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gapen

mhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
4
Verweise raus
9

Eintrag · Westfälisches Wb.

gāpen V.

Bd. 2, Sp. 1031
gāpen V. [Münsterl SWestf, verstr. OWestf] 1.1. den Mund, das Maul (weit) aufsperren. Gāp ǟs! mach den Mund auf (Kr. AhausAhs We). — Ra.: Wann dä gapet, dann kasse äm met däm Heuwagen inne Mule föen (Ennepe-Ruhr-KreisEnr REGENITER). — 1.2. ständig den Mund, das Maul (weit) aufgesperrt halten. — 2.1. nach Luft schnappen. — 2.2. gähnen; (als Anzeichen von Müdigkeit oder Langeweile) unwillkürlich den Mund aufsperren und die Luft einziehen und ausstoßen [Münsterl Mark Hellweg, [] verstr. bes. Kr. ArnsbergArn Alt]. Ek ma (muß) doch so gapen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@StiepelSp). Hä gāpet in ǟine Tūer, hä maut int Berre (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Hǫlt męn op met deï Gāp’m, düu stīks us alle ān! (Kr. IserlohnIsl Is). Dat was ne Hitse; de Kraigen sǟten op’m Tūn un gāpen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: He gäpp äs ne Kräie er ist sehr müde (WMWB). He gapt nao’t Berrelāken dass. (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Sprichw.: Äine Ape süht dä annere gapen (un fängt selws an te gapen) Gähnen steckt an (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Gāpen stïeket an (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor SCHLEEF). Tiegen äinen häiten Uoam (Ofen) es schlecht gapen manchmal hat es keinen Sinn sich aufzulehnen (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@EickelWe || mehrf.). — Rätsel: Dages hef ’t ’n Stück Flesk in’n Snabel, nachts steiht ’t vüor’n Bedde un gapet: Holzschuh (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@ElteEl || (ähnl.) mehrf.). — 3. gaffen, mit offenem Mund starren, neugierig sein [Kr. HerfordHfd Kr. HalleHal Münsterl Hellweg Kr. ArnsbergArn Mes]. Steit do te gapen, goh an de Arbeit! (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@HövelBh). Häste nao kinen Apen seihn, dat de den Käl so angaps? (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: He gapt met Nierse un Muul er gafft in auffälliger Weise (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw || mehrf.). — 4. (auseinander) klaffen, offen stehen, nicht schließen: Ne gaapende Wunde (WMWB). Dat Kleid japet (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). De Schohe gapet sind zu groß (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@BirgteBi). De Klumpe (Holzschuhe) gapet (WMWB). Diene Buckse gapet (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). De Döre gapet (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). ⟨Anlaut bei Bed. ’gähnen’: g- [allg. Münsterl Mark, verbr. Hellweg, verstr. KSauerl], ch- [Kr. TecklenburgTek Kr. SteinfurtStf Kr. AhausAhs Kos, verstr. bes. (westl.) Münsterl], j- [Kr. BeckumBek Sos, verstr. bes. östl. Münsterl Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. LippstadtLst Arn]; ’nach Luft schnappen’: fast nur j-Anlaut. — Flexion: 3. Sg. Präs.: gāpet [Kr. SteinfurtStf SWestf], gāpt [Kr. CoesfeldKos Rek], gapt [Kr. HerfordHfd Bek], gäp (evtl. zu → geªpen) [WMünsterl]⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,1020: gappen II; NDSWB 5,85: gāpen, kāpen. — Vgl. → geªpen, gē¹pen.
3188 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gapenswv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +2 Parallelbelege

    * gapen swv. spielen, hin und her gaukeln WernhMl.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gapen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    gapen, sw. v. gaffen, den Mund aufreissen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gapen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gapen , gaffen: 'gahpen, captare, die fisch gahpen nach der luft'. Henisch 1333 mit quellenangabe Coler. 902 , der letzt…

  4. modern
    Dialekt
    gapen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia gapen gaffen, mit offenem Munde anstarren: 'dat du gapest na deme dat dy nicht bevahlen ys' Gry. Lb. 2, M 4 b ;…

  5. Sprichwörter
    Gapen

    Wander (Sprichwörter)

    Gapen 1. Dat gâpt 1 wît und bitt 2 Nüms 3 . ( Ostfries. ) – Eichwald, 599; Frommann, III, 431, 214; Bueren, 336. 1 ) Gap…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gapen

11 Bildungen · 1 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

gapen‑ als Erstglied (1 von 1)

Gapenstock

Wander

gapen·stock

Gapenstock Dat is en rechte Gapenstock 1 . – Frommann, II, 542, 169; Bueren, 354; Eichwald, 598. 1 ) Gaffer, Maulaffe.

gapen als Zweitglied (9 von 9)

begapen

LW

bega·pen

be-gapen, mit offenem Munde begierig und lüstern ansehen, nach etwas trachten.

fergāpen

WWB

fer·gapen

fer-gāpen V. [verstr.] sich in jmdn. verlieben ( Kr. Beckum Bek Al).

nagāpen

WWB

na-gāpen V. [verstr. Münsterl] neugierig und staunend jmdm. hinterher starren. Moss nich immer de Deerns naogaapen! (WMWB).

Sagapen

Herder

saga·pen

Sagapen , der verhärtete Saft der Ferula persica ; s. Asa foetida.

ümmehērgāpen

MNWB

uemmeher·gapen

° ümmehērgāpen , swv. : umhergaffen, neugierig den Kopf wenden, „ Eft se nicht wyl hir ummeheergapen Unde maken uth dem narren eynen apen ” …

upgāpen

WWB

up-gāpen V. [verstr. Münsterl] den Mund weit aufsperren. Nu gaap up! zum Kleinkind beim Füttern (WMWB). — Ra.: He heff de Kost füär’t Upchāp…

Ableitungen von gapen (1 von 1)

begapen

LW

be-gapen, mit offenem Munde begierig und lüstern ansehen, nach etwas trachten.