ERWÄHNEN vb. (1)
der erst frnhd. erscheinenden er-
bildung geht, mit ge-
präfix, gleichbedeutendes ahd. giwahanen,
mhd. gewähenen
voraus. das zugrunde liegende simplex gibt sich als starkes vb. VI mit bewahrten präsenskennzeichen n
und j
(oder nach der 1. schwachen konjugation umgebildetem n-
präs.?) und grammatischem wechsel (prät. ahd. giwuog, giwuogum,
mhd. gewuoc, gewuogen
) zu erkennen. mnd., nl. gewagen,
ohne präs.-suffixe und mit aufgabe des grammatischen wechsels zugunsten des präteritalkonsonanten die nur westgerm. bezeugte verbalbildung stellt sich mit an. váttr
m. ‘
zeuge’ und ae. wōma
m. ‘lärm’ zur idg. wz. *u̯ek
u̯- ‘
sprechen’,
zu der auch lat. vocare ‘
rufen’ und gr. ἔπος ‘
gesprochenes’ gehören. (2)
das md. auch den sekundärumlaut bezeichnende e
bleibt bis mitte 18. jhs. die regel. dann setzt sich seit 2. viertel 17. jhs. bezeugtes, etymologisch unverwandtem, aber irrtümlich als zugrunde liegendes simplex angesehenem wähnen
entstammendes ä
durch. (3)
im gegensatz zu stark flektiertem ahd. giwahanen,
mhd. gewähenen
sind von erwähnen
nur schwache flexionsformen belegt; vgl. zum schwachen vb. gewordenes, ursprünglich starkes nl. gewagen. (4)
die seit 1. viertel 16. jhs. nachgewiesene, durch früher bezeugtes erwähnung
aber schon für das 15. jh. vorauszusetzende er-
bildung hat, anscheinend vom omd. ausgehend, bis 1600 nur omd. belege, vor mitte 17. jhs. die ältere ge-
bildung vollständig verdrängt. 1
etwas nennen, mehr oder weniger ausführlich davon sprechen ohne es vollständig zu beschreiben oder zu berichten: 1525 ad tercium articulum respondit, das der pfarrer domals der hofearbeit nihe erwenet hat
akten bauernkrieg Mitteldtld. 2,703 M./F. 1653 wir gingen, wie erwähnt, im garten ohngefähr/ nach-hängend unserm weh und schwermuth hin und her Lohenstein
türk. trauersp. 58 LV. ⟨1777⟩ wer .. sich untersteht, mir von dem roman auch nur mit einer silbe wieder zu erwähnen, den erkläre ich für den allertödlichsten feind Lenz
ges. schr. 5,185 B. 1860 doch sind der prächtigen aussichten .. so viele, daß ich allmählig müde werde, sie zu erwähnen, geschweige denn, sie zu beschreiben Steub
hochland 338. ⟨1924⟩ da ich im reden war, erwähnte ich auch des mannes, den ich in der nacht vor den haustüren hatte kauern sehen Stehr
ges. w. 8,47 T. 1975 in den zeitungen wurde der name niemals erwähnt Nossack
mensch 52. –
im part. prät., oft, z. t. neben entsprechenden zuss., in verbindung mit einem der näheren bestimmung dienenden adv.: 1577 wir Augustus herzog zu Saxen .. thun kund .., das wir hinfuro folgende muhlordnung in erwenthen unsern muhlen .. wollen gehalten haben
haushaltung in vorwerken 149 E./W. 1685 der mehr erwehnte Lucas de Linda, mit seiner descriptio orbis, muß nach affecten oder aus unwissenheit schreiben Lichtstern
fürsten-krone 729. 1771 doch herrscht hierüber, nach des oft erwehnten italiänischen arztes anmerkung, bei den afterärzten eine so feine heuchelei, daß .. Rickmann
arzneiwiss 207. 1848 man ziehe .. eine gerade linie, in deren richtung die eine der vorhin erwähnten korrektionsschrauben .. liegt Hunäus
lehrb. 180. 1977 das schloß zählt neben dem bereits erwähnten herrensaal 10 zimmer Halter
nacht 27. 2
älter einige male auch im sinne umfassender darlegung: 1531 derhalben wir so eigentlich beides erwenet vnd ausgedruͤckt, da wir haben leren woͤllen, was die erbsunde sey, beide die boͤse lust vnd auch den mangel der ersten gerechtigkeit jm paradis Jonas
apologia b3a. 1771 es ist nicht nöthig, .. alles .. sorgfältig zu erwähnen, da dieses .. in vielen schriften .. von den aerzten öfters ist abgehandelt worden
Morgagni, krankheiten 1,239. 3
etwas sagen, äußern: ⟨1641⟩ ich muß hier .. gedenken, daß .. zween gevattern, miteinander über feld spatzirend, den guckguck schreien hören: als nun der eine schertzweis erwähnet, der guckguck schreie wegen seiner nit, sondern wegen deß andern, der dergleichen wort wider zurucke geben Harsdörffer
gesprechsp. 1(1644)189. 1736 ich weiß nicht, erwähnte nach der mahlzeit Fröstler, ob mir es nur so vorkommt, oder ob in der that der winter darin was voraus hat, daß man denn besser lernet als im sommer Hanow
merkwürdigkeiten (1737)129. 4
sich etwas in erinnerung rufen, seiner gedenken; selten: 1737 aber laß mir meine thränen,/ weil es mir ein labsal ist,/ wenn ich mir so kan erwehnen,/ was du mir gewesen bist Henrici
ged. (1727)4,121.Maak