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Fackel

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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19 in 17 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Fackel

Bd. 6, Sp. 260
Fackel (althochd. facchala, aus lat. facula), ein mit starker Flamme brennendes künstliches Licht, das besonders im Freien benutzt wird. Ost dienen hierzu mehrere zusammengebundene harzige Kiefern- oder Fichtenspäne; gebräuchlicher aber sind Pechfakkeln aus einem gesponnenen, in geschmolzenes Pech wiederholt eingetauchten Docht oder aus einem mit Werg umwickelten und dann mit Pech getränkten Stock von Fichtenholz. In neuerer Zeit versieht man die Fackeln auch mit bengalischen Flammenmischungen, deren Leuchtkraft durch beigemischtes Magnesiumpulver erhöht wird, oder mit elektrischem Licht, für das Akkumulatoren den Strom liefern, hauptsächlich aber benutzt man Petroleumfackeln, die lampenartig konstruiert sind, aber ohne Zylinder brennen, und deren Ölbehälter wohl auch in Bügeln hängen, damit sie stets in normaler Stellung bleiben. Zum Aufstecken der Fackeln, besonders wenn sie so weit abgebrannt sind, daß man sie mit der Hand nicht bequem halten kann, dient der Fackelschuh oder Fackelleuchter, ein in hinlänglich schwerem Fuß ruhender Holzstab, der oben eine mit Blech beschlagene Vertiefung zum Aufnehmen der F. besitzt. Schon die Alten bedienten sich der Fackeln bei feierlichen Gelegenheiten (Hochzeitsfeierlichkeiten [Hymens F., die ein Jüngling trug], Leichenbegängnissen etc. die aufrechte, brennende F. als Symbol des Lebens, die umgekehrte, erloschene F. als Symbol des Todes), auf Schiffen und im Kriege zu Signalen. Als Attribut der Eileithyia, Persephone, Demeter und Athene gab die F. einem dreitägigen Feste der Griechen den Namen Fackelfest. Zu Ehren der Feuergötter Hephästos, Prometheus etc. hielten die Athener einen Fackellauf (Lampadodromia), bei dem die Wettläufer in an ihren Schilden angebrachten Fackelleuchtern brennende Fackeln trugen; der Sieger mußte sie unverlöscht und zuerst zum Ziele bringen. Ein Fackeltanz, wie er schon am Hofe Konstantins d. Gr. und an mittelalterlichen Höfen üblich war und im 17.–18. Jahrh. am preußischen, dänischen, englischen, hannöverschen und württembergischen Hofe neu in Aufnahme kam, eine Art Polonäse, bei der die Herren eine Wachsfackel in der Hand tragen, hat sich als höfische Zeremonie in mehreren Ländern bis heute erhalten. Am Berliner Hof wird bei jeder Vermählung eines Gliedes der königlichen Familie ein Fackeltanz ausgeführt. Er wird schon bei der Vermählung der Tochter Joachims I. mit Albrecht von Mecklenburg erwähnt und wurde dann im 17. Jahrh. zur festen Institution. Sein Verlauf ist der folgende: Unter Vortritt des Oberhofmarschalls und der dazu berufenen Wirklichen Geheimen Räte und Staatsminister, die paarweise mit weißen Wachsfackeln und unter entsprechender Musik gehen, hält erst das neuvermählte Paar einen Umgang im Saal, den dann auch die Braut mit dem König und den Prinzen nach der Reihe unter demselben Vorgang und zuletzt der Bräutigam mit der Königin und mit den Prinzessinnen in gleicher Weise machen. Endlich folgt die »Austeilung des Strumpfbandes« der Braut durch die Oberhofmeisterin, wobei elegante Kopien als Andenken an die männlichen Gäste verteilt werden (vgl. Raumer, Der Fackeltanz bei Vermählungen im königlich preußischen kurbrandenburgischen Hause, Berl. 1854). Fackelzüge waren schon in der altchristlichen Kirche bei mehreren Gelegenheiten üblich, so am Ostersonnabend als Zeichen, daß selbst in der tiefsten Trauer das christliche Hoffnungslicht nicht völlig erloschen ist, wie auch bei katholischen Prozessionen und nächtlichen Leichenbegängnissen. Sie sind auch als Ehrenbezeigungen namentlich unter den Studenten sehr in Aufnahme gekommen, wobei die Fackelstümpfe am Schluß des Umzugs brennend in die Höhe geworfen werden. – In der Ikonographie der christlichen Heiligen ist die F. Symbol des Chrysanthus, Dominicus, Theodorus von Tyra, Theodotus, der Eutropia u. a.
3804 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    fackelst. F., sw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    fackel , st. F., sw. F. Vw.: s. vackel

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    fackelF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    fackel , F. Vw.: s. fackele

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fackel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Fackel , plur. die -n, Diminut. Fackelchen, ein großes aus Holz, Wachs oder Pech verfertigtes Licht, welches, wenn e…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fackel

    Goethe-Wörterbuch

    Fackel vereinzelt -k-; von rund 100 Belegen über 2/3 im dichterischen Werk 1 konkr: mit offener Flamme brennende Leuchte…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fackel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Fackel (althochd. facchala , aus lat. facula ), ein mit starker Flamme brennendes künstliches Licht, das besonders im Fr…

  6. modern
    Dialekt
    Fackelf.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Fackel [fàkəl fast allg.; fákəl D. Si. ] f. wie hd. Fackel.

  7. Sprichwörter
    Fackel

    Wander (Sprichwörter)

    Fackel 1. Brennende Fackel muss geschneuzt werden. – Eiselein, 158. 2. Die fackel, die vorgehet, leuchtet wol. – Henisch…

  8. Spezial
    Fackel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fa|ckel f. (-,-n) 1 chentl (-i) m. 2 ‹ant› zavalí (-lis) m. ▬ die Fackel der Wahrheit Fackel ‹fig› le chentl dla verité.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fackel

92 Bildungen · 82 Erstglied · 8 Zweitglied · 2 Ableitungen

fackel‑ als Erstglied (30 von 82)

Fackelhans

SHW

Fackel-hans Band 2, Spalte 319-320

Fackelloch

SHW

Fackel-loch Band 2, Spalte 319-320

Fackelzug

SHW

Fackel-zug Band 2, Spalte 319-320

fackelauge

DWB

fackel·auge

fackelauge , n. leuchtendes, funkelndes auge: Albano sah feurig nach ihr ( der maske ), weil ihm vorkam, es könne Roquairol sein, denn sie h…

fackelblume

DWB

fackel·blume

fackelblume , f. verbascum thapsus, vielleicht vom fackeln, hin und herfahren der staude?

fackelbote

DWB

fackel·bote

fackelbote , m. praelucens famulus: verlangt dem herren auch nach seinem fackelboten? 'magd wie viel schlug es jetzt?' jungfernanatomie 125.

fackelbrand

DWB

fackel·brand

fackelbrand , m. fax vitae, lebensfackel: er führet dich bei seiner hand, weicht nie von deiner seiten, gibt nahrung deinem fackelbrand ohn …

fackeldistel

DWB

fackel·distel

fackeldistel , f. hellblühender cactus: fackeldistel, die sich blosz durch stacheln nährt. J. P. dämm. 65; Pope mag als eine aufblühende fac…

Fackeldräger

MeckWB

Fackeldräger Fackelndräger m. Fackelträger Chytr. 12.

fackelei

DWB

fackelei , f. discursus, herumschweifen, vgl. fackeln : wo christliche oberkeiten die studenten von den üppigen kleidungen, von den rülpisch…

fackelen

ElsWB

fack e le n [fàklə Mittl. Co. Dü. Str. ] 1. ein Licht unvorsichtig hin und herbewegen. Fack e l ni ch t eso mit dem Liecht, de könn te st ep…

fackeler

MNWB

fackeler „ de de fackele drecht efte maket, faculator”.

Fackeleⁿ

Idiotikon

Fackeleⁿ Band 1, Spalte 642 Fackeleⁿ 1,642

Fackelfausen

PfWB

fackel·fausen

Fackel-fausen Pl. : ' Narrenpossen, Unsinn '; Fackelfause mache [ PS-Fehrb ]; vgl Fausen.

Fackelfest

Campe

fackel·fest

○ Das Fackelfest , des — es, Mz. die — e , ein bei Fackelschein gefeiertes Fest. »— und Athens Fackelfest lehrte noch nach langen Jahrhunder…

fackelfeuerrot

PfWB

fackel·feuerrot

fackel-feuer-rot Adj. : ' rot wie das Feuer (Licht) einer Fackel ', von dem geröteten Gesicht eines aufgeregten, fiebernden oder betrunkenen…

fackel als Zweitglied (8 von 8)

kienfackel

DWB

kien·fackel

kienfackel , f. taeda, fax ex taeda. Frisch , Rädlein, kynefackel Dief. 228 b 15 . jh.: gleich war ein knabe mit einer kiehnfackel bereit. A…

leichenfackel

DWB

leichen·fackel

leichenfackel , f. fackel die bei der nächtlichen beerdigung einer leiche vorgetragen wird, todtenfackel: leichenfackeln faces funereae Fris…

pechfackel

DWB

pech·fackel

pechfackel , f. was fackel von pech Logau 2, 5, 90 . Ludwig 1383 (' haben einen tacht von rundgewundenem hanf, bast oder stroh, der mit pech…

schantfackel

MNWB

schant·fackel

schantfackel als grobe Schelte: „ schandfackel , verreder, stadtverklicker, hoerenruffer ...” (Quaer. civ. Emed.).

wachsfackel

DWB

wachs·fackel

wachsfackel , f. eine fackel, deren docht mit wachs oder einer wachs enthaltenden masse umhüllt ist, zum unterschied von einer pechfackel, k…

windfackel

DWB

wind·fackel

windfackel , f. , windlicht Kramer 1, 317 b ; Jacobsson technol. wb. 4, 651 .

Zimmerfackel

Adelung

zimmer·fackel

Die Zimmerfackel , plur. die -n, eine Art viereckiger Fackeln, welche aus vier an einander befestigten Kerzen bestehen, und in den Zimmern g…

Ableitungen von fackel (2 von 2)

fackele

MNWB

fackele , fackel , f. , 1. Fackel. 2. eine Pflanze „ hymmelslotel, Sunte Peters slotel, herba bretannica, h. paralisis”.

Gefackel

MeckWB

Gefackel n. 'Gefackel', Zaudern: ahn väl Gefackel Ha KJes . Zs. Hackelgefackel .