäld. 1, 623, welches gebinde denn zurückgeht auf den seidenfaden, mit dem in alter zeit die frau dem manne ihre gunst und treue sichtbar gab (Walth. 44, 8), der nachher auch als seidene binde zugeschickt wird (fastn. sp. 756, 18), noch im 17. 18. jh. als seidenband, auch mit blumen und reimen, wie noch von Göthe Frideriken (kleine blumen, kleine blätter u. s. w.). wie angebinde, auch eingebinde (s. d.), umgebinde redimiculum Steinbach 1, 226.
4392 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebindestv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    gebinde stv. swv. daʒ schif gebinden Nib. 454,2. Juppiter gebant Saturnus Barl. 249,22. — mit adv. präp. den helm er abe…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gebindeN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    gebinde , N. Vw.: s. gebint L.: MndHwb 1/2, 29 (gebinde), Lü 110b (gebinde)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebinde

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Gebinde , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Eine Anzahl mehrerer mit einander verbundener Stücke Einer Art. So ist bey …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gebinde

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gebinde , in der Baukunst die einzelne Rippe eines Dachstuhls (s. Dachstuhl ); im Garnhandel eine Unterabteilung der Str…

  5. modern
    Dialekt
    Gebinde

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Gebinde Band 2, Spalte 2,850

  6. Spezial
    Gebinde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|bin|de n. (-s,-) (Strauß) smaz (smac) m. ▬ ein Gebinde von Blumen n smaz de ciüfs.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebinde

3 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gebinde

ge- + binde

gebinde leitet sich vom Lemma binde ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gebinde 2 Komponenten

geb+inde

gebinde setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gebinde‑ als Erstglied (1 von 1)

Gebindels

LothWB

gebind·els

Ge-bindels n. Ri. Ha. Rom. Hom. das Umziehen aus einer Wohnung in die andere.

gebinde als Zweitglied (2 von 2)

angebinde

DWB

ange·binde

angebinde , n. donum natalicium, weil die gabe an den hals oder arm gebunden wurde, sonst auch eingebinde , einbund, gebindnis , strick, str…

eingebinde

DWB

einge·binde

eingebinde , n. donum baptismale: besuchten wir die wöchnerin, überreichten unser eingebinde. ehe eines weibes 16; das junge volk, es bildet…