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Furke

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Furke f.

Bd. 2, Sp. 967
Furke f. [verbr.] Forke. — 1. landwirtschaftliches Arbeitsgerät; (zweizinkige [verbr.], früher zwei-, später dreizinkige (Kr. MindenMin Kr. Minden@WietersheimWt)) Heu- oder Mistgabel [verbr. (außer Mark Olp, dort nur vereinzelt)]. — Differenzierung: die zweizinkigen, mit kurzem Stiel werden auf der Wiese, in der Banse (ebenerdiger Raum in der Scheune zum Lagern des ungedroschenen Getreides) und auf dem Heuboden gebraucht, die dreizinkigen, mit langem Stiel zum Aufladen der Getreidegarben und des Heus auf den Wagen und in die Banse (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATE-NAUWB). Bei’n Höggen brouket se ne Furke (Kr. BürenBür Kr. Büren@LichtenauLi). Met de Fuorke geiht ’t int Hei (Kr. MünsterMün Kr. Münster@NienbergeNb). Met düse Fuorke läött sick dat Heu guet afdauhn (Kr. SoestSos Kr. Soest@OestinghausenÖh). Wenn ih ’t mon up de Forke häbbt, krieg ih ’t ook in de Hilde (Raum über den Ställen) (WMWB). — Phras. Vbdg.: Grāine Foärke (Kr. ArnsbergArn Mü) nach der Kartoffelernte stattfindendes Fest, bei dem eine Forke mit Kartoffelstrünken geschmückt ist [KSauerl]. — Ra.: Wïetten, wu de Fuorke in’n Stïell sitt wissen, wie sich eine Sache verhält, wie es um eine Sache steht (Kr. BeckumBek Vh). Wi stäkt dat Hus upen Balken und schmied’t de Forken inen Soot (Brunnen) sagt man, wenn alle aus dem Haus gehen wollen (Kr. MindenMin Kr. Minden@DankersenDa). — 2.1. Gabel, die beim Essen zum Zerlegen, zum Aufnehmen oder Vorlegen von Speisen dient [bes. WMünsterl]. De Magister packt de Worste mät de Forke an (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BocholtBh). — 2.2. Gabel zum Fangen von Fischen [WMünsterl]. Wann et Water van de Bokeltse Ao afeloten was, ... hadden wij uns all ne iserne Forke ut de Lade estritzt (heimlich mitgenommen), üm Oolen te fangen (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BocholtBh). — 3. gabelförmiges Holz. — 3.1. Astgabel [verstr. bes. Mark]. — 3.2. große Gabel, mit der die Wurststöcke unter die Decke gehängt werden [verstr. südl.]. — 3.3. Holzgabel für eine Schleuder (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw). — 4. Harke, Gerät zum Nachharken [verstr. die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Isl]. — 5. gabelförmiges Gestell „für Kühe oder Kleinvieh, das gern aus der Weide ausbricht“ (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw). — 6. (Bandwirkerei) „Gabel aus Fäden, um die Fitzen im Strang auseinanderzuhalten“ (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw). Enne Fōake inleggen den Kreuzfaden einlegen (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Sw). ⟨Vokalismus der Stammsilbe: ›oª‹ [verbr.], „Förken“ [Min]. — e-Apokope [Münsterl]. — Abweichende Form: „Forkede“ (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@WinterbergWb). — Spez. Markierung: veraltet (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@SüdlohnSl (Bed. 2.2), Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw (Bed. 6))⟩ Zus.: → Al~, Arne~, Tō¹-dō¹~, Up-dō¹~, Up-dō¹ers~, Updō¹ns~, Up-dō¹ns~, Drek~, Drī~, Drī-tind~, Flē²sk~, Gāde~, Gārden~, Garwen~, Geªde~, Giᵉwel~, Griᵉpe~, Höi~, Hol~, Holt~, Jǟne~, Lāde~, Up-legger~, Lūse~, Uprekke~, Schat~, Schō²f~, Schot~, Spits~, Stāke~, Stal~, Tō¹steªke~, Up-steªke~, Af-steªker~, Tō¹-steªker~, Up-steªker~, Stē²n~, Toªrf~, Trekke~, Wichter~, Wīmen~, Wurste~. ¶ Vgl. RHWB 2,917: Furke; NDSWB 4,817: Forke. Syn.: → Gaffel, Gawel, Grē²pe.
2757 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    furkeF.

    Köbler Afries. Wörterbuch

    furke , F. Vw.: s. forke

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    FURKEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    FURKE swf. gabel, gabelförmiger zweig. lat. furca , franz. fourque . ein zwisele hiu er an die hant, daʒ die dâ furke ne…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    furkef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    furke , f. eine grosze gabel. ahd. furkâ in folgender stelle: under dien fuoʒen barg ër eina drizinga furkûn, diu Neptun…

  4. modern
    Dialekt
    Furke

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Furke n. Mos allg., u. zwar Eif furək [ Trier , Bitb , Wittl -ū- ]; Rip -u-, –o-, letzteres bes. LRip [ Köln daneben auc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit furke

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furke‑ als Erstglied (16 von 16)

Furke(n)

Idiotikon

Furke(n) Band 1, Spalte 1012 Furke(n) 1,1012

Furkedop

WWB

furke·dop

Furke-dop m. (für den Stiel vorgesehene) Stülpe der → Furke ( Bür Gr).

furkelen

WWB

furke·len

furkelen V. mit dem Geweih angreifen, aufspießen, kämpfen ( Wal Bh).

furkelhake

DWB

furkel·hake

furkelhake , furkelhaken , m. der eiserne hake, mit dem die furkel zum tragen hoher tücher beschlagen ist. s. furkel 5). 42 furckelhaacken, …

Furkeligīr

Idiotikon

Furkeligīr Band 2, Spalte 405 Furkeligīr 2,405

furkellippe

DWB

furkel·lippe

furkellippe , m. in der Wetterau einer der gespaltenen theile des furkels. s. furkel 8) und lippe, rocklippe.

furkeln

DWB

fur·keln

furkeln , n. der inf. des vorigen verbums substantivisch. in der bedeutung furkeln 1), jedoch in der üblichen form forkeln, steht es in ich …

furkelstange

DWB

furkel·stange

furkelstange , f. was furkel 5). 64 furckelstangen, das stück a 1 gl. 6 pf., macht 4 thlr. Fleming teutscher jäger 1, 215 b .

furkereⁿ

Idiotikon

furkereⁿ Band 1, Spalte 733 furkereⁿ 1,733

Furkestil

WWB

furke·stil

Furke-stil m. [verstr.] Forkenstiäl ( Unn Bt ) 1. Stiel der → Furke . — 2. Stiel der Harke (Frbg.) [verstr. Unn Enr].

Furketei

RhWB

furke·tei

Furketei uWupp 1870 m.: eine Art dicker, saurer Äpfel.

Furkett

Meyers

fur·kett

Furkett , während des Dreißigjährigen Krieges der unten zugespitzte, oben mit eiserner Gabel versehene Stab zur Unterstützung der Musketen b…

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APA
Cotta, M. (2026). „furke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/furke/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „furke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/furke/wwb. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „furke". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/furke/wwb.
BibTeX
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