Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
erwähnen
erwähnen
erwähnen Vb. ‘kurz davon sprechen, beiläufig nennen’. Dem seit 1550 im Omd. bezeugten, gewiß aber älteren (s. Erwähnung) Verb entspricht (mit anderem Präfix) gleichbed. ahd. giwahanen neben giwahan (9. Jh.), mhd. gewähenen neben gewahen und (mit grammatischem Wechsel) mnd. gewāgen, mnl. ghewāghen, nl. gewagen. Das Paradigma des ahd. mhd. Verbs weist starke Präteritalformen (ohne Nasal und mit grammatischem Wechsel) auf. Das schwach flektierende Präsens erklärt sich wohl aus der Umbildung eines ursprünglich starken Nasalpräsens. Verwandt sind ahd. giwaht ‘Andenken, Erwähnung, Meinung’ (9. Jh.), anord. vāttr ‘Zeuge’, aengl. wōma ‘Laut, Lärm’, anord. ōmun ‘Laut, Stimme’ und in außergerm. Sprachen aind. vívakti ‘redet, spricht, sagt’, vā́k ‘Rede, Spruch, Ruf, Lied’, griech. épos (ἔπος) ‘Wort, Rede’ (s. Epos), lat. vocāre ‘rufen’, vōx (Genitiv vōcis) ‘Stimme’ (s. Vokal); zuerschließen ist eine Wurzel ie. *u̯eku̯- ‘sprechen’. Im Nhd. werden die auf das Präfix folgenden Silben kontrahiert, daraus ergibt sich lautlicher Zusammenfall mit nicht verwandtem wähnen (s. Wahn). – Erwähnung f. (omd. 15. Jh.).