dräuendrohen,
n. wie dräuung. uf die erst frag waz tröwen sei, antwurt ich und sprich das da sei dreierlei tröwen. es ist zuo dem ersten ein unbescheiden tröwen, zuo dem andern ein bös tröwen, und zu dem dritten ein guot tröwen Keisersberg
Sünden des munds 63
a. daz ein mensch ausz forcht des tröwens ein ding thuot und nit ausz der forcht gots 64
a. wan die menschen thuond me ausz solchem tröwen wann von der furcht gottes
das. wan nach schelten, fluochen und tröwen kümpt bluot vergieszen
das. dasz jegliche ein messer trug ihn zu tödten, doch ward nichts ausz ihrem dräuwen
Buch der liebe 290, 3. ich wolt von ihrem drauwen appeliren eben auf dasselb concilium Luther 5, 116
a. mit zornigem drewen
Psalm 30, 30. es ist nichts gesundes an meinem leibe fur deinem drewen 38, 4. denn ich esse aschen wie brot und mische meinen trank mit weinen fur deinem drewen und zorn 102, 11. darum bin ich des herrn drewen so vol das ichs nicht lassen kan
Jerem. 6, 11. fur seinem zorn bebet die erde und die heiden können sein drewen nicht ertragen 10, 10. ir drewen sol in Egyptenland zum spot werden
Hosea 7, 16. aber solch drewen ist zu weit aus den augen
Sirach 16, 21. gedenk an das gebot und las dein drewen wider deinen nehesten 28, 8. und nu, herr, sihe an ir drewen
Apostelg. 4, 29. und ir herren, thut auch dasselbige gegen inen und lasset das drewen
Ephes. 6, 9. trutzliches tröuwen eines stolzen menschen,
rictus Maaler 409
c. einen mit dräwen stillen
Bocc. 1, 88
a. und wenn er selbst nicht ist der mann, oder zur rach nicht kommen kan, so kült er doch sein muth mit drawen Wolgemut 2, 440. erfrewt sich stets und hofft das best, mit keim drawen sich schrecken läszt 2, 477. der Rodomont erschien allhier mit starkem dröwen, er führt in rother fahn auch einen groszen löwen. Dietr. v.
d. Werder
Ariost 14. 90, 1. sieh, wie voll sanfter unschuld er das jugendliche haupt dem drohn des beils darbeut Joach. Wilh. v. Brawe
Trauerspiele (1768) 43. der göttin dräun zwang sie sich einzuschlieszen Wieland 10, 138. ihr wähnt dasz euer dräun ihn schrecke? Gotter 1, 360. sie fürchtet der mutter drohen nicht mehr Göthe 1, 214. doch eingefaltet sitzt die unbewegliche, nur endlich rührt sie auf mein dräun den rechten arm. 41, 186. und selbst gefahr erschiene nur als eitles dräun 41, 221. durch deiner feinde starkes drohen ist er im tiefsten aufgeregt 41, 276. ein adler schwebt im himmelhohen, ein greif ihm nach mit wildem drohen 41, 277. bis, befruchtet von Jehovas hauche, gräber kreisen auf sein mächtig dräun Schiller 6
b das sind nur leere schrecken, Zeus, mir bangt vor deinem drohen nicht 18
b.
Sprichwörter. hastu zu thun mit freien leuten, so thu in nicht durch dräwen deuten Henisch 744. dräwen schreckt narren wie kinder der donner
Brem. wörterb. 1, 242. man stirbt nicht ab dem dräwen Jac. Meier
Hortulus adagior. 41. Petri
Sprichw. R v. wer von drawen stirbt, ist ein blöder gesell Lehmann 154.