Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dolên
‚dulden, er-〈Var.: t(h)-;
dulden, (er)leiden, ertragen; büßen; vertragen,
patiri, tolerare, sustinere, luere‘
-a-, -ee-〉. – dolônAWB sw. v. II, in zwei hd. Gl.-Hs.
(Gl. 2, 657, 53 Clm 18059 11. Jh. bair; 4, 685, 47
tholundun 9. Jh., s. F. W. E. Roth, ZfdPh. 26
[1894], 70), Otfrid (seltener neben dolên),
Ludw.:
‚dulden, leiden, ertragen, geduldig er-〈Var.: th-〉.
warten, patiri, expectare, sustinere‘
Die Flexion des hauptsächlich im Frk. nach
der II. sw. Kl. flektierenden dolôn beruht auf
der Tendenz, Verben der III. sw. Kl. in die II.
sw. Kl. übergehen zu lassen. – Mhd. dolen,
doln sw. v.
‚dulden, ertragen, geschehen las-. Im Nhd. ist das Verb seit dem 16. Jh.
sen‘
durch verwandtes dulden, das schon im Ahd.
in Reichenau, Murbach und Weißenburg weit-
aus häufiger als dolên vorkommt, und durch
leiden verdrängt worden (→ dulten, leiden);
danach ist es jedoch dial. noch verbreitet, be-
sonders schwäb. und schweiz.: schweiz. dolen
‚leiden, ertragen; erlauben‘.