Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
flötengehen
flötengehen
flötengehen Vb. ‘verlorengehen’; im Nd. seit dem 16. Jh. nachweisbar (s. unten), seit dem 18. Jh. in hd. Texten belegt. Die Herkunft ist umstritten. Überholt ist sicherlich der Versuch einer Ableitung von Flöte (s. d.) im Sinne von ‘dahintönen wie der verhallende Laut einer Flöte’. Vermutet wird Zusammenhang mit Pleite ‘Bankrott’ (s. d.), pleite gehen ‘sich fortmachen’, jidd. plete gehen, das volksetymologisch an Flöte angelehnt sein könnte. Neuerdings wird dagegen Herleitung von rotw. Flöte euphemistisch für ‘Gefängnis, Krankenhaus’ (von nhd. blöde, mhd. blœde ‘gebrechlich, schwach’, s. Rotw. 103) erwogen; danach müßte flötengehen zuerst von Personen gesagt worden sein; vgl. in: Lingua 26 (1970/71) 300. Vielleicht ist jedoch, ausgehend von nd. dat Geld ist fleuten gahn (Mitte 18. Jh.), zu fleuten gahn ‘hin und her laufen, davonlaufen’ (Mitte 16. Jh.), besser an mnd. vlȫten ‘fließen, schwimmen, treiben, geschwemmt werden’ (s. 2flößen, fließen) anzuknüpfen.