Wossidia
Faut Fot, Pl. Fäut, Föt, in Maßangaben selten Fauten, Fäuten, Dat. Fäuten,
m. Fuß. 1. das Körperglied von Mensch und Tier: pes 'ein Voth' Chytr. 113; Mi 21
a; wer keinen Grund und Boden besitzt, hett nich so väl (Acker), dat du 'n Faut upsetten kannst PaParchim@Groß PankowGPank; auf die Frage nach dem Ergehen antwortet der Alte: oh, noch kamen dei Fäut ümmer tauierst ut dei Dör rut Wa; der Gedanke an einen Aufenthalt im Auslande wird abgewiesen: dor süllen mi min Fäut eins hendragen hebben! WaWaren@JabelJab; Semmel un Säutmelk Dei maken dei Fäut welk Volksreim LuLudwigslust@GorlosenGorl; spottend sagt man vom weichlichen Kinde: hei hett 'n slimmen Finger an 'n Faut, hei kann nich slucken Wo.
V. 3, 1177; in Neckreimen: Jogen Mit dei groten Ogen, Mit dei krummen Fäut, Klümp un Backbeeren smecken säut 4, 53; Jogen, Hebben dei Klümp ok Ogen? Hebben dei Backbeeren ok Fäut? Smecken dei Plummen ok säut? 55; Hanne mit dei korten Fäut 433; in Tanzliedern: Hei sleiht dei Trummel, blas't dei Fläut, Nah dei Musik dor gahn dei Fäut 3, 510; Bumm, bumm, dat geiht gaut, Dat geiht ganz nah minen Faut Rim. 10; im Tiergespräch: Dei Fäut würden mi so weih daun, Ick künn dei ganz Nacht nich einen Danz mihr daun
V. 2, 4; nimm de Föt weg, säd' de Hahn to 't Sadelpierd, süs perr ick di 235; im Kinderscherzreim beim Kitzeln der Fußsohle: Wi willen dat Pierd den Fot beslahn, Dat sall den hogen Barg rupgahn 3, 281 c; se iß, aß eene Koh, de dat Spann vul Melck gift, un schleit et mit dem Foot wedder m (die fleißige, doch verschwenderische Frau) Mantz. Ruh. 13, 53; im Wundsegen: Bäut, bäut, bäut, Dei Has' hett vier Fäut, Dei Katt hett 'n langen Start, Dat 't bald wedder bäter ward! Wo.
V. 3, 558; im Anruf an den Storch: Oddebodder Langebeen, Sett dinen Fot up 'n Slipsteen 2, 1262; im Tierreim: Dei Kukuk un dei Sparling Dei warmten sick dei Fäut 1775 b; im Hochzeitsbitterspruch: 'Der Hahn sitzt bei der Henne, hat Sporen an den Föten, Es soll auch nicht fehlen an Fiedeln un Flöten' Bartsch 2, 75; wenn Snei infollen is in 'n Frühjohr, denn löppt dei Kiwitt so krümming in dei Wisch rüm un röppt: min Fäut, min Fäut! 1018; de Föt möt man warm hollen, säd' de Floh un set in 'n wullen Strump 273; der noch 'polende' kleine Junge bemerkt im Schwarzsauer einen Frosch und fragt: Mudding, hett Fattsupp ok Föt? 3, 763; gepaart mit Kopp: Kopp glatt, Fäut glatt Is 'n half Brutschatt Rim. 28; Den Kopp holl käuhl, dei Fäut holl warm, Slah di nich tau väl in dei Darm, Dei Achterpuurt möt apen stahn, Denn kann dei Dokter widergahn GüGüstrow@KobrowKobr; de et im Kopp nich hett, de moet et in den FOeten hebben (der Vergeßliche) Mantz. Ruh. 13, 53; mit Ogen: Hei würd' mi so sanft, hei würd' mi so säut, Vergüng' mi Ogen un Fäut (im Rätsel vom Schlaf) Wo.
V. 1, 61 b; 62 a; mit Hänn': Hei fummel mi so säut, Dat ick verget Hänn' un Fäut (dgl.) 61 b; Dat 't (die Gicht) bald ut Fäut un Hänn' rutgeiht (im Heilspruch) Bartsch 2, 403; Ick wull an Hand und Föht verlahmen (Beteuerung Ro 1742) Kohf. Hg. 28, 2
a. Feste Verbindungen: a. Spr. in wat Faut hebben in etwas Fuß gefaßt, Rechte erworben haben: 'dar vot inne hebben' (1390) UB. 21, 400; den besten Faut vörhebben sich sehr beeilen Ma Malchin@SeedorfSeed; den besten Faut vörsetten sich von der besten Seite zeigen Mi 21
a; die beste Karte ausspielen Reut. 7, 342; dei Fäut inne Hand nähmen schnell ab-, hingehen Wa; Bri. 5, 176; dei Fäut tausamenleggen einen Kniefall tun WiWismar@NeuklosterNKlost; dei Fäut nah 'n Bedd' strecken sich nach seinen Verhältnissen, bes. den wirtschaftlichen, richten: 'O datt lett wohl, wenn man de Fött' nam' Bedde streckt' (1712) Kohf. Hg. 13, 4; weck mit 'n Faut vör 'n Noors krigen Fußtritte erhalten, weggejagt werden Lu; up einen sick dei Fäut afwischen (sin Fäut afperren) jem. verachten, verächtlich, schlecht behandeln Lu; Wa; Wi; kolle Fäut krigen sprw. Vorwand, um sich zu entfernen; daher auch ein Wirtshaus ohne Bezahlung der Zeche verlassen; ein Spiel zur Vermeidung von Verlusten abbrechen Reut. 2, 355; weitere Wendungen
s. unter 4
b. Volksglaube: Die Braut, die in der Ehe die Herrschaft haben will, muß während der Trauung ihren Fuß auf den des Bräutigams setzen Arch. Landesk. 14, 541; Bartsch 2, 63; wenn man mit dem linken Fuß zuerst aus dem Bett steigt, gibt es an dem Tage ein Unglück oder mindestens üble Laune 133; wenn man sich beim Erblicken der ersten Schwalbe dreimal auf dem linken Fuß von Ost nach West umdreht, findet man in der dadurch gelockerten Erde Kohle, die gepulvert ein wirksames Tierheilmittel ist 173; in Heilsprüchen gegen Schlangenbiß heißt es: 'Ich still mit meinem rechten Fuß' und 'Ich stoß sie mit dem rechten Fuß weg' 455; der Drak kann nicht zum Hause heraus, wenn man den rechten Pantoffel auf den linken Fuß zieht oder wenn zwei, die Johann heißen, mit dem linken Fuß übereinander treten Wo. Sag. 2, 269; zum Schutz gegen den Moort soll man die Füße übereinanderschlagen oder in seinem Bett tenns de Fäut eine Axt hinsetzen, so daß ihr Bart sichtbar ist 415; ein Dieb kriegt lähmende Schmerzen in seinen Füßen, wenn man in seine Fußspuren senkrecht einen Nagel sticht Bartsch 2, 230; die Füße eines Toten im Hause dürfen nicht zur Tür hinauszeigen, sonst stirbt bald noch ein Hausbewohner 95. 2. übertr.: gegen dine Klaukheit kümmt keiner, sei sett't ehren Faut up Vörnehm' un Gering', un en Spaß is 't, wenn sei dorunner zappeln Reut. 2, 179; an Sachen unteres Ende, Untersatz, -lage: dei Ollsch mit einen Faut die Pumpe SchwSchwerin@PinnowPinn; an einem Baum möt dei ganze Faut anbliben sein Wurzelende RoRostock@KühlungsbornKühl; calx mali 'de Voth am Mastbohm' Chytr. 227; fulcrum mensae, trapezophorum 'des Disches Voth' 411; Buck mit Faut Untergestell der Brak allgem.; Faut der Garnhaspel Pa; PaParchim@BarkowBark; Bel; Kläd; beim Abbringen der Getreidegarben vom Fuder zur Miete oder ins Fack steht, sobald dies der Höhe wegen erforderlich ist, einer der Staker in 'n Faut,
d. h. auf einem Absatz von aufgeschichteten Garben oder einem Fautbrett (
s. d. 3) HaHagenow@Kirch JesarKJes; ungeschickt utleggte Ziegelsteine hebben Fäut Absätze Ha; gut gedüngter Acker
hett wat unner dei Fäut RoRostock@LangsdorfLangsd; Wenn Maidag dei Roggen bläuht, Steiht Jakobi dei Roggen in dei Fäut in Hocken nach dem Mähen Schö; abgeblaßt Grundlage, Form, Zustand, Verfassung, Ordnung, Art und Weise: voreilig oder gewaltsam Geändertes kümmt all noch wedder up'n ollen Faut RoRostock@RibnitzRibn; nach 1870 kem dei Welt jo up 'n annern Faut San; nu is 't ... mit dat Stür- un Tollwesen up 'n annern Fot sett't Disk. 93; hier up Päul (WiWismar@PoelPoel) stünn dei Buer mihr up 'n bäteren Faut as in Mäkelborg WiWismar@KirchdorfKirchd; wi güngen up unsen Faut fuurt (blieben bei unserer Sprechweise), dei Pommerschen ok RoRostock@RibnitzRibn; wenn wi Düütschen einstimmig wiren, dat wi all up einen Faut wiren, denn künn uns keiner wat WiWismar@GoldebeeGold; he speel en netten Foht (war in guter Verfassung, wohl zu leiden; 1759) Kohf. Hg. 34, 2
a. 3. Das Maß, die natürliche Grundlage der meisten älteren Maßsysteme, erst 1868 durch das Meter hierin abgelöst, in Resten noch bis heute im Gebrauch: Korn- und Kartoffelmieten werden vor der Anlage durch Abschreiten (affauten,
s. d.) mit dem eigenen Faut abgemessen RoRostock@KlockenhagenKlock; San; WaWaren@BlücherhofBlüch; ebenso vom Vorpflüger die Breite des zu pflügenden Ackerstreifens GüGüstrow@LaageLaage; Kornmieten haben so viel Faut Durchmesser, als sie Fäuder enthalten, in der Regel 30 bis 40 allgem. An Fußmaßen waren in Mecklenburg gebräuchlich der Hamburger Fuß von 28, 64 cm als Bau- und Werkmaß, der mecklenburgische Fuß von 28, 65 cm, der Rostocker von 28, 80 cm, der Lübecker von 29, 10 cm zur Landvermessung, der rheinländische von 31, 39 cm im Chausseebau; der Fuß enthielt 12 Zoll (Toll), der Zoll 12 Linien (Strich); 2 Fuß waren eine Elle (Äl), 16 eine Rute (Raud');
vgl. Bär. Gr.-Ges. 787; 1065; Arch. Landesk. 18, 391; 'laufend Fuß' war bei den Handwerkern das Maß, bei dem von der Breite abgesehen und nur der Länge nach gemessen wurde, bes. für Akkordarbeit und ihre Bezahlung Behr. Landbauk. 225
b. Sprachliche Belege: 'die Korn- oder Erndte-Wagen, von vierzehen Fuß, oder sieben Ellen lang, von einem Schamel biß zum andern, und die Leitern darzu von achtzehen Fuß oder neun Ellen lang ... die Mistwagen ... von acht Fuß, oder vier Ellen lang, von einem Schamel biß zu den anderen, und die Mist-Flechten, von zehen Fuß oder fünf Ellen lang ... und oben zwischen denen Flechten, drey Fuß, oder eine und eine halbe Elle weit' (1709) Bär. Ges. 3, 1, 31; 'ein großer schwarz und weiß gefärbter Ball deutet eine Tiefe von 11 Fuß Rostocker Maaßes ... an' (Ro 1847) Hafenord.; das Kirchendach is so bi hunnert Fäuten hoch SchöSchönberg@HambergeHamb; de Besansmast hett nich so väl Fauten wie der Großmast RoRostock@RibnitzRibn; all' dat, wat söß Faut un twei Toll oll mäkelnborgsch Mat mett, ... wat denn richtige drei Faut mank de Schullern breit is Bri. 4, 189; sonn' lütten Kierl, de ünner dat Soldatenmat weglopen is un œwer fif Faut nich ruter kann 190. 4. Bes. sprachliche Erscheinungen a. der Form: hd. ist der Zuruf des Hufschmieds an das Pferd, dessen Bein zum Beschlagen hochgehoben werden soll: Fuß! Fuß up! RoRostock@DoberanDob; SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; daher die Verben in-, upfußen. Im Pl. begegnet die Vollform Fäute in der schnellen Gang malenden Rda. dat wir all' Fäute an Fäute (1890) LuLudwigslust@Alt JabelAJab sowie im Rätsel vom Schlaf: Hei nödigt mi so säute,
Ick verget Ogen un Fäute Wo.
V. 1, 62 a; Fäuter unter Reimzwang im Wundsegen: Häusterpäuster, Kreih hett Fäuter 3, 553; die Verbindung 'n Fautere fif etwa fünf Fuß ist aus ein Faut oder fif entstanden; Bri. 2, 19. Den Pl. Fauten, Fäuten
s. 3.
Dim.: Fäuten, auch in der älteren Form Fäutken, Fäuting: Föten, wilt du Frost lieden; edder, Keelken, wilt du Dörst lieden? Mantz. Ruh. 18, 20; Se funk sick drup to putzen an Van Kopp bett hen tum FOeten Babst 1, 38; im Kinderreim: Ick will min lütt Pierdken dat Föten beslahn, Dat sall hüt noch dree, vier, fif Milen wit gahn Wo.
V. 3, 281 a; 2, 1353; Stäk du din lütten Fäutings rut 1804; Sei (die Schafe) hebben sonne witte Fäuting Un gäben dei Melk so säuting Wo.
V. 3, 23; Eija, slap säuting, Ick weig' di mit min Fäuting 34; Mäkelbörger Föten, Hambörger (Berliner, Engelsch) Schöhken neben Lütten Schöhking, Groten Föting 3, 1393; Tanzreim: Thymian un Meieran dat sünd de besten Planten, Un wenn dat Köppken lustig is, denn will dat Fötken danzen Mecklenburg Heimatbuch 218;
s. auch
frösten; Fäuten Name des Hasen, auch Hundename RoRostock@GresenhorstGres. b. des Gebrauchs im Satze: den Akk. Sg. gebraucht Bri. unter Einwirkung der vom Ndl. beeinflußten Seemannssprache mehrfach mit der Artikelform de, die ihr n verloren hat: he hadd' sick de linke Fot ... ossig verstukt 2, 176; 182; 212;
vgl. Nd. Jb. 54, 115 ff. Adverbialer Gen. Sg. a. Spr.: 'Marten ... gynck hen standes votes (auf der Stelle, sogleich)' Slagg. 143; 'darnha szyner frouwen, de doch swares vothes geiht (schwanger ist), nicht verschoneth' (Ro 1555) Urfehdebrief. Präpositionale Verbindungen; för: Faut för Faut Fuß für Fuß, Schritt für Schritt, ganz langsam; Faut för Faut führen RoRostock@KörkwitzKörkw; unablässig: de Hund geiht Fot för Fot gegen em up Völksh; œwer: sick mit einen œwer (œwern) Faut spannen in a. Spr. sich mit jem. ehelich verbinden, mod. sich mit jem. veruneinigen, in ein gespanntes Verhältnis zu jem. treten: 'wen se recht thosehen, wene se by der Handt genahmen, mit weme se aver Voeth sick gespannen' Gry. Wed. L 4
a; 'ein framer Ehegade so mit einem bOesen Ehegaden bOeßlick aver voth gespannen und ehelick vOerknůppet ys' Lb. 2, Q 3
b; dei Entspekter hadd' sick mit sinen Herrn œwern Faut spannt RoRostock@TessinTess; tau: tau Faut zu Fuß; facere stipendia pedibus 'tho vothe im Kryge denen' Chytr. 202; Wer dat Gahn tau Faut hett lihrt, Denn' breckt kein Wag', denn' stört't kein Pierd Wo. Rim. 31; zur Entschuldigung für lahmende Pferde sagt man:
dat kümmt von dat väle Taufautgahn RoRostock@RibnitzRibn; Reut 1, 22; 7, 208; Scherzrätsel: Woans warden de Fahlen maakt? Half to Fot un half to Pierd Wo.
V. 1, 733; die Bitte, auf einem Wagen mitfahren zu dürfen, kleidet man in die scherzende Frage: hier kann 'n jo woll tau Faut mitkamen? HaHagenow@RedefinRed; ähnlich heißt es von einer Person mit starkem Hinterteil oder einem Frauenzimmer mit großem cul-deParis: dor kann ein gaut tau Faut mitkamen ebda; WaWaren@Groß GievitzGGiev; im Vergleich kümmerlich, mangelhaft: so gaud as tau Faut miserabel, ungenügend Mi 25
b; tau Fäuten zu Füßen: einen tau Fäuten fallen jem. inständig bitten Gü; tau allen Fäuten kolt warden ä. Spr. angst und bange, starr vor Schreck werden: em wurd tho allen FOeten kolt Mantz. Ruh. 20, 28; ünner mit dem Sg.: einen wat ünnern Faut gäben einem etwas unterbreiten zur bloßen Kenntnisnahme: So ungefihr, so 'n beten fin, Möst du dat unner 'n Faut ehr gewen Reut. 5, 203; zur Stellungnahme: ick wull Sei dei ganze Bewandnis doch ierst unner 'n Faut geben 7, 308; als Rat: Hei gav mi nemlich ünnern Faut, ... Mi 'n Paß na Florenz uuttaubirr'n Less. Hell. 195; als Hilfe: de Middel, de em annere unner den Faut gewen hadden Reut. 2, 180; mit dem Pl.: den Weg ünner dei Fäut nähmen sich zu Fuß wohin begeben allgem.; 'n got Schipp unner de Föt hebben auf gutem Schiffe fahren RoRostock@DändorfDänd; einen unner dei Fäut hebben jem. zu Boden geworfen, in seiner Gewalt haben WiWismar@KirchdorfKirchd; einen ünner dei Fäut pedden jem. schlecht behandeln; einen unner dei Fäut liggen in jem. 's Gewalt sein, sich von jem. schlecht behandeln lassen müssen; so schon Gry.: 'ydermanne ... under den VOethen liggen' Wed. B 6
b; wat unner sin Fäut verdragen etwas im Laufe der Zeit vergessen RoRostock@KühlungsbornKühl; up mit dem Sg.: a. Spr. up dem Fote auf der Stelle, sofort: 'wat wi en van vesten und sloten afwinnen, de scal me up deme vote breken' (SchöSchönberg@BörzowBörz 1363) UB. 15, 313; Aufforderung zum Trinken eines zweiten Glases: up een'n Fot kann de Minsch nich stahn Disk. 47; wer in ärmlichen Verhältnissen lebt, steiht ok man up einen Faut HaHagenow@RedefinRed; mit dem Pl.: 'uppe vrigen voten (auf freiem Fuße), ungevangen un ungebunden' (Ro 1415) Ebel Urfehden 180; up eigen Fäuten auf eigenen Füßen Tarn. Burrk. 2, 18; wer bald sterben wird,
geiht all uppe letzten Föt RoRostock@DierhagenDierh; von: von dei Fäut kamen umfallen, stürzen,
z. B. bei großer Hitze, in der Trunkenheit RoRostock@MüritzMür; WaWaren@TressowTress; sterben: Wenn een so jung kümmt vun sin Föt, Wu 't bäten Läben noch so söt Bri. 1, 170. — Zss.: Herren-, Kinds-, Mannsfaut; Adebors-, Elefanten-, Fahlen-, Fleigen-, Gaus'-, Hasen-, Hauhner-, Kauh-, Kreihen-, Künken-,
Müggen-, Pierd'-, Swiens-,
Ulenfaut; Fußteile: Achter-, Hinner-, Hoch-, Vörfaut; bes. Fußbildungen und -mißbildungen bei Mensch und Tier: Hink-, Klump,- Kulp-, Paff-, Pannkauken-, Platt-, Polizei-, Scheif-, Schruck-, Sett-, Swemm-, Tau-, Wäd'-, Wrickfaut; Namen, bes. Ehren- und Spottnamen, für Menschen und Tiere: Blag'-, Bratsch-, Breit-, Brett-, Fedder-, Fläutner-, Klarr-, Klorr-, Klunk-, Lang-, Patt-, Rug'-, Rund-, Rump-, Schir-, Slack-, Slarp-, Slart-, Söck-, Sporn-, Timp-, Watsch-, Wock-, Wruckfaut; Teufelsnamen: Klaben-, Klapper-, Kli-, Pump-, Rak-, Stolte-, Stölter-, Swart-, Wittfaut; bildlich: Angst-, Gotts-, Kratz-, Krickel-, Kringel-, Spor-, Sülte-, Twei-, Vier-, Wittfaut; Gerätefüße: Bi-, Disch-, Drei-, Krüzfaut;
Adj. und
Adv.; twei-, drei-, vier-, fif-, fin-, graw-, kort-, lahm-, förfäutsch. — Mnd. vôt
m. — Br. Wb. 1, 443; Dä. 130
a; Kü. 1, 500; Me. 2, 181; Schu. 11; 73.