der,
die,
das . II.
demonstrativum. singl. masc. der, des, dem, den.
fem. die, der, der, die.
neutr. das, des, dem, das.
pl. comm. die, der, den, die
is ea id. goth. demonstr. masc. sa, þis, þamma, þana:
pl. þái, þizê, þáim, þans.
fem. sô, þizôs, þizái, þô:
pl. þôs, þizô, þaim, þô
s. neutr. þata, þis, þamma, þata:
pl. þô, þizê, þaim, þô.
das relativum wird durch das suffix ei
gebildet, saei, sôei þatei
u. s. w. Gramm. 3, 15.
ahd. masc. der, des, demu, den:
pl. diê, derô, dêm, diê.
fem. diu, derâ, deru, dia:
pl. diô, derô, dêm, diô.
neutr. daz, des, demu, daz:
pl. diu, derô, dêm, diu.
mhd. masc. der, des, dem, den:
pl. die, der, den, die.
fem. diu, der, der, die:
pl. die, der, den, die.
neutr. daz, des, dem, daz:
pl. diu, der, den, diu.
alts. masc. thie, thes, themu, thena:
pl. thiâ, therô, thêm, thiâ.
fem. thiu, thera, theru, thia:
pl. thiâ, therô, thêm, thiâ.
neutr. that, thes, themu, that:
pl. thiu, thero, thêm, thiu.
altfries. masc. thi, thes, thâ, thene.
fem. thiu, there, there, thia.
neutr. thet, thes, thâ, thet.
pl. aller geschlechter tha, thera, thâ, tha.
mittelniederl. masc. die, des, den, den.
fem. die, der, der, die.
neutr. dat, des, den,
dat. pl. aller geschlechter die, der, den, die.
neuniederl. masc. die, diens, dien, dien.
fem. die, dier, dier, die.
neutr. dat, diens, dien,
dat. pl. aller geschlechter die, dier, dien, die.
angels. masc. se, þäs, þam, þone.
fem. seó, þäre, þäre, þa.
neutr. þät, þäs, þam, þät.
pl. aller geschlechter þa, þara, þâm, þa.
engl. that
unverändert für alle geschlechter und casus. altn. masc. sâ, þess, þeim, þann:
pl. þeir, þeirra, þeim, þâ.
fem. sû, þeirrar, þeirri, þâ:
pl. þœr, þeirra, þeim, þœr.
neutr. þat, þess, þvî, þat:
pl. þœ, þeirra, þeim, þœ.
schwed. masc. und fem. den, dens, den, den.
neutr. det, dets
oder dess, det, det.
pl. aller geschlechter de, dêras, dem, de.
dän. ebenso, nur im gen. pl. dêres. I@AA.
In verbindung mit einem subst., wo es den ton hat. das
wird gedehnt ausgesprochen, Luther
führt an das ist mein leib
und bemerkt dabei folgendes 'das ist ein pronomen und lautet der buchstab a drinnen stark und lang, als wäre es geschrieben also, dahas, wie ein schwäbisch oder algauwisch daas lautet; und wer es höret, dem ist als stehe ein finger dabei der darauf zeige' 3, 67.
dieses dâs
ist noch heute in südlichen wie in nördlichen landschaften gebräuchlich, in Frankfurt, in Baiern (Schmeller 1, 401)
hört man dês,
im Östreichischen dœ
s. I@A@11.
ohne nachfolgenden satz, der tag war zu dem fest bestimmt. die freude kam unerwartet. dem mann vertraue ich nicht. der sängerin kann man einen kranz reichen. wer kennt die frau? bis auf den tag habe ich gewartet. bis an den baum gelangte er noch. den augenblick habe ich ihn noch gesehen. mit den blonden locken, das kind ist das meinige: das dort. die jahre über war er nicht hier. nun weisz ich doch die stunde (
bis auf diese stunde) nicht, wie Sie dieses tagebuch aufgenommen haben Rabener 6, 115. der eine hat die, der andere andere gaben. Göthe 40, 260.
es steht wie dieser, diese, dieses,
was man insofern lieber gebraucht als es der verwechselung mit dem artikel gleich vorbeugt. besondern nachdruck erhält es bei ausrufungen, doch bleibt dem subst. der hauptton. dér held! dér narr! díe unsinnige!
im mhd. wird das persönliche pronomen gesetzt, er stahel! er küene!
weitere beispiele in der Grammatik 4, 443.
es wird sogar hinter dem subst. wiederholt, der grobian der! die nichtswürdige die! das ungezogene kind das! der fuchsschwänzer der! Gotter 3, 171. der balg der! Göthe 7, 93. die neider die! die kränker die! Klinger 4, 124.
für solcher, solche, solches. der mann führt das nicht durch. in dem alter unternimmt man keine grosze reise mehr. in den jahren wird der wein nicht feurig. in den zeiten gedeiht nicht kunst und wissenschaft. mit den gründen überzeugt man keinen. I@A@22.
folgt ein darauf sich beziehender satz, so steht es wie derjenige, diejenige, dasjenige,
das man jedoch in der verbindung mit substantiven nicht gerne setzt. es wird dann nicht betont, auszer bei gegensätzen, und gleicht dem artikel. das ist der mann, den du suchst. es ist die mutter des kindes, das gestern ertrunken ist. ich habe das geschenk dem kind gegeben, das zuerst zu mir kam. ich achte die männer, die sich entschlossen zeigen. ich lasse von den freunden nicht ab, die sich treu erwiesen haben. und als sie kamen an die stet, die im gott saget, bawet Abraham daselbs einen altar 1
Mos. 22, 9. da schrieb er auf die tafeln, wie die erste schrift war, die zehen wort die der herr zu euch redet aus dem fewr auf dem berge
5 Mos. 10, 4. der stein den die bauleute verworfen haben, der ist zum eckstein worden
Marc. 12, 10. I@BB.
Allein stehend nimmt es substantivische natur an, es tritt aber dann im nhd. in der flexion des gen. sing. und pl. wie des dat. pl. eine veränderung ein, wovon sich in der alten sprache keine spur zeigt. die betonung allein schien nicht mehr zu genügen, man erweiterte die flexion. gen. sing. dessen, deren, dessen.
gen. pl. aller geschlechter deren
und derer.
dat. pl. denen.
ähnlich ist der genitiv wes
in wessen
erweitert worden. dem gen. pl. hängt Philander v. Sittew.
noch ein d
an, etliche sind verliebt in ihre weiber, und derend sind am wenigsten zu finden 1, 26.
ähnlich in derenthalben, derentwegen, derentwillen.
es trat aber eine unterscheidung zwischen deren
und derer
ein, steht der gen. pl. blosz demonstr. oder blosz relativ, so wird deren
gebraucht. es lagen Spanier hier, deren erinnere ich mich sehr wol. sei denen freundlich, deren liebe du genieszest. rasch war ihm der Abanter geleit. deren folgt ein geschwader von vierzig dunkelen schiffen Voss
Ilias 2, 545. der alte fromme herr verständigte mich dasz diese mücken, wenn deren im paradiese gewesen, daselbst nur angenehm gesummet und nicht gestochen Göthe. was entwürfe zu monumenten aller art betrifft, deren habe ich viele gesammelt, und zeige sie gelegentlich 17, 205. was fang ich mit den leuten an, deren seelen so gleich als ihre sackuhren gehen? Schiller 188
a.
folgt dagegen auf das demonstr. ein relativer satz, wo es soviel als derjenige
heiszt, so sagt man derer. du bist die freude derer, deren sorge du auch bist. urtheile daraus von dem geiste derer, welche uns als abtrünnige betrachten Mosheim. die abschaffung derer gesetze, welche die republik in beziehung auf sie gegeben hat Klopstock 12, 28. 209. die misgunst derer, die das übermasz meines glückes beleidigte Wieland. doch derer die ich kenn, ersetzt ihn keiner Rückert.
früherhin machte man diesen unterschied nicht, der herr, der helfer aller deren (
statt derer) die ihn anrufen, lieben, ehren Weckherlin 4. die leuen, derer (
statt deren) general ein hirsch ist Butschky
Patmos 680.
Der gebrauch des gen. sing. fem. ist etwas eingeschränkter, man sagt zwar ich habe damals eine frau gesehen und erinnere mich deren lebhaft,
aber folgt ein relativum, so läszt man deren
nicht zu. man sagt nicht sie ist die mutter deren, die ihr gestern gesehen habt,
weil man es mit dem gen. pl. verwechseln könnte: man sagt derjenigen
oder wiederholt das substantiv. dagegen beim masc. kann kein bedenken sein, er ist der sohn dessen, den ihr gestern gesehen habt.
So ist die heutige regel, wir müssen untersuchen wann die erweiterte form zuerst sich zeigt und wie sie vordringt, nicht blosz bei dem demonstrativum und relativum, auch bei dem artikel. I@B@aa.
in dem 14
ten jahrh. ist sie noch unbekannt, der Suchenwirt,
der Wolkensteiner, die Theologia deutsch gebrauchen sie nicht. erst in der zweiten hälfte des 15
ten taucht sie auf. das was do niemant anders schuld dann deren, die da dienten. Wittenweiler
Ring 36
a, 34. Haym von Greczingen cham ouch zu denen dingen 51
d, 39. des cham zu denen stunden einer mit dem messer sein 53
c, 30. dessen
gebraucht Wittenweiler
nicht, sondern immer des.
auch bei Keisersberg
ist des
die regel, zuweilen dessen. und solt warnemen dessen, dem du das sagst
Sünden des munds 27
b. sie achten dessen alles nüt 29
a. und rümen sich dessen 37.
sogar desses, das geschicht in drei weg, des beichtvaters halb, desses, der da beichtet und disses halb, der es sunst höret 71
b.
umgekehrt gilt bei ihm deren
gen. f. und pl. als regel und kommt auf jeder seite vor, der
ist selten, nur davon einige beispiele, aber die geistlichen blattern, der fünf und zwenzig sein 3
b. so die reben blüend, der seind vil in dissen landen 45
a.
ebenso verhält es sich mit denen,
z. b. das thuot er (
der arzt) denen nit, an denen er nit verzweiflet hat, denen verbütet er gar vil 18
a.
einmal den
neben denen, aber Roboam erwelet jung reth, den volget er,
gleich darauf, denen volget Roboam 59
b. Seb. Brant
gebraucht des
Narrensch. 26, 34. 68, 15. 73, 3. 88,
γ. 96, 15. 111, 23. 112, 4,
aber denen
und deren. denen kunst art und mosz gebrist
Narrensch. protest. 20. do er nun deren vil angeben het Brant
bei Steinhöwel 151.
Cyrillus von denen hat aber ein Griech nit geschrieben
Vorr. bi denen
das. Murner allen denen die es uns sagen
Luth. narr 117. Pauli wie vil seind deren, die da haben die fuesz der begird zuo der bösen gsellschaft
Schimpf und ernst L 3.
Theuerdank des
und denen, da vil vögel waren, zu denen der Tewrdank pirschet 58, 47. Schwarzenberg des
und der, tugent pflanzen ist mein art, der frucht plüt nicht auf wilder haid; ir bawung bringet ewig fraid 150, 2. von mannen, weiben, junkfraw rein, der leiden ist so gar gemein 156, 2
b. Luther
schreibt allzeit des. wer menschen blut vergeusset, des blut sol auch durch menschen vergossen werden
1 Mos. 9, 6. des bruder hiesz Jaketan 10, 25. laszt uns eine stad und thurn bauen, des spitze bis an den himel reiche 11, 4. warumb lachet des Sara? 18, 13. von dem man bin ich schwanger, des dis ist 38, 25. des verwunderten sie sich unternander 43, 33. die frucht alle des, das in irem lande ist
4 Mos. 18, 13. unser freund, bei des dirnen du gewesen bist
Ruth 3, 2. des wil ich sein und bei im bleiben
2 Sam. 16, 18. herr gott, des die rache ist, gott, des die rache ist, erscheine
Psalm 94, 1. Luther
gebraucht auch nicht deren
und derer,
sondern das mhd. der
und, wobei das ahd. derô
nachwirkt, den gen. pl. dere;
vergl. unten dero.
zuerst beispiele von der. welche seele der eins anrüret, die ist unrein bis auf den abend
3 Mos. 22, 6. der war sechsmal hundert tausent
4 Mos. 1, 46. ir solt der keins thun, das wir heute alhie thun
5 Mos. 12, 8. du weist alle die bosheit, der dir dein herz bewuszt ist
1 Könige 2, 44. denn der ist mehr, die bei uns sind denn der, die bei inen sind
2 Könige 6, 16. lasz dein wort auch sein wie der einen
2 Chron. 18, 12. die mich on ursach hassen, der ist mehr, denn ich har auf dem heubt habe
Psalm 69, 5. ewig wird die schande sein, der man nicht vergessen wird
Jerem. 20, 11.
beispiele von dere. es ist nicht ein geschrei gegen ander, dere die obligen und unterligen
2 Mos. 32, 18. denn welche diese grewel thun, dere seelen sollen ausgerottet werden von irem volk
3 Mos. 18, 29. zuschlage den rücken dere, die sich wider in auflehnen, und dere, die in hassen
5 Mos. 33, 11. und gab sie in die hand dere, die sie raubten
Richt. 2, 14. das sind die namen dere, die im zu Jerusalem geboren sind 2
Sam. 5, 16. und strewet sie auf greber dere, die inen geopfert hatten
2 Chron. 34, 4. nach dem rat des herrn und dere, die die gebot unseres gottes furchten
Esra 10, 3. du heiland dere die dir vertrawen
Psalm 17, 7. umb der bosheit willen dere die drinnen woneten 107, 34. und wil sie geben in irer feinde hand und dere, die inen nach dem leben stehen
Jerem. 34, 20.
vergl. deretwegen.
dagegen häufig der dat. pl. denen,
z. b. das sind die drei söne Noah, von denen ist alles land besetzt
1 Mos. 9, 19. von denen sind ausgebreitet die leute auf erden 10, 31. gedenk an deinen diener Abraham, Isaac und Israel, denen du bei dir selbs geschworen und inen verheiszen hast
2 Mos. 32, 13. alle weise menner, denen der herr weisheit und verstand gegeben hatte 36, 1. und stunden
oben an unter denen die gezelet waren
4 Mos. 7, 2. denen der viel ist solt ir deste mehr zuteilen und denen der wenig ist deste weniger zuteilen 33, 54. so gehet es alles denen die gottes vergessen
Hiob 8, 13. und erhöhet mich aus denen die sich wider mich setzen
Psalm 18, 49. wol denen die in deinem hause wonen 84, 5. doch ist ja seine hülfe nahe denen die in fürchten 85, 10. bei denen die mir zugehören 101, 5.
sehr selten das alte den. die aber guts denken, den wird trew und güte widerfaren
Sprüche Sal. 14, 22. es sind gerechten, den gehet es, als hetten sie werk der gottlosen, und sind gottlose, den gehet es als hetten sie werk der gerechten
Pred. Sal. 8, 14. das es kriegen die eisenfresser, den es nie gedacht ist Luther 5, 413.
merkenswerth bei dem Schweizer J. Ruff desi, das wirt uss desi worten schin
Etter Heini vorsp. 435. wir nemens an und desi z'vil
act 1. 627.
ebenso bei Maaler desse wil ich geschweigen 89
d,
was Henisch 681
von ihm hat. bei Albert Kranz
Dänemärk. chronik (1545) in desse
für indes 96. Hans Sachs
schwankt, braucht aber die erweiterte form seltner. sie komen, lerman, lerman, her her! stecht todt! slagt todt! schont keiner der 3. 1, 228
c. sambt denen, so hie bei im ston 1. 1, 16
c. von denen du hast gesaget hie 4. 1, 20
a. da, mein Abner, warumb des nit? 4. 1, 4
d. der auch het theil am raube da, dessn die merräuber theten erlangen 5. 2, 31
c. des danket der arm sünder got 5, 5
b. des frew ich mich von herzen sehr 5. 2, 33
b.
bei Fischart des
und dessen,
auch deren. des uns hast dise nacht beraubt
Schiff 200. sal, des thurn man noch schaut 254. solten sie billich des genisen 960. aber ich tröst mich dessen
Garg. 30
a. dessen entschuldigt er sich aufrichtig und redlich
das. dessen sich mancher gewundert hat
Schiff 827. die hosenbendel waren eben der farb, deren die armband und händschuch (waren)
Garg. 281
b. Fuchs
Mückenkrieg des 1, 834. 3124. dessen 1, 61. deren 1, 77. 748. 912. denen 3, 487. Teutischland (sags mit vergunst) begabet ist mit mancher kunst, derer (
statt deren) sichs gar nit schemen thar. P. Melissus 1
tes lied. und die die ihre bleiben, die künnen sich denn schreiben für freunde derer leute, dran zeit hat keine beute Logau 3,
s. 163. zwischen den beiden cirkeln fein, deren der ein umb den meerstern her gehet bei den zweien bern
Ganskönig F v. dessen erschrack herr Simpel gar sehr
Eselkönig 253. eine schlange tödten und dessen jungen erhalten Olear.
Rosenthal 1, 5. die überzeugung des, so man sihet Joh. Arndt wahres Christenthum. in dem 18
ten und 19
ten jahrh. steht der gebrauch von deren, derer
und denen
ziemlich fest. bei Göckingk
einmal das alte der, denn ich bedarf der keines 3, 201.
und ein paarmal bei Göthe, die krone der mein fürst mich würdig achtete 9, 156. dasz du in alles was uns umgibt heil- und linderungskraft gelegt hast, der wir so stündlich bedürfen 16, 139.
auch des
ist nicht ganz verschwunden, aber da Adelung
darin eine kürzung von dessen
erblickt und sogar das alte der
und den
aus derer
und denen
zusammenschrumpfen läszt, so schreibt man es gewöhnlich aber mit unrecht desz.
es ist nicht blosz desgleichen deshalb deswegen deswillen
u. s. w. zu schreiben, statt deszgleichen deszhalb deszwegen deszwillen,
sondern auch in folgenden stellen des
anzunehmen, die tochter desz, der einst ein bundsgenosse der Römer war J. El. Schlegel. ihn läszt gütiges lob oder unsterblichkeit desz, der ehre vergeudet, kalt Klopstock. dasz unser gott uns leben gab, desz wollen wir uns freuen Stolberg. alles bösen, das geschehen ist, desz klagen dich der sultan und sein volk an Klinger 7, 226. desz wird herr Jupiter ergrimmt Göthe 13, 4. desz wird der mutter angst und bang 13, 73. was einer noch so emsig griffe, desz hat er wirklich schlechten lohn 41, 46. desz ungeachtet 45, 44. desz war die thüre schuld 47, 85. mögen nicht ertragen die gegenwart desz der die donner wirft Schiller 16
a. dessen
mit zugefügtem t
in dessenthalben, dessentwegen, dessentwillen,
ebenso derenthalben, derentwegen, derentwillen. I@B@bb.
es fand noch eine weitere ausschreitung statt. man erlaubte sich auch im dat. sing. fem. deren
für der.
häufig schon bei Keisersberg. dise blatter ist in dem herzen und nicht in dem mund, von deren ich hie reden
Sünden des munds 19
a. was thuot die am (
amme), deren ein kind verdingt ist? sie seuget das kind 32
b. eerabschneider seind auch die feigel (
feile), mit deren man den roscht (
rost) dannen feigelt 33
a. warnemung der schnödigkeit, in deren die schmeichler seind 34
a. da er den weg zuo der statt kam, in deren bös knaben waren 38
b. das lachen ist ein bott der thorheit, zuo deren bringt der spottvogel die leut 54
a. so wär er gefallen in die gruob der verzweiflung, deren er ganz nah war 55
b. eine besundere tracht, die uns zuo dem letsten dar gesetzt würt, von deren wir ganz gesettigt werden 83
b. darumb ist Christus der herr der warheit nach seiner ewigen gotheit, an deren wir werden gestan
ders. Seelenparadies cap. 18. mit der weil, mit deren du hinuf steigest, steig auch abe S. Brant
bei Steinhöwel 50. des (
des hermaphroditen) gestalt was, in deren der vater und mutter mochten erkannt werden 171. nun hab ich ie nit von hinnen künnen scheiden, ich hab mich dann mit euwer gnaden abgeletzet. habe deren zu lieb ein news liedlin gedicht, so euwer gnad das begert zu hören, wolt ichs deren zuor letze singen Wickram
Rollwagen bl. 8
b. die magd deren man den dorn auszzog Fischart
Garg. 15. gnädigster herr, es ist ewer majestät ehr, deren kompts zum besten. gott wöll deren alle wolfart mehren 224
b. es eröffnet sich zu dieser unsrer zeit unter geringen leuten eine sucht, in deren die patienten — gleich rittermäszige herren und adeliche personen von uraltem geschlecht sein wollen
Simpliciss. 1, 1. o fürstin, deren sich ein solcher fürst verbunden Weckherlin 361. verzeihet mir, dan ich nam euch für Myrta, deren ihr gar gleich 392.
diese unorganische form ist jetzt verschwunden. I@B@cc.
ferner wird deren
und denen,
zumal in dem 17
ten jahrhundert, in verbindung mit substantiven verwendet. ist es, das du gott nit dankbar bist deren guotthaten die er an dir bewisen hat, so ist es alles verloren Keisersb.
Sünden des munds 84
a. nun zum dritten und letzten von denen stücken, die in die salb gehören, damit man dise blatter heilen soll 25
b. ich red allein von denen die nit oberkeit an inen habent, von denen menschen red ich hie 70
a. ein jeglicher redt von dem das er gelernt hat, und von denen dingen, damit er zeschaffen hat 77
a. so du aber ausz unsichtlichen dingen an gott denkest, von deiner eigenen sel, von denen dingen die in got seint 89
a. ich frag denen dingen nichts nach
haec non curo Maaler 89
c. ein ungezweifelte wahrhaftige zuversicht derer dinge die man hoffet J. Arndt
Christenthum. wie weise sonsten gleich ward Salomo geachtet, so hat er doch in dem nicht alles recht betrachtet, dasz derer dinge zahl, die niemals werden satt, die steuer er nicht auch noch beigesetzet hat. Logau 1. 128, 27. freude derer leute, dran zeit hat keine beute 2. 261, 31. ein gott musz er wol sein, denn auch in denen sachen, die unbeseelet sind, da übt er seine kraft Fleming 1, 154.
noch in neuerer zeit, Sie werden einige davon in folgenden fragmenten aus denen briefen finden, die wir in unserer ehe an einander geschrieben haben Klopstock 11, 11. 12. 210. es ist der charakter eines jungen mädchens, eines von denen jungen mädchen, versteht sichs, mein lieber Kallias, wie man sie in dieser materiellen welt findet Wieland 1, 206. die schilderung die sie von der kleinen welt machte und von denen menschen die sie besonders schätzte Göthe. I@B@dd.
endlich, und das war der gröszte misbrauch, verwendete man die erweiterte form auch als artikel, bei welchem, da er keine betonung haben kann, diese verlängerung unerträglich ist. man beschränkte sich meist auf den dat. pl., doch zeigte er sich zuweilen auch bei dem genit. pl. schon bei Keisersb. solich schlangenvolk mit denen zweien zungen
Sünden des munds 68
b. von denen schlecken (
leckerhaften) schreibt Bernhardus 4
b.
im 17
ten jahrh., als die sprache im tiefsten verfall lag, war diese verwilderung so allgemein, dasz nur einige beispiele nöthig sind. als dasz mit denenselben die lateinischen hasen gefangen werden Schuppius 424. wann ich ein mensch bin wie du, so müste ich auch an denen schwarzen zeilen sehen was du kanst
Simpliciss. 1.
cap. 10.
im druck von 1713
steht an den schwarzen 1, 37. deren soldaten thun und lassen 1.
cap. 16. andere weibspersonen heiraten mit denen augen, händen und geberden, gleichwie jene zu Venedig, welche aus vier ihr beisitzenden cavalieren doch einen gar gewis zu fangen gedachte, indem sie einen unter denenselbigen stäts mit freundlichen augen anstrahlete Riemer
Stockfisch vorr. um den kopf und auf denen achseln
Vorr. freilich sahe der schöne und zu selbiger zeit arme Solande wie milch und blut und deswegen denen gelben, staub- und sonnenschwarzen ungesunden bettlern ganz ungleich 22. und eilete dem becker nur aus denen augen zu kommen 23. dessen schönheit unter denen zuschauern ein lautes geheule erweckte 33. sich in denen hofsitten ferner zu erkundigen und noch besser umbzusehen 117. (
der frauen) schönheit vor allen andern hervorleuchtete wie der mond vor denen sternen 117. wer ein biszchen französisch weisz, der siehet wie er seinen versionskarn anspannet und sein caball durch dicke durch dünne derer im unergründlichen wörter dräcket Chr. Weise
Lustredner 103. ich habe mich derer närrischen façonen zuweilen dumm mögen lachen Ettner
Unwürdiger doctor 695. die liebe ist beflügelt, weil sie dem geniesz entfliehet, weil sie denen buhlern die schwingefedern entziehet. Riemer
Stockf. 134. die liebe ist bewaffnet, die liebenden und geliebten zu tödten, mit denen pfeilen die herzen zu durchschieszen 135. die liebe ist entblöszt, weil unter denen geliebten nichts soll verborgen bleiben. 136. die liebe ist blind, weil sie der geliebten fehler nicht siehet: weil sie nur von denen blinden geehrt wird 136. die liebe komt mir in solcher art vor wie der weiber kannen auf denen kindtaufen, welche je mehr sie gerühret werden, je süszer sie schmecken 150.
im 18
ten jahrh. erhielt sich die form zumeist im canzleistil, C. W. v. Heppe einheimisch und ausländisch wohlredender jäger, nach alphabetischer ordnung gegründeter rapport derer holz- forst- und jagdkunstwörter
Regensb. 1779. Kant
läszt in den früheren schriften denenjenigen
zu, z. b. 8, 67. ich gieng häufig mit denenjenigen um, die man sonst zu vernachlässigen pflegt G. Jacobi
in Mercks briefsammlung 2, 28. Göthe
gebraucht denen
nicht blosz in seinen früheren schriften, es entschlüpft ihm auch noch in seinen spätern. so rief unser freund allen denenjenigen glück zu, die sich in den höheren regionen befinden 18, 248. wand man sich reitend hindurch, denen sich kreuzenden unzähligen schmalen pfaden nachfolgend 28, 158. mir ist übel mitgespielt in denen goldenen blättchens 33, 269. vielleicht dasz gott denen groszen die augen aufthut 42, 144. denen spitzbuben von Nürnberg einen menschen abjagen 42, 158. komm zu denen perücken: sie haben lange genug den vortrag gehabt 42, 165. von diesen erscheinungen und von denen dabei bemerkten farbensäumen einiges vorauszuschicken 60, 5.
Nach dieser betrachtung der form ist gebrauch und bedeutung des allein stehenden demonstrativen pronomens zu erörtern. I@B@11.
substantivisch gebraucht heiszt es soviel als dieser, diese, dieses
und wird betont. I@B@1@aa. zähle auf deinen freund, wie sollte dich der verlassen? ich habe viele frauen gesehen, aber keine war so schön als die. wenn das wahr wäre! ein mann soll vorüber gegangen sein, hast du den gesehen? thäte ich das, man würde mir einen vorwurf daraus machen. ouch ist reht daz der mist stinke swâ der ist
Iwein 207. swer witze hât und künste list, sô wizzet daz der meister ist Freidank 79, 8
a. daz was sîn reht: wer lougent des?
Parz. 598, 15. darumb sagt er dir das von dem Keisersb.
Sünden des munds 43
b. ein schuohmacher zu seinem knaben spricht 'also soltu schuch neien' (
nähen), und zeugt im wie er dem sol tuon 81
a. sind in unser land gezogen, das ganz und gar zu verstören
Buch der liebe 13, 4
d. er sahe oben herunter sagende 'Margarethe, bistu es? sei stille, ich will dir aufmachen, damit du nicht auf der gasse erfrierest'. die schmälte aber immer fort und lud ihn wol tausendmal zu gaste. endlich machte er auf, die zur thüre hinein und wolte über ihn her Ettner
Unwürd. doctor 340. ich merkte deutlich dasz alles von der beschaffenheit meiner seele abhieng, wenn die nicht ganz in der geradesten richtung zu gott gekehrt war, so blieb ich kalt Göthe 19, 249. ich bedurfte einer kräftigen unterstützung und die verlieh mir gott nicht, wenn ich mit der schellenkappe herumlief 19, 295. und was den knaben betrifft, den, dächt ich, nähmen Sie selbst zu sich 20, 82. könig und familie waren gefangen, die absetzung dessen schon zur sprache gekommen 30, 90. mit lust vollstrecken die, was sie der fürst geheiszen. Schiller 41
a. wie schlimm wir auch berathen waren, mit dem (
Fridolin) ist gott und seine schaaren 69
a. spaszt nur! so lange der thut walten, denk ich euch, mein seel, an kein entlaufen 322
b. ergeben Sie sich nur in gutem, freund, mit dem da werden Sie nicht fertig 335
b. lasz mir den fischerkittel, den trutzigen, macht sich noch rar, der! Mörike
Idylle 53. allerliebstes kind, das! Gutzkow
Ritter vom geiste 2, 284.
steht das demonstr. zu anfang des satzes, so schlieszt sich das verbum an, der ist es. der da ist der schuldige. wenn alle ausbleiben, der kommt gewis. alle waren still, nur seine frau nicht: die konnte nicht schweigen. dem dort habe ich das geld eingehändigt. der hat es gesagt, aber was kann der verschweigen? den hat man gesucht. den erwarte nicht. dessen erinnert er sich deutlich. 'des volge ich' sprach Liddamus
Parz. 421, 7.
im 15
ten und 16
ten jahrh. liesz man zuweilen das demonstr. weg; einige beispiele aus Keisersberg, es was ein fürnem man, ward ein mal besteibt mit wein und mocht nit heim kummen
Sünden des munds 9
b. ein mensch gewint ein krankheit an den hals, heiszt squinantia (
angina)
das. sie seind glich den bösen haushündlein die tag und nacht bellen, was aber der starken rüden seind, kehren sich nit daran 42
a. die selbig predig suoch in dem evangelibuoch doctor Keisersberg, sagt wie sich Joseph hie uf erden hab gehalten 58
a.
so besonders im volksmäszigen stil, es kommen drei wägen, seind wol beladen, von Frankfurt aus der messen. Uhland
Volksl. 359. Perman will ich euch nennen, was ein purger im rat 458. sölt wir den könig vertreiben? ist mir wenig bekant 459. die erst püchsen will ich nennen, haiszt man den Purlapaus 460. Bastian von Wattwiler das edel bluot, er tet gar manchen schutz (
schusz), was guot 507. Maximilian bei dem ist aufkumme ein orden, durchzeucht alle land 516. der krämer läszt ein kranz zuo lest, ligt in dem kram verborgen 640. ich hoff es sol mir werden ein schöner kranz, hat mir gemacht die allerschönst auf erden 643. he folgede sines herten beger unde toch hen in en lant, was fer. B. Waldis
Vorlorn son 1103. ein new gedicht will heben an von wunderlichen dingen, von ainem kaiser, ist wolgethan, gott wöll das mir gelinge Soltau 1, 360. und Stolburg, leit an einem rain, nit weit davon der Zabelstein, die thetens all verprennen 2, 107. dazu zwo büchsen, waren grosz (
variante die waren grosz) 108. darmit er angezündet hat das Pauler closter, thet brennen 233. zu Leipzig in dem Meisner land, ist die häuptstad gar wol bekand 386 (17
tes jh.). da weinte der alte greis, war wie der schnee so weisz 421 (18
tes jh.).
und so selbst Göthe
im Götz, machte mir meine mutter ein schönes hofkleid, war rosenfarb 42, 93. die hatte ein kleid an, war feuerfarb
das. auch schon im mhd., sîn pflæge ein künec, hiez Anfortas
Parz. 389, 2. sprach einer, stuont dâ nâhe bî
Lanz. 449. sprach ein ritter, stuont dâ bî Haupts
zeitschr. 6, 500. I@B@1@bb.
bei ausrufungen und fragen, also der verlangt das? der will das haben! die glocken läuten, was heiszt das? was willich also? das! Lessing 2, 54.
A. er hat geirrt.
B. wie das? wie, ich soll gedroht haben den verfasser der fragmente zu nennen? wo das? 10, 220. 'sie haben mich fast abgeschreckt über den bruder mit Ihnen zu reden'. 'wie das?' Engel
Lorenz Stark c. 16. was will das machen?
ders. Philos. f. d. welt. ha, was soll das! bist du ein böser geist in gestalt meines weibes? Göthe. das war ein toben, war ein wüthen! 1, 211. du beleidigst mich, Weislingen, kennst du mich für das? 8, 129. wie lange hat sie an dem kerl gehangen! das war ein spazieren, auf dorf und tanzplatz führen! 12, 187. da fragt ich 'aber sind sie das? sind das die knaben alle?' 47, 3. beim Jupiter, nur das! Schiller 13
b.
Ch. mein herr ist verliebt in seine cousine.
M. ah, ist es das! 648. wer einmal das von sich zu rühmen hätte! 26
b. haha! ist es das? 124
b. lernen Sie erst die Ihrige (
pflicht) kennen, und mir nimmer das! 170
a.
Domingo. wir wünschten zu wissen, gnädge fürstin, welchen ort und welche beszre stunde Sie —
Prinzessin. auch das! 267
a.
Alba. mein könig, selbst das entscheidet noch nicht ganz.
König. auch das nicht? und das? und wieder das? 273
a. was war das? still! 296
b. heiszt das geladen? gleich das doppelte! 520
b.
sogar bei dem pl. in desz begegneten ihnen (
dem vater und sohn) schöne mägdlein, sie waren zu einer hochzeit gewesen, da fragte der son aber (
abermals) 'vatter, was sind das?'
Boccaccio 1, 199
a.
es wird mit besonderm nachdruck wiederholt, der also ist angelangt? der? das verlangst du zu wissen? das? den hast du im verdacht? den?
Damis. das hattest du? das?
Anton. ja das.
Damis. das? Lessing 1, 252.
oder unmittelbar hinter einander, das, das ist meine lust! den, den suche ich! die, die liebe ich! deinen adlerblick nicht zu bewundern! das, das schreit um rache! Lessing 2, 258. I@B@1@cc.
will man eine frage verneinen, eine behauptung widerlegen, so wird statt des einfachen nein,
das demonstrativum vor nicht
oder gar nicht
oder bei leibe nicht
minime gentium gestellt. das haus wird abbrennen. 'das nicht, man hat dem feuer einhalt gethan'. er ist für schuldig erklärt. 'das nicht, er hat sich gerechtfertigt'. hast du das geld bezahlt? 'das nicht, ich habe es nur versprochen'. kennst du den mann? 'den nicht, aber seinen bruder'. hast du die frau gerühmt? 'die nicht, eine andere'. reden die gemeinen leut allezeit die wahrheit? 'das gar nicht', o nein, Judas.
ebenso steht auch das andere demonstr. I@B@1@dd.
bei bezeichnung von gegensätzen. I@B@1@d@aα. der und die,
wenn man sich allgemein und unbestimmt ausdrücken, oder wenn man niemand nennen will. wan ich sagiu daz für wâr, der und diu triegent sich gar, die mit einer andern unstæte wænet heln ir missetæte
Welscher gast 811. so hat der das gethan und die hat das gethon Keisersb.
Sünden des munds 30
a. komm zu mir in den und den garten, da wollen wir mit einander lustig sein: der und die wird auch hinkommen Schuppius 201. da musz man wissen der oder die denkt an dich Gutzkow
Ritter vom geiste 6, 63. I@B@1@d@bβ. der und der, die und die, das und das,
wie dieser und jener. der und der musz es wissen. von wem hast du das gehört? von dem und dem. an dem und dem tage.
ahd. in dia ind in dia stat
Diut. 1, 508
b.
zu den beispielen aus dem mhd. bei Ben. 314
b sind einige nachzutragen, im gebreste weder des noch des
Troj. krieg 5790. der ez allez wizz von wan daz und ouch daz geschiht
Welscher gast 4993. diu hât daz und daz getân Lichtenstein 646, 20. gedenken wir wie daz und daz gesîn müge Bertholt
Pred. 59. iederman fuor, als im sîn boteschaft seit, der hin, der her
Lohengrin s. 40. ee wann ich das und das gethan, denn so wil ich min seele versorgen Keisersb.
Bilger 48
c. die und die schwester
ders. Has im pfeffer Bb 5
c. es ist (
geschieht), so du dich entschuldigest, du habest das und das nit gethon, so du es wissigklichen gethon hast
ders. Sünden des munds 14
b. das und das hast du geredt 79
a. wenn jemand zu dir spricht 'der und der mann ist böse' Olear.
Baumg. 7, 10. ehen die bahn, auf welcher das geschlecht zu seiner vollkommenheit gelangt, musz jeder einzelne mensch (der früher, der später) erst durchlaufen haben 10, 329. die und die bewegungen Kant 8, 56. was die und die für fremde mienen an sich nahm. Lessing 1, 116. wie der und der, so sehr es ihn erschreckte, sein liebstes da- und dortwohin versteckte Göthe 41, 17. dies fasten find ich nicht bequem, doch frist ich mich mit dem und dem Platen 28. weil ich dachte 'das ist der oder der' Gutzkow
Ritter vom geiste 5, 424.
Auch bezeichnet der und der
den teufel, den man nicht gern nennt, zumal bei verwünschungen, dasz dich der und der! Schönsleder K 4. ich wäre kein soldat, nein sondern der und der.
Kriegsbrand D 2
b. oder mich zreisz der ã der. Marx
Gedichte in Nürnberg. mundart. I@B@1@d@gγ. der und jener. hol dich der und jener!
der teufel. einem menschen gelüst das und gens ze haben Keisersb.
Sünden des munds 43
a. und wünscht mir die und jene sucht H. Sachs 4. 3, 80
d. ob dem oder jenem zu schreiben sei Schuppius 710. was taug der alte krieg? der neue krieg ist besser, denn jener war ein feind der menschen, der der schlösser, und jener machte leer der menschen leib von blut, da dieser nur fegt aus der kasten altes gut. Logau 1, 32, 7. wer andern lebt, lebt recht: wer ihme lebt, lebt gut, weil jener andren wol, ihm übel der nicht thut 1, 33, 15. tod ist ein langer schlaf, schlaf ist ein kurzer tod, die noth die lindert der, und jener tilgt die noth. 1, 117, 100. es läszt sich übel paaren die erde zu der luft, dann die wil oben fahren, und jene sinkt in sich 2, 13. ein glock und eine nusz und ein esel und ein knecht thun nicht leichtlich ohne schlag was sie sollen jemals recht. jene schweiget, die verharrt, jener steht und dieser liegt. wann das eisen und das holz ihnen recht wird angefügt, klinget jene, diese bricht: jener geht und dieser eilt; drum was jedem zugehört, sei auch jedem zugetheilt. 2, 25, 92. verstand den jeder hat, helt jeder lieb und wert: den zustand den er hat, wird anders stäts begert, da jener, wie mich dünkt, doch mehr als der verkehrt. 3, 31, 53. von dem und jenem mit ihm zu reden Riemer
Stockfisch 257. wir haben die und jene thorheit in einem lustigen augenblick empfangen und geboren Göthe 8, 215. dasz sie zugleich auch dem und jenem winke 41, 36. dem und jenem schlund aufwirbelten viel tausend wilde flammen 41, 62. Göthe
setzt sogar den artikel vor, A. doch hat sie wol auch zu guter stund dem und jenem nichts abgeschlagen.
B. wer ist denn der der und der jener? 2, 274. dasz vernehmlich der und jener brummt in seinen grauen bart Uhland
Ged. 327. und will mich dennoch der und jener schmälen 500. I@B@1@d@dδ. der und dieser,
meist dieser und der.
schon im ahd. noh thizi noh thaz
keins von beiden Gramm. 4, 447.
beispiele aus dem mhd. bei Ben. 1, 314
b. 367. daz du scholt eben wissen was du gebist, warum und auch wem, es sei disem oder dem Wittenweiler
Ring 29
b, 8. was hat mich gott gezigen daz ich also ein armer mensch bin, und dem und dissem reichtumb geben hat Keisersb.
Sünden des munds 17
b. die fiengen ob tisch an hinderreden und eer abschneiden und sagten von dem und disem 26
a. darumb so ein mensch wil seinen friden uf ander leut setzen, uf den, uf diszen, es thuot sin nit 43
a. wan jeder dät als er thun sol, so wären sie beid geltes wert, diser mit federn, der mit schwert. Brant
Narrensch. 79, 13. doch endlich verlieret sich dieser und der, schleicht eins nach dem andern gekleidet einher. Göthe 1, 230. dieser ist es auch nicht, auch der nicht, auch nicht jener Schiller 128
b. dies und das
kommt häufig vor, selten umgestellt. recht als ein glast oder schîn, der dâ ûsz fluszet ûsz der sunne oder ûsz einem liechte und schînet etwas dis oder das
Theologia deutsch 2. wan gotes eigenschaft ist âne disz und âne das und âne selbheit und icheit und dem es glîch stê und sî 44. und was etwan ist, disz oder das, das ist niht alle und über alle. sich, wêr nu got etwas, disz oder das, sô wêr er nicht alle und über alle, als er ist, und so wêr er ouch nit die wâre volkomenheit. dar umb ist got, und ist doch weder disz noch das, das die crêatûre als crêatûr bekennen genennen gedenken oder gesprechen mag 60. sich, dâ wirt dan fürbas mê nicht anders gewolt oder geliebet dan gût umbe gût, und umb nicht anders dan dar umbe das es gût ist, und nicht dar umb das es disz oder das ist oder das es disz oder das sî, disem oder dem lieb oder leide, wol oder wê, sûsze oder sûr sî und des glîchen 62. recht als âne mich (
spricht gott) weder wesen noch leben ist, noch disz noch das, alsô solt ouch kein wille sîn âne mich und âne mînen willen 94. was ist dicz und was ist das?
Ring 9
d, 11. rabi Anelin schreibt das und ditz.
Fastnachtsp. 20, 19. wan ich got wär, so wolt ich das und disz und jens, und weisz nicht was. Alberus 152. ob dis, ob das ein warheit sei. Murner
Luther. narr 2324. Unfalo fürt den held hin und her und zeiget im dann ditz, dann das.
Theuerd. 57, 11. man vermisset auch nicht dieses noch des
Jesaia 34, 16. disz vor (
für) das
isthaec pro illis Henisch 715,
der auch bemerkt dasz man sprichwörtlich den wechsel der dinge damit bezeichne. und solt uns disz und das darüber widerfahren. Rompler 58. so schuf bald dies, bald das, schon manchen zum poeten. Gotter 1, 259. was mir über dies und das den kopf warm macht Herder
in Mercks briefen 1, 40. bald ist es ernst, bald ist es spasz: bald ist es lieb, bald ist es hasz: bald ist es diesz, bald ist es das Göthe 2, 288. wie ich sie freundlich fragte über diesz und das 16, 10. und sagte es wäre recht artig gewesen, wenn nur diesz und das nicht gewesen wäre 18, 27. dann sagte sie hinterdrein 'lieber Franz, thu dies, thu das' 42, 191. mir ist das volk zur last, meint es doch diesz und das: weil es die fürsten haszt, denkt es es wäre was 47, 237. Göthe
behandelt beide pronomina einmal wie substantiva und läszt sie im dativ unverändert, das leben ist ein schlechter spasz, dem fehlts an diesz, dem fehlts an das 5, 79. wir sind nicht mehr am ersten glas, drum denken wir gern an dies und das, was rauschet und was brauset Uhland
Ged. 92. so lang mir mochte dies und das an dir gefallen, war ich gefahrlos leicht verliebt Rückert 382. ich denke dies und denke das Mörike
Ged. 40. ich wünsche mir nun dies und das 57. plaudern wir dieses und das 153.
Bei verwünschungen, verschweige mir nichts, gott thu dir dis und das, wo du mir etwas verschweigest, das dir gesagt ist 1
Samuel 3, 17. I@B@1@ee.
in verbindung mit dem verbum substantivum bei substantiven oder adjectiven steht das demonstr. das
ohne rücksicht auf genus und numerus. man sagt das ist mein vater, das ist meine mutter.
die im lateinischen hier nothwendige unterscheidung des geschlechts ist an sich wol zulässig, aber nicht im gebrauch. wenn man zwischen zwei neben einander stehenden zweifelhaft wäre, würde man wol mit dem finger deutend fragen ist der dein sohn?
bei minder bestimmter hinweisung, ist das dein sohn?
was nicht viel verschieden ist von dem allgemeinen ist es dein sohn?
wo das persönliche pronomen gleichfalls im neutrum steht; in dem dänischen und schwedischen mit dem verbum substantivum verbundenen det
kommt sogar die bedeutung von das
und es
zusammen. dieses das
zeigt sich schon in der ahd. und mhd. sprache; beispiele in der Gramm. 4, 275—77
und bei Ben. 1, 315.
ja die mhd. sprache gieng noch weiter, indem sie es auch mit ordinalzahlen verbinden konnte, z. b. das dritte was Pinel,
wo wir heute der dritte
sagen müssen. es steht also ebenso vor masc. und fem., wir sagen das ist mein glaube. das ist der wunsch meines herzens. der dritte in der reihe das war sein vater. das ist die ursache. das ist meine freude. das sind die drei schwestern, das ist die gute, das die schöne, das die geistreiche. ist daz nit ein groszer narr, der da murmelet darumb das er siech oder arm ist? Keisersb.
Sünden des munds 17
b. das ist der schalk, hüt dich vor im 68
a. das ist aber der wille des, der mich gesand hat
Joh. 6, 40.
es kann sich auch auf ein das geschlecht unterscheidendes pronomen demonstr. beziehen, die dir zulächelte, das war deine freundin. das ist der, den ihr suchet. die du da siehst, das sind männer und frauen des orts. das ist derjenige, der sich auszeichnete. das ist dieselbe, die gestern schon zugegen war. ein braver mann das, ders gebaut Göthe 11, 338.
ohne rücksicht auf den numerus. die ubersichtig augen habent, daz seint die jungen ratgeber Keisersb.
Sünden des munds 59
b. diese weiber hond lieb die zweizüngigen, das seint die schlangen 67
b. das sind alle meine schätze. das sind die heubter unter den vetern der Leviter geschlechten 2
Mos. 6, 25. das sind aber die kleider die sie machen sollen 28, 4. das sind deine götter, Israel, die dich aus Egyptenlande gefüret haben 32, 4. das sind die name dere die im zu Jerusalem geboren sind 2
Samuel 5, 14. wiszt ihr, gnädiger herr, wie ihr uns prophezeitet, wenn sich die welt umkehrte, würden wir jäger werden? das sind wir ohne das Göthe 42, 170. I@B@1@ff.
häufig bezieht sich das
auf einen zustand, ein ereignis, eine thätigkeit im allgemeinen, wie in den unter 1
b schon angeführten stellen. er arbeitet unermüdlich, das ist seine freude. herumzuschweifen, alles zu betrachten, von einem zum andern zu laufen, das ist sein leben. so die frummen krank seind, verachtet seind und arm seind, das ist inen nütz Keisersb.
Sünden des munds 13
b. itzt bin ich ein gefangener, den man auf sein wort frei herumgehen läszt: das schmeichelt! Lessing 2, 54.
Falk. hast du des schönen morgens schon genug genossen? fällt dir etwas ein, so sprich du.
Ernst. gut das. mir fällt ein dasz ich dich schon längst um etwas fragen wollen 10, 253. und wenn ich sie denn fassen darf im luftgen deutschen tanz, das (
tanzen) geht herum, das geht so scharf. Göthe 1, 19. wo geht das liebchen? sag mir das 1, 89. alte geschichten sind das, und ich erzähle sie wol. 1, 287. mein bester, wie ist uns? das sieht ja reisefertig aus
ders. hab appetit auch ohne das 12, 135. I@B@1@gg. über das,
ahd. ubar daz,
mhd. über daz
praeterea galt bis ans ende des 16
ten jahrh. bei H. Sachs
zeigt es sich (4. 3, 57
c), Dasypodius 445
und Henisch 662
führen es an, hernach erhielt überdies
den vorzug; s. unten. I@B@1@hh.
in ähnlicher weise bezieht sich das,
ohne geschlecht und numerus zu berücksichtigen, auf personen, auf eine und auf mehrere, auch auf sachen, wenn man sie nicht bestimmt oder nur im allgemeinen bezeichnen will. es soll dadurch in humoristischer und ironischer stimmung ein herabblicken, eine ringschätzung, oder, bei erbittertem gefühl, eine verhöhnung ausgedrückt werden. so sagt man das putzt sich, das schmückt sich und doch vergeblich. das brüstet sich wie ein welscher hahn. das treibt sich in den straszen herum. das jauchzt und schreit. das will sich ein ansehen geben. das plackt sich das ganze jahr hindurch und kommt doch zu nichts. man hat dich bei den schultern genommen, dich zur thüre geführt und gesagt 'fort schuft, lasz dich nicht wieder sehen'. das will sinn haben, glaub ich, will vernunft haben. oder ich will den jungen Zierau in Naumburg: das will doch auch ein ökonom sonst sein Lenz 1, 125. Göthe,
der gerne von der anhöhe herabblickte, liebte diese ausdrucksweise, sie (
die zwerglein) tragen die würste, die schinken so klein und braten und fisch und geflügel herein: er kreiset beständig der köstliche wein; das toset und koset so lange, verschwindet zuletzt mit gesange 1, 197. der mond der hat alles ins helle gebracht: der kirchhof er liegt wie am tage. da regt sich ein grab und ein anderes dann, sie kommen hervor, ein weib da, ein mann in weiszen und schleppenden hemden. Das reckt nun, es will sich ergetzen sogleich, die knöchel zur runde, zum kranze, so arm und so jung, und so alt und so reich; doch hindern die schleppen am tanze 1, 229. das wollen alle herren sein, und keiner ist herr von sich 4, 320. warum bist du der welt so satt? das weisz alles nicht was es neben und um sich hat 4, 346. das drängt und stöszt, das rutscht und klappert, das zischt und quirlt, das zieht und plappert! das leuchtet, sprüht und stinkt und brennt! ein wahres hexenelement 12, 210. Philine nahm ihm die pantoffeln aus den händen und sagte 'wie ich sie krumm getreten habe! sie sind mir viel zu weit'. dann spielte sie damit und rieb die sohlen gegen einander. 'was das heisz wird!' rief sie aus, indem sie die eine sohle flach an die wange hielt 19, 170. und was das wieder vor umstände sind! das schiebt sich und verliebt sich 23, 21. item sie will witz haben: item man musz ihr versichern dasz man überzeugt ist sie habe mehr als jemand: item das weisz nichts und das entscheidet auch 36, 66. der sonne heilgen lebestrahlen sind todte werke nur ein spasz. das bildet schmelzend, unverdrossen, und haben sies in erz gegossen, dann denken sie es wäre was 41, 171. schad um die leut! sind sonst wackre brüder. aber das denkt wie ein seifensieder. Schiller 329
b. prrr! das (
die mädchen in der pension) kann die zeit nicht erwarten, bis die gymnastischen übungen anfangen Kotzbue
Dramat. spiele 2, 106. schwer wie blei ist der patron, doch ich hör ihn auf den stufen, tapp! tapp! tapp! tapp! wie sich das langsam vorwärts schiebt! 2, 251. ein schoszhund wolgestalt, ein bunter papagei, das brummt, mault, poltert nicht, das liebt und bleibt uns treu 3, 71. jetzt reist das hin und her: im fluge ist man unter andere verhältnisse versetzt Gutzkow
Ritter vom geiste 6, 136. I@B@1@ii. das
erscheint im mhd. mit dem unbestimmten artikel als substantivum; s. Gramm. 3, 535. Ben. 1, 315
b. ez sî dur wârheit oder dur haz, man lobt nu niemen âne ein daz
ohne eine beschränkung, nicht unbedingt Freidank 62, 6. ez sî eht man oder frouwe, so lobet man sie selten ân ein daz oder âne vieriu
ohne einen oder vier fehler Berthold 248. sît nieman vinden mac an ir nach mîner ougen kür ein daz (
einen tadel, mangel) niht wan daz eine daz, daz ih ie meit. Truchsesz von St. Gallen
MSHag. 3, 325
b. hôchvart zorn nît unde haz gebent rehten dingen ein daz (
hängen ihnen einen flecken an, verunglimpfen sie) und wizzent doch wol daz sie liegent
Renner 7303. dâ von sol nieman wesen zorn, ob ich mich etswâ hân vergezzen: dan wir sehen dicke mezzen ein dinc drîstunt oder baz, dem man dennoch gibt ein daz, daz mich ze swære wolte ankomen 9299.
noch Henisch
kannte diesen gebrauch, es ist kein mensch sonder (
ohne) ein das
nihil est ab omni parte beatum 661;
ähnlich sagen wir es ist ein aber bei der sache (
oben 1, 31). I@B@1@kk.
berichtet man über verschiedenes, zählt man eins nach dem andern her, und ist mit einem zu ende, so setzt man wol hinzu das ist das, das wäre das,
so viel von dem. ohne dasz von mehrerem die rede wäre, wird es in Wittenweilers
Ring als bekräftigung zugefügt, 'noch liebt sei (
die jungfrau) mir ie bas und bas'. sprach aber 'das ist das, ich han gesworen ich muosz sei haben, wär sei joch in erd vergraben' 11
a, 31. daz ist daz, das ich do sing 16
b, 12. ich han nicht pfennig (daz ist daz) ze opfern, sam ich pilleich schol 33
c, 36. I@B@1@ll.
bei dem,
das noch im 17
ten jahrh. zuweilen die mhd. form deme
zeigt, z. b. bei P. Gerhard, Schuppius,
ist einiges hervorzuheben, I@B@1@l@aα. dem ist so
es verhält sich wirklich so, die sache steht so. ich wollte dem wäre so
möchte die sache sich so verhalten. dem sei wie ihm wolle
einerlei in welcher lage sich die sache befindet, es mag wahr sein oder nicht Lessings
Nathan. wie ist dem? haben wir nichts anders? Steinhöwels
Äsop 12 (1555). do das Nectanabus ersah, sprach er zu Esopo 'wie ist dem? kunnen die lüt fliegen in ewrem land?' 23
b. er fragt 'wer hat euch her citirt, ich bitt laszt mich jetzt ungeirrt, ich hab gar viel ein anders zschaffen, denn ich nach ewrem thun solt gaffen'. der mönch sprach 'dem sei wie ihm wöll: ihr seidt zwar (
in wahrheit) ein schwacher gesell'. Wolgemut 2, 248. dem ist also, fürwar, es ist nit anders Henisch 672. ob wohl an deme, das das glück sich je und allezeit gegen ihme als eine freundin gestellet Butschky
Kanzlei 891. wann nun an deme, das die erstorbene leiche, christlicher ordnung nach, zur erden bestattet werde 913. doch nun (wenn anders dem so ist) hat er durch sparung eures lebens ...
Tempelherr. ja, dem allerdings ist so. das leben das ich leb, ist sein geschenk Lessing 2, 252. I@B@1@l@bβ.
mit gleicher bedeutung an dem sein
ita se habere, in eo esse. es ist an dem (
es ist wahr) dasz er sein wort gegeben hat. an dem ist etwas
die sache ist nicht ohne grund. ist es nicht an dem, dasz die frau schwägerin lange nicht so schön aussieht als es die leute machen? Gellert 2, 210. ich versichere Sie dasz es nicht an dem ist 2, 278. es ist gewis an dem, er denkt an keine liebe 2, 286. es ist an dem, dasz der regen das erdreich abspült Kant 9, 15. und, lustig genommen, war es wirklich an dem Göthe 28, 101. ich sei, wie es denn wirklich auch an dem war, durch Lavaters physiognomik in dieses fach wieder eingeführt worden 30, 245. wärs an dem was man am hofe leise flüstert Schiller 338
a. es war an dem
heiszt auch '
es war nahe daran', es war an dem dasz er ins wasser stürzte
er war im begriff ins wasser zu stürzen. I@B@1@l@gγ.
in verbindung mit andern präpositionen. bei alle dem
dem ungeachtet, dennoch. er ist reich, bei alle dem kommt er nicht aus.
Marin. nun? nicht wahr, nun hab ich zu viel gethan und vorhin zu wenig?
Prinz. das nicht, aber ich sehe bei alle dem nicht ab — Lessing 2, 149. in dem
in dem augenblick, gerade jetzt. er wollte ausgehen, in dem kam sein vater. sie öffnete das fenster, in dem fuhr ein blitzstrahl herab. und in dem da erwachet diszer Keisersb.
Sünden des munds 22. in dem sprang ausz einer hanfstauden der has H. Sachs 4. 3, 86. in dem stund Pampinea auf
Bocc. 1, 7
b. in dem im newe mär zuokam. Soltau 2. 219, 46. mit dem
zugleich, wie auch damit
gebraucht wird. er schalt den knaben und mit dem gab er ihm einen schlag. mit dem er ir zum busen mawst. H. Folz
in Haupts zeitschr. 8, 513. mit dem recket er seinen hals hoch embor Steinhöwel 111
b (1487). und mit dem auf ihn dar! Frank
Weltb. 190. mit dem bald thet gen wald einrucken. H. Sachs 4. 3, 59. mit dem der Liendel darvon zog 4. 3, 60
d. neben dem
dabei, daneben. nebem deme was zur hoföconomie gehöret Schuppius 105. nach dem
wie, in der weise. das ist vernünftiglich gehandelt und nit allein nach dem als sein vernunft angibt, sunder auch als ein weiser man in seinem dünken mag erachten Keisersb.
Sünden des munds 86
b.
Prinz. er steht in dem rufe, sich so etwas nicht zweimal sagen zu lassen.
Marin. nach dem es fällt, ohne zweifel Lessing 2, 147.
auch für danach. wan es got noch dem grosz pein darausz in dem fegfeuer Keisersb.
Sünden des munds 7
b. nach dem schliefens dahin die nacht H. Sachs 4. 3, 64. von dem an
von der zeit an. von dem an das ich die welt hab verlassen Keisersb.
Sünden des munds 25
b. von dem an das ich hab begert himmelische und ewige ding 25
b. von dem an trachtet Pilatus wie er ihn los liesze
Joh. 19, 12. von dem an war sein herz von Stilling ganz abgekehrt Stillings
Jugend 3, 107.
zu vergleichen sind die zusammensetzungen demgemäsz, demnach, demnächst, demzufolge, auszerdem, ehedem, indem, nachdem, nächstdem, ohnedem, trotzdem, überdem, vordem, währenddem, zudem. I@B@1@l@dδ.
bei Göthe
einmal dem
für zu dem, wenn mich ein freundlich walten des gottes dem wir beten, hell umflossen, und ich zu nacht des tages glück genossen 57, 291. I@B@22.
beispiele von dem demonstrativum, das sich auf einen nachfolgenden satz bezieht, musten schon bei betrachtung der form unter B und auch unter 1
c angeführt werden, hier ist dieser fall noch besonders zu erörtern. I@B@2@aa.
folgt ein relativum, so hat das demonstr. die bedeutung von derjenige, diejenige, dasjenige. er ist in der gewalt dessen der ihm zu schmeicheln weisz. das haus ist dessen der es bewohnt. er lebt von dem was ihm mitleidige menschen geben. das ist das ziel derer denen ihr folgt. sunder allein von dem der es ist und weisz
Theologia deutsch 28. wir und der, bei dem der becher funden ist, sind meines herren knechte
1 Mos. 44, 16. wenn du des der dich hasset, esel siehest
2 Mos. 23, 5. und besprengen den der vom aussatz zu reinigen ist, siebenmal
3 Mos. 14, 7. wol dem dem da zugleich die freiheit ist gegeben. Logau 1, 33 (15). denn denen die gott lieben, ist seine hülfe täglich nach Gellert 6, 229. mit hacken nährt sich anfangs der (
Adam), von dem die fürsten kommen her
Simpliciss. 1, 11. I@B@2@bb.
in nachahmung des französischen setzt man, wenn man die wiederholung eines substantivs, zu dem ein genitiv gehört, vermeiden will, blosz das demonstrativum. der stolz des sohns geht über den des vaters hinaus. ihre schönheit übertrifft die ihrer mutter. die grösze des jungen löwen ist die eines schäferhundes.
im gemeinen leben setzt man, was nicht zu empfehlen ist, das possessivum, obwol es auch bei schriftstellern sich findet, wie bei Lessing, der stolz des sohns geht über des vaters seinen hinaus. die schönheit der tochter übertrifft der mutter ihre.
sonst läszt man auch das demonstr. aus, er legt von im sein brinn und schwert und nam zuo im des Ecken, das da was vil guotes wert
Ecke 122
Schade. des ahnen aberwitz wird auch des enkels sein Haller 70. ihr truget die last des gefürchteten todes, bis nieder euch des kommenden stürzte Klopstock
Mess. 17, 318. I@B@33.
das demonstrativum kann unmittelbar hinter dem bezüglichen substantivum stehen, in welchem falle seine demonstrative kraft abgeschwächt wird. I@B@3@aa.
der bestimmte artikel geht voran, der vater der rief seinen sohn, die mutter die rief ihre tochter herbei. das kleine kind das lief fort. der redliche der kam vorwärts. der böse der sank immer tiefer. der abend der näherte sich. des boten des harrte man lange. der drohung der lachte man. dem befehl dem folgte man nicht. den wein den holte der diener herbei. die früchte die sind alle reif. die ketten die löste man ihm. die noth die lindert der, und jener tilgt die noth. Logau 1, 117 (100).
häufig bei Göthe, die sterne die begehrt man nicht, man freut sich ihrer pracht 1, 97. die sechse die verzehrten dann zusammen ein gutes mahl! 1, 122. die ratte die raschle so lange sie mag! 1, 196. der thürmer der schaut zu mitten der nacht hinab auf die gräber in lage: der mond der hat alles ins helle gebracht: der kirchhof er liegt wie am tage 1, 229.
in der letzten zeile ist das persönliche pronom. statt des demonstr. gesetzt, wie man sagt die nacht sie kommt heran, das heer es kommt gezogen;
vergl. Gramm. 4, 424. der philosoph der tritt herein und beweist euch es müszt so sein 12, 95.
auch folgt es dem nachstehenden articulierten adjectivum, Amor der nahe der höret sie spotten, rächet sich einmal und rächet sich bald 1, 30.
im ahd. und mhd. war dies nachgesetzte demonstrativum nicht selten, zumal wo ruhig und umständlich erzählt ward wie bei Otfried
und in dem volksepos, während einige der ersten höfischen dichter es meiden; vergl. Gramm. 4, 400. 415. 423.
an sich ist es überflüssig, und auch heute wird es nur in behaglicher stimmung gebraucht. von dem relativum, das in gleicher stellung vorkommen kann, unterscheidet es sich auch dadurch, dasz das verbum dann nicht unmittelbar darauf folgt. I@B@3@bb.
in ähnlicher weise kann der unbestimmte artikel voran gehen, ein mann der gieng in den wald holz zu holen. ein sonnenblick der erfreut uns. eine freude die kam unerwartet. ein kind das denkt nicht. einem feinde dem steht man nicht bei. einen schwachen den stützt man. ein fabel die stot in Esopo Keisersb.
Sünden des munds 9
b. ein mensch der musz vernunft brauchen 26
b. ein solcher böser rathgeber der bringt schaden der versammelung gottes 59
a. ein richter der hat ein sun, der sol der junker heiszen 67
a. ein weiser man und vernünftiger mensch der redt langsam und macht wenig wort 82
a.
für das ahd. hat Graff 5, 14
kein beispiel, inwiefern es im mhd. vorkommt, musz noch ermittelt werden. ein bosch der bran Walther 4, 13
kann durch die lesart busch enbran
entfernt werden. ein wîser man der hât für guot, strâfe ich in swenner missetuot Freidank 80, 20
ist nicht ganz dasselbe, weil durch das vorangehende adject. die demonstrative kraft des pronomens gesteigert wird. so auch bei Göthe, ein kluger fürst der münzt sie (
die alten thaler) ein und thut ein tüchtigs kupfer drein 13, 111. I@B@3@cc.
oder das possessivum geht vorher. mîn friunt der minnet andriu wîp Walther 70, 32. sein mut der minderte sich nicht. seine frau die bat flehentlich. meiner tochter der will ich die freude nicht verkümmern. sein licht das stellt er nicht unter den scheffel. deinen freund den wünsche ich kennen zu lernen. meine leute die sind alle zugegen. unser wunsch der ist natürlich. eure gedanken die kann niemand erraten. ihre absichten die sind bekannt. mein tochter die ist in büchern belesen Göthe 13, 62. mir ists im herzen weh und bange, mein bräutigam der bleibt so lange 13, 69. I@B@3@dd.
das demonstrativum kann folgen und wegbleiben, wenn bei dem vorangehenden substantivum ein artikel oder das possessivum nicht zulässig ist oder fehlt. Arminius der war heerführer. Thusnelde die war seine tochter. brot das ist jetzt theuer. böses das zeigt sich überall. wein den trinkt er mit lust. freunde die belästigen nicht. kinder die spielen gerne. sorgen deren kommen genug. frauen denen sieht man etwas nach.
es kann ein adject. vor dem subst. stehen, gute gesellen die läszt man gerne zu. mancher narr der ist also thum, meint etlich leut die sen (
seien) zu frum. Schwarzenberg 132, 2. alle künig in Egipten die hieszen Pharaones, wie bei uns die keiser Cesares heiszen Keisersb.
Sünden des munds 2
b. nerrisch menschen die hadern gerne 42
a. I@B@3@ee.
mehr gewicht hat es, wenn es sich auf das substantivum eines satzes oder auf einen ganzen satz bezieht, oder das substantivum nach einem zwischensatz wieder aufnimmt. es kann nicht wegfallen. er hatte viel theilnahme erfahren, die hört jetzt auf. deine mühle hat kein wasser, die meinige hat dessen genug. viele waren da beisammen, du bist deren einer. das haus, woran er so grosze freude hatte, das will er wieder verkaufen. seinen reichthum zu mehren, das war sein bestreben. getorste sie in hân küsset, daz hete si âne haz.
Nibel. 526, 2. einen stîc ich dô gevienc, der truoc mich ûz der wilde
Iwein 275. ein æhter heizet mort, der schât der strâze sêre. Walther 26, 16. Vergilius der weis poet, welcher so guten bescheid und underricht vom sünopfer der mess, wie oben am 73. blatt gehört, der hat auch das fegfeuer bei eim mör gestellet Fischart
Bienenkorb 111
b. merk gottes genad, die ist gemein. Schwarzenberg 132, 2. wodurch aber dieser Kolonos besonders merkwürdig geworden, das waren die letzten schicksale des Ödipus Lessing 6, 290. und nichts zu suchen, das war mein sinn Göthe 1, 27. I@B@3@ff.
beginnt der voranstehende satz mit wer
oder was,
so kann das darauf bezügliche demonstrativum stehen oder wegbleiben, wie in den unter b bemerkten fällen. so in den folgenden beispielen, wer pech angreift, der besudelt sich,
oder besudelt sich
und wer fest steht, der wird geachtet. wem du vertraust, dem vertraue ich auch. wen du liebst, den liebe ich auch. was dich erfreut, das erfreut mich auch. wer in entheiligt, der sol des tods sterben
2 Mos. 31, 4. wer es (
das blut) isset, der soll ausgerottet werden 3
Mos. 17, 14. wer die ehe brichet mit jemands weibe, der sol des todes sterben 20, 10. wer ein einheimischer ist, der sol solchs thun
4 Mos. 15, 13. wer nur irgend einen todten menschen anrüret, der wird siben tage unrein sein 19, 11. denn wer solches thut, der ist dem herrn ein grewel
5 Mos. 18, 12. und wer an den ort kam, da Asahel tod lag, der stund stille 2
Samuel 2, 23. wer sein geld nicht auf wucher gibt und nimpt nicht geschenke über den unschuldigen, der das thut der wird wol bleiben
Psalm 15, 5. Luther
läszt das demonstr. auch aus, und wer gerüst ist, gehe fur den laden des herrn
Josua 6, 7. und wer gerüst war, gieng fur den priestern her 6, 9. und wer etwas heiligt, sol auch sein sein, und wer etwas dem priester gibt, das sol auch sein sein
4 Mos. 5, 10.
nach der welcher, der der, das was
läszt man es besser weg, der welcher zuerst anlangt, erhält den preis. der der nicht ermüdet, wird das ziel erreichen. das was du wünschest, ist dir gewährt.
dagegen kann es natürlich nicht wegfallen, wenn der eine satz einen anderen casus verlangt. wer pech angreift, dem werden die hände unrein. wem es unter uns gefällt, der kann hier bleiben. und wer seinen nehesten verletzt, dem sol man thun, wie er gethan hat
3 Mos. 24, 19. wer mich ehrt, den will ich auch ehren 1
Samuel 2, 27. denn wer sich grün macht, den fressen die ziegen Göthe 13, 116.
richtig sagt Fürnstein
bei Göthe 45, 245. wer immer finstre mienen macht, hat bald die gunst verloren:
aber fehlerhaft setzt er hinzu wer immer scherzt und immer lacht, hält man für einen thoren.
hier konnte den
nicht wegbleiben. das demonstrativum kann auch vorangehen, der ist klug wer vorher bedenkt was er sagen will. der hütt der hewschreck an der sunn und schütet wasser in ein brunn, wer hüttet das sein frow blib frumm. Brant
Narrenschiff 32,
α. der würfet in die höh den ball und wartet nit des widerfall, wer will die lüt erzürnen all 69,
α. der ist ein narr und groszer dor, wer eim werkman den lon gibt vor 111, 1. I@B@3@gg.
eigenthümlich der heutigen deutschen sprache ist die verwechselung die zwischen dem demonstrativum und possessivum stattfinden kann. Am häufigsten wird sein
für das demonstrativum gesetzt. wir sagen er vernahm des vaters willen und folgte seinen worten. er erblickte den herrn und achtete auf seine winke. ich seufze nicht ins leben zurück, um seiner freuden länger zu genieszen Dusch.
das an sich allein richtige dessen
gebraucht man wol auch, doch zieht man es nur vor, wenn eine entschiedene zweideutigkeit abzuwenden ist, er gieng mit einem freund zu seinem vater
zu dem eigenen, zu dessen vater,
zu dem vater des freundes. aber auch dagegen wird gefehlt, in folgendem fall müste dessen
stehen, wie selig, Henzi, ists fürs vaterland sich grämen, und sein verlasznes wol freiwillig auf sich nehmen. Lessing.
Umgekehrt wird, doch nur von einigen und noch tadelnswerther, dessen
statt sein
gebraucht. so würde es Apollo sein durch dessen (
seine) stirne, oder Jupiter durch die haare seiner stirne Winckelmann 4, 96. welches der schönste kopf dieser gottheit, auf dessen statue, nebst vielen andern dessen bildern beweisen kann 4, 99.
Verschieden davon ist ein gebrauch, den Adelung
als eine erfindung neuerer höflichkeit ansieht, der aber schon wieder verschwunden scheint. wenn man nämlich bei der anrede in einem brief nicht ihr
und nicht dero
sagen wollte, so gebrauchte man dessen, deren. geehrter herr, dessen schreiben habe ich empfangen. werthe frau, deren wünsche habe ich vernommen.
der angeredete wird hier als ein dritter betrachtet, wie auch bei dero (
gen. pl.)
anzunehmen ist. I@B@3@hh.
in der eben angeführten stelle aus Winckelmann
heiszt es nebst vielen andern dessen bildern.
so wird auch im canzleistil das demonstr. zwischen das adject. und substantivum gestellt. dem gesammten reiche und allen und jeden dessen ständen. und in unverhoffter widriger dessen entstehung. IIII.
relativum. II@11.
ist das pronomen lediglich relativ, so ist es gleichbedeutend mit dem minder üblichen oder schwerfälligern welcher, welche, welches.
der relativsatz beginnt damit und das verbum steht am ende. er ist der held der allen vorleuchtet. die frau die alle an schönheit übertrifft. ein freund kommt, dessen gegenwart dich erheitern wird. eine unglückliche deren hoffnung unerfüllt geblieben ist. dieser ist es, dem ihr dank schuldig seid. er findet den nicht, den er suchet. die glücklichen die die gedanken davon abwenden können. die blumen deren duft uns erquickt. denen vertraue ich, denen er vertraut. und der priester der gesalbt ist, sol des farrenbluts nemen
3 Mos. 4, 5. die dänke, da man mit denselben will belegen, der überwinder wird, die sein ein schild und degen. Werders
Ariost 18. 94, 5. das leben das ich leb, ich sein geschenk Lessing 2, 252. so gehe denn, o freundin, die ich ehre, durch deren umgang ich mehr als ich sagen kann zehn ganze jahre lang gewann Gellert 6, 228. die kette gib den rittern, vor deren kühnem angesicht der feinde lanzen splittern: gib sie dem kanzler den du hast Göthe 1, 179. II@22.
man scheut nicht die unmittelbare berührung des ganz gleichlautenden demonstrativen und relativen pronomens und es ist deshalb nicht welcher welche welches
nöthig, er ist der, der sich ausgezeichnet hat. er ist der sohn dessen, dessen tochter ihr schon kennt. ich gab es dem, dem ich geneigt war. ich sah die, die ich suchte. ich nahm das, das sie ausgewählt hatte. also wirt es ouch umb das, das dem menschen zuwider ist
Theol. deutsch 44. und alles das, das allen tugenden zugehört, das musz da sein 55. sich, alles das, das dem waren liechte zuwider ist, das gehôrt dem falschen zu 75. 79. wer ist nu der, der sich unschuldig weisz? 81. do schamten sie sich jetz des, des sie sich vor nit schamten Keisersb.
Sünden des munds 12
b. der da gern hört eer abschneiden, der schneidet eben als wol als der, der da hinder redet 28
b. aber die schmeichler, die die laster loben, die seind gegenwirtig 34
b. aber die, die der welt habent urlob geben, die werden sein innen und erfarent 69
b. (ihr habt) zum theil gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also gehet
Ebräer 10, 33. gott segne euch, geb euch glückliche tage und behalte die, die er euch abzieht, für eure kinder Göthe 8, 103. II@33. das
steht wie das relative was. dar umb sô mûsz man disz alles lâszen sîn das es ist
Theologia deutsch 53. das du jetz gewis hast, das las nit von hoffnung wegen
gib nicht auf einer hoffnung wegen Steinhöwel 86
b (1555). dasz einem widerferet eben das man einem andern zugedacht hat Agricola
Sprichwörter 7
b.
in der letzten zeit hat es Göthe
wieder aufgenommen und gerne gebraucht. wenn das erscheinen abenteuerlicher gestalten sie auch nur in ihren hoffnungen bestärkte, das es gewis thun wird 11, 56. sie sollten ihrer schwester folgen, als wenn sies selber wäre, das denn auch einige versprachen. ihre brüder die noch einmal ihre hand zu küssen begehrten, das denn der älteste mit aller zärtlichkeit that 16, 28. Lottens portrait habe ich dreimal angefangen und mich dreimal prostituiert: das mich umsomehr verdrieszt 16, 57. dasz ich mich nicht enthalten kann ihm zu widersprechen, oft eine sache nach meinem kopf und meiner art zu machen, das ihm denn, wie natürlich, niemals recht ist 16, 101. ob er dem herrn die stiefeln ausziehen solle? das er denn zuliesz 16, 159. hier ist etwas von deiner hand, das du vielleicht ungern verlörst 17, 147. nun da er mich los sein wollte, fieng er an französisch zu schreiben, das vorher manchmal nur im scherze geschehen war 14, 240. ihm hatte man Hilarien bestimmt, das ihm sehr wol bekannt war 22, 52. unter andern hat er eine sündflut gemahlt, das etwas einziges ist 29, 31. um euer drama vorzustreichen, das man euch verzeihen könnte 33, 274. du hast ja genug, das alles nichts ist 33, 281. hat er denn auch die sechs sous zum schlafgeld nicht in der tasche, das ihm wol manchmal begegnet 36, 5. nur wenige wolken erschienen am horizonte, und der nacht blieb kaum übrig das sie aufzulösen hätte 51, 212. Göthe
geht in demselben satz von was
zu das
über, sie führte dagegen an was ein zartes gemüt gewis mit ihr gleich empfinden wird und das wir mit worten auszuführen nicht unternehmen 22, 113. II@44.
schon im mhd. (Ben. 1, 319
a)
konnte eine verschmelzung des relat. mit dem demonstr., welches dann ausgelassen scheint, stattfinden. das seind die (
die welche) jederman gewunnen red (
recht) geben und sie loben in sünden Keisersb.
Sünden des munds 32
a. aber die vil wort geben, das sint leicht (
leichtfertige) menschen 42
a. darumb wiltu ein dank gegen eim verdienen, so gib im daz (
das was) du im schüldig bist, bald und unverheiszen 65
a. und citierten mich zuo verantwurten das ich gesagt hab 79
a. wan sie uberreden die gemeind das sie thuon das wider got ist 81
b. was solt der rosen geruch, wa nicht wären die sie zur erquickung abbrächen? Fischart
Garg. 66
b. was freut denn jeden? blühen zu sehen das von innen schon gut gestaltet Göthe 3, 125. II@55.
das relativum wird, wie im englischen und dänischen, zuweilen ausgelassen. Christus thet Petro winken, im mör begundt zu sinken Körner
Volksl. 177. der pfaw fiel da zu der erden, sein flug hett im Württemberger land. Soltau 2, 185. den hardesten orden, ik wêt up erden. Waldis
Verloren sohn 1536. II@66.
das relativum wird auch vor die erste und zweite person des persönlichen pronomens gestellt. der ich nie in der treue wankte. die ich ihn immer liebte. der du in ewigkeit bist. die du niemals dein wort gebrochen hast. die wir immer bereit waren. die ihr treu geblieben seid. wirstu es nicht thun, gott der du uns verstöszest
Psalm 108, 12. o gott, ein herzkundiger allein, der du weiszest Melissus
Psalme A 7
b. C 4
a. C 8
b. fahr hin, narr, der du bist
Boccaccio 2, 71
a. o der du über uns mit deinem vater sitzest Opitz. der du mit allmacht dieses element beherschest. Ramler. ha; zittre selbst der du mir fluchen willst! Gotter 3, 93. der du von dem himmel bist, alles leid und schmerzen stillest Göthe 1, 109.
öfter in briefschlüssen, der ich recht wol zu leben wünsche und mich zu geneigtem andenken empfehle Göthe
an Leipz. freunde 302.
häufig geht das wiederholte persönliche pronomen voran, ich der ich nie in der treue wankte. du die du niemals dein wort gebrochen hat. wir die wir immer bereit waren.
einige lassen das persönliche pronomen aus, o got, ein brunne und ursprung alles guten, der dise welt regierest Melissus
Ps. Q 2
b. du bists der machest A 7
a. mich der so mat bin C 3
a. mann mit der scharfen sense, der den säugling an der weinenden mutter busen mähest.
F. L. Stolberg 1, 289. II@77.
im mhd. nimmt das relativum zuweilen das natürliche geschlecht wieder auf, meist bei wîp.
einige beispiele aus dem zwölften jh. ein wîb diu guot wâre und êrlich Hoffmann
Fundgruben 2. 34, 31. dû bist ein ander wîb, diu uns brâhte den lîb. Wackernagel
Leseb. 1. 198, 13.
beispiele aus dem 13
ten jh. bei Benecke 1, 318
b. daz weib das duo mir geben hast zuo einer gesellin, die hat mir geben von dem holz (
baum) und ich hab davon gessen Keisersb.
Sünden des munds 12
a.
heute selten, ein kerlchen den frau Fortuna zu ihrem liebling gedrechselt zu haben scheint Klinger 1, 99. auf kosten des weibes, die du liebst, die ich mehr als mein leben achte 1, 437. das kleine geschöpf, die mich in diesen zustand gebracht hat Göthe 24, 96. II@88.
im mhd. steht der,
um einen bedingungssatz einzuleiten, für wenn einer, wenn jemand;
beispiele bei Benecke 1, 320
b,
die sich vermehren lieszen. zuweilen noch im 16
ten und 17
ten jahrhundert. als da ein mensch ein ganzen tag sitzt und schweigt, redt nichts, das ist eben als ein blater uf dem maul, als der zevil redet Keisersb.
Sünden des munds 3
a. zu dem fierden so sprich ich von vil essen und überflüssigem, do man sich füllt, als der ein wurst füllt 7
a. swär ist recht thuon, ders nit hat gewont. Brant
Narrensch. 5, 34. swigen ist loblich, recht und guot, besser ist red, der im recht duot 19, 94. es ist ein herter orden, der seinen buolen meiden muosz. Uhland
Volksl. 71. 'ich will zu land ausreiten' sprach sich meister-Hiltebrant, 'der (
wenn doch einer) mich die weg tät weisen gen Bern wol in die lant' 330. es ist ein herter orden, der sich von gott dört scheiden muosz 875. ha ha, es wär kein gut par schu, ders nit wolt: gewis der sie begert der mangelt ihr Fischart
Garg. 153
a. da sprach der fuchs 'ich armer tropf! wer wert, der mich schlüg umb den kopf?' Wolgemut 122. sie sprach 'gotz hei! secht an wie glunst dem man sein angesicht vor fewr. ach der im det ein kleine stewr und güsz ein spülwasser auf in! Hans Folz
in Haupts zeitschrift 8, 511.
wieder bei Göthe, der auf dem lande im winter krank würde ohne wartung, wie elend wäre das Schöll
Briefe 171. II@99. der
für dasz er, mhd. dêr
und in jedem obliquen casus Ben. 1, 320
a. kein mensch so hoch hie kumen mag, der im verheisz den mornden tag oder das er morn glück soll han. Brant
Narrenschiff 37, 9. wer ist so weise, der die wolken erzelen könde
Hiob 38, 37. da gieng der fürst des andern tags in den sal mit allem seinem hofgesind ob iemants etwas gemälts sehen künd, aber niemant künt sagen, der etwas sehe
Ulenspiegel s. 38. II@1010.
bei collectivbegriffen tritt zuweilen der plural ein, nicht selten im mhd. bei Ben. 1, 318
a. an den fursten höfen, da vil jungs volks ist, die nichts arbeiten und wol mechten fasten, die essen frü ze morgen Keisersb.
Sünden des munds 6
b. IIIIII.
artikel. oben (
sp. 959)
ist gezeigt dasz man im 17
ten jahrh. anfieng die erweiterten formen des pronom. im gen. und dat. pl. widernatürlich auch bei dem artikel anzuwenden. in dem neuniederl. sonderte es sich durch abweichende formen, masc. de, des, den, den.
fem. de, der, der, de.
das neutr. hat nur den genit. des
und braucht für die übrigen casus sing. das persönliche pronomen het.
der pl. aller geschlechter de, der, den, de. III@11.
es ist das abgeschwächte, des tons verlustig gegangene demonstrativum, das ursprünglich zu dem substantivum gesetzt ward, um ihm gröszeren nachdruck zu verleihen, aber bei häufiger anwendung in dieser bedeutung herabsank. so schildert Luther
das neutrum des artikels im gegensatz zu dem demonstrativum (
oben sp. 955), aber das ander das lautet kurz verhawen, das man den buchstaben a kaum höret oder nicht weisz obs a, e oder i laute, und stehet kein finger dabei, der da zeige das es laute: gleichwie die Behmen ire buchstaben kurz verhawen 3, 67.
im mhd. wird daher nicht selten aus metrischen gründen daz
in dez
geschwächt. der
ward schon im 12
ten und 13
ten jahrh., wiewol selten in d
abgeschwächt, beispiele in Wackernagels
Lesebuch 301, 16. 724, 11.
bei H. Sachs
findet sich da kum ich zu euch, mein herr dabt (
der abt). 3. 3, 60
d. 61
a. 63
a.
am Rhein hört man dvate (
der vater).
häufig verschmelzen diu
und die
als bloszes d
mit dem meist vocalischen anlaut des folgenden worts, schon im mhd., beispiele in der Gramm. 4, 370,
bei Benecke 1, 313
b und in Wackernagels
glossar xc,
in der volkssprache und in mundarten noch heute; vergl. Schmeller 1, 349.
im 15
ten und 16
ten jahrhundert zeigt es sich sowol vor vocal- als vor consonantanlaut. Nimindhand, Farindkuo
eigennamen in Wittenweilers
Ring 22
d, 26. 22
c, 13. 18. hinderd tür er sich verparg 10
b, 28. und warf sei dreistund wider derd 11
a, 16. 40
c, 8. Pertschi nam ein andern weg über dhaid der selben zeit 57
c, 22. wie oft man dirs in daugen slecht 19
b, 21. und warfs dem preutgom unter daugen 37, 3. do raunt ir muoter in doren mein.
Fastnachtsp. 321, 20. stechen in daugen usz Murner
Luther. narr 1326. man uberredet dbaurn Agricola
Sprichw. 45
b. weit darvon ist gut für dschüsz 54
a. kund tuot got sein heimlich grundnis den din (
denen die in) seiner furcht stehen Melissus
Ps. C 2
b. den dreschern dhend zerbrechen Waldis
Esopus 102
a. tragens in dlöcher, da sie wonen 150
a. (
der biber) schnidt dhoden ausz und lief davon 153
b. da ward er zornig über dmaszen 171
a. das er sich dleng nit kundt erwehren 180
a. der schwanz heng uber dhelft hinein 182
a. als wern mir dsünd zu Rom vergeben 206
a. sahe was dfrauw daheimen macht 293
b. mit springen thust dich hoch begeben in dlüft, kanst doch des lufts nit leben 307
a. so würdn mir dleut ins korn stehen H. Sachs 4. 3, 25
b. hand dmeuler offen wie die narren.
M. Montanus
Spiel von Fulvio und Gisippo E ij. der sie leit gar in dstatt hinein Fischart
Schiff 694. das ers in dscheuren lasz
ders. Gargant. 87
b.
häufig bei dem Schweizer Jac. Ruff,
z. b. gelt, ich will üch und den Schwizeren dschellen schlan.
Vorsp. 42. ob got wil, noch in deewigkeit wird bhalten si in einigkeit
Etter Heini 47. das si kumend zuo im in dgmeind und sich nit sumend 440. schnell hat der fründ sich grüst uf dfart 441. der lasz im dsach anglegen sin 492. stell dich uf dstrasz wol, rüst dich fin 550. daran ouch dschuld hat dobergkeit 1584. ja wenig lüten gipt in dhand 2179. wenn einer kam in dkilchen loufen 2292. luogend wir nit basz in dsachen 2646. dann gott hat im sin hirn verruckt und im dvernunft im kopf verzuckt 3596. dwil ichs nun alls vollkommen gmacht.
Adam und Heva 571. duntrüw, dschalkheit dich wirt betriegen 959. damit wir kommind nit in dschmach durch dines urteil und in draach (
die rache) 1842. nach unserm bruch wend wir in dstatt 1902. denn werdend ir hörn dstraaf der sünd 2742. ir land beschirmen, dgrechtigkeit 3347. dann ich, din gott, der dsünd thuot demmen 4137. und wie bald dgest dann gladen sind 5598. 5649. 5770.
in Brants
Narrenschiff musz es öfter angenommen werden; vergl. Zarncke 290
b.
geht eine präposition vorher, so hängt Murner
dieser das d
an, ind hell gesprungen
Luther. narr 1240. Gengenbach gond nit ind sach als wärens blind 5, 19. das do nit wären frommer leut dand Schwitzer bin (
bei den) selben tagen 13, 55. krachen mir dbein und trüft (
trieft) mir dnas. 71, 616. H. Sachs
ein t, kein harm (
harn) ant gassen ausz zu gieszen. 4. 1, 1
a. bringt ir ant hörner im die schlingen. 4. 3, 3
c. stund auf vom tisch und mit im nam zween fürsten und int kuchen (
in die küche) kam. 4. 3, 56
a. 71
a. dem könig ubert achsel schaut 4. 3, 57
a. int wach und ordnung musz ich (
landsknecht) stahn. 4. 3, 62
d. darmit thu ich int heuser schleichen 4. 3, 63
d. untert fleischbank gangen ist 4. 3, 71
a. flicht dir ein satteldeck und schürz sie ubert lend 4. 3, 177
b. warfs auch zum fenster nausz ant gassen. 4. 3, 82
c. ging int werkstatt 4. 3, 82
d. int abziehstuben 4. 3, 88
b. doch musz die katz int schelmengruben 4. 3, 91
b.
an das persönliche pronomen, und die (
diejenigen welche) in stetten erbarn frawen in den kirchen die hend abhawen dasz int stümpf an der gürtel hangen 4. 3, 65
c.
dieses t
hat sich noch in dem eigennamen Schlagintweit
erhalten. III@22.
umgekehrt findet aphäresis statt, im mhd. zuweilen en
für den, ez
für dez = daz;
vergl. Gramm. 4, 369.
häufig wird der gekürzte artikel mit dem vorangehenden wort verschleift. III@2@aa.
bei präpositionen. im ahd. nur bei ze, Otfried
hat zemo
und zem.
im mhd. öfter mit einsilbigen sowol als zweisilbigen; beispiele Grammatik 4, 368. 369. Benecke 1, 313. Suchenwirt im 14
ten jahrh. er kund inn (
in den) houfen dringen 11, 274. Wittenweiler kamend her mit irem gepraht auf den plan und widern gast
Ring 3
d, 37. Brant
im Narrenschiff bim (
bei dem), bim mindesten pfund 25, 10. bim ofen 97, 12. im (
in dem), im mer 108, 106. im mund 80, 5. zuom (
zu dem) zuom zil 86, 6. bin (
bei den), bin wisen 68, 17. bin oren 72, 8. bin mannen 77, 38. inn (
in den), inn seckel 15, 22. inn himel 19, 79. inn doppel 75, 42. inn ermel 75, 43. ins (
in das), ins narrenspil 11,
γ. ins hus 32, 9. ins dorf 72, 31. ins dinctenfasz 79, 16.
auch jedems (
jedem das) 41, 28. Murner zuon (
zu den) suwen
Luther. narr 4287. Gengenbach bin selben tagen 13, 55. Jac. Ruff bim win
Adam und Heva 3596. undern (
unter den) 3596. umbs (
umb das) unser
Etter Heini 2302. Alberus umbs (
umb des) bauchs willen
Jörg Witzel F 4
a. Luther
gebraucht fast immer am, im, zum,
aber nicht vorm. Maaler
will amm
nicht am
geschrieben haben 15
b,
auszerdem führt er an beim 56
a, im 235
b, vom 473, zum 525,
aber nicht vorm.
volkslied bei Uhland peir (
bei der) nacht und auch peim tage 814. Waldis bein hindern füszen sich aufhenkt 164
b. macht ihm viel sprüch aufm lotterholz 213
b. hetst den mantel nachm wind gehenkt 215
b. und führt sie oben übers dach 103
b. underm tisch allenthalben sucht 165
b. 168
a. 240
b. das ir allzeit seit auszerm haus 227
b. H. Sachs will mich nit ducken wie vorhin, meiner frawen untern füszen liegen 3. 1, 2
a. und solt keim andern beichten gar denn unserm caplan hinderm altar 4. 3, 8
c. Wolgemut weil euch zun dingen ist so gach 2, 255. Fuchs
Mückenkr. es dürft wol unterm last erliegen 1, 666. vons pulvers rauch 3, 195.
Jucundiss. muste ich ihm widers teufels dank eine andere gans verschaffen 131. Lehmann die gebratene keste auszm fewer scharren 139. trew vorm gesicht und tragen den schalk aufm rücken 142. beim fewer 144. auszm haus 146. sitzt die katz aufm käfig 171. Schuppius ich will ein exempel statuieren am
M. Bernd Schmidt 606. wie er fürn Ruttelhof kompt 83. ich musz meine zähne zun wölfen haben. kommen beien kürschner zusammen 839. Stieler
hat am 46, beim 142, im 889, vom 2394, vorm 583, zum 2653,
von den zweisilbigen nur hinderm 842. Frisch 1, 26
ist der verschleifung abgeneigt, am
sogar scheint ihm nicht überall zulässig: es werde nur bei schneller rede gebraucht, und man müsse den wollaut berücksichtigen, der jedoch dabei gar nicht leidet. ein gleiches bemerkt er zu beim 1, 94
und vom 2, 406. im kurzen
will er gelten lassen für in kurzem,
da in dem kurzen
unstatthaft sei. zum
wird 2, 482
angeführt, aber nicht vorm,
und bei den zweisilbigen ist keine rede von einer verschleifung. Gegenwärtig findet man in der schriftsprache am, beim, im, vom, zum
und zur,
sodann ans, aufs, durchs, fürs, ins, ums.
im gemeinen leben hört man aufm, ausm, mitm, nachm, vorm, samtm,
auch aufn, bein, durchn, fürn, ummen, zun
und beis, widers.
doch auch bei Göthe aufm
und vorm.
bei den zweisilbigen präpositionen ist zulässig auszerm, hinterm, überm, unterm, hintern, übern, untern,
in der umgangssprache auch nebens, ohnes.
Selten wird es mit einer andern partikel verschleift. ir lieb wil mir nurs (
nur das) herz abdrücken. H. Sachs 2. 4, 29
c. helfen dich basz denns (
denn das) haberkorn. Wolgemut 2, 322. III@2@bb.
an das persönliche, vor dem subst. stehende pronomen konnte sich im mhd. das gekürzte daz
anlehnen, z. b. wie erz harnasch gewan
Parz. 170, 2. dâ manz ambet tete
Iwein 7409.
vergl. Gr. 4, 369. dar zuo was ims weibe (
ihm das weib) tod. Wittenweiler
Ring 9
b, 37.
das kommt in der heutigen schriftsprache nicht mehr vor. III@2@cc. das des dem den
kann mit dem vor dem substantivum stehenden verbum in der umgangssprache verschmelzen, ich wills licht holen. er solln vater rufen. ich laszm vogel seine freiheit.
mit dempronomen, Fritz der wart sichs dings versehen. Wittenweiler
Ring 10
d, 37.
mit einer präposition, durchs feindes lager Chr. Ew. v. Kleist 2, 45.
mit mehreren imperativisch gebildeten eigennamen, Suchenwirt
suche den wirt, Leidenfrost
leide den frost, Stürzenbecher
stürze den becher, so ferner Fegenbeutel, Füllenmagen, Griepenkerl, Hauenschild, Leckenprei, Nagenfleck, Rüerenbrei, Rüerenmost, Rührendreck, Schürenprand, Schüttenhelm
u. a.; s. vorrede zu Wittenweilers
Ring viii. ix.
im 14
ten jahrh. ward der wein Netzengoumen
genannt. III@2@dd.
im mhd. ward zuweilen des
vor dem gen. in s
gekürzt und mit dem subst. verbunden, z. b. sküneges, skriuces (
Gr. 4, 369). das diser küng stroums (
des traums) vergasz. J. Ruff
Etter Heini 3597. also das stods (
des tods) nit muesz ersterben.
ders. Adam und Heva 591.
in der volkssprache noch heute bei den adverbien smorgens, sabends, snachts, sjahrs.
so wird auch s
für das
angehängt, sglück, skind, slicht. srecht wirt gesteckt alls hinder thür. Jac. Ruff
Etter Heini 320. ich hett schier sghäck (
gehackte fleischspeise) da gar vergessen 775. da muost er wîchen, sland (
das land) verlon 3381. III@33.
er zeigt sich in den ältesten ahd. denkmälern, wie in der Exhortatio ad plebem christianam und in der übersetzung Isidors bereits in geltung. wenn er in einigen andern, aus dem lateinischen übersetzten, namentlich in den Hymnen, etwas seltner gebraucht wird, so trägt die sclavische nachahmung daran schuld, aber man darf nicht denken dasz er, ursprünglich der sprache fremd, erst nach und nach sich eingeführt habe, zumal er dem gothischen eigen war. wenn er die freiere bewegung und die kühnere wortstellung, wie sie in der lateinischen sprache zulässig ist, hindert, so gewährt er wiederum eigene vortheile. denn da er nach bestimmten gesetzen steht und wegfällt, oder die wahl frei läszt, so macht er feine unterscheidungen möglich, die man dort entbehrt, die aber dem sinn verschiedene färbung geben, nähere und allgemeinere beziehungen aus einander halten. er behält auch in der schwächsten bedeutung immer noch eine gewisse demonstrative kraft. die bedingungen, unter welchen er wegfällt, werden hernach erörtert werden. III@44.
er heiszt der bestimmte artikel, weil er auf ein bestimmtes, aber zu einer art gehöriges individuum hinweist, im gegensatz zu dem unbestimmten, der im allgemeinen die art, aber nicht das individuum hervorhebt. wenn Artus auf der jagd nach dem weiszen hirsch ausruft 'ich sehe den hirsch',
so kann er nur diesen meinen, hätte er einen gewöhnlichen erblickt, so würde er gesagt haben 'ich sehe einen hirsch'.
bei dem pl. würde Artus in dem einen fall gesagt haben 'ich sehe die hirsche',
die weiszen nämlich, in dem andern aber 'ich sehe hirsche',
da der unbestimmte artikel seiner natur nach keinen pl. haben kann. der nachen weicht dem dampfschiff aus
und ein nachen fährt langsamer als ein dampfschiff. man liesz die pferde vorspannen,
die zu dem wagen gehörigen, sagt man pferde,
so wird angezeigt dasz man keine andere thiere vorgespannt habe. ich höre ein geschrei
oder geschrei:
dagegen nothwendig 'ich höre das geschrei des adlers'.
will man jemand bezeichnen, der nicht empfindlich ist, so sagt man er versteht scherz
oder einen scherz,
ist ein bestimmter scherz gemeint, er versteht den scherz.
die regel wird freilich nicht immer streng befolgt, vergisz nicht der armen, wenn du den frölichen tag hast
Sirach 14, 14,
wo einen
stehen müste, soll nicht ein bestimmter tag gemeint sein. dieses rothmalen einiger vertiefungen, wodurch ein hölzernes berghaus den so lustigen anblick gewährt Göthe 21, 24
läszt sich entschuldigen, wenn ergänzt wird den bekannten so lustigen anblick.
in dem ursprünglichen Götz v. Berlichingen steht ich war die närrin dich für etwas zu halten das du nicht bist 8, 131. 42, 192,
in der letzten bearbeitung ist aber dafür eine
gesetzt. III@55.
man kann sagen der artikel und das demonstrativum vermischen sich, oder jener erhält beinahe die kraft von diesem, wenn vor dem substantivum, mit dem er verbunden ist, ein adjectivum oder mehrere vorangehen, in welchen ein relativsatz versteckt ist. ich kenne den guten trefflichen mann
heiszt ich kenne den mann, der so gut und trefflich ist.
ferner, wir wandelten auf dem anmutigen, über die wiesen sich schlängelnden weg. es ist dem dem menschen innewohnenden trieb gemäsz. du stehst in dem für dich durch gott bestimmten stand Gellert 6, 228. der seines erfolgs sichere eifer. wenn man aus dem in sich und durch sich lebenden und wirkenden herzen redet Göthe 60, 225.
Wird der relativsatz ausgedrückt, so sinkt dagegen das demonstrativum fast zum artikel herab. der relativsatz sagt dann aus was in der andern fassung durch adjectiva ausgedrückt wird und enthält nur eine nähere beschreibung und ausführung, z. b. sie holte den teppich herbei der so glänzend und reich gestickt war,
den glänzenden reichgestickten. wir erfreuten uns der landschaft, die durch den flusz belebt war. wir erblickten das haus, das in flammen stand. III@66.
zweifelhaft kann man sein ob artikel oder demonstrativum anzunehmen ist in einer der deutschen sprache eigenthümlichen stellung. man bezeichnet herkunft aus einem land, abstammung von einem geschlecht, wenn man sagt der aus Hessen, der aus Pommern, der aus Spanien
oder der von der Malsburg, der von Baumbach, der von Eschwege.
immer nur bei dem adel der auf grundbesitz beruht, man sagt nicht der von Müller, der von Schneider, der von Schulze.
schon im mhd. kommt dieses der
vor, auch im pl., di von Brittanne
Rol. 267, 15. di von Dalvergie 267, 22. der von dem swarzen dorne
Iwein 5629. der von Berne
Nib. 1659, 2. der von Spâne 1735, 1. die von Düringen 1815, 2. die von Bechelâren 1257, 2. die von Rîne 1058. von dem von Burgunden land 2010, 4. von den ûz Berne
Dietleib 5707. dô kômen die von Friesen und die von Sturmlant, nâch den von Tenemarke hete sie ouch gesant.
Gudrun 938. die von Tenelande 1111, 2. 2549, 4. mit dem von Tenemarke 1544, 3. die von Karadîe, Karadîne 702, 1. 733, 3. die von Môrrîche 729, 3. die von Nortlande 466, 4. die von Ormanîe 948. daz lop des von Katzenellenbogen Walther 81, 6. der von Norwæge
Parz. 676, 3. diu von Hagenouwe Gottfr.
Tristan 121, 19. durch den von Tiersberc Konrad v. Würzb.
Otto 750. der von Libenzelle Jeroschin 73, 65. 80, 295.
weitere beispiele bei Ben. 1, 318.
nicht nur ruht in diesen stellen die hebung darauf, man setzte ebenso das zweite demonstr. dô dise von Berne gescheiden wâren dan
Nibel. 1813, 1.
daher ist die ansicht von Benecke,
der eine ellipse von herre, man
annimmt, nicht wahrscheinlich. und das geschicht auch etwan denen von den räten Keisersb.
Sünden des munds 8
b. glaub mir das verfürt auch die in den clöstern 10
a. ich mein euch hie nicht, aber die von Nürnberg 15
a. und das thuont nicht allein die an den furstenhöfen sondern auch die ratsherren 15
a. ich muosz gedenken wie sich die in dem eelichen standt versünden 15
a. wie der (
bischof) von Passaw musz solchs thun Luther 3, 407. aber der von Israel (on die von Benjamin) wurden gezelet vier hundert tausent man
Richter 20, 17.
dasz Luther,
der die erweiterte form nicht bei dem artikel verwendet, darin das demonstr. sieht, beweist folgende stelle, die alle überblieben waren vom ganzen heer deren aus Morgenland
Richter 8, 10.
anzumerken ist aber dasz bei ihm nur in dieser stelle deren
vorkommt, sonst nur (
oben sp. 957) der
oder dere. da wird denn der könig sagen zu denen zu seiner rechten
Matth. 25, 34. und es begab sich dasz die zu pferd den Römern oblagen Rihel
Livius 299. als nun war auszbrochen weit deren von Straszburg willigkeit Fischart
Schiff 92. sie (
die Javaner) haben das betele und areka, welches sie wie die in India stäts kauen Olearius
Orient. insuln 148. als dieses die zu Facratea sahen 150. die in der schanze merkten die verätherei 151. der von adel fiel ihm in die rede Chr. Weise
Klügst. leute 38.
Erznarren 283. 285. das geschlecht derer von Logau Ramlers
und Lessings
Vorrede zu Logau V. Adelh. wer führt gegen Berlichingen?
Franz. der von Sirau Göthe 8, 88. es fällt in die zeiten wie ich die von Miltenberg und Singlingen in der wirthsstube fand, die mich nicht kannten 8, 133. darnach führten wir heraus den Helfenstein, den Eltershofen, an die dreizehn von adel, zusammen auf achtzig 8, 137.
ein neuerer roman hat den titel Aus den familienpapieren derer von H. III@77.
seine stelle erhält der artikel unmittelbar vor dem subst. oder adject. das war schon in der alten sprache regel, die mhd. hatte davon ausnahmen gemacht und wechselnde freiere stellungen zugelassen, die in der Grammatik 4, 537—542
nachgewiesen sind, wozu Benecke 1, 317
weitere belege liefert. die heutige sprache ist zu der regel zurückgekehrt, und die freiheit den artikel mit dem adjectivum nach dem subst. zu setzen (
z. b. wîn der allerbeste. von ritterschaft der mæren
Gr. 4, 538—539),
die im mhd. das epos und einige dichter zulieszen, ist nur noch, wie im französischen und englischen, erlaubt, wenn adjectiva als epitheta hinter eigennamen gestellt werden, z. b. Ludwig der fromme. Karl der kühne. Friedrich der grosze. Philipp der groszmütige.
nur Göthe
ist weiter gegangen, er sagt höhle die tiefste schützt 41, 333.
ein suffigierter artikel wie er in den nordischen sprachen bekannt ist, kommt im deutschen nicht vor; vergl. Grammatik 4, 373. III@88.
er zieht die schwache form des folgenden adjectivums nach sich, während der unbestimmte im casus rectus die starke fordert. von dieser regel finden sich schon in frühster zeit ausnahmen, die sich zeigende starke form musz aber als eine verwilderung betrachtet werden; vergl. Grammatik 4, 533—536.
mhd. erscheint häufiger (
Gramm. 4, 540. 541)
die starke form neben der schwachen bei dem allein stehenden adject. (der guoter),
nach dem articulierten subst. (der vater vil guoter),
nach eigennamen (Constantînus der guoter)
und bei dem articulierten adj. welchem ein subst. folgt (der listiger man. diu tugentrîchiu meit. daz listigez wîp. des ganzes apfels. dem helflîchem tage).
noch im 16
ten und 17
ten jahrhundert kommt die starke form vor, zuweilen auch bei Luther,
z. b. dieser ist der erstgeborner
1 Mos. 48, 18. die rechte kriegsleute
Jerem. 48, 14. Schottel
hat 236—238
beispiele gesammelt. gegenwärtig gilt die ursprüngliche regel ohne ausnahme, also der gute, die gute, das gute. der gute mann, die gute frau, das gute kind. des guten, der guten, des guten
u. s. w. es können auch mehrere adj. folgen. III@99.
der bestimmte artikel will bei dem substantivum das besondere aus dem allgemeinen hervorheben und verdankt diesem streben sein dasein. bei entschiedener strenger individualität tritt er zurück, wie bei eigennamen und in andern fällen, wovon hernach die rede sein wird, während er, soll das besondere, das einzelne bezeichnet werden, nicht fehlen darf, wie z. b. bei könig, herr, meister, welt.
der blosze allgemeine begriff hat ihn nicht nöthig oder nur den unbestimmten. Hans Sachs
unterscheidet richtig, und verbot ihn (
den säufern) den wein bei groszer straf, auf dasz sie schier fürbasz nur solten trinken bier 4. 3, 65
c. wein
erhält den artikel, weil damit etwas bestimmtes, der tägliche trank gemeint ist, bier
nicht, weil es als appellativum angenommen ist. da aber die linie zwischen der gattung und dem individuum öfter nicht genau zu bezeichnen ist, der zusammenhang der rede in betracht kommt, lage und verhältnisse der sprechenden und hörenden dabei einwirken, so kann er häufig stehen und wegbleiben. im mhd. war die freiheit noch gröszer, Hartmann
sagt, es ist sun des künec Vrîênes
Iwein 2111,
wir müsten sagen der
oder ein sohn.
es konnte in demselben satz ein substantivum den artikel bei sich haben, das andre nicht, aldâ si kan verswinden als viur in dem brunnen und daz tou in der sunnen
Parzival 2, 3.
selbst in formelhaften verbindungen, liute und ouch diu lant
Nibel. 1458, 2. weder regen noch der snê
Parzival 565, 11. Boner 57, 18. fleisch mit den fischen
Nibel. 370, 3.
Iwein 6217;
vergl. Grammatik 4, 416. 417.
bei Waldis thet sich der windt und wasser stillen
Äsop 112
a. weder multer noch den trok Uhland
Volksl. 718.
Wir betrachten die anwendung des artikels in den verschiedenen fällen. III@1010.
Da der vocativus, an die zweite person gerichtet, seiner natur nach den artikel nicht erträgt, so ist in der anrede nur herr
zuläszig, es stehe nun allein oder vor titel und namen. im mhd. kann hêrre herre
in her
gekürzt werden, her künec, her keiser,
nur nicht vor gott
und krist: herre got
bei Walther
und Hartmann, got hêrre
bei Walther.
man findet im 13
ten jahrh. auch er
für her, er Sîfrit
Nibel. 291, 3. er Gunther 614, 2. er Hagene 836, 1.
sogar kann er
dem vorangehenden wort angeschleift werden, so im Iwein bedahter Îwein 2960. got under Gâwein 4865.
ja es wird her herre
neben einander gesetzt, wenn es in voller bedeutung von dominus gebieter stehen soll. Adam ruft zu gott her mîn lieber hêrre Karajan
denkm. 42, 20. her herre, und habt ir einen man der iu sînen dienest marketveile machen kan
MS. 2, 132
a. herre, her künec Helbling 15, 779. herre, her Dieterîch
Rosengarten C. 1670. 1701. 1953. 1967.
aber schon im mhd. findet sich ein beispiel, wo aller nachdruck auf herre
liegt und der titel mit dem artikel als dritte person zugefügt wird, wie in dem französischen monsieur le duc, monsieur le juge,
in dem niederländischen min her de graf. Rudolf
nemlich sagt lieber herre der bischof
Gerhard 685.
hernach im 15
ten und 16
ten jahrh. got grüsz üch, frow die herzogin Uhland
Volksl. 303.
in den Fastnachtspielen bei Keller
kommt neben her wirt, her richter
und andern titeln nicht selten her der wirt, her der richter
vor, und scheint aus der volkssprache aufgenommen. also, her der bürgermeister 746, 14. 29. 750, 14. her der official 321, 11. 322, 16. 771, 24. 772, 2. 769, 18. her der richter 310, 21. 311, 12. 20. 312, 15. 318, 1. 319, 9. 590, 7. 29
u. s. w. her der wirt 319, 16. 329, 5. 371, 22. 567, 4. 612, 13. 631, 1. 653, 26. 699, 5. 14. 713, 23. 718, 18
u. s. w. einmal der unbestimmte artikel, Parzival ein ritter guot, habt euchs für kein unmuot 407, 7.
auch bei Keisersberg herr der könig, herr der fuchs
Baum der sel 27
c.
sogar vor den eigennamen, genädiger herr der Perchtold, darumb pin ich euch von herzen holt.
Fastnachtsp. 577, 21. ach mein herr der Wolfdieterich, wie thu euch jetzt gefallen ich? Jac. Ayrer
Trag. 213
a.
noch bei andern, herr der rector
Ulenspiegel c. 29. herr der mon (
mond)
Alte weisen 117
a. mein lieber herr der doctor
Theuerd. 67, 51. herr der hofrichter 109, 78. da kum ich zu euch, mein herr dabt (
der abt). H. Sachs 4. 3, 60
d.
die Carolina criminalis schreibt dem advocaten als formel vor herr der richter, A der anklager klagt zu B dem übelthäter
art. 89. III@1111.
zwei durch und
verbundene substantiva lassen den artikel nicht immer weg, von welchem fall unter 13
geredet wird, er kann aber, wenn eine verschiedenheit oder ein gegensatz vorhanden ist, nicht fehlen. der herr und meister, der dichter und tonkünstler
ist eine person, der herr und der meister, der dichter und der tonkünstler
sind zwei. darauf wird nicht streng gehalten, zumal wenn die verschiedenheit doch nicht zweifelhaft ist, Göthe
sagt der epiker und dramatiker sind beide den allgemeinen poetischen gesetzen unterworfen 49, 146.
wo der dramatiker
stehen sollte. ein gleiches gilt von zwei adjectiven, der gute und gewissenhafte mann, der liebe und treue freund:
dagegen zwischen dem weiszen und dem blauen zeug hatte sie die wahl. die gesunden und die kranken gäste kamen zu dem brunnen.
mehrere unmittelbar auf einander folgende adjectiva bedürfen keiner wiederholung des artikels, die guten lieben kinder, der tüchtige entschlossene rasche mann:
sie verstärkt aber den nachdruck, so schmausen die zwerge behaglich und laut zu ehren der reichen, der niedlichen braut. Göthe 1, 196. ich habe das nahe, das einzige glück verscherzt 1, 215.
nothwendig ist der artikel, wenn aus gleichem grund das adject. hinter das subst. gestellt wird, der richter, der gerechte, hat dies urtheil gesprochen. dem herrn, dem mächtigen, sollt ihr gehorchen. die mutter wird kommen, die gute. und die mauer, die vermorschte, altershalben ist gefallen Göthe 5, 274. nahend seh ichs mit erstaunen sitzt er noch im pelz, dem braunen, wahrlich wie ich ihn verliesz 41, 98. die glocke tönt, die fürchterliche, durchschauert die beruszten mauern 41, 103. III@1212.
bei ausdrücklich angezeigtem gegensatz ist er im sing. nothwendig. der glückliche vermag das, nicht der unglückliche. der trûrege, niht der geile
Parz. 491, 18.
im pl. kann er wegbleiben, man sagt die reichen gelangen dazu, nicht die armen,
aber auch reiche gelangen dazu, nicht arme. Göthe
wol nur allein hat das articulierte adjectivum vorangesetzt und bei dem dazugehörigen subst. den artikel wiederholt, sie sinds, die unholdigen schwestern. sie streifen heran und sie finden uns hier: sie trinken das mühsam geholte, das bier, und lassen nur leer uns die krüge 1, 226. nun ists um den armen, den thürmer gethan 1, 230.
gehören zwei substantiva von verschiednem geschlecht und numerus zusammen, so musz der artikel wiederholt werden, das glück und die theilnahme der menschen begünstigten ihn. der widerwillen und die zuneigung drückten sich auf ihrem gesicht aus. die lust und die begierden waren nicht zu zähmen. Luther
fehlt dagegen, wie andere, zur ehre und lobe gottes
Philipp. 11, 11. und euer geist samt der sele und leibe müste behalten werden unsträflich
1 Thess. 5, 23.
auch im canzleistil häufig. Göthe
hat in ähnlichen fällen die regel in der prosa oft hintangesetzt, er sagt z. b. mit diesem lied und wendung 5, 19. deinen rock und mütze 12, 92. gleichen wuchses und würde 21, 69. um ihre gestalt und wesen 48, 23;
weitere beispiele s. Lehmann
Göthes sprache 205. III@1313.
Werden zwei oder mehrere nebeneinander stehende substantiva durch eine conjunction verbunden, so kann der artikel vorangehen aber auch wegbleiben. in jenem fall wird das besondere das in den appellativen liegt, bezeichnet, in diesem gestattet die durch die substantiva angezeigte vielheit den artikel auszulassen. man kann sagen die stadt brennt im östlichen theil, die straszen und die plätze sind mit menschen angefüllt,
aber auch straszen und plätze.
hier zeigt sich kein merklicher unterschied, aber häufig entsteht, wenn der artikel wegfällt, eine formelhafte, bildliche oder sprichwörtliche redensart. sagt man das kraut und die rüben unter einander hacken,
so kann das nicht uneigentlich genommen werden, dagegen kraut und rüben
kann auch bildlich heiszen '
das verschiedenartige, nicht zusammengehörige in der betrachtung, in dem gespräch unter einander werfen'.
diese verbindung zieht häufig noch eine nähere herbei, indem sich wie von selbst alliteration oder reim einfindet. von jener sind aus älterer zeit und in beziehung auf rechtliche verhältnisse beispiele in den Rechtsalterthümern s. 6
folg. gegeben, von diesem s. 13.
hieran schlieszen sich hier die in der folgenden zeit bemerkten. III@13@aa. barte und beil (
Froschm. Vv v). bauer noch bürger (Waldis
Esopus 24
b). baum und borke (Gutzkow
Ritter vom geist 3, 36). baum und busch (Göthe 1, 43). in bausch und bogen. busz und besserung (Eyering 2, 321). blatt und blume (Schiller 54
b). blüte und blume. bürger und bauer. braut und bräutigam (Schiller 191
a.) brot und butter. dicke und dünne. distel und dorn. dorn und dickicht (Göthe 22, 87). dunst und dampf (H. Sachs 3, 138
a). in allen ecken und enden (Göthe
an fr. v. Stein 1, 47). ernst und eifer. feld und fach (Göthe 46, 250). feuer und flamme. flammen und funken (Günther 928). fisch und fleisch (Eyering 2, 344. Göthe 40, 173). flur und feld. freude und furcht. freund und feind. friede und freude. gang und gemach (A Grün
Ged. 264). gärten und güter (Mörike
Idylle 53). geld und gut (Waldis
Esopus 2026). geld und gewalt (Eyering 3, 315). geld und gunst (Brant
Narrensch. 111, 21. Herm. Grimm
Novellen 354). gift und galle. gift und geifer. gift (
geschenk) und gabe (Schuppius 532). gold und geld (Eyering 3, 118). gras und gries (Zingerle
Hausmärchen 2, 269). glitz und glanz (Mörike). glück und glas. glück und gunst. groll und grille (Günther 597). hahn und huhn (
Froschm. Q iiij). hals und hand. hand und herz. hast und hatze (Göthe
an fr. v. Stein 2, 127). haupt und hals (
Froschm. M m 1). haupt und haar. haus und hof. haus und herd. in haus und herz behalten (J. Paul
Siebenkäs 2, 112). haut und haar (Brant
Narrensch. 67
β. Göthe
an Lavater 98). herr und haupt (Eyering 3, 126). herz und hand. herz und haupt (
Froschm. G iiij). himmel und hölle. hirt und hund (Wittenweiler 55
c, 34). hirsch und has (
Froschm. N ij). hof und herre (
Froschm. E v). höhen und halden. huhn und hahn. kalb und kuh (Wittenweiler 9
d, 32). kaul und kegel (Eyering 2, 384). keiser und könig (Soltau 2. 338, 21). keller und koch (
Gargantua 169
a). klette und kleid (Göthe 56, 82). kind und kegel. kisten und kasten. könig und keiser (Eyering 2, 591). kranz und krone (Kotzebue
Dramat. spiele 2, 281). kräuter und kiesel (Göthe
an fr. v. Stein 1, 217). krieg und krankheit (Eyering 3, 184). küche und keller. küssen und kosen. land und leute. leib und leben (
Mückenkr. 2, 498). liebe und leid. licht und leben (Schiller). lenz und liebe (Uhland
Ged. 445). licht und luft. lunge und leber (Wittenweiler 3
d, 25. Eyering 3, 463). lust und liebe. mann und maus. maul und magen (Eyering 3, 86). moder und morast. münz und masz (Eyering 3, 274). nacht und nebel. rang und reichthum (Herm. Grimm
Novellen 388). reden und rathen. rosz und reiter. ritter und rosz (Göthe 1, 103). rosz und rind (Wittenw. 55
a, 30). ruh und rast. sammt und seide. schalk und schelm (Mercks
briefe 1, x). scham und scheu (Göthe 40, 180). schand und schmach. schand und schade (Wittenw. 55
a, 18. Eyering 3, 586). schild und schirm (
Boccaccio 1, 7
a). schild und schutz (H. Sachs 4. 1, 13
a). schild und sper. schild und schwert. schimpf und schande. schirm und schutz. schmach und schande. schutz und schirmung (Göthe 41, 227). sichel und sense (A. Grün
Ged. 78). stahl und stein. stich und streich (
Theuerd. 77, 85. Fuchs
Mückenkr. 3, 413). stock und staude. stock und stein. schlägt stuhl und stahl entzwei (Günther (1061). stumpf und stiel. sturm und streit (
Laurin 766
Schade. Froschm. 994). stütze und stab. tag und thau (Lisch
Mecklenb. jahrb. 20, 201). thür und thor (Göthe 1, 103). thor und thürangel (Eyering 2, 384). tiegel und topf (Mörike
Idyll. 112). tod und teufel (Kotzebue
Dramat. sp. 2, 315). trommel und trompete (A. Grün
Ged. 264). trotz und thränen (Göthe 40, 282). wall und warte (A. Grün
Ged. 172). waffe und wehr. wald und wiese (Mörike
Ged. 30). wanderer und wagen (Göthe 40, 238). wasser und wald (
Froschm. C v). wasser und weide (
Froschm. Dd v). wein und weib (Uhland
Ged. 371). werk und wort (Brant
Narrensch. 112, 15). werth und würde (Iffland
Werke 11, 182). wind und wasser (
Froschm. E ij). wind und welle (Göthe 2, 76). wind und wetter. wittwen und waisen. wonne und weide (H. Sachs 4. 3, 54
b). wol und weh. weder wort noch weis (
Theuerd. 48, 119). worte und wendungen (Herder
in Mercks briefen 1, 25). worte und werke (H. Sachs 3. 1, 4
b. Göthe 1, 237). wort und wink (Schiller 327
b). wunsch und wink (J. Paul
Siebenk. 1, 116). wunsch und wille. zaum und zügel. zins und zehnte. zins und zol (Eyering 2, 412). zittern und zagen. zunge und zähne (
Froschm. Mm 1). zweck und ziel (Soltau
Volkslieder 2. 183, 16). III@13@bb. bürde und würde. dach und fach. zu ding und ring gehen (Haltaus 227.
Weisth. 2, 180. 181). duft und luft (Lorich 95). freund und leid. freund und feind. gang und drang (Uhland
Ged. 417). gut und blut (
Froschm. Mm iij). handel und wandel. hülle und fülle. klang und sang. knall und fall. durch korn und dorn (Bürger 69
b). kniffe und pfiffe (Kotzebue
Dramat. sp. 2, 296). krieg und sieg. krüppel und tippel (Fischart
Garg.). kunst und gunst (Göthe 41, 149). über land und sand laufen (Stilling
Jugend 2, 68). leben und weben. lug und trug. macht und pracht. not und tod. aus rand und band sein (Gutzkow
Ritter vom geist 1, 253). rat und that. rumpf und stumpf. sack und pack. saft und kraft. salz und schmalz. sang und klang. saus und braus. scham und gram. schewel und grewel (
Hesekiel 11, 18. 21). schmollen und grollen (Mörike
Ged. 18). sporn und dorn (Fischart
Garg. 69
b). stein und bein. schritt und tritt. stock und block. schutz und trutz. wenn wahn und bahn der beste brach Göthe 40, 417. weg und steg.
Beispiele von diesem wegfall des artikels aus dem ahd. und mhd. gibt die Grammatik 4, 389. 401. 409. 410.
aus der groszen menge, die sich in den schriften der folgenden zeit finden, hier nur einige. im anfang schuf got himel und erden 1
Mos. 1, 1. scheiden tag und nacht 14, 18. dorn und distel sol er tragen 3, 18. der velt bald in sünd und schuld. Brant
Narrensch. 35, 22. und tag und nacht spielen und rasen 77, 5 an weib und kind nit viel gedacht. Waldis
Esopus 190
b. zur arbeit stäts hielt mägd und knecht 193
a ein ewig schreien weh und klag 343
a.
bei Hans Sachs
sehr häufig, nur einige beispiele, gester hat Alexander plagt land unde leut, schlösser und stätt 2, 55
a. nach dem thut fleisch und blut stät streben 3, 55
a vieh und leut mangel bei ihn leiden 3, 56
b. tag und nacht mit treuer hut 3, 56
b. sommer und winter musz ich wandern 3, 62
c er sei denn von adels geschlecht das zu der that hab fug und recht 3, 67
b. all krieg und hader wird zerbrochen 3, 71
b ist ein zung die nur suchet endlich hader und zank 3, 71
d. da ist hund und katz das best vihe Fischart
Garg. 69
a. reiten durch wald und strauch Schütz
Beschreib. v. Preuszen 75. in gefahr setzen leib und blut. Fuchs
Mückenkrieg 1, 400.
bei Göthe
sehr beliebt; beispiele nur aus dem ersten band. spät erklingt was früh erklang, glück und unglück wird gesang 9. wo du, engel, bist, ist lieb und güte 79. und regen, sturm und gewitter verpast ich unter dem baum 94. füllest wieder busch und thal still mit nebelglanz 111. jetzt nur stangen diese bäume, geben einst noch frucht und schatten 113. und wenn du haus und felder pflegst, will ich dein diener sein 122. bei flöten und schalmeien erneuert sich die zeit 129. ich stellt mein sach auf geld und gut, juche! darüber verlor ich freud und mut, o weh! 145 zu ende geht nun sang und schmaus 147. da kommt behende kreuz und band und zieret rock und brust 150. ball und oper wird uns tödten 161. sie tragen die würste, die schinken so klein, und braten und fisch und geflügel herein 197. und wagen und reiter und bräutlicher schwall sie kommen und zeigen und neigen sich all 197. soll spott und hohn getragen sein, trag ich allein den hohn 204. und helle ward aug und gesicht 216. hatten frühe schon töchterchen und sohn braut und bräutigam voraus genannt 242. keimt ein glaube neu, wird oft lieb und treu wie ein böses unkraut ausgerauft 242. wein und essen prangt eh er es verlangt 243. müdigkeit läszt speis und trank vergessen 244. klag und wonnelaut bräutigams und braut 247. salz und wasser kühlt nicht wo jugend fühlt. 249. noch betracht ich kirch und palast, ruinen und seulen. 259. mutter und tochter erfreun sich ihres nordischen gastes 261. fehlet bildung und farbe doch auch der blüte des weinstocks, wenn die beere gereift menschen und götter entzückt 271.
minder häufig bei Schiller. stürzten, flogen, schmolzen geist und geist zusammen, lippen, wangen brannten, zitterten, seele rann in seele, erd und himmel schwammen wie zerronnen um die liebenden 1
a. und braust durch mark und bein 7
a. knüpfet sich kein liebesknoten zwischen kind und mutter an? zwischen lebenden und todten ist kein bündnis aufgethan 54
b. stadt und ho wissen es richtig 187
b. hof und serail wimmeln jetzt von Italiens auswurf 191
a. himmel und erde liegen auf mir 191
b. seis tod oder leben 191
b. wenn himmel und erde, wenn schöpfung und schöpfer zusammen träten 201
a. die himmlischen gestirne machen nicht blosz tag und nacht, frühling und sommer 341
b.
Dasselbe verhältnis tritt noch häufiger ein, wenn eine präposition voran geht, die bei dem zweiten wort wiederholt werden kann. auf tod und leben kämpfen. auf strang und schwert anklagen. durch mark und bein dringen. durch dick und dünn gehen. hinter schlosz und riegel verwahren. in kummer und elend, in sorge und leid leben. in staub und asche sitzen. in wind und wetter gehen. über berg und thal ziehen. über stock und stein springen. von haus und hof verjagen. da ward aus abend und morgen der dritte tag
1 Mos. 1, 13. on was mit disteln und mit dorn durchwachsen war und gar verworn. Waldis
Äsop 193
a. warn von disteln und dorn erstickt 193
a. über schnee und eis, stock und stauden mit im ins elend reisen Fischart
Garg. 70
a. so dringet ängstlich hin und wieder durch feld und busch und wald mein blick. Göthe 1, 67. zwischen waizen und korn, zwischen hecken und dorn, zwischen bäumen und gras wo gehts liebchen? 1, 89. ohne rast und ruh 1, 93. 112. wo hinter thoren und thüren sonst lauerten ritter und rosz 1, 103. wandle zwischen freud und schmerz in der einsamkeit 1, 111. er reit't in blitz und wetterschein 1, 182. den erlenkönig mit kron und schweif? 1, 183. manches pfand zu lieb und huld 1, 194. wie soll man ruh mit fleisch und blut wol finden? 1, 208. labung für durst und hunger reichen 1, 218. eilt es durch anger, feld und busch 1, 225. der wald ist frei von eis und reifgehänge 1, 232. entlassend meiner wolke tragwerk, die mich sanft an klaren tagen über land und meer geführt 31, 251. herscht doch über gut und blut dieser schönheit übermut 41, 217. du gebietest über tod und leben Schiller 2
b. über koch und keller raisonnieren 183
b. er rücke mit schwert und feuer auf mich an 241
a. mir zuerkannt von himmel und natur 250
b. die christenheit trauert in sack und asche 324
b. Terzkas regimenter zu rosz und fusz 329
b. da musten wir heraus in schnee und eis 354
a. III@1414.
wird das nomen in einem satz mehrmals wiederholt, so kann, wenn es zum erstenmal steht, der artikel fehlen, regen erquickt die pflanzen, aber wenn der regen zu lange dauert, faulen die wurzeln. glück will jeder haben, kommt aber das glück, ist man damit nicht zufrieden. III@1515.
im gothischen waren mehrere wörter des artikels nicht fähig, deren zahl sich im ahd., noch mehr im mhd., verringerte (
Gramm. 4, 383. 394. 404):
jetzt sind nur wenige übrig. III@15@aa. gott
nimmt den artikel auch im nachgesetzten genitiv nicht an, gott ist gewaltig. die gnade gottes ist unerschöpflich. du kannst gott vertrauen. du sollst gott ehren.
doch wo eine besondere beziehung eintritt erscheint der artikel, der gott der herrscharen, der gott der christen
im gegensatz zu dem gott der heiden. Luther
sagt auch darüber lobte Daniel den gott von himel
Dan. 2, 20.
Dagegen bei heidnischen göttern und göttinnen wird der artikel zugefügt, Jupiter der gott kam herab. Pallas die göttin ward sichtbar. die götter Griechenlands. der abgott der heiden.
schon im mhd. der got niez Saturnus
Kaiserchr. 174. dem got Apollen
Roland 10, 7. tempel der gotinne
Athis C
*, 101. diu götinne Mêdusâ
Barlaam 246, 2. apgot
war im ahd. und bis ins 12
te jh. masc. und neutrum. Bei zugefügtem adject. ist der artikel nöthig, also hat der grosze gott dem könige gezeiget
Daniel 2, 45. denselbigen tag hat ihnen der allmächtige gott gemacht 6, 16. wir befinden aber dasz die jüden gute gesetze haben und kinder des höchsten und ewigen gottes sind
Esther 6, 10. Wolfram
setzt gotheit
einmal ohne artikel, der sonst bei diesem wort im mhd. so wenig fehlt als jetzt, auch nicht Parz. 466, 20. swâ werc verwurkent sînen (
gottes) gruoz daz gotheit sich schamen muoz, wem lât den menschlîchiu zuht?
Parz. 467, 2. gott der herr
sagt man gewöhnlich, gelobt sei gott der herr des Sems
1 Mos. 9, 26. als gott der herr (ich weisz auch wol warum) uns aus der luft in tiefste tiefen bannte Göthe 41, 253.
bei herrgott,
insofern es ein bildnis Christi bezeichnet, gebraucht H. Sachs,
der besondern bedeutung wegen, mit recht den artikel, am auffartstag nach altem brauch ward gstellt auf den altar der herrgott mit der osterfannen 4. 4, 60
b. soll der herrgott gen himel farn
das. Liendl den herrgott vom altar nam
das. thet hindern tisch den herrgott setzen
das. III@15@bb.
auch vor Christus
ist der artikel unzulässig, wenn nicht ein adj. dabei steht. mhd. sîn sun der ist geheizen Krist Walther 12, 13. nû heilent Kristes wunden 77, 9. in dem jâmer Kriste dez herze brach 27, 22,
aber der wâre Krist 5, 10. Freidank 173, 10.
man behält jetzt mit richtigem tact Christi Christo Christum
bei, nur Göthe
sagt wenn man auch nach Mecca triebe Christus' esel, würd er nicht dadurch besser abgericht 5, 129 (
Divan).
aber bei dem teuflischen Antichrist
steht der artikel, schon im ahd. und mhd. der Antichristo
Muspilli 42. 48. thes Antikristen Otfr. 4. 7, 28. den Antichrist
Anno 255.
Kaiserchr. 607. der Endekrist sol komen Freidank 172, 11. 14. 20. III@15@cc. vater
hat schon im ahd. den artikel erhalten, der im gothischen fehlte, doch zeigen sich noch einwirkungen des ursprünglichen. man sagt gott vater,
aber gott der sohn.
im obliquen casus musz der artikel stehen, gottes des vaters
Philipp. 2, 11.
bei Schiller da in vaters brust dein eisen drang 134
b ist vatersbrust
zu schreiben. gott dem vater
Galat. 1, 3.
2 Tim. 1, 2. got den vater
1 Corinth. 8, 6.
doch sagt man noch in der umgangssprache des nördlichen Deutschlands (Schirlitz §. 15) vater ist ausgegangen. mutter kleidet sich
an. groszmutter will zu haus bleiben.
ja man hört auch den nach der flexion der eigennamen gebildeten acc. vatern, muttern. ich habe vatern nicht gesehen. groszmutter spricht 'morgen ists feiertag, groszmutter hat keinen feiertag'. urahne spricht 'morgen ists feiertag, am liebsten morgen ich sterben mag' G. Schwab.
auch wol bei andern verwandtschaftsverhältnissen. brüderchen nahm sein schwesterchen an die hand. die böse stiefmutter meinte nicht anders als schwesterchen wäre von den wilden thieren im wald zerrissen worden, und brüderchen als ein rehkalb von den jägern todt geschossen
Hausmärchen nr. 11. begrüszt von mümichen Empuse Göthe 41, 145. dann gieng sie singen vor schwesters thür.
Wunderhorn 1, 94. er geht mit ihr vor mutters haus 1, 101. in mutters frommem kämmerleine Heine
Buch der lieder 79. III@15@dd.
das gothische diabulus
nimmt den artikel nicht an und in der ersten zeit, wie es scheint, auch nicht das ahd. diufal,
doch bei Otfried
ist er vorhanden (
Grammatik 4, 395)
und im mhd. wie heute nothwendig. III@15@ee. nichts
und niemand
weisen den artikel zurück, wie jeder, jedermann, jeglicher, keiner,
weil sie die vollkommenste bestimmtheit ausdrücken. nichts
erhält ihn, wenn ihm ein positiver sinn beigelegt wird, das nichts soll der grund der dinge sein,
wie man die welt dies grosze nichts
magnum inane nennt, Stieler 1357.
so auch niemand,
wenn es als person behandelt wird, der Niemand soll das gethan haben. der Niemand ist an allem schuld.
warum das adj. all
den artikel nicht vor sich duldet, ist oben (1, 206)
gezeigt. III@1616.
abstracte begriffe bedürfen im nom. und acc. des artikels nicht und lassen ihn daher häufig weg, zumal in sprüchen und sprichwörtlichen redensarten, alter schützt vor thorheit nicht. wenn hochmut uafgeht, geht glück unter. mut geht über gut. lieb ist leides anfang. redlichkeit lobt jedermann, jedoch läszt man sie betteln gahn. jugend fängt wie zunder. flieh ehre, so läuft sie dir nach ehre vor der welt ist schaden im beutel. sprichestu ee daz ich mich bedenk, so bin ich herusz. ursach ist der schlüssel zu dem mul, der ist dir ze nahe
du kannst das maul nicht halten Keisersb.
Sünden des munds 52
a. thorheit steckt dem knaben im herzen
Sprüche Salom. 22, 5. warheit ist dem narren zu hoch 24, 7. kaufe warheit und verkaufe sie nicht 23, 23. der schmid dacht 'kunst geht nit recht zu'. H. Sachs 4. 3, 70
c. bewährt den forscher der natur ein frei und ruhig schauen, so folge meszkunst seiner spur mit vorsicht und vertrauen Göthe 2, 209.
im genitiv und dativ kann aber der artikel nicht fehlen, des hochmuts spottet ein jeder. der redlichkeit soll man nachstreben. dem glück läuft man vergeblich nach. der tugend machte er eine verbeugung und liesz sie vorüber gehen. III@1717.
bei sein
und werden
wird der artikel nicht gebraucht, zumal wenn ein persönliches substantivum prädiciert wird. so steht tag, abend, nacht, sommer, winter, herbst, frühling, luft, wasser
und andere. er ist könig. er ist arzt. der geselle wird heute meister. es ist schon tag. es wird bald abend, bald nacht werden. bei uns ists winter, in jenen ländern ists sommer. es ist luft im zimmer. es ist wasser im krug.
so schon im mhd. s. Gramm. 4, 409. III@1818.
den cardinalzahlen wird der artikel beigegeben, wenn ein theil einer gröszeren zahl soll heraus gehoben werden, also eine nähere bestimmung nöthig ist, der eine soll alles auf sich nehmen. die achte waren aus dem haufen getreten. die zwölfe kämpften wie helden. des antwurt im der eine
Erek 5445. 5506. ez was diu eine von den drin der zweier frouwe under in
Iwein 3396. nû wil ich die siben (
von acht tugenden) unter wegen lân Berthold 280. er hat zwelf lebendige kind, und seind die sibne klein Uhland
Volksl. 489.
Ein gleiches kann statt finden, wenn eine ungefähre zahl soll bezeichnet werden, das ich kumen pin uber die zweinzig jar Albrecht v. Eybe 14. in die sechs reuter Ettner
Unwürd. doctor 657. über die 600 personen gestorben Lisch
Jahrbücher 17, 204. in die fünf wochen. in die dritthalb hundert. in die 50 häuser 17, 218.
bei Göthe
öfter, und zu pferd an seinen seiten an die vierundzwanzig kamen 4, 134. an die acht jahre 8, 76. an die dreizehn von adel 8, 127. es sind schon an die hundert ortschaften aufgestanden 8, 134. es sind nun über die acht jahre, dasz sie hierher kamen 10, 134. der mörder gab ihm an die zwanzig stiche 27, 232. dagegen waren manche, die schon in die dreiszig gelangt, mich aufsuchten. 48, 74. wir giengen neben einander an die sechs jahre
ders. an Lavater 7. ich habe mit dem hause über die dreiszig jahre verkehrt Lenz 1, 285.
Die ordinalzahlen verlangen den artikel, der erste, der zehnte, der zwanzigste, der hundert und zweite. er mengt das hundertste in das tausendste. nun zu dem dritten und letzten Keisersb.
Sünden des munds 25
b. Logau
gestattet sich einmal ihn wegzulassen, wenn mannesmäuler sich und weibermündlein paaren, gibts zehnden monat drauf was junges zu erfahren 1. 4, 76.
Steht beide
vor dem substantivum, so kann der artikel gesetzt werden und auch wegfallen, er leidet an beiden
oder den beiden augen. beide
oder die beiden füsze schmerzen ihn.
steht es allein und bezieht sich auf ein vorangegangenes substant., so bleibt der artikel weg, ich erwartete einen von den brüdern, aber beide sind gekommen. der kleine und der goldfinger sind verletzt, und beide bluten heftig. III@1919. Göthe,
dem der artikel zuweilen beschwerlich fiel, liesz ihn, und in späteren gedichten nicht selten, auch da weg, wo eine bestimmte beziehung vorhanden war, die ihn forderte, in den beiden ersten beispielen läszt er sogar ein adject. vorangehen. der abgebildete vergleicht sich billig heilgem dreikönige 2, 161. ich will doch gleich hinauf in kleinen vorsaal gehen, wie weit ists ungefähr, auf meiner charte sehen 7, 45. suppe kocht und siedet ein, braten will verbrennen 1, 153. und so hab ich auch den fischer ruhig sehen netze werfen, brauchte dem gewandten tischer winkelmasz nicht einzuschärfen 5, 105. schäferhund er will nicht weichen 5, 273. welch ein tönen, welch ein schauer! treppe schwankt, es bebt die mauer 41, 94. was musz die sternenstunde sein? gemäuer scheint mir zu erbangen 41, 96. luft ist gereinigt, athme der geist 41, 331.
auch Rückert, ich stand auf berges halde, als sonn hinunter gieng. III@2020.
erklärbar ist der fehlende artikel bei dem appellativum, wenn dieses die stelle eines eigennamens vertritt. man sagt im märchenstil, füchschen kam herbei geschlichen, schwälbchen flog weg, mäuschen fürchtete sich. läuschen hat sich verbrannt, flöhchen weint, thürchen knarrt, besenchen kehrt, wägelchen rennt, mistchen brennt, bäumchen schüttelt sich
Hausmärchen nr. 30. knabe sprach 'ich breche dich, röslein auf der heiden'. röslein sprach 'ich steche dich dasz du ewig denkst an mich' Göthe 1, 17. mein vater, mein vater, und hörest du nicht, was erlenkönig mir leise verspricht? mein vater, mein vater, und siehst du nicht dort erlkönigs tochter am düsteren ort? erlkönig hat mir ein leids gethan 1, 184. seele wills nicht länger ertragen, sie (
die flasche) an der thüre in stücke schlagen 5, 209. märchen sagt 'es war einmal' 41, 271. Fantasie das ungeheure riesenweib sasz zu berg, hatte neben sich zum zeitvertreib Witz den zwerg Rückert. was glimmert schwarz katers auge so hell? Heine
Buch der lieder 19. kommt feins liebchen heut? 36. wo da wandelt liebchen traut 40. Walther
fügt in ähnlichem fall frau
hinzu, waz êren hât frô Bône? 17, 25. 38. III@2121.
er fehlt bei formelhaften elliptischen redensarten. kopf weg!
ruft man, wenn wasser aus dem fenster soll herabgeschüttet werden, hut ab!
wenn die höflichkeit aus den augen gesetzt wird. gewehr auf! gewehr ab! brust heraus!
lautet das militärische commando. III@2222.
wenn eine nähere bestimmung vorausgesetzt, aber nicht ausgedrückt wird, so wird dennoch der artikel zugefügt, er will bauen, aber ihm fehlt das geld,
das dazu nöthige. du must dich fügen, denn er ist der herr,
er kann es gebieten. er hat das brot nicht,
er kann sich nicht sättigen, hat nicht das nothwendigste. darmit gewinn ich kaum das brodt H. Sachs 4. 3, 63
b. es gibt Ludwigskreuze die das brot nicht haben Göthe 36, 72. III@2323.
da das dem subst. beigegebene adject. eine nähere bestimmung enthält, so kann der artikel wegbleiben, er kann aber auch hinzugefügt werden. man sagt guter weizen
oder der gute weizen ist theuer. volles
oder des vollen glückes gewährung. bösem
oder dem bösen wetter ist niemand hold. reine
oder die reinen tage kommen selten. lärmenden
oder den lärmenden vergnügungen gieng er aus dem wege. gleichwol entstunden (
fehlten) ihm auch die mittel eigenen herrn zu spielen
Stockfisch 18.
Bei dem comparativus findet ein gleiches statt, aber nicht bei dem superlativus. bei diesem kann in präpositionalformeln der artikel wegbleiben, in höchster not
oder in der höchsten not,
ebenso in bester stimmung, in frühster zeit, mit gröszter lust, mit tiefstem schmerz, bei höchster ungnade. warum ist wahrheit fern und weit, birgt sich hinab in tiefste gründe? Göthe 5, 123. mit innigstem behagen 5, 196. einst mit heiszestem verlangen so erwartet wie empfangen 7, 219. kommt von allerreifsten früchten mit geschmack und lust zu speisen 41, 27. augenstral ist mir verliehen wie dem luchs auf höchstem baum 41, 212. als gott der herr (ich weisz auch wol warum) uns aus der luft in tiefste tiefen bannte 41, 255. mit stolz in tiefster brust 41, 292.
sonst wird er beibehalten, das gröszte glück begleitet ihn. das schlimmste ist zu erwarten. er begreift das geringste nicht. sie ist das liebste kind. der glücklichste erfolg war gesichert.
indessen hat man in neuerer zeit sich darüber hinausgesetzt. Göthe
liebt es, zumal in seinen spätern gedichten, den artikel wegzulassen, auch wenn keine präposition vorangeht, und umgekehrt hat er auch wol den unbestimmten zugefügt: eine stelle im Divan als beispiel für die verschiedenen fälle, Enweri sagts, ein herrlichster der männer, des tiefsten herzens, höchsten hauptes kenner 5, 119.
und ein gegenstück liefert Rückert, denn ein reinlichstes bild mit treffendsten zügen entworfen soll mir ein haushalt hier werden der freundlichsten art 296.
beispiele für unsern fall aus dem spätern Faust, dasz er euch gelenk und weich sei, wuszt ich feinsten flachs zu sichten 41, 34. zerrt unnützeste gespinste lange sie an licht und luft: hoffnung herrlichster gewinste schleppt sie schneidend zu der gruft 34. in ringen köstlichstes juwel 45. du bleibst zu hause wichtigstes zu thun 111. verderblichstes dir abgerungen 153. sie werfen sich, anmutigster gebärde, vom wasserdrachen auf Neptunus pferde 162. doch beugt sogleich hartnäckigster mann vor der allbezwingenden schöne den sinn 180. nun denn, statt freundlich mit trost reich begabten letheschenkenden, holdmildesten worts, regest du auf aller vergangenheit bösestes mehr denn gutes 196. wie so sittig herab mit verweilendem tritt jungholdeste schar anständig bewegt den geregelten zug 209. du kommst heran, er meldets nicht, verfehlt ist ehrenvollster schuldigster empfang so hohen gastes 211. ihrem tritt begegne sanfter boden: ihrem blick, nur göttliche nicht blendend, höchster glanz 217. dann aber liesz ich allerschönsten frauen vertraut-bequeme häuslein bauen 256. zwar wetterleuchten in der weiten ferne, blickschnelles fallen allerhöchster sterne mag jede sommernacht geschehn 282. so viel erschrecklichstes im engsten raume 324.
andere sind viel sparsamer mit diesem superlativus ohne artikel, weil man das ungewöhnliche darin noch fühlt. unbedenklich kann das quantitativpronomen voran gehen, vom himmel fordert er die schönsten sterne und von der erde jede höchste lust Göthe 12, 24. denn jeden schwierigsten gedankeninhalt bändigt er mit leichtem und sicherm griffe Gervinus
Geschichte der deutschen dichtung 5, 651. jene bedeutsamkeit und pathetische weisheit, mit der er nun jede elendste sache ansah und beschaute 653. III@2424.
dem pronomen demonstrativum, das schon eine scharfe bestimmung enthält, kann kein artikel vorgesetzt werden. doch sagt Göthe
einmal (
oben sp. 963) der der.
bei jener
findet sich schon im mhd. eine ausnahme, wo aber der artikel die schwache form nicht nach sich zieht, der jener (
wart) gevangen Herbort 6460. die jene zwêne nâmen ir swert an die rehten hant 13582.
vergl. 3641. 8141,
wo es ebenfalls vorkommt, aber eine besserung nöthig ist. in den von Leyser herausgegebenen predigten des 13
ten und 14
ten jahrhunderts steht es mit einem darauf folgenden relativum, da die gene habe (
vermögen) mit samenen, die diese werlt lieb haben 51, 9. die gene die sie martelten 114, 11.
ohne relativum aus einer Leipziger handschrift des 14
ten jahrhunderts werden bei Leyser
s. 149
folgende stellen angeführt, der jener wider in dô sprach 80
a. dô der jener wart gewar daz er vant sulchen untrôst 81
a. die jene lobeten den gewin als sie ir valscheit lêrte 94
b. den jenen
dat. pl. Keisersb.
Postille 8.
auch im mittelniederd. zeigt sich de gin, de gin di he geladen hede Wackernagel
Leseb. 776, 6.
es wird aus dem mittelniederländischen eingedrungen sein, wo de gone
gebräuchlich war; beispiele in der Gramm. 4, 447.
vielleicht war das bedürfnis einer schwachen form die veranlassung zu der bildung derjenige,
die gegen das ende des 15
ten jahrh. aufkam. indessen fieng man um diese zeit auch an eine schwache form von jener
neben der starken zuzulassen, und was frölich als derginne, der verloren schadens oder schulden wider zuokumpt
Ulenspiegel s. 68
Lappenberg. so dürfen dieginnen nit klagen, die du betrogen hast 134. der jenen Hutten 5, 238. so dem mehrer theil der jenen die reimen machen, gemein ist Alberus 10. on den glauben kan uns das jene nit nutz werden, das Christus für uns gethan hat
ders. wider Jörg Witzeln C 7
a. wo sind die jene, denen du umb meintwiln gedient hast
das. E 4
a. die jenen die sich so unmäszlich schmücketen
Buch der liebe 289, 3. de jenne
aus Rehtmaiers
Chronik 2, 226
bei Frisch 1, 486
a.
auch bei Opitz, der jene welcher dir nun ganz ergeben ist. die krone trägt sie auch die sie dem jenen gibt, der ihren ruhm erhöht 1, 103. was mag das gold dort nützen dem jenen welcher stäts darüber pflegt zu sitzen? 1, 105.
und noch bei Göthe, zu diesem sprach der jene dann 47, 85.
er behält auch, wie es im mhd. geschah, die starke form bei, wer ist denn der der und der jener? 2, 274. III@2525.
der canzleistil gestattet in einigen fällen den artikel auszulassen, wo er sonst stehen müste, so heiszt es, stände gaben zu erwägen, beharrten bei dem beschlusz. kläger brachte folgendes vor, klägern ward aufgegeben zu beweisen. beklagter antwortete.
doch bleibt diese freiheit nur auf einige fälle beschränkt, man sagt nicht beschuldigter erwiderte, verurtheilter gab zu erkennen,
sondern der beschuldigte, der verurtheilte. III@2626.
bei aufschriften und überschriften, in registern ist eine weitere hinweisung nicht erforderlich, der artikel fällt daher weg, Louisenplatz, Schloszplatz, Breitestrasze, Dorotheenstrasze, Linksstrasze, eisengieszerei, holzmagazin, gasthof zum weiszen rosz, herberge für fuhrleute.
ebenso in dramatischen gedichten bei der angabe des orts und der gegend. einige beispiele aus Göthes
Götz und Faust, wirthshaus zu Heilbronn 42, 149. lager der reichsexecution 42, 108;
doch auch der bischöfliche palast zu Bamberg. der speisesaal 42, 41.
ferner, dämmerung 41, 1. saal des thrones 41, 8. rittersaal. staatsrat in erwartung des kaisers 41, 9. felsbuchten des ägäischen meers 41, 158.
bei büchertiteln läszt man ihn öfter weg, geschichte des mittelalters, lehrbuch des deutschen rechts, wechselrecht, farbenlehre:
er wird auch gesetzt, der verfall des römischen reichs, das recht des besitzes, die lehre vom artikel. III@2727.
im ahd. kann, wie im gothischen, der genitiv mit auslassung des artikels nachgesetzt werden, z. b. stuchi steines (
fragmen molae), dionost himiles (
militia coeli)
; s. Gramm. 4, 397.
gewöhnlich geht er voran, z. b. mittelgartes lioht, sterrôno strâza, von fîanto hanton:
er steht auch zwischen dem artikel und dem nomen, z. b. der gotes forasago, daz satanâses kisindi.
jedoch wird auch in den beiden ersten fällen der artikel zugefügt, joh des perages (
jugum montis), furisto des zimbares, thiu diurî thera salba,
so auch thes lantliutes menigî.
nicht anders verhält es sich im mhd., am häufigsten steht der unarticulierte genitiv vor dem subst., kann aber auch zu adjectiven und zeitwörtern gehören. der dativ ohne artikel nur in adverbialischen ausdrücken oder in abhängigkeit von zeitwörtern. bei diesen auch öfter der acc. ohne artikel. wir betrachten die verhältnisse im nhd. III@27@aa.
der genitiv mit dem artikel dem substantivum vorgestellt. des kindes lust. des vaters freude. der mutter glück. des schicksals wink. der blumen pracht. der sterne glanz. des herren groszer tag
Zeph. 1, 14. des traumbs verstandt zu zeigen an H. Sachs 4. 3, 57
c. des elfen schönste pflicht Göthe 41, 4. des Pindus letztgedehnte zweige 41, 148. der schätze würdigste custoden 41, 68.
doch gewöhnlich setzt man den genitiv mit dem artikel nach, die lust des kindes u.
s. w. III@27@bb.
der genitiv ohne artikel vorgestellt; meist bei dichtern, gürt sich zu ihm nach bettlers art H. Sachs 4. 3, 59
a. und blieben gar einfeltig bei dem gottes wort der reinen lehr 4. 3, 64. auf eises läng und breite da blüht der winter schön Göthe 1, 25. als wie nach windes regel anzögen weisze segel 41, 162. theilet Helenens glück, welche zu vaterhauses herd freudig herannaht 41, 184. mannlustige du, so wie verführt, verführende, entnervend beide, kriegers auch und bürgers kraft 41, 190.
häufig bei Schiller, in äthers höhn, in abendroths strahlen, mit feuers hülfe, von nordens hauch, in schlafes arm, an ufers grü
n. es macht den übergang zu der uneigentlichen composition, freundesgrusz, reichsfürst, kindeslust, sternenglanz, windesbraut, wolfsmilch, brückengeld. III@27@cc.
der unarticulierte genitiv wird nachgestellt bei gott,
wo überhaupt der artikel nicht zulässig ist, die mutter, der sohn gottes:
natürlich kann er auch voranstehen, gottes mutter, gottes lohn, gottes kind.
sodann im canzleistil, ohne beisetzung jahres und tages Stieler 2246.
ferner bei wörtern die ein masz, ein gewicht, einen theil bezeichnen. zween armringe zehen seckel golds schwer
1 Mos. 24, 22. er zahlte eine mark goldes. sechs hundert stück goldes
1 Könige 10, 16. drei pfund goldes zu einer tartschen 10, 17. und hatte bei sich zehn pfund silbers
Tobias 1, 16. dem muste man täglich opfern drei eimer weins
Bel 2. und vermenget in (
den sauerteig) unter drei scheffel melhs
Matth. 13, 33.
Luc. 13, 21. ein stück brotes, ein trunk wassers;
beispiele aus der alten sprache in der Gramm. 4, 722.
jetzt läszt man bei dem masc. und neutr. die flexion gewöhnlich abfallen, man sagt ein stück brot, ein trunk wasser, eine klafter holz, ein bund stroh, ein centner flachs.
doch zeit lebens. III@27@dd.
bei dem präpositionalen wegen
steht der genitiv mit dem artikel gewöhnlich voran, doch folgt er auch. der leute wegen läszt er sich nicht sehen. des geldes wegen bleibt er weg. oder wegen der überschwemmung kann er nicht kommen.
im 16
ten jahrhundert begegnet man wol dem unarticulierten genitiv, wegen hungers nach brot 4
Esra 15, 58. ruckt er fort mit groszer mühe gewässers wegen an die brühe. Fuchs
Mückenkr. 2, 482.
auch bei halben
und halber. der schulden halber ist er eingesteckt. lasz dirs nicht übel gefallen des knaben und der magd halben
1 Mos. 21, 12. und Mose schrei zu dem herrn der frösche halben
2 Mos. 8, 12. dasz wir nicht hunger brots halben leiden müssen
Jerem. 42, 14. konten hungers halben nicht länger darin bleiben 1
Maccab. 6, 49. der menschen halben ist die welt geschaffen, der mensch aber gottes halben Stieler 736. und er geht nicht hörens halben in die kirche
das. ferner bei willen
mit vorangehendem um, um des himmels willen, wer ist es? um der menschen willen konnte das geschehen.
so werden auch mit dem articulierten genitiv als präpositionen gebraucht angesichts, anstatt, behufs, kraft, inkraft, laut, statt, trotz, vermöge, zufolge. III@27@ee.
im ahd. und mhd. nehmen nicht wenige adjectiva das nähere bestimmung enthaltende, im genitiv stehende substantiv zu sich (
Gramm. 4, 729—735),
dem sie meist vorangehen; der artikel wird manchmal zugefügt. heute ist die zahl dieser adjectiva beschränkter, man gebraucht lieber die präp. an
und von,
die sich auch dort schon zeigen. statt touwes naz
sagt man nasz vom thau,
statt bluotes rôt roth von blut.
im mhd. heiszt es kindes swanger,
bei Luther Elisabeth ist auch swanger mit einem sohn
Luc. 1, 36.
beispiele aus unserer zeit, des lebens satt, müde, überdrüssig. des lebens froh. der sorgen ledig, los. des lobes werth. der schulden quitt. der sache gewis. des erfolges sicher. der ehren würdig. der freuden eingedenk. des glückes theilhaftig. des geldes habhaft. des vortheils gewärtig.
läszt man den artikel weg, so entsteht uneigentliche composition, freudenleer, ehrenwerth, lebensfroh, lebenssatt u.
s. w. III@27@ff.
der genitiv beim superlativus hat heute den artikel nöthig der im ahd. wegblieb, wo man sango scônista, barno bezista, manno miltisto (
Gr. 4, 736)
sagte. also der frauen lieblichste, der blumen schönste, der männer tapferster,
oder die lieblichste der frauen, der tapferste der männer.
doch ist eine präposition gewöhnlicher, die lieblichste unter den frauen, von den männern der tapferste. III@27@gg.
aus substantiven gebildete genitivische adverbia haben im ahd. und mhd. zuweilen den artikel vor sich, z. b. tages
interdiu, des tages
eo die, des selben tages (
eodem die), des andern tages. des morgens
Parzival 128, 13. 376, 18. des âbendes
Lanz. 3251. Lichtenstein 76, 4;
vergl. Gr. 3, 128. 129.
so auch im nhd., wo jedoch der artikel häufiger ist, des jahrs
per annum, des tages verschmachte ich fur hitze
1 Mos. 31, 40. mein gott, des tages rufe ich, so antwortest du nicht
Psalm 22, 3. er leitete sie des tages mit einer wolken 78, 14. das dich des tages die sonne nicht steche 121, 6. vorigen tages
die pristino Stieler 2247. Göthe
gebraucht noch tages
ohne artikel, was man bei andern selten findet, tages arbeit, abends gäste 1, 199.
ferner marktags, man verlor sich in die alte gewerbstadt und besonders marktags in dem gewühl 24, 22.
sogar messenzeits 25, 84;
vergl. Lehmann
Göthes sprache und geist 203. 386.
ferner sommers
aestate (
wie im mhd. sumers
MS. 2, 25
b)
und winters. priesters tafelfleisch vergäsz ich eher als dem freund entsagen, den ich sommers rasch bezwungen, winters langer weil bezähmte Göthe 1, 171. sommers wann die lilien blühen. Justinus Kerner
Ged. 142.
bei andern wird man diese beiden adverbien nicht leicht finden. Luther
sagt im sommer
Sprichw. 6, 8. 10, 5. im winter
Matth. 24, 20. Stieler im sommer 2, 602,
doch Steinbach des sommers
aestate 2, 602. frühlings
und herbstes
kommt schwerlich vor. häufig morgens
und des morgens, mittags
und des mittags, abends
und des abends, nachts
und des nachts. Luther
und seine zeitgenossen, H. Sachs, Wolgemut
gebrauchen lieber den artikel. bei den mit tag
und abend
zusammengesetzten namen der wochentage ist der artikel seltner, er wird montags oder donnerstags anlangen und sonnabends wieder abreisen. es hat durch unser land sich alles umgekehret, drum wundert mich der brauch, dasz er so lange wehret, dasz dinstags noch und nicht man freitags hochzeit macht, und mehr als göldnes frei, das schwere dienen macht. es gienge zwar noch hin des dinstags hochzeit haben, freitages aber doch bald tod, bald sein begraben. Logau 1. 2, 36 (31).
Der anomale genitiv der dem fem. nacht
in dem adv. nahtes, des nahtes
noctu schon in der ahd. und mhd. sprache beigelegt wird (
Gr. 3, 133),
dauert fort. nachts
ist sehr gebräuchlich, so geh es jedem der am tage sein edles liebchen frech betriegt und nachts mit allzukühner wage zu Amors falscher mühle kriecht Göthe 1, 213.
aber auch, des nachts im traume zwickt michs an allen gliedern 8, 208.
im 16
ten jahrh. hatte des nachts
den vorzug, des tages verschmacht ich fur hitze und des nachts fur frost 1
Mos. 31, 40. und des nachts schweige ich auch nicht
Psalm 22, 3. der herr hat verheiszen seine güte und des nachts singe ich im 42, 9. das dich des tages die sonne nicht steche noch der mond des nachts 121, 6. dasz ein des nachts die flöh nicht beiszen. Wolgemut 2, 204.
daneben gilt bei nacht Dasypod. 387
b. Frisch 2, 4
b und bei der nacht.
Eine eigenthümliche erscheinung ist die genitivische unarticulierte form nach präpositionen, denen ein anderer casus gebührt. schon im mhd. vor tages
Parz. 376, 10. vor âbendes
Nibel. 1556, 1 B. wider âbendes
Gudrun 47, 4. von morgens unz an die naht 1041, 5,
wo Volmer von morgen
geändert hat. weitere beispiele Gr. 3, 130. denn es kan vor abends wol anders werden weder es am morgen war
Sirach 3, 130. der mich zu abends ordiniert H. Sachs 4. 3, 62. vor nachts
ante noctem Frisch 2, 4
b. Göthe
hat diese form noch gekannt, er sagt vor winters
Briefe an Schiller 1, 203.
an Zelter 1, 194.
das heutige vormittags, nachmittags
läszt sich auch auf diese weise erklären: in der Grammatik 3, 131
wird es aus compositis abgeleitet. man könnte in den bisher angeführten beispielen annehmen zeit
sei ausgelassen, allein in andern fällen geht das nicht: man findet im mhd. auch ze teiles
in partem, vor gerihtes
coram judice, und die ganz gleiche geltung mit der regelmäszigen form ergibt sich aus einem andern beispiel, daz ein wazzer wider berc (
aufwärts) flüzze Berthold
in Wackernagels Lesebuch 669, 12.
es steht wie ze berge (Freidank 35, 12. 109, 25.
Jüng. Titurel 5968, 2),
aber man sagte auch widerberges (
Jüng. Tit. 5090. 5907). III@27@hh.
verba die den genitiv zu sich nehmen, waren in der alten sprache viel häufiger, als jetzt, wo man lieber den acc. oder eine präposition gebraucht. der genitiv hatte in der regel den artikel vor sich, er fiel nur zuweilen ab, z. b. heiles wünschen, kindes genesen, rehtes vâren.
gegenwärtig hat sich der genit. etwa bei folgenden zeitwörtern erhalten, entbehren, entraten, gedenken, genieszen, harren, sein, spotten,
und bei einigen reflexiven, sich annehmen, besinnen, enthalten, entschlagen, erwehren.
der artikel steht voran, man sagt also des beistandes entbehren, der dinge entraten, des freundes gedenken, der besten gesundheit genieszen, der ankunft harren, er ist der ehren, sie sind alle des todes. er spottet des befehls. des kindes genesen Henisch 1403. der kinder sich annehmen. der zeit sich besinnen. der bemerkungen sich enthalten. der sorgen sich entschlagen. des hungers sich erwehren Frisch 1, 476
b.
selten ohne artikel wie hungers sterben Stieler 645. Luther
sagt des todes sterben
1 Mos. 20, 7. 26, 11.
4 Mos. 23, 10.
Richter 13, 22. Fischart im 25
sten cap. des Gargantua setzt bei spielen
den genitiv mit dem artikel, der bonen spielen, des glückes, des hörnlins, des fuchses, des kolbens, der braut,
doch auch röpflins 165
b.
bei Stieler des ballens spielen, des ungetreuen nachbars, der pike 2085;
gewöhnlicher ist der acc. ohne artikel. III@2828.
der dativ, der seiner natür nach auf personenverhältnisse geht, erhält bei zeitwörtern den artikel, er dient dem mann und schmeichelt der frau. er hilft dem kind.
im pluralis kann er nach der allgemeinen regel wegbleiben, männern dient er, frauen schmeichelt er. III@2929.
der acc. sing. steht ohne artikel bei vielen zeitwörtern, die eine gewöhnliche beschäftigung anzeigen, z. b. brot backen, bier brauen, butter machen, flachs brechen, fleisch braten, gras mähen, korn schneiden, holz schlagen, wasser tragen,
ebenso beistand leisten, hilfe bringen u.
s. w.
bei andern kann der artikel nur im pluralis fehlen, z. b. wurzeln graben, nüsse pflücken, trauben schneiden, strümpfe stricken, lichter ziehen. III@3030.
werden auszer dem subst. andere redetheile substantivisch verwendet, so nehmen sie den artikel unter gleichen bedingungen an. am häufigsten ist es der fall bei dem adject. und dem neutralen infinitivus, der tüchtige weisz es zu vollbringen. der entschlossene geht vorwärts. dem gesunden schadet es nicht. das lesen und das schreiben liebte er nicht. des neckens war kein ende. er sah dem tanzen zu. das prahlen steht dir gar zu schön Göthe 41, 45.
zuweilen auch das neutrum bei partikeln, das ja der braut hörte man kaum. das ehrliche nein war mir lieber als das erzwungene ja. III@3131.
der pluralis der substantiven, da er in der vielheit auch die allgemeinheit ausdrückt, kann den artikel auslassen und zusetzen. menschen
oder die menschen vermögen das nicht. störche
oder die störche nisten auf dächern. tauben
oder die tauben bauen gern in felsenritzen. wölfen
oder den wölfen geht man aus dem wege.
im singularis wäre hier der artikel nicht zu entbehren. III@3232.
artikel bei dem possessivum. III@32@aa.
im ahd. stehen die possessiva ohne artikel und mit flexion meist vor dem substantivum, sînêr scîmo Otfr. 2. 12, 93. sînan sun 1. 5, 36. mîna worolt 1. 5, 40.
seltner nachgesetzt, namo thînêr Otfr. 2. 21, 8. quenâ thînu 1. 4, 29. scalk thînan 1. 25, 7.
in beiden fällen kann bei allen geschlechtern die flexion wegfallen, doch geschieht es gewöhnlich nur im nom. sing. (
auch im acc. beim neutr.),
seltner im nom. und acc. pl. mîn kind Otfr. 1. 6, 12. ubar thîn houbit 1. 6, 14. bin ih smâhêr scalk thîn 1. 2, 2. thû bist einego mîn 1. 22, 50. eigan thiu ist sî thîn 1. 2, 2. selbâ muater sîn 1. 6, 10. jungoron sîn (
discipuli ejus) 3. 20, 127.
vergl. Gramm. 4, 402.
aber es wird auch im ahd. der artikel gesetzt, sowol vor dem subst., wenn das possess. nachfolgt, als vor dem possess., wenn dieses, was der gewöhnliche fall ist, vorangeht. also thie forasagon sînê Otfr. 1. 20, 7. zên goumôn sînên 3. 7, 89
und thaz mînaz bluat 4. 10, 14. thiu sîn muater 2. 8, 7. then sînan geist 2, 13, 32.
beide stellungen finden statt, wenn adjectiva zugefügt sind, thaz suazâ liabaz sîn Otfr. 5. 11, 30. thie selbun drûta sînê 5. 11, 34
und in dheru sîneru heilegûn chiburdi
Isid. 11, 20. thaz sînaz lîb niuwaz Otfr. 4. 37, 24. III@32@bb.
im mhd. fehlt bei den possess. gewöhnlich der artikel, manchmal folgt er hinter dem subst. sîn sarc der was bereitet
Nibel. 991, 1. sîn lîp der ist sô schœne 102, 3. sîniu jâr diu giengen hin
Dietleib 98.
Dem articulierten subst. kann das possess. nachgesetzt werden, aber in der regel unflectiert, der bruoder sîn
Nibel. 9, 1. der neve sîn 9, 1. durch den willen mîn 62, 3. vor allen vîenden sîn 62, 4. ouch enist ez von den schulden sîn: ez ist von den unsælden mîn
Iwein 4068. al diu âventiure sîn
Parz. 3, 18. der bruoder dîn 92, 28. da erkant ich niht des ankers dîn 50, 1. die grôzen kraft der güete dîn Walther 24, 22. daz kumt allez von der frowen dîn 91, 33. ûf die gnâde dîn Freidank 181, 6.
andere beispiele, auch einige mit der schwachen form Gramm. 4, 480. 481.
oder der artikel steht vor dem im obliquen casus flectierten possess., bî den sînen landen
Nibel. 79, 3. in der sîner zeswen 1298, 2.
endlich vor dem adject., wenn das possess. mit dem subst. vorangeht, sînen schilt den guoten leint er von der hant
Nibel. 1771, 2. sînen sun den jungen
Gudrun 55, 4.
Bei zwei substantiven steht das possess. in der regel vor jedem, doch zeigt sich auch vor dem zweiten der artikel allein, sô wol sîn brôt als ouch den wîn
Dietleib 6307.
oder vor dem zweiten das possess. allein, ros und iuwer sârwât 6731.
vergl. Gramm. 4, 352. 419. III@32@cc.
im nhd. dauert die freiere stellung des possess. nicht fort: es wird jetzt ohne artikel vorgesetzt. nur folgendes ist zu bemerken. das nachgesetzte unflectierte possess. zeigt sich noch in Luthers vater unser (
vergl. das gothische atta unsar,
ahd. fatar unsar)
und ist kein graecismus (
πάτερ ἡμῶν),
da bei ihm zugleich unser vater (
Matth. 6, 9.
Luc. 11, 2)
vorkommt; im ahd. fatar unsar
und auch im mhd. jâ dô wir dich vater unser nennen
Jüng. Titurel 65. Hans Sachs
gebraucht dies nachgesetzte possess. häufig: nur von wenigen blättern die beispiele, unter allen den knechten dein 4. 1, 10
b. David den jüngsten bruder dein 4. 1, 6
d. den dreien brüdern dein 4. 1, 7
a. zu retten mir das leben mein 4. 1, 5
a. vor den eltesten des volkes mein 4. 1, 5
d. wann Saul rewt mich im herzen mein 4. 1, 6
a. wiewol ich im verheiszen han Merob die eltsten tochter mein 4. 1, 9
d. mit Michal der tochter mein 4. 1, 10
b. den waren gott und herren mein 4. 1, 77
a. ich wag hierin das leben mein 4. 3, 5
d. o David, lieber gemahel mein 4. 1, 11. so wil er zu eim weib dir geben Michal, die jüngsten tochter sein 4. 1, 9
d. sicht sündigen den bruder sein 4. 1, 98
a. da fragten ihn die jünger sein 4. 1, 76
a.
seltner bei andern, und sprach 'geliebde schwester mein, bitt wöllest gutes mutes sein' Waldis
Äsop 18
a. und sprach 'nempt hin die güter mein' 95
b. die barschaft mein, was mir gat ein Fischart
Garg. 89
b. hat mich doch mein schwager getrost mit weiser red mir aufgelost den knoden in dem herzen mein Fuchs
Mückenkr. 1, 469. Siccaboron schnaubt wie ein schwein, erblasset in dem antlitz sein 2, 388.
neuere dichter gebrauchen das possess. auf diese weise nur, wenn sie die ältere sprache nachahmen wollen, und du geliebtes Lorchen mein Göthe 13, 73. und sing ich dann im herzen mein 13, 78. III@32@dd.
bezieht sich das possess. auf ein vorangegangenes aber nicht wiederholtes subst., so steht es entweder ohne artikel in der starken form, oder mit dem artikel in der schwachen. man sagt wem gehört dieser stab? 'das ist meiner'. alle weingärten sind verschlossen, nur meiner und deiner nicht
oder nur der meine und der deine nicht. die frauen der familie waren zugegen, nur deine
oder die deine nicht. wessen haus ist abgebrannt? deins
oder das deine. sind das meine bücher
oder sind es ihre, die ihren? sind es unsere, die unsern? meine felder sind bestellt, aber eure
oder die euren nicht.
D. frei von zärtlichkeit ist noch kein herz geblieben: nur deines, Silvia ...
S. nur meines kann nicht lieben Gellert 2, 322.
häufiger werden jetzt die ableitungen der die das deinige meinige seinige eurige ihrige unsrige
gebraucht, wo der artikel notwendig ist. III@32@ee.
er kann nicht fehlen, wenn die possess. in substantivischer geltung stehen. ich erwarte die meinen (
meine leute, meine familie). sind die deinen angelangt? und sie woneten auch umb ire brüder in Jerusalem unter den iren
1 Chron. 10, 38. denn ir seid nicht mein volk, so wil ich auch nicht der ewr sein
Hosea 9, 5. es grüszet euch Epaphras, der von den euren ist
Coloss. 4, 12.
gewöhnlicher sind jetzt die eben erwähnten ableitungen. s. oben dein 6
a. III@32@ff.
in dem 15
ten und 16
ten jahrh. erscheint noch zuweilen der artikel vor dem possess. und dem dazu gehörigen substantivum. ir seit des ewern lasters fro Wittenweiler
Ring 42
b, 7. so ich der seinen red nachtracht H. Sachs 3. 1, 2
c. scheidt ab mit deinem bloszen schwerdt gleich wie ein hirt die deinen schaf 3. 1, 253. so fürcht ich doch so sere des eures vater zoren Uhland
Volksl. 196. ein brief schrieb er behende der seinen frawen klar 786. wir schullen das seine leiden in unserm herzen tragen 882. erschwing das dein gefieder du tewrer adeler Körner
Hist. volksl. 142. das ewer tyrannisch leben ist mir noch wol bekandt Adrian
Mittheil. 123. III@3333.
nach präpositionen folgt der regel gemäsz der artikel, wenn das appellativum in besonderer beziehung steht. er setzte sich in die laube. er lehnte sich an den baum. er gieng gerne mit dem kind herum. er stieg aus der grube. er hielt sich vom wasser fern. III@3434.
dagegen fehlt er notwendig nach präpositionen bei allgemeiner bedeutung des substantivs, woraus eine adverbiale form entsteht. zu asche werden. vor angst nicht reden. vor furcht zittern. aus liebe sterben. zu liebe thun. zu danke machen. mit dank erkennen. schön von angesicht. frei von sorgen. eine tafel von marmor, nicht von holz. eine kugel mit wachs überzogen. Luther
sagt zu hauf
zusammen, niederd. to hope. und rufen zu hauf ire freundschaft 2
Maccab. 8, 1. also stunden auf jeder seiten vor dem thor vier tische, das sind acht tische zu hauf
Hesekiel 40, 41.
ferner zu haufe, David brachte zu haufe die kinder Aaron und die Leviten
1 Chron. 16, 4. alle diese könige versammelten sich und kamen und lagerten sich zu haufe
Josua 11, 5.
und auch zu haufen, Salomo brachte zu haufen wagen und reuter
1 Könige 10, 26.
noch bei Göthe, zu hauf euch sehnend 4, 190. als wo man emsig und zu hauf macht vogelbauer auf den kauf 13, 41. da liegt das rothe gold zu hauf 41, 285. und alle kommen doch zu haufen ihr ihre waare abzukaufen 13, 46.
noch einige andere beispiele, warlich zuo fuosz und auch zuo rosz. Murner
Luther. narr 3436. auf einer kugel zirkelrund ein ansehnlich herrlich weib ohn kleidung, blosz, nacket von leib. H. Sachs 4. 3, 57
b. in mangel stehen
Garg. 33
b. III@3535.
Der artikel kann nach der präposition stehen und wegfallen, je nachdem das appellativum im besondern oder im allgemeinen sinn genommen wird; in letzterm fall tritt das formelhafte und die adverbiale bedeutung hervor. die beispiele müssen das schwanken darin vorzüglich berücksichtigen. man sagt in den wald, in das feld gehen, ins feld rücken,
dagegen über feld, zu wald gehen. es steht mir deutlich vor den augen
und vor augen. man geht zu bett
und in das bett. gib den brief in die hände des vaters
aber auch zu händen des vaters. zu wagen reisen
und im wagen. mit post schicken
und mit der post. man geht auf den acker. spitz die schar, spitz die schar, in acker fahr Wolf
zeitschr. für deutsche mythol. 1, 239.
schon im ahd. in dhes chirihhûn ardôt (
habitat) wolf mit lambû
Isidor 89, 21. redan (
cribrare) sô man korn in sibe duat Otfr. 4. 13, 16.
im mhd. nicht selten bei präpos. mit dem gen. und acc., am häufigsten mit ze;
vergl. Grammatik 4, 399. 413. 414.
beispiele aus der folgenden zeit, dein schand wil ich legen an tak.
Fastnachtsp. 255, 5. nun wolauf, ir frauen, über felt 371, 14. pat dieselb fraw alle morgen ir götter das er bei leben solt beleiben Albrecht v. Eybe. betracht den mangel Christi, so er uf erdtreich gelitten hat Keisersb.
Sünden des munds 12
a. alles das in himmel und in erd ist 12
b. er hat in gesehen sitzen dort in seiner groszen kappen die er bis an hals gestreift hat, als dan gewonheit ist der küning in Frankreich 46
a. die hend in teig stoszen 41
b. werden wir die charten und propositiones einmal an tag geben Alberus
wider Jörg Witzeln H 2
a. in dem wolt die liechte sunn geen zuo rast mit irem wagen
Theuerd. 17, 57. zu dem tisch sitzen 19, 88. zu dem essen gan 26, 48. 118. wer vil usz fliegen wil zuo wald Brant
Narrensch. 33, 89. wer andere stoszen wil in sack, der wart ouch selbs des backenschlack 69, 7. halt dasz es nit zuo tal ab felt 66, 10. der selbig baum steht in mitten der aller scherpfesten dörnen Pauli
cap. 489. denn gott der hatte noch nicht regnen lassen auf erden
1 Mos. 1, 13. sihe gen himel 15, 5. zu ohren fassen sein gebot
2 Mos. 15, 26. nim zu ohren was ich sage
4 Mos. 23, 18.
Jesaias 1, 2. 10. 28, 23. 32, 9.
Jerem. 9, 20. wird sie hören schwerlich mit ohren
Apostelg. 28, 27.
doch auch ich habe dich mit den ohren gehort
Hiob 42, 5. mit den ohren werdet ihr hören
Matth. 13, 14.
Apostelg. 28, 26. zu tode steinigen
5 Mos. 13, 10. 17. 22, 21.
2 Chron. 10, 18. warf in ganz Israel mit steinen zu tod,
dagegen zum tode verurtheilen 2
Maccab. 4, 47.
Hesekiel 13, 19.
Susanna 41. reizet eure kinder nicht zu zorn
Ephes. 6, 4.
man erwartet zu häupten,
aber Luther
sagt da neiget sich Israel auf dem bette zun heupten
1 Mos. 47, 34. wehe euch, die ir küssen machet den leuten unter die arme und pfüle zu den heubten
Hesekiel 13, 18. srecht wirt gestellt alls hinder thür. Jac. Ruff
Etter Heini 320. wie er (
Äsop) von leib nun ganz und gar ungstalt und so gar scheuszlich war Waldis
Esopus. er ward gesandt von seinem herrn hinausz zu feld den acker ern
ders. den so geschicht noch heut bei tag 2
a. erwüscht den käs und lief zu loch 9
b. zu holze will ich wieder gan 40
a. die wachtel da zu velde flohe 71
a. damit liefen zu holze gach 94
a. seiner mutter folgt ein junger knab neben seim vatter nach zu grab 132
a. so ein gfehrlich reis über meer H. Sachs 4. 3, 28
d. wie man dergleich seh über tag 4. 3, 54
d. mit dem bald thet gen walt einrucken 4. 3, 59
b. dann er wird jetzt gen himel fahrn 4. 3, 60
b. wan art die laszt selten von art 4. 3, 61
c. wird einer geworfen in den tagen mit einem stein, in kopf ein loch 4. 3, 61
d. und so thund mich die feind oft firmen in schlacht, scharmützel und in stürmen 4. 3, 62
d. bis auf mitnacht sitz ich beim wein 4. 3, 62
d. bis sie endlich in grund verdarm (
verdarben) 4. 3, 65
d. der messner war ein alter mann, dient uns zu tisch 4. 3, 71
a. und ich hab doch kein mönch nit mein lebtag sehen gen acker fahrn 4. 3, 87
b. ein reicher burger der fruh und spat zu hof war bei Maximilian 4. 3, 81
a. der schlug ein nider zu unglück 4. 3, 81
b. da traten dar dise zwölf blinden in kreisz zumal 4. 3, 81
b. do gab der wolf die flucht gar bald wider ausz dem dorf ein gen wald 4. 3, 106
c. die wolf flohen vor im gen holz 4. 3, 109
c. hinauf gen himel fahren thet 4. 3, 114
d. sagt das alt sprichwort 'in not gehn der freund zweinzig auf ein lot' 4. 3, 116
c. führt seinen gast zu nacht hinausz 4. 3, 87.
aber auch bei der nacht 4. 3, 90
a. sein (
des mannes) zank bei tag, liebs anfang zu nacht
Garg. 70
b. fahr in wald 8
a. in wald laufen Schweinichen 1, 353. jagen den wolf von holz zu feld Wolgemut2, 401. das wild lief zu holz in voller brunst 2, 451. eilends hinab in keller lief 2, 368. must leer wider zu holz hinlaufen. Eyering
Sprichw. 1, 154. in der stadt kömpt ein meuterei an tag, und rückt mit gewalt herbei mit den ameisen der tewre held Granestor und legt sich auch zu feld. Fuchs
Mückenkr. 2, 19—22. und nam damit zu loch sein straszen. Rollenhagen
Froschm. R iiij. sein irrthum wird nicht viel gezehlet, dann wo er etwa hat gefehlet, das wird in erde tief verhohlet Logau 1. 2, 40. gott müsse ihnen nothwendig ein sammetes kissen in himmel legen lassen. er werde deshalb in himmel kommen. nicht in himmel klettern Schuppius 87. bisz an morgen 105. zog ich in krieg 119. wann ihnen ein geringer rauher wind unter augen wehet 135. mit füszen eines groben bauern kan zertreten werden 137. was ihm in sinn kompt Olearius
Rosenthal buch 1.
cap. 1. er wirft seine söhne in thurm 1, 10. von nutzbarkeit der verschwiegenheit 4.
überschrift. mit begehren 7, 1. in meinung eine stattliche verehrung zu erlangen 4, 11. in meinung du wärest unvorsichtig
ders. Baumgarten 116. für augen kommen Butschky
Patmos 116. niemals ist mir in sinn gekommen Riemer
Stockfisch 193. jedennoch aber verordnete er dasz man einen angezündeten strohwisch oben von fenster herunter werfen solte 226. damit muste er in gasthof einkehren als ein blutfremder 238. die einbusze seiner güter und zwar auf eine so ungerechte art gieng ihm oft in kopfe herum 238. bei seite geräumet 334. in gegenwart so vieler personen 335. wie er (
der bauer auf dem heimweg) in busch kommt Ettner
Maulaffe 630. unter augen
und unter den augen
oben 1, 792. 793. vor augen
und vor den augen 793. aus den augen 795.
Auch im 18
ten jahrh. dauern diese formeln fort. bei den meisten kommen sie nur in beschränkter zahl vor, bei einigen häufig, wie z. b. bei Klinger,
der sie aber auch unpassend gebraucht. zu winkel kriegen Lessing 1, 373. in augen ist ihr ganzer geist
ders. fragt nichts nach lauf der welt Gotter 1, 197. stosz mich in abgrund Klinger
Theater 2, 147. wenn er mir noch einmal erscheint, sollen seine gebeine in flusz, und müst ich sie mit eignen händen hineintragen 2, 174. komm an wasserfall 2, 189. stolz traten sie zusammen in garten 2, 194. ich wollte nur fragen ob ich dich würde an hof begleiten 2, 227. er soll sie diesen abend in park am schlosz bescheiden 3, 172. die gnade des suldans wird dich schon in hafen treiben 3, 174,
und noch viel öfter. auch Göthe
läszt hier nicht selten den artikel weg, bei heiterem sinn, mit fröhlichem blut ist alles an tafel vergessen 1, 137. versäumen Sie nicht zur rechten stunde an tafel zu kommen 57, 219. und in hoffnung wieder dich zu sehen 1, 209. der thürmer der schaut zu mitten der nacht herab auf die gräber in lage 1, 229. gar verdrieszlich ist mir einsam das lager zu nacht 1, 286. ihr glückt es wol bei einigem verweilen mit wurzelkräften dich von grund zu heilen 4, 133. mein mädchen hab ich ihm wahrhaftig nicht gegeben um so in tag hinein von meinem geld zu leben 7, 41. ihr herren, merkts euch wol, es kommt zuletzt an tag. 7, 110. an galgen mit dem dieb! 7, 111. ihr warft sie (
die armbrust) dem feind an kopf 8, 11. ja, wenn ihro majestät nicht bald dazu thun, so stecken einen die kerl am end in sack 8, 39.
dagegen mit dem artikel, das müst ein kerl sein, der das weinfasz von Fuld in den sack schieben wollte 8, 40. seinen innigsten antheil an tag legen 10, 60. den wedel nimm hier und setz dich in sessel 12, 124. und laszt uns sehen dort stäubts im sand, dort zieht ein wütig heer zu land 13, 51. neulich kam mirs in sinn den engel Michael wieder, der mir die officin bezeichnet, vergolden zu lassen. 40, 263.
auffallend ist hier in tag leben, an tag kommen, an kopf werfen, in sessel setzen,
bei andern wird man den artikel finden. dagegen setzt er ihn wol, wo andere ihn weglassen, anbeter konnt ich wol noch in der menge haben 7, 52. wie der bischof sah er richt nichts aus und zieht immer den kürzern, kroch er zum kreuz 8, 6.
gewöhnlich ist in menge, zu kreuz.
so sagt man auch einen bei namen rufen, nennen,
aber Schiller, du erfrechst dich, ihr ärgster feind, beim namen sie zu rufen.
manche form, die im 16
ten und 17
ten jahrh. noch gäng und gäbe war, ist auszer gebrauch gekommen, und nur zuweilen wird eine und die andere wieder hervorgezogen, so von Rückert wenn ich zu walde geh 303.
bei Göthe wie ein vogel der den faden bricht und zum walde kehrt 1, 107.
gegenwärtig wird hauptsächlich bei folgenden substantiven der artikel weggelassen, auf erden, auf sicht. bei tag, bei nacht. bei sonnen-, bei mondschein. bei licht arbeiten. gewehr bei fusz. das heer steht gewehr bei fusz
ist zum kampf bereit, erwartet die schlacht. bei hof angesehen. bei seite bringen. bei sinnen sein. bei geld sein. bei tisch sitzen
speisen. in angst, in furcht leben. in stand setzen. in zukunft kann es geschehen. in gebrauch sein. in frieden leben. etwas in menge haben. die schiffe werden bald in see gehen. nach belieben. nach hause gehen. nach sicht. über nacht wegbleiben. über land, über feld gehen. über tisch
während des essens. um friede bitten. von anfang
an. von grund aus. von haus aus. von natur. von haus kommen. von tisch aufstehen. von grund aus verändern. die haare stehen zu berge. zu dache steigen. zu bette gehen. zu ende bringen. zu dienst sein. zu gast sein. zu grabe tragen. zu grund richten. gut zu gesicht stehen. zu gevatter laden. zu fusz gehen. zu neste tragen. zu kopf steigen. zu pferd steigen, sitzen. zu schiff gehen. zu stuhl gehen
alvum exonerare. zu thal rinnen. zu tische setzen. zu tod ärgern. zu haus bleiben. zu stand, zu wege bringen. zu ende des jahrs. zu hilfe eilen. zu falle kommen. zu wasser werden. III@3636.
noch sind substantiva mit einer präposition zu erwähnen, wobei, obgleich sie nicht in allgemeiner bedeutung stehen, vielmehr in der bestimmtesten, dennoch der artikel wegfallen darf. so sagt man in der hoffnung
und in hoffnung auf bessere zeiten. auf den grund
und auf grund dieser erklärung. in
oder mit hinsicht, rücksicht, erwartung.
andere dulden den artikel gar nicht, auf seiten, von seiten, in betreff, in betracht, in berücksichtigung, in bezug, in ermangelung, in erwägung,
liebt der canzleistil. III@3737.
völlig zu adverbien erstarrt und mit dem substantivum zusammengewachsen sind im nhd. beileibe, überhaupt, übernacht, zufrieden, zurück
u. a. das ursprüngliche zu rücke
hat H. Sachs, der wolf zog auch zu rücke nider 4. 3, 118
b.
und noch Frisch
setzt es 2, 482
b an. heute kommt es selten vor, o ruf sie zurücke die vorigen zeiten! Göthe 1, 71. diese frage geb ich zurücke Schiller 1, 307
a. kann ich ganz zurücke treten? 308.
bei H. Sachs
findet man die sau lof eim blinden zwischen die bein und stiesz in dasz er fiel an rück 4. 3, 81
b. weder vor auch noch hinder rück 4. 3, 115
c.
wofür wir jetzt hinterrücks
sagen. doch auch mit dem artikel, dasz er schlug nieder an den rück 4. 3, 81
c. überruck
im schlüssel zum Theuerdank, das er tod überruck zuo der erd viel
s. 186.
statt zufrieden, darmit der fromb adel abschied und war des urtheils wol zu fried 4. 3, 67
b. III@3838.
von zwei durch eine conjunction oder eine präposition verbundenen substantiven war schon (
unter 13)
die rede, ein anderer fall ist es, wenn dasselbe substantivum in verbindung mit einer dazwischen stehenden präposition und meist in adverbialer geltung wiederholt wird. dort fehlte meist der artikel, war aber zulässig, hier wird er ganz abgewiesen. schon im mhd. die den helden erkanden von landen ze landen
Dietleib 526. und mâc mit mâge übele lebet Freidank 46, 8. und ir zal war von heubt zu heubt, das starke mann waren, acht und dreiszig tausent
1 Chron. 24, 3. das er von tag zu tag abnam Waldis
Esopus 156
b. trags abents morgens tag bei tag 192. aber die königin an dem orte fusz für fusz gieng da in kurzweil H. Sachs 4. 2, 59
b. in dem rückten die beide heer von schrit zu schrit je lenger je mehr zusam Fuchs
Mückenkr. 3, 108. der herr erzehle mir doch drei stücke von glied zu gliede Gryphius 903.
bei Göthe
sehr häufig, hand in hand und lipp auf lippe 1, 61. was wir in gesellschaft singen wird von herz zu herzen dringen 1, 117. und in unsern liedern keimet silb aus silbe, wort aus wort 1, 163. sie warfen mit brust sich zu brüsten und herzten und küszten nach lüsten 1, 224. lieb um liebe, stund um stunde, wort um wort und blick um blick: kusz um kusz vom treusten munde, hauch um hauch und glück um glück 5, 160. geheime doppelschrift die in das mark des lebens wie pfeil um pfeile trifft 5, 195. diese brust, wo deine siegel kusz auf kusz hereingedrückt 5, 196. reim auf reim will was bedeuten 5, 219. weisheitsbaum an baum, cypresseragend, heben äpfel goldner zierd empor 5, 253. gib die hand dasz tag für tag ich an deinen zarten fingern ewigkeiten zählen mag 5, 258. 13, 156. 160. brachte mich zeitrechnung und nomenclatur unseres wunderlichen sammlers schritt vor schritt aus der richte 31, 221.
aber ungewöhnlich, von schritt für (
statt zu) schritt wuszt ich mirs zu erörtern. 41, 259. wenn sonst im keller fasz an fasz sich häufte 14, 3. wenn das gewünschte glück endlich hand in hand, arm in arm zu uns tritt 21, 149. schlieszt sich heilig stern an stern 41, 4. von sturz zu sturzen wälzt er (
der wassersturz) sich jetzt. 41, 7. bis wir ihm sagen dürfen aug in auge dasz sie zugleich auch dem und jenem winke 41, 36. mit ihnen nacht für nacht zu wohnen, ich glaube nicht dasz es behagt 41, 111. plätschernd ziemt es da zu schwimmen, lied um lieder anzustimmen 41, 135. noch drängt sich fels auf fels bewegt heran 41, 138. ich schwebe so von stell zu stelle 41, 149. raubschiffend ruderte Menelas von bucht zu bucht 41, 201. geh und häufe schatz auf schatz 41, 216. voreilend ihren schritten lasz beblümt an teppich teppiche sich wälzen 41, 217. an einander gelehnet, schulter an schulter, knie an knie, hand in hand wiegen sie sich über des throns aufgepolsterter herrlichkeit 41, 219. und hört ihr donnern auf dem meere? dort wiederdonnern thal um thal, in staub und wellen, heer dem heere, in drang um drang zu schmerz und qual 41, 241. und fels an fels und berg an berg gereiht 41, 254. als Molochs hammer, fels an felsen schmiedend, gebürges trümmer in die ferne schlug 41, 254. cascadensturz, durch fels zu fels gepaart 41, 256. burg gegen burg, stadt gegen stadt, zunft gegen adel fehde hat 41, 261. da freut uns jeder wie er schiebt und drängt und mann für mann der säle raum verengt. 41, 269. 275. 318. so stürzt der feind, mann über mann ersäuft im eigenen geblüte 41, 272. da schwanken städte hin und wieder, da steigen gärten auf und nieder, wie bild um bild den äther bricht 41, 275. erst ordnet oben saal an saal die kostbarkeiten allzumal 41, 305. dort wollt ich, weit umher zu schauen von ast zu ast gerüste bauen 41, 306. stamm dicht an stamm hinan woge nach woge spritzt 41, 333. seele rann in seele Schiller 1
a. 124
a. schwert blitze gegen schwert! 45
b. böses musz mit bösem enden 53
b. und welle auf welle zerrinnet 62
b. von stunde zu stunde gewartet er mit hoffender seele der wiederkehr 63
a. kämpfer gegen kämpfer stürmen 72
b. von munde zu munde flog, von geschlecht zu geschlecht, euer empfundenes wort. 84
a. opfer um opfer 142
b. geheimnis gegen geheimnis tauschen 146
a. ohrfeig um ohrfeig 193
b. und wenn wir jetzt brust gegen brust und schicksal gegen schicksal auswechseln sollten 204
b. wir wälzen uns von schlamm zu schlamm 210
b. wir betteln mit der ballade von thür zu thür 208. arm in arm mit dir 213
a. von schwäche zu schwäche sinkend 213
a. wir musten uns drücken von ort zu ort 322
b. III@3939.
der artikel fällt weg, wenn der begriff nur im allgemeinen soll angegeben werden, er ist aber auch bei dem gegensatz nicht zulässig, wenn nemlich von einer scharf bestimmten, ganz entschiedenen individualität die rede ist. daher steht er, das ist die regel, nicht bei eigennamen der menschen, seien es geschlechts- oder vornamen, ja er fällt ab bei unsinnlichen und ganz abstracten begriffen, sobald sie als person auftreten. so läszt man in allegorischen gedichten Milde, Tapferkeit, Gerechtigkeit, Poesie, Kunst
erscheinen; in den gedichten des 13
ten jahrh. setzte man gerne frau
voran, wie z. b. frou Sælde. Waldis
überschreibt seine 31
ste fabel von der spinne
und podagra,
in welcher die krankheit als ein weib auftritt: da heiszt es Podagra sprach, Podagra macht sich auf die fahrt. III@39@aa.
im gothischen stand die regel fest, im ahd. hat man eine ausnahme bemerkt, ther Barrabâs
Tatian 190, 18.
im 12
ten jahrh. fieng der artikel an sich einzuschleichen. in des Augusti cîtin
Anno 517.
einige handschriften der Nibel. 215, 2
lesen sun des Sigemundes
statt sun den Sigemundes.
in der Gudrun des Hagenen tohter 456, 3. in des Hagenen lande 457, 3. der Gêrlinde sabene 1272, 2. sun des Ludewîges 1631, 1.
Welscher gast do er den Baldewînen sach 13304.
im 14
ten jahrh. bei Jeroschin, ein brûderlîn ein knottir (
capuciner) der was genant der Ottir 105, 2. zu einin zîtin geschach daz man den Albrecht sach mit andrin brûdrin reise varn 129
a. dô der Kasimir gesach, der herzoge diz ungemach 136
c.
bei Keisersberg
zuweilen, der Saul gebot das man solet für und für die feind verfolgen
Sünden des munds 4
a. da wolt der Saul seinen sun lassen tötten, aber das volk bat den Saul für in 4
a. der Milo was so stark das er ochsen mit der hand ze todt schluog 5
b. das lert der Gerson, den sollen sie lesen 14
a. der David spricht 15
b. die muoter Jacobs sprach zu dem Jacob 16
a. die ander figur ist von dem Joseph und Jacob
das. da kam einer, gieng zu dem David und sagt im daz Saul tod wer. der David fraget in 'wa von weistu daz er tod ist? den Saul weinet und claget David 29
b. wir lesen von dem Nabal, der spottet des Davids 46
b. als der Oracius spricht 81
b.
in den Fastnachtspielen des 15
ten jahrh. bei dem casus rectus sowol als bei den obliquen nicht sehr selten. do dich der Heinz Putz fand 36, 2. hie kumt der Neithart, der ritter reich 191, 4. eur nam mag wol heiszen der Schendel 371, 10. so heisz ich der Ackertrapp 398, 4. ich will mir haben die Adelhait, die Geuten 398, 6. 24. ich pin gehaiszen der Eisengrein 398, 18. so heisz ich der Hebenstreit 398, 33. darumb will ich die Gerdraut 399, 10. so haisz ich der Milchfridel 399, 18. den Wegendrüssel nim ich mir 401, 32. geben wir ungefuogen zol den der Neithart am ersten fand 420, 11. darumb so ist er der Adelheit wol gleich 516, 21. darümb so sol in die Gerhaus nemen gern 568, 16. Stadeleiner, für mir sie her junkfrau die Adelhait, die hat an ain nagelneue pfait 583, 24. als mein gesell der Heinrich dort 585, 25. es bleibt dem Heinrich nimer verschwigen 586, 7.
bei Murner, het auch nimmer vertrüwet das ich damit weder den Luther noch iemans uf der erden solt oder möcht beleidigt haben
Luther. narr s. 2. redestu dem Luther noch ein wort 451.
gewöhnlich Tewrdank,
doch auch so wär ertrunken der Tewrdank 64, 42.
auffallend dasz Luther
den eigennamen, wo er im genitiv stehen sollte, unflectiert und ohne artikel auf das substantivum folgen läszt, von dem er abhängt, etwa wie man jetzt eine handlung bezeichnet, das haus Lindheim, das haus Goldschmidt.
er sagt da gieng Laban in die hütten Jacob und Lea und der beiden megde, und gieng aus der hütten Lea in die hütten Rahel
1 Mos. 31, 33. die tochter Pharao
2 Mos. 2, 5. 7. 8. das herz Pharao ist hart 7, 14. 19. die kinder Ruben und die kinder Gad hatten seer viel vieh
4 Mos. 32, 1. fewr verzere die cedern Libanon
Richter 9, 15. und sie kamen auf das gebirge Ephraim ans haus Micha 18, 2. 13. bei dem gesinde Micha 18, 13. und verwarf die hütten Joseph
Psalm 78, 67. ich bin schwarz, aber gar lieblich, ir töchter Jerusalem, wie die hütten Kedar, wie die teppiche Salomo
Hohelied 1, 5. ich wil die gefengnis der hütten Jacob wenden
Jerem. 30, 18. in allen hütten Jacob
Judith 13, 31. Luther
gebraucht zuweilen die lateinische endigung, wie andere seiner zeit, mit und ohne den artikel, wider den Timotheum 2
Macc. 12, 10. und zog wider Timotheum 12, 20. darnach thäten sie viel schlachten mit Timotheo 8, 30. zogen sie wider Georgiam 12, 32. der Georgias davon entran 12, 35.
sonst gebraucht er zwar in der regel den artikel nicht, doch läszt er ihn manchmal zu, die Zilla gebar auch, nemlich den Thubalkain, und die schwester des Thubalkain war Naema 1
Mos. 4, 22. gott der herr des Sems. wonen in den hütten des Sems 9, 26. 27. die fürsten des Pharao 12, 15. ein sohn der Micha 24, 15. also stal Jacob dem Laban das herz 31, 20. aber der herr erschreckte den Sillem
Richter 18, 2. der Boas unser freund
Ruth 3, 2. also nam Boas die Ruth 4, 1. der Bel ist gebeugt
Jesaia 46, 1. ich hab den Bel zu Bal heimgesucht
Jerem. 51, 44. liesz der könig dem Bel die speise vorsetzen
Bel 13. um den mittag pflegte die Susanna in ihres mannes garten zu gehen
Susanna 7. kam die Susanna mit den zwo mädchen 15. und verurteilte die Susanna zum tode 41.
er sagt der Zwingel und die seinen, nach des Zwingels tode, das es sein eigen, des Zwingels, sein muste Luther 20, 2198
Walch. Hans Sachs
behält bei alten namen gern die lateinische endigung, z. b. Minervæ 4. 3, 98
b. Alexandro 4. 3, 56
d. Baccho 4. 1, 112
d. 113
b. Mercurio 4. 3, 113
d. Matthæum 4. 1, 68
b.
er fügt auch wol, wie wir es bei Luther
bemerkt haben, den namen unflectiert zu dem subst., da schon der teufel hett besessen das hertz Juda Iscarioth 4. 1, 85
b.
er gebraucht zwar den artikel, auch im nom., doch nicht häufig, der Centeleon 4. 3, 63
c. der Steffacher 2, 55
b. der Griszler 2, 55
d. der Neidhart 3, 49
b. 51
a. 52
a. der Engelmeir 3, 49
b. bei des Jupiters gähen rach 3, 103. des Neidharts weib 3, 49
c. dem Lindel - Fritzen 3, 26
d. dem Neidhart 3, 49
c. zu dem Sewheintzen 3, 59
c. es wär vom Liendl geschehen 3, 61
a. ich bin bei der Margredn gelegen 3, 23. den Liendel 3, 60
c.
lieber setzt er ein adjectiv vor, das den artikel nöthig macht. merkenswerth ist der mit einem adjectiv zusammengesetzte name Faulfritz:
im nom. erhält er keinen artikel, weil dann das adj. müste flectiert werden, Faulfritz der nam für hungers not in seinen busen fünf hofbrot 3, 67
d. Faulfritz stäts in der schüssel lag 3, 68
a.
in dem obliquen casus, mit Faulfritzen zu tische sasz 3, 68
a.
aber auch mit dem faulen Fritzen 3, 68
c.
aus dem Äsop des B. Waldis, der Jupiter gab im gehör 15
b. der Arion hett gern gefrist 96
a. da trat der Arion herfür 96
b. dem Lazaro lecken die wunden 97
a. wir wölln anfallen den Jupiter 15
a.
aus Fischarts
Gargantua, des Martials 23
b. dem Salust 61
b. dem Mercurio 64
a. allzeit find man sie wie Lucretiam 74
b.
Ein ähnliches verhältnis bei den schriftstellern des 17
ten jahrhunderts. in der letzten zeit hat man die lateinische flexion gänzlich zurückgewiesen und sie klingt jetzt pedantisch. doch in dem gebrauch des artikels zeigt sich zwischen dem südlichen und nördlichen Deutschland ein unterschied. dort wird er vorgesetzt, in der umgangssprache auch im nominativ, der August kommt heute, die Mathilde ist bei ihren verwandten. Hebel
sagt der Friederli, der Fritz, sVreneli, es Eveli.
der vorangesetzte flectierte genitiv bedarf des artikels nicht, Göthes, Schillers werke sind in aller händen.
unflectiert bedarf er des artikels, der Adelheid vertrauen gefällt mir.
im dativ fehlt er nicht leicht, wenn er die flexion ersetzt, ich habe es dem Ernst gesagt. ich bin der Auguste begegnet.
ebenso im acc. ich sah den Friedrich weggehen, ich grüszte die Therese,
und zumal wenn keine flexion statt finden kann, wie bei fremden namen, er hat den Cicero als staatsmann geschildert. Schiller läszt den Brutus erscheinen. der mahler hat die Veronica dargestellt.
im nördlichen Deutschland meidet man den artikel, nicht blosz im nom., auch in dem dat. und accus., wo man die flexion zufügt, ich habe es Ernsten gesagt. ich habe Louisen einen brief geschrieben. ich habe Georgen abgesendet. man hat ihm Marien empfohlen. Göthe
folgt dem norddeutschen sprachgebrauch: im Wilhelm Meister und in den wahlverwandtschaften entschlüpft ihm der artikel selten, anderwärts kommt er zuweilen vor. der nominativ meist nur, wenn er gemeine leute sprechen läszt, indem so kommt der Weislingen daher geritten
Götz 8, 23. das wär gut und gäb auch der sache einen schein, wenns der Götz thät 8, 139.
der genitiv mit dem artikel höchst selten, der Mufti las des Misri gedichte 5, 36.
artikel und flexion fehlt bei fremden auf is
und us
ausgehenden namen, Hafis dichterzüge sie bezeichnen ausgemachte wahrheit unauslöschlich 5, 34. als noch Venus heitrer tempel stand 1, 249. Brutus rede für die freiheit 8, 196.
sonst die flexion ohne artikel, seine reiter, Selbitzens, eure sind zerstreut 8, 102. die frevelhaften reize Philinens 18, 167. mit einem reinen charakter wie Theresens 20, 231. die strafrede Jarnos 20, 304.
beim dativ der artikel nur ein paarmal, denkt ihr seid einmal wieder beim Götz 8, 28. ich hab Georgen nach dem Selbitz geschickt 8, 86. wenn diese ergebenheit nichts mehr verdient als eure gedanken alle nach dem Karl (
dem kaiser) gerichtet zu sehen 8, 131. woher das dem Weisling kommen sein mag? 42, 27.
fehlt der artikel, so wird die flexion - en
zugefügt. sind wir wieder bei Hafisen 5, 19. ich diente Götzen von Berlichingen 8, 88. diese nacht begegnete ich Götzen im wald 8, 155. was hört ihr von Georgen? ist Lerse nach Georgen? 8, 162. Wilhelmen verdrosz dieser ausfall 8, 54. Aurelie blieb vor Wilhelmen noch einige augenblicke stehen 19, 197. die ganze welt war mir auszer Narcissen todt 19, 289. Wilhelms abschied von Theresen war heiter 20, 71. so rein blieb sein verhältnis zu Natalien 20, 244. Lucinden, wie uns allen, waren die hände gebunden 21, 69. schien es möglich Augustinen eine neigung zu seinem vaterland einzuflöszen 20, 289. die briefe von Wernern 20, 300. auch Wielanden fieng dieser naturzustand an bedenklich zu werden 31, 145. Ludwig Hummeln war der preis zu erkennen 31, 141.
nur zuweilen bleibt die flexion weg, ohne dasz der artikel vorgesetzt wird, mit Mignon beschäftigt 18, 241. gesinnungen, die Serlo gewissermaszen natürlich waren 19, 140. sie scheint mit Felix ganz glücklich zu sein 20, 174. 21, 38. fragt nach St. Joseph 21, 9. zu Antoni hab ich kein vertrauen 21, 144.
auffallend, er gestand Melina'n (
ein mannsname) gerne zu 19, 254,
dagegen, er gehe zu Sperata 20, 269.
auch hier einiges schwanken, der verabredung mit Schiller gemäsz, ich hatte mit Schiller diese angelegenheit besprochen,
und ich besprach die sache mit Schillern 31, 187. 188. 189. von Schillern eingehändigt 31, 185.
auch beim accusativ der artikel nur als ausnahme, suchtest du den Götz 8, 162.
sonst fast nur wo die flexion nicht anzuwenden war, habt ihr den Weislingen? 8, 22. darnach führten wir heraus den Helfenstein, den Eltershofen 8, 137. als wenn ich den Jery nicht kennte 11, 16. Natalie die den Felix bei der hand nahm 20, 16. als sie den Felix rufen hörten 20, 208.
von dem nicht articulierten acc. nur ein paar beispiele, siehest du Götzen? 8, 98. ich möchte Georgen und Franzen geschlossen sehen! 8, 117. darf ich Lersen nach deinem sohn ins kloster schicken 8, 164. ich wollte Tankreden und Reinalden spielen 18, 135. fand er Friedrichen in einer art raserei 18, 223. Wilhelms vorliebe für Shakespearen 19, 72. ein freudetrunkener blick den er auf Marianen warf 18, 17. nun sah er Aurelien 20, 10. die schalkhafte miene, womit er Wilhelmen und Theresen ansah 20, 187. die übersetzung von Rameaus neffe war noch durch Schillern nach Leipzig gesandt 31, 195.
die endigung -en
fällt zuweilen wie im dat. weg. dort war Augustinen
angeführt, dagegen ist hier zu bemerken dasz man Augustin in seinem blute gefunden habe 20, 296. Schiller
wechselt mehr mit den verschiedenen formen, läszt aber die flexion seltner zu. zuweilen der artikel bei dem nominativ, der Spiegelberg 108
b. 109
a. 117
b. der Schufterle 134. der Terzky 351
a.
im genitiv bleiben fremde, auf -us
ausgehende namen unverändert, Nereus tochter 223
a. tochter Zeus 238
a. Rom verröchelt über Brutus bahre 134
b. in Priamus land 216
a. ein sohn Atreus 217. Phöbus heilige erde 224
a. Achill, sohn Peleus 226
a.
zuweilen ist ein apostroph zugefügt, der hohe lichtfunken Prometheus' ist ausgebrannt 105
b. ein todesstosz von Brutus' schwerte 134
b.
auch wird der artikel als ersatz für die mangelnde flexion vorgesetzt, des Eurytus scepter 217. sohn des Sisyphus 220. das haus des Oedipus 239
a. der sohn des Talaus 240. die abenteuer des Julius Cäsar und Alexander,
wo des Alexander
stehen müste 104. sturz des Appius Claudius 152
a.
ferner, keule des Herkules 105
b. tactik des Hannibal 105
b. das blut des Andreas 158
a. des Piccolomini hohe gnade 330. bräutigam der Milford 187.
wo die flexion zulässig ist, bleibt der artikel weg, Dorias trotzige that 157
a. 168
b. Gianettinos anschlag 157
a. Nestors flotte 1, 217. Agamemnons kind 228
a. enkel Agenors 238. Thebens töchter 238. beim grab der tochter Niobens 237
b. Philipps frau 250
b. herzog Albas henker 250. Amalias porträt 115
b. zu Mathildens füszen 249
a.
beim dativ alle möglichen formen, ohne artikel und flexion, diese ewige grille von Karl 124
a. nieder mit Doria 160
a. nur nicht Brutus mochte Cäsar stehen 134
b,
wo man dem Brutus
erwartet. mit flexion, dieser kummer wird wachsen mit Karln 114
b. ein langer traum von Karln 114
b. wenn du dein kind Dianen schlachtest 218. zu Achillen senden 222
b.
der artikel zu boden mit den Doria, oheim und neffen 156
a. das sag du niemand als dem Fiesco 178
b. halb Genua springt dem Andreas zu 180
b. was der könig hat, gehört dem glück, Elisabeth dem Philipp 252
b. mit dem Geszler 531.
wie beim dativ auch beim accusativ. ohne artikel und flexion, ich verlasse Amalia 112. sein fliehender geist verzog, Franz und Amalia noch zusammen zu knüpfen 116.
ohne artikel mit flexion, wo sie Dianen erfreuen 216
a. sah ich Diomeden, Palameden 216. nu denke dir Ulyssen 220
b.
mit dem artikel, sie werden den Fiesco zum herzog ausrufen 178. so gab ich kinder meinem eignen kind, zwei knaben, den Eteokles erst und Polynices den herrlichen 236
b.
Es genügt bei Göthe
und Schiller
den gebrauch des artikels nachgewiesen zu haben. indessen kommt in der schriftsprache die flexion auf -en,
im genitiv auf -ens
immer mehr in abnahme. man schreibt er ahmt Schiller nach,
nicht Schillern.
ebenso, er vergleicht ihn mit Göthe. er hat sein buch Uhland zugeeignet. III@39@bb.
Der artikel wird dem eigennamen gerne vorgesetzt, wenn von einer bekannten person die rede ist, oder man auf eine vorher genannte zurückkommt; es ist dann eine bestimmtere hinweisung nöthig (Schirlitz
Syntax des neuhochdeutschen artikels §. 30). nicht alle waren gekommen, nur der Dietrich und der Hermann. das ist also der Peter mit dem lahmen fusz?
der bewuszte. wer? wer anders als der Sapupi? es ist nicht möglich, der Sapupi? Göthe 8, 77. ich kenn ihn, 's ist der Baumgart von Alzellen. Schiller 517
a. es ist der Tell von Bürgeln 518. was der blitz! das ist ja die Gustel von Blasewitz! 321
a.
B. nun denn, so geht und schickt mir Pestalutzen.
D. den Pestalutz! hum! 397. III@39@cc.
zur unterscheidung des weiblichen geschlechts setzt man in der umgangssprache den artikel zu dem eigennamen, ich bin der Engelhard begegnet. ich sah die Hermann vorübergehen, aber nicht die Augusti.
im 17
ten bis etwa in die mitte des 18
ten jahrh. setzte man, wie noch jetzt im volk, auszer dem artikel noch die geschlechtsendigung -in
zu dem namen des ehemannes, die Ritterin, die Wernerin, die Karschin. III@39@dd.
im 16
ten jahrh. fügte man zu den frauennamen den namen des vaters oder mannes im genitiv, Maria Königsteins, Liese Hasenkamps, Anna Fridages;
s. Gramm. 3, 340.
aus dem 17
ten jahrh. führt Schirlitz §. 32
noch ein beispiel an, Margaretha Friedrichs.
der genitiv erklärt sich aus dem ausgelassenen tochter, ehefrau, wie bei Barthels, Eggers, Jacobs, Peters, Steffens
sohn verstanden wird. III@39@ee.
werden durch das haupt der familie zugleich die mitglieder derselben bezeichnet, so wird kein artikel zugefügt, die familie Weber wohnt an verschiedenen orten.
im gemeinen leben pflegt man den genitiv zu gebrauchen, von Günthers (
familie) war niemand zugegen. Wernhers sind sämtlich abgereist. Reinharts sind auf ihrem landgut. III@39@ff.
eigennamen als appellativa verwendet erhalten den artikel, die Shakespeare und die Göthe erscheinen nicht oft. man behauptet Corneille sei der Sophokles, Racine der Euripides der Franzosen.
ähnlich bei kunstwerken, die Leda von Michel Angelo. die Venus von Titian. der Blücher, der Scharnhorst von Rauch. der Schiller von Thorwaldsen. III@39@gg.
auch patronymica verlangen als appellativa den artikel. man sach die Nibelunge mit Sîfride gân
Nibel. 571, 4. doch vorhte sie harte sêre der Nibelunge tôt 971, 2. der was den Nibelungen ein helfelîcher trôst 1466, 2. der der Amelunge bediet (
unterthänig gemacht) hât manege kraft.
Dietleib 6377. daz ez den Amelungen bî ir zîten nie geschach 11083. der Harlunge tôt 2608. Ermrîch die Harlunge vie 2546. von dem selben geslehte sint uns die Wülfinge komen.
Wolfdieterich. die Hegelinge
Gudrun 1497, 4. mit den Hegelingen 1110, 3. die Karlinge
Roland 48, 14. 185, 14. 267, 28.
Wälsch. gast 10601. der Harlunger, Amelunger stamm Fischart
Garg. 30
b. der Äaciden mordend eisen Schiller 114
b. III@39@hh.
übertragene eigennamen erhalten den artikel. III@39@h@aα.
bei den planeten die götternamen, in einem halbkreis standen um mich her sechs oder sieben grosze königsbilder, das scepter in der hand, und auf dem haupt trug jedes einen stern, und alles licht im thurm schien von den sternen nur zu kommen. das wären die planeten, sagte mir (
Thekla) mein führer (
Seni), sie regierten das geschick: drum seien sie als könige gebildet. der äuszerste, ein grämlich finstrer greis, mit dem trübgelben stern, sei der Saturnus: der mit dem rothen schein, grad von ihm über, in kriegerischer rüstung sei der Mars; und beide bringen wenig glück den menschen. doch eine schöne frau stand ihm zur seite, sanft schimmerte der stern auf ihrem haupt: das sei die Venus, das gestirn der freude. zur linken hand erschien Mercur geflügelt. ganz in der mitte glänzte silberhell ein heitrer mann mit einer königsstirn, das sei der Jupiter, des vaters (
Wallensteins) stern, und mond und sonne standen ihm zur seite. Schiller 347
b.
mit unrecht steht vor Mercur
nicht der artikel, es heiszt jetzt der gott selbst sei erschienen. III@39@h@bβ.
bei schiffen, der Humboldt ist nach Amerika abgesegelt. der Nelson liegt im canal. der Göthe fährt morgen thalwärts von Mainz nach Cöln. die Gefion ist an Gibraltar vorbeigekommen. III@39@h@gγ.
bei thieren, er hat seine besten pferde geritten, den Chosru und den Agamemnon. er nahm zwei hunde mit auf die jagd, den Hektor und die Diana. der Hans spricht,
der gezähmte rabe. III@39@ii.
wird das werk durch den namen seines verfassers bezeichnet, so kann der artikel nicht fehlen, der Homer, der Sophokles, der Shakespeare, der Cervantes findet sich unter seinen büchern. er hat den Plato gelesen. er will den Aristoteles herausgeben. dies gleichnis ist aus dem Jesus Sirach genommen. Lachmanns anmerkungen zum Walther von der Vogelweide.
ein gleiches gilt von kunstwerken, der Raphael in der gallerie ist nicht echt, der Albrecht Dürer ist ein schönes bild.
ebenso wenn ein eigenname zum titel eines buches dient, das erste capitel des Hiobs
Simpliciss. 1, 36. Göthe hat den Faust selbst vorgelesen. mädchen die den Theuerdank lesen Göthe 8, 65. mein erster gedanke war den Demetrius zu vollenden 31, 192.
dagegen fehlt Göthe,
wenn er sagt, Reineke fuchs durfte nun hervortreten,
das gedicht von Reineke durfte erscheinen 31, 146,
wiewol hier auch das thier selbst kann gemeint sein, dagegen, wie im Reinecke fuchs weiter nachzulesen ist
Briefe an fr. v. Stein 1, 173. der erste theil von Eugenie 31, 156.
richtig aber sagt man Göthe dichtete Hermann und Dorothea,
hier konnte der artikel wegbleiben, weil und
die beiden namen verband (
s. oben sp. 982).
endlich wenn eine rolle in einer dramatischen dichtung gemeint wird, er spielte den Egmont gut, aber ich finde ihn im Hamlet besser. der Tasso gelang ihm nicht immer. sie stellte das Clärchen im Egmont mit rührender wahrheit dar: auch in der Eugenie war sie vortrefflich. III@39@kk.
in der alten zeit hatten die thiere eigenthümliche, nicht von den menschen geborgte namen, die dann keinen artikel erhielten. so Isingrîn, Brûn, Bertin, Reinhart, Kuonin, Diezelin
und andere, die im gedicht vom Reinhart fuchs vorkommen; vergl. cap. 11
von den thiernamen. Reinhart und Bartman von den ziegen zusammen in ein pfützen stiegen. Waldis
Esopus 150
b. III@39@ll.
auch die besondern namen der schwerter blieben der regel gemäsz unarticuliert, wenn nicht ein adj. dabei stand. sîn swert hiez Durendart
Roland 117, 17. Durndart muoz mir hiute dingen 143, 14. nim dû Durndarten 163, 22. wâ ist Alteclêre? 198, 5. Olivier zôch Alteclêren 198, 9. Ruolant zuhtigete si harte mit deme guoten Durindarte, Olivier mit Alteclêre 29, 28—30. und recken siben hundert twang er von Nibelunge lant mit dem guoten swerte: daz hiez Balmunc
Nibel. 96, 1. er zucte ein swert daz Freise hiez.
Dieterichs drachenkämpfe, s. Heldensage s. 267. III@39@mm.
die namen der monate erhielten im mhd. gewöhnlich den artikel, weil man das appellat. mânôt
hinzudachte, in dem aberellen Heinr. v. Veldeke
MS. 1, 20
a. dô was des abrillen schîn zergangen
Parzival 96, 12. nâch des merzen stunden
Gudrun 1217, 3. der meie bringe uns al sîn wunder Walther 46, 16. gên wir zuo des meien hôchgezîte 46, 22. der des meien kleider sneit. Steinmar
MS. 2, 106
a. 107
a. weizgot er lât ouch dem meien den strît Walther 39, 9. als ich enmitten in dem meien wære 118, 35. ich snîd iu vor dem meien nicht Lichtenstein 24, 6. 7. ouch wart in von dem meigen gesant rîlîchiu stiure Konrad v. Würzb.
Troj. krieg 16327. sô der ougest ende hât Freidank 146, 8. dô sich der ougest ane gie
Silvester 2792. der êrste tac in dem oweste Hermann v. Fritzlar 170, 3. in dem oweste diz geschach
Livl. chronik 9673. und vaste in den ouwest gienc
Iwein 3058. in dem oust ein küeler wint
Renner 6067.
seltner fällt er weg, swenne aberelle gegen den meien alsô wünneclîche strebet Gottfr. v. Straszb.
MS. 2, 183
b. ze ûzgândem aberellen
Lanzelet 8787. der sumer gap diu selben kleit, aberelle maz, der meie sneit.
Schulmeister von Esslingen MS. 2, 94
b. swaz meige ûf die planiure bluomen hete gezetet Konrad v. Würzb.
Troj. krieg 3983.
die von Karl dem groszen gegebenen namen sind, bis auf hornung,
mit mânôt
zusammengesetzt (
Gesch. der deutschen sprache 82),
doch steht der artikel nicht dabei. heute kann er nicht wegbleiben. sein geburtstag ist im januar. er will während des februars dort verweilen. einige im februar und märz von ihm geschriebene blätter Göthe 31, 192. die erste hälfte des augusts war verstrichen 31, 155. 203.
geht anfangs, mitte
oder ende
voran, so wird der monatsname jetzt ohne artikel und flexion zugefügt, er wollte anfangs januar anlangen, kam aber erst mitte mai. ende november trat frost ein. anfangs mai wagt ich mich aus Göthe 31, 192. III@39@nn.
auch die wochentage, da sie mit einem appellativum zusammengesetzt sind, werden articuliert. der sonntag ist der ruhe gewidmet. er war den montag nicht zu haus. er ist am mittwochen und am donnerstag hier gewesen. in der nacht auf den freitag oder auf den sonnabend will er abreisen.
auch sabbath
erhält den artikel. im gemeinen leben läszt man ihn weg, ich werde montag nicht zugegen sein und nächsten donnerstag abreisen. es geschah freitag den achtzehnten.
er fällt weg bei adverbialischen genitiven sonntags, montags
u. s. w., aber nicht bei besonders benannten tagen, am abend des Johannistags Göthe 31, 178. am pfingstfest, osterfest.
wiederum fällt er weg, wenn die namen allein genannt werden, zu Michaelis, auf Silvester, nach ostern, aber vor pfingsten. Mattheis brichts eis. auf sanct Gall da bleibt die kuh im stall Schirlitz §. 48. 's ist heut Simons und Judä, da rast der see und will sein opfer haben. Schiller 518. III@39@oo.
den namen der winde gebührt der artikel, der nordwind, der ostwind, der südwind. der biswind
aquilo Maaler 70
a. Frisch 1, 101
b,
bei Dasypod. 12
a beiszwind.
aber nicht blosz die zusammengesetzten, auch die einfachen namen erhalten ihn. die bise
nordostwind (Stalder 1, 173),
mhd. diu bîse (Benecke 163
a), der föhn
südwind (Schmeller 1, 534), die fön (Maaler 139
a. Frisch 1, 285), der samum, der Sirocco, der zephyr, der ostner (Dasypod. 66
c. 393
c). III@4040.
Völkernamen erhalten weder im gothischen noch im ahd. den artikel, dort also Rumôneis, Israêliteis, Krêkôs,
bei Otfried Kriachi 1. 1, 60. Frankon 1. 1, 33. 103;
doch schon thie Rômâni 1. 1, 59.
im 12
ten jahrhundert fieng man an den artikel vorzusetzen. in dem gedicht von Anno bleibt er meist weg bei den namen alter völker, Rômêre 262. 465. Rômêre gewalt 510. mit Rômêren 248. Troieri 371, Beire 298. 316. ci Vrankin 546. 559.
doch auch mit dem artikel di Criechin 32. 232. 350. die Duringe 333. 338. cin Duringen 335. die Vrankin 538. der Sahsin wankelmuot 319.
ähnlich in der Kaiserchronik, häufig Rômære 63. 94. 119. 156
u. s. w. wider Rômæren 225. mit Rômæren 600.
selten der artikel, zuo den Rômæren 11212,
wo ihn auch nicht alle handschriften haben. bei andern völkern steht er fast immer, die Kriechen 586. die Juden 271. 827. die Swâbe 280. 295. die Baiere 6827. die geslehte der Beiere 315. an den Baieren 321. ûf die Beiere 296. die Sahsen 340. der Sahsen grimmeger muot 323. die Megenzære 393.
nur eine handschrift hat Duringe 338.
Rolandslied Burgunder 267, 31. Swâben die milten 268, 5. Ungeren nam ich ir kraft 238, 9. Sahsen 218, 5. Lotringe helde 267, 29.
dagegen kunc von den Britten 57, 25. die Franken 41, 3. 48, 5. den Franken 276, 2. die Flaminge 267, 26. di Friesen 267, 27.
Athis Rômêre A
**, 22,
doch häufiger die Rômer, die Rômêre, den Rômêren A, 96. B, 131. C, 160. E, 92.
im beginn des 13
ten jahrhunderts hat sich das verhältnis umgekehrt, der artikel ist regel geworden. noch am ersten fehlt er bei Rômære,
wie im Eraclius 540. 599. 994. 2245. 2671. 2860. 2910. 3557. 4387.
so auch im Freidank, dem wellent Rômer lîhte niht 160, 20. swer Rômer site rehte ersiht 148, 12. in Rômer hant 153, 24
b;
doch der Rômer spot 151, 24.
sodann, der Walhe spot 163, 3. den Tiuschen gehaz 156, 18.
im Walther
kommt Rômer
nicht vor, sonst immer der artikel, die Düringe und die Sahsen 19, 15. der Dürnge bluome 35, 15.
Dietleib die Düringe 6575. die Swâbe zuo den Franken 12123.
Klage der Priuzen künec 3487. zer Burgonden handen 220. von der Hiunen lant 1462. zen, ze den Hiunen 92. 1413. 1604. 1667.
auch in den Nibel. ist der artikel nöthig, der Burgonden sorge 426, 2. ze den Burgonden erkant 1802, 4. dâ zen Burgonden was ir lant genant 5, 3. mit den Burgonden 1811, 3. die Tenen und die Düringe 2011, 1. die Sahsen 219. in der Sahsen lant 179, 3. den Sahsen 176, 4. zen Sahsen gesant 215, 4. in der Hiunen lant 1229, 3. der Hiunen neheiner 1822, 2. zen Hiunen vrowe vil gewaltec 1109, 4. 1110, 4. Lachmann
hat einmal nach zwei handschriften ohne, zweifel aus metrischen gründen, den artikel eingeklammert, dô tâten [die] Burgonden als in der bote geriet 526, 4.
Gudrun mit der Holsæzen liute 1415, 1. er bringet vil der Friesen und ouch der Holsæzen 1374, 2. der künec von den Mœren 670, 3. 1540, 1. mit den Mœren 708, 1. die helde von den Stürmen 1546, 1. 1510, 4. die Tene Hôrant unde Môrunc 1552, 2.
so halten es auch die höfischen dichter, und die regel wird heute nicht verletzt. Anzumerken ist dasz der sing. mit dem artikel das ganze volk bezeichnet, meist wenn sein wesen und seine natur soll angedeutet werden, der Engländer ist schweigsam, der Franzose spricht beständig. der Isländer sehnt sich nach seiner insel. du bist ja ärger als der Spanier Göthe 8, 171. sie trieben den Türken von den grenzen des reichs 8, 201. ein gnädiger herr! der echte Niederländer! so gar nichts spanisches 8, 207.
ähnlich bei corporationen. der student ist lustig. der jäger ist gern im wald. der husar schwärmt herum. besonders ungeheuer gings drüber und drunter her mit fürchterlichem feuer beim feindlichen chaseur Soltau 2. 428, 5. III@4141.
ländernamen werden nicht articuliert, gewöhnlich geht in der alten sprache eine präposition voran. gothisch us Galeileian, du Dalmatiai.
bei Otfried in Aegyptum 1. 8, 7. in Galilêa 2. 7, 39. 3. 2, 1.
Merigarto von Arâbjâ 4, 17. in Egiptilant 4, 18. in Îslant 5, 15. in Tuskâne 5, 31. in Môrlant 6, 41. in Campanjâ 7, 18. in Siciljâ 7, 24. in Idumêâ 7, 14. in Sardinjâ 8, 6.
Anno in Gallicîâ 82. in Indîâ 209. in Egiptilant 433. ingegin Suâben 279. in Denemarkin 637. von Tenemarc unz in Apulîam 679. von Kerlingin unz an Ungerin 680. in Walilant 383. in Duringelant 695.
im Rolandslied wird einmal die lateinische endigung vorgezogen, Alemanniam ich ervaht 238, 8.
sonst im nom. und acc. Frankrîche 134, 8. Britanjâ 238, 10. Engellant 238, 18. Lancparten 237, 32. Pulle 237, 33. Behaim unt Polân 238, 11. Schotten und Îrlant 238, 16.
sodann mit präposition, zuo Frankrîche 114, 8. gegen Ispânje 236, 1. ze Karlingen 240, 25. von Beigeren 282, 32.
Kaiserchronik ze Swâben 271.
Dietleib der helt von Türkîe 3456. Walther von Engellant 19, 26. ûz Ôsterrîche 19, 29. 32, 5. 35, 7. von Rôme 6, 34. 28, 1. 84, 30. 105, 21. 124, 26. ze Rôme 9, 20. 25, 13. 33, 21. Freidank 148, 22. 149, 1. ze Rôme 148, 5. 149, 27. 152, 3. zÂkers 154, 19. 10. 13. 156, 5. ze Jaffe 157, 9.
Nibel. ûz Arâbî 535, 4. von Sahsen Liudgêr 169, 1. in Sahsen 193, 4. Irnvrit von Düringen 1285, 3. die von Düringen 1815, 2. von Spâne Walther 1694, 3. 1735, 1. von Marroch dem lande und ouch von Libîân 355, 1. von Burgonden der herre Gêrnôt 287, 1. 933, 1. ze Burgonden 469, 1. 683, 3. durch Ôstervranken 1464, 2. ze Norwege in der marke 682, 3.
bei den mit lant, rîche, marc
zusammengesetzten ländernamen sollte man den artikel vermuten, aber er zeigt sich nicht. mehrere beispiele sind eben angeführt worden, hier noch einige. häufig sind sie in den Nibel., ûz Îslant 397, 1. der helt von Niderlant 117, 1. ûz Niderlant 167, 3. in Niderlande 1308, 1. in Niderlanden 20, 1. von Niderlanden der herre 714, 1. ûzer Vlâchenlant 1283, 1. ûzer Ungerlande 1313, 1. ûzer Hiunenlant 1286, 3. ûz Hiunenlande 1106, 3. ûz Beierlande 1242, 2. gegen Sahsenlande 175, 2. ûz, von, in, ze Niblungelant 491, 7. 944, 3. 1023, 3. 1025, 3. von, ûz Amelungelant 1659, 2. 2216, 2. 1920, 3. durch Ôsterrîche 1276, 4. 1652, 1. in Ôsterlant 1281, 1,
einmal auffallend mit dem artikel in daz Ôsterlant 1269, 2,
wo ihn aber eine handschrift wegläszt. auch an andern orten kommt Ôsterlant
immer ohne artikel vor, s. Stricker kleine gedichte xii, 44. Lichtenstein 477, 8.
MS. 2, 163.
Passional 23, 74. 24, 8. 162, 8. 268, 10.
in der Gudrun bleibt der artikel ausgeschlossen wie bei Hartmann, Wolfram
und andern. Noch heute dauert die regel fort. nur im volk hört man die Schlesing, das Tirol, das Vorarlberg.
die auf n
ausgehenden ländernamen beruhen auf einem obliquen casus, meist auf dem von der präposition regierten dat. pl. wie Sahsen, Düringen
für ze Sahsen, ze Düringen.
das hat veranlassung gegeben zu einem unorganisch gebildeten Arabien, Spanien, Persien
u. s. w. es versteht sich von selbst dasz ein vorgesetztes adjectivum den artikel herbeizieht, das kornreiche Holstein. das fruchtbare Schlesien. das ganze Deutschland soll es sein Arndt.
auch vor beide
kann er stehen, die beiden Hessen. die beiden Sicilien. die beiden Indien.
dagegen das unflectierte ganz
und halb
läszt ihn nicht zu, da es (
wie in ganzhüfner, halbbruder)
als mit dem namen zusammengewachsen betrachtet wird, halb Schlesien war erobert. ganz Sachsen sollte ihm offen stehen Schiller.
Ist der name des volks mit land
verbunden, so wird jetzt, was, wie vorhin bemerkt ist, in der alten sprache nicht erlaubt war, bei einigen der artikel zugefügt, er kommt aus dem Hessenlande, will ins Hessenland gehen. im Sachsenland war der eifer grosz. wein aus dem Frankenland. da verhengt gott zehen blagen und strafe uber das Egiptenlandt Keisersberg
Sünden des munds 2
b. das Frankenland ist ein schönes land Soltau 2, 382. von Phokis, vom Spartanerland Schiller 58
a.
doch Uhland
läszt ihn auch weg, nun war ein herr aus Schwabenland von hohem wuchs und starker hand. die Niederlande
fast nur im pluralis, doch bei G. Schwab aus Brügge reitet im Niederland ein königlicher held.
dagegen die mit reich
zusammengesetzten dulden den artikel nicht;
nur Arndt
gestattet sich gewis, es ist das Österreich an ehren und an siegen reich.
Indessen ist die in der alten sprache so fest gehaltene regel in der neuern zeit durchbrochen worden. es gibt mehrere ländernamen, welche den artikel nicht blosz zulassen, sondern fordern. dahin gehören die Schweiz. die Krim. die Pfalz. die Lausitz. die Mark (Alt-Neu-Uckermark). die Moldau. die Wallachei. die Türkei. die Bulgarei. die Tartarei. die Berberei. die Lombardei. die Bukowina. die Ukraine. die Herzegowina. der Elsasz. der Peloponnes. das Banat. das Exarchat
u. a. die Normandie, die Bretagne, die Picardie, die Vendée, die Champagne, die Dauphinée
sind mit dem artikel, den die ländernamen dort immer verlangen, aus Frankreich herübergenommen. Wird königreich, herzogthum, grafschaft, fürstenthum
vorgesetzt, so ist der artikel nicht zu entbehren, das königreich Hannover gränzt an das herzogthum Braunschweig, die landgrafschaft Hessen an das Frankfurter gebiet, Nassau an das königreich Preuszen.
die neuerdings aufgekommenen, das verhältnis umkehrenden zusammensetzungen Baselstadttheil, Basellandschaft
stehen allein und sind nicht zu empfehlen. III@4242.
unter den eben bemerkten ländernamen welche articuliert werden, befinden sich mehrere welche man als landschaften eines gröszeren reiches betrachten kann, wie die Mark, das Exarchat, die Lombardei
als theil von Italien, die Lausitz, die Priegnitz, das Voigtland,
und in dieser eigenschaft bedürfen sie des artikels, wie er bei den mit gau
zusammengesetzten landschaftsnamen nöthig ist. hin für Hagenouwe in dem Rîngouwe
Dietleib 5792.
so sagen wir der Rheingau, der Hennegau, der Schwangau, der Breisgau, der Thurgau, der Allgäu, der Hegäu, der Wasgau.
auch die Wetterau
ist hier anzuführen, die Meinau
und die Reichenau,
zwei inseln. deshalb erhält in der Gudrun der name eines unbebauten eilandes den artikel, der Wülpensant 848. dô si gewendet wâren von des küneges lande zuo einem wilden werde, der was geheizen dâ zem Wülpensande 809, 3. 4. ûf dem Wülpensande 871, 4. 909, 8. 918, 2. 1121, 1. 1434, 4. ûf dem Wülpenwerde 883, 4. 897, 4.
ebenso das Eichsfeld, das Lechfeld. und ist an dem Leckfeld gelegen
Fastnachtsp. 517, 4. sie zohen z'amen alle drei ubers Lechfeld Augsburg fürbei Waldis 205
a. III@4343.
ortsnamen bleiben wie ländernamen ohne artikel. gothisch vairôs Baiþilis ja Aai, þai bi Tyra jah Seidôna, us Beþlaihaim veihsa, us Kaurinþôn in Rumai, du Jairusaulymai;
weitere beispiele in Schulzes
gothischem glossar 159. Otfried fona Rumu 1. 11, 2. zi Bethaniu 4. 5, 2. ze Hierosolimu 2. 14, 59.
Merigarto zÛztrehte 4, 39.
Anno Rôme 75. Babilônje 202. Troie 380. Mezze 507. Kolni 556. Sigeberg 643. in Hierusalêm 81. in Babilônje 327. von Troie 349.
häufig mit zi, ci Rôme 397. 421. 464. 473. 478. 523. ci Babilônje 527. ci Salivelt 695.
Roland Sarraguz 55, 13. Parîs 249, 21.
die latein. endigung, ich twanc mit dir Provinciam 237, 30. ze Almarie 36, 19. ze Jerusalêm 27, 22. ze Lêûne 233, 12. ze Regensburc 58, 19. ze Rôme 142, 33. ze Sarraguz 246, 24. 250, 18. unze an Sarraguz 12, 10.
Nibel. vor dem Otenwalde ein dorf lît Ôtenhaim 939, 7. ein burc geheizen Zeizenmûre 1272, 3.
aber gewöhnlich die präpos. für, gegen, ûzer, von, ze, für Bechelâren 1267, 1. gegen Îsensteine 371, 3. gegen Mûtâren 1531, 1. von Spîre 1448, 2. von Arraz 1763, 1. von Wiene si dô riten 1315, 1. ûzer Medilike 1268, 2.
am häufigsten ze,
auch da, wo es wegbleiben konnte, diu (
burg) was geheizen Santen 653, 4,
aber diu was ze Santen genant 20, 4,
wie burc ze Bechelâren 1258, 2,
oder diu stat ze Wormeze 966, 1. (
so auch im Dietleib, sie,
die burg, heizet Bechelâren 960
und sie heizet ze Mûtâren 1073). stat ze Gran 1437, 2.
sodann, ze Everdingen 1242, 1. ze Etzelburc 1319, 1. ze Lôche 1077, 3. ze Pazzouwe 1236, 1. 1238, 1. ze Wormz bî dem Rîne 6, 1. ze Wormz in der stat 743, 1. ze wormz über Rîn 1345, 2. kômens an den Rîn ze Wormez zuo dem lande 1370, 2. ze Zeizenmûre 1276.
zuweilen wird noch eine hinweisende partikel zugesetzt, dâ ze Bechelâren 1103, 1. dâ ze Mœringen si wâren über komen 1531, 1. hinze Bechelâren 1364, 1.
In der folgenden zeit erscheint bei den orts- und städtenamen zuweilen vereinzelt der artikel und hat meist eine besondere veranlassung. zem Elbinge
Livl. chronik 8777. 10857. Jeroschin
gebraucht ihn bei der burg Colmin,
und er gilt dem berg auf dem sie wahrscheinlich lag. kein (gên) dem Colmin 45, 277, zu dem Colmin 44, 214. 45, 337. den Colmen.
in dem 15
ten und 16
ten jahrh. ward, wie in der Grammatik 3, 422
bemerkt ist, manchmal der namen der stadt als masculinum betrachtet und der artikel zugefügt, so der Ham (Fichard
Archiv 1, 91), der Berlin, aus dem Berlin, nach dem Hage Sastrow 2, 7. 10. 386.
heute sagt man noch im obliquen casus aus dem Hag, im Hag, nach dem Hage,
weil die appellative bedeutung des wortes zu offen liegt. in Böhmen, Sachsen, in der Lausitz, in Schlesien auch das fem., die Breslau, die Schweidnitz.
so bei Günther pastor primarius zur Schweidnitz 901.
ein beispiel aus dem 14
ten jahrh., ouch mugen sie (
die Freiberger leinweber) die lenge an iren lînwâten fûren, die die von Kempnitz und von der Mitteweide fûren
Freiberger leinweberinnung bei Schott
Sammlung zu den deutschen land- und stadtrechten 3, 297.
sonst wird allgemein der artikel gemieden. Das appellativum in zusammensetzungen ist meist ohne einflusz, man sagt Reinhardsbrunn, Wilhelmshöhe, Wilhelmsthal, Schwalbach, Alexisbad, Ilsenburg, Charlottenburg, Menzenberg,
doch die Harzburg, die Löwenburg.
Schon das mhd. gewährt beispiele von dem vorgesetzten adject. mit dem artikel, diu wol gezierte Rôme
Kaiserchr. 49. ûz der starken Berbester Wolfr.
Titurel 42, 2. die guoten Matelâne wolten sie verbrennen
Gudr. 793, 3.
in den Nibel. wird lieber das adject. nachgesetzt, ze Heimburc der alten 1316, 1. ze Mîsenburc der rîchen 1317, 1. von Zazamanc der guoten 353, 2. Wormez diu vil wîte 751, 3. der alde Colmen Jeroschin 45
c, 346.
aus der letzten zeit nur ein beispiel, weil Schiller
darin das alte femin. wieder hervorgezogen hat, die edle Bern erhebt ihr herschend haupt, Freiburg ist eine sichre burg der freien, die rege Zürich wafnet ihre zünfte 512.
wächst aber das adject. mit dem hauptwort zusammen, so fällt der artikel wieder weg, so Altaich (Ober-
und Niederaltaich)
in Baiern. Altdamm
in Pommern. Altdorf. Alt-
und Neucöln
in Berlin. Neuburg. Neudorf. Neustadt. Neuhaus.
Wenn bei ländernamen königreich, herzogthum
u. s. w. zugefügt wird, fehlt, wie wir vorhin gesehen haben, der artikel nicht, jedoch steht kloster, schlosz, burg
vor einem ortsnamen, so wird er manchmal ausgelassen, schlosz Wabern liegt in einer ebene. schlosz Vippach
in Thüringen. wir erblickten kloster Ihlefeld. burg Friedberg liegt etwas erhöht. was? steht die burg noch und schlosz Sarnen liegt in asche, und der Roszberg ist gebrochen Schiller 547.
doch in diesen und ähnlichen fällen sind gewöhnlich beide wörter vereinigt, Berggieshübel (
in Sachsen). Burgdorf. Burgwindheim. Klosterbeuren. Klosterneuburg. Stadthagen. Schulpforte. III@4444.
einzelne aus irgend einem grund durch einen besondern namen ausgezeichnete örtlichkeiten erhalten den artikel, der Brünhildenstein auf dem Feldberg. der Drachenfels. die Lorelei. das Bingerloch. die Rosztrappe. der Mägdesprung. der Wolfsgrund
bei Steinau an der strasze. der Wolfstein
bei Harzburg. der Ilsenstein.
daher in den Nibelungen nu wer was der ûfem schilde vor dem Wasgensteine saz? 2281, 3. III@4545.
erhält ein stadttheil eine besondere benennung, so steht der artikel dabei, wie in Berlin die Louisenstadt, die Friedrichstadt.
ebenso bei den namen der straszen, die Heiligegeiststrasze. die Dorotheenstrasze. die Lennéstrasze. die Lindenstrasze. die Friedrichsgracht. die Aegidienstrasze. die Sandgasse. die Wildemannsgasse. die Marktgasse. die Zeil
in Frankfurt a. M. bei plätzen, der Königsplatz. der Alexanderplatz. der Carlsplatz. der Roszmarkt
in Frankfurt a. M. auch wo keine zusammensetzung statt findet, der Brink
in Cassel, der Brühl
in Leipzig, der Anger
in Erfurt. III@4646.
bergnamen. bei Ulfilas sei ist Agar (
der arabische name des berges Sinai)
Galat. 4, 24.
Anno an dem berge Suêbo 285. ûf den bergin Ararât 312.
im mhd. fehlt er selten; vergl. Grammatik 4, 408. Jeroschin unz an den Brûnsberc 160
c, 147. Brant das er uf Ethna sprang in flam
Narrenschiff 45, 16. Murner ja gröszer dan der Gothart ist
Luther. narr 383. denn Agar heiszt in Arabia der berg Sina
Galat. 4, 25. Luther
scheint im nom. den artikel nicht zu setzen, so sol Libanon ein feld werden
Jesaia 29, 17. seine frucht wird beben wie Libanon
Psalm 72, 16. seine gestalt ist wie Libanon
Hohel. 5, 15.
dagegen im obliq. casus, und sandte sie auf den Libanon
Könige 5, 14. holz hauwen auf dem Libanon 2
Chronica 2, 16. zu Jerusalem und auf dem Libanon 8, 6.
doch auch der thurm auf Libanon
Hohel. 7, 4.
heute ist der artikel unentbehrlich, der Brocken
im Harz. der Meiszner, der Krüll, der Huttner
in Hessen. der Zobten. der Rigi. die Röhn. die Haube
in Hessen. sodann die zusammengesetzten namen, die Roszkuppe, der Dörnberg
in Hessen. der Feldberg. der Donnersberg. der Vogelsberg. III@4747.
die namen der wälder können mit den namen der berge zusammenfallen, sofern diese waldbewachsen sind, wie der Habichtswald, der Reinhardswald
in Hessen, der Thüringer wald.
so auch der Libanon stehet schändlich zuhawen
Jesaia 33, 9
und ohne artikel, cedern aus Libanon
1 Könige 5, 6.
im 13
ten jahrh. ward er gesetzt und weggelassen; vergl. Gramm. 4, 408. dâ zem Spehtsharte
Nibel. 903, 3. von dem Otenwalde 939, 7. mêr (zeltstangen) dan in Spehteshart sî ronen.
Parzival 216, 12. und wol erwerben inme Spehtshart Wolfr.
Wilh. 377, 25. ûz dem Spehtharte
Helmbrecht 137. wer möht daz loup in Spehteshart gezellen?
Jüng. Titurel 3474, 4. der Swarzwalt und der Spehtshart. Konrads
Trojan. krieg 25021.
heute läszt man nie den artikel weg. III@4848.
flusznamen bei Ulfilas
mehrmals ohne artikel, Jaurdanus (Schulze
s. 153),
doch ufar rinnôn þô Kaidrôn
Joh. 18, 1.
im ahd. zeigen die wenigen beispiele keinen artikel (
Gramm. 4, 395),
dort heiszt es ubar thaz wazzer Cêdron.
im mhd. verlangt ihn der casus rectus, und in den obliquen ist er häufig, di Saibre
Roland 293, 14. 24. der Rîn
Dietleib 7326. der Pfât, diu Tuonouwe, daz In
und des Rînes, den Rîn, den Rôten;
weitere nachweisungen s. Gramm. 4, 407.
es wird dann flusz, strom hinzugedacht. geht eine präposition voran, so darf der artikel auch wegbleiben, bî Rîne
Anno 387. 501.
in einer zeile beide fälle, von Rôten zuo dem Rîne, von der Elbe unz an daz mer.
Nibel. 1184, 2. zwischen Tuonouwe und dem In
Klage 1644. bî dem Rîne
Nibel. 6, 1. 20, 4. 327, 2. 1013, 3
und bî Rîne 662, 1. 975. bî Tuonouwe 1281, 1. 1650, 4.
am häufigsten über Rîn
Klage 1526. 1752. 1762.
Dietleib 2137. 6617. 13131.
Nibel. 324, 1. 648, 3. 861, 3. 807, 1. 943, 1. 1344, 2. 1345, 2. 1652, 3. 1677, 3. 1747, 3. 2030, 3. 2038, 2. vogt, künec von Rîne
Dietleib 3061.
Nibel. 442, 15. 487, 2. die von Rîne
Nibel. 204, 1.
doch auch daz gesinde von dem Rîne
Klage 1203. die helde von dem Rîne
Nibel. 194, 1. die recken von dem Rîne
Dietleib 8201. 11940.
Nibel. 232, 3. gên Rîne
Dietleib 5681. die uns mîn bruoder Gunther sendet nider Rî
n. Nibel. 685, 3. nider ze Tuonouwe
Dietleib 13355. ûf bî Tuonouwe
Klage 1403.
im nhd. musz der artikel zu jedem casus gesetzt werden, auch wenn eine präposition vorangeht, bei dem Rhein stehen. von dem Rhein kommen. über den Rhein schwimmen. nahe an der Mosel wohnen. am Neckar grasen. Rothenburg an der Tauber. Frankfurt am Main, an der Oder. Berlin an der Spree. auf der Donau fahren. in der Fulda baden. in der Kinzig fischen. ein münch der wär gern uber ein wasser gewesen in Sachsen, das hiesz die Elb Keisersb.
Sünden des munds 65
b. steine die sie aus dem Jordan genommen hatten
Josua 4, 20. er gieng trocken durch den Jordan 4, 22. hett ich ein keiserthum, dazu den zoll am Rhein
Garg. 90
b.
nur noch bei Waldis
ohne artikel, wenn nicht in folgender stelle in'n
anzunehmen ist, ich warf ein groszen stein in Rhein
Esopus 101
b. an der Saale das auch leisten, was an der Töpel ich trieb im spiel Göthe 47, 165. zehn regimenter stehn am Weserstrom, am Rhein und Main Schiller 333
b.
in dem titel pfalzgraf bei Rhein
ist das alte noch erhalten. III@4949.
bei den namen der seen und meere steht der artikel. der Müggelsee. der Genfersee. der Tegernsee,
während er bei dem gleichnamigen daran liegenden kloster wegbleiben musz. ach lägen sie in dem Bodensee Murner
Luther. narr 689. wolauf wolauf am Bodensee
Garg. 88
a. das Eismeer, die Nordsee, die Ostsee.
meerengen und meerbusen, der Belt, der Sund, der Canal, das Cattegat, das Haff. III@5050.
ist dem eigennamen eine würde zugefügt, so wird der dem appellativum gebührende artikel vorgesetzt. der kaiser Maximilian. der könig Gustav Adolf. der herzog Bernhard. der infant Carlos. der fürst Piccolomini. der graf Casimir.
ebenso in der alten sprache, der künic Constantîn Walther 10, 29. der künic Salomôn
Welscher gast 6189. der keiser Julîân 6214. der herzoge Râmunc
Nibel. 1283, 1. 1818, 2.
ferner die kaiserin Maria Theresia. die königin Christine. die landgräfin Amalie Elisabeth.
bei einem amtstitel, der hofrat Böttiger. der canzleirat Zimmer der pfarrer Schlemmer. die professorin Müller.
Da man würde und titel als dem keinen artikel duldenden eigennamen zugehörig betrachten kann, so darf der artikel auch wegbleiben. mhd. und habt in iuwerm muot künic Karln den helt guot
Welscher gast 1047. meister Albumasar 8956.
heute lautet das ungezwungen und doch nicht gerade vertraulich. diesen mittelweg hat Göthe
oft in seinen tag- und jahresheften (
bd. 31)
gewählt, herzog und prinz von Gotha 47. prinz August 115. fürst Galizin 157. fürst Reusz XIII. 266. graf Löpel 251. gräfin Constanze von Fritsch 47, 180. herzogin Amalie 157. oberappellationsrat Körner 76. hofrat Blumenbach 97. hofrat Heyne 98. consistorialrat Horstig 104. major von Truchsesz. geheimerat Wolf 137. kanzler Niemeyer 137. probst Henke 235. doctor Gall 206. bildhauer Weisser 250.
Mit dem genitiv wird es verschieden gehalten. bleiben titel und würden ohne artikel und flexion, so scheinen sie dem eigennamen anzuwachsen, der die flexionsendigung allein erhält. so sagt man kaiser Karls gesetz. könig Wilhelms verordnungen. pabst Hildebrands ansehen. und wa du schreibest ein wörtlin mer wider doctor Luthers lehr. Murner
Luther. narr 455. er war mit könig Friedrichs macht gezogen in die Prager schlacht Bürger 13
a. in kaiser Friedrichs brief Schiller 529. graf Terzkys regimenter
ders. hofrat Beireisens ärztliches ansehen Göthe 31, 227.
wird der artikel vorgesetzt, so erhält der titel die flexionsendigung, nicht aber der eigenname. also des grafen Terzky regimenter. des hofrats Beireis ansehen.
schon bei Luther, zu der zeit des königs Amraphel von Sinear
1 Mos. 14, 1. im achtzehenden jar des königs Jerobeam, des sons Nebat
1 Könige 15, 1. Joseba die tochter des königs Joram 11, 2. nach befelh des königs Hiskia
2 Chron. 31, 13.
Jesaia 36, 1. bis ins elft jar des königs Zedekia
Jerem. 52, 5.
nur zeigt sich auch der latein. gen., im andern jar des königs Darii
Haggai 1, 1.
endlich stellt Luther
den namen ohne flexion voran, und läszt dann die würde mit dem artikel folgen, zu der zeit Arioch, des königes von Elassar, Kedar Laomor, des königes von Elarn und Thideal, des königs der heiden 1
Mos. 14, 1. in die hende Nebucadnezar, des königs zu Babel
Jerem. 22, 25. zu den zeiten Salmanassar, des königs in Syrien
Tobias 1, 2.
Auch vor dem dativ läszt Göthe
gern den artikel weg, bei fürst Hohenlohe 31, 272. 275. mit obrist von Massenbach 273. bei hofrat Martens 110. von hofrat Büttner 180. spaziergang nach Wehnde mit professor Bouterwek zu oberamtmann Westfeld 109. in gesellschaft mit professor Hugo 111. mit baron von Racknitz 267.
Im ahd. war bei den vor dem eigennamen stehenden würden der artikel gewöhnlich und die flexion nöthig, daz bette des cuniges Salomônis
Williram 24, 25. tuot wara des cuniges Salomônis 27, 25.
so noch im 12
ten jahrh., des kunegis Miliânis schar
Kaiserchr. 5230,
wiewol hier mehrere handschr. des kunegis
auslassen. bî des kuniges Ludewîges zîten 15217. bî des kuniges Arnoldes zîten 15555.
jedoch einmal des keiser Liuthêres sêle 17181,
wo eine handschr. keisers
hat. dat. deme kunige Ludewîge 17287. zô deme kuninge Alexandrô Lambrecht 4712. des fürsten Botelunges kint
Dietleib 13112.
im anfang des 13
ten jahrh. bei Hartmann, Wolfram
und Walther
war die flexionslosigkeit entschieden, er ist sun des künec Vrîênes
Iwein 2111. in des künec Artûses lande 4513. an des künec Artûses hof
Erek 27, 43. des künec Artûses bete 5262. 6755. künec Artûses hof Walther 25, 1. des künec Lôtes sun Wolframs
Parzival 300, 23. 368, 3. 543, 9. 546, 26. 597, 26. des künec Tampenteires parn 211, 1. des künc Melianzes vater 344, 21. des künic Terramêres her
ders. Wilh. 11, 2. des künec Gorhandes her 35, 20. bî des künec Philippes zît
Welsch. gast 10535.
auch im epos, des künic Guntheres lant
Nibel. 646, 4. des künec Etzelen wîp 1720, 4. III@5151.
ist von einem berühmten manne die rede, so fällt der titel weg: weitverbreiteter gesicherter ruhm bedarf keiner besondern hinweisung, der name allein genügt; ebenso unschicklich würde dann der artikel sein. Göthe,
dem niemand herr
vorsetzt oder geheimerat,
wählt zur überschrift eines gedichts das einfache an Schiller 47, 168, an Alexander von Humboldt 173, an Klinger 195;
selbst die flexion die er sonst bei eigennamen nicht leicht fehlen läszt, hat er hier aufgegeben. III@5252. freund
ohne artikel und flexion vertritt zuweilen die stelle des titels und bezeichnet ein vertrauliches verhältnis, freund Meyer verliesz mein haus in gefolg einer eingegangenen ehlichen verbindung Göthe 31, 145. freund Meyer half mir möglichst aus 160. so kam er mit seinem begleiter, freund Meyer, vergnügt und behaglich zurück 201. freund Hein Asmus.
ein buch von Musäus
hat den titel Freund Heins erscheinungen.
auf ähnliche weise wird vater
gesetzt, vater Gleims hütte. vater Basedow Göthe 2, 282. III@5353.
es war öfter gelegenheit zu bemerken dasz ein vorangestelltes adjectiv den artikel verlangt, auch wo er sonst gemieden wird, sanct
macht eine ausnahme und erträgt ihn so wenig als die flexion. es scheint mit dem eigennamen, bei dem es steht, zu verschmelzen. man sagt sanct Peters, sanct Johannes kirche,
wie in dem ital. Sampietro,
in dem adj. sangallensis. Otfried zi selben sancti Gallen
Hartm. 154. ih meinu sancta Marîûn 1. 7, 25.
mhd. sant sent sente,
wahrscheinlich aus dem latein. sancti
gebildet, senti Pêter
Anno 533. ze sente Michehêlis misse
Roland 17, 12. sent Dîonissen hûs 142, 13. dînes erwelten sent Johannes 270, 3. ze dem guoten sent Rômâne 295, 22. an sant Jôhannes naht
Iwein 901. sent Pêters slüzzel Walther 33, 3. an sant Vîtes tage Lichtenstein 526, 16. sant Brandanus houbet
Amis 374. bî sente Georgen tage Jeroschin 173, 2. an sent Bartholomêus tac 173, 10. zu sente Barbaren 44
c, 200.
im 16
ten jahrh., sanct Peters platz Waldis
Esopus 205
b. bei sanct Alex, bei sanct Paul 206
a. III@5454.
bei herr
und frau
vor titel oder eigennamen kann der artikel stehen und wegfallen. so schon im mhd., der herre Iwein 803. der herre Gunther
Nibel. 103, 4. der herre Sîfrit 119, 1. 513, 1. der herre Blœdel 1286, 2. des herren Rüedegêres 1107, 4. der her Otte
Welsch. gast 10471. ins herrn Otten strît 10536. des herrn Philippes kraft 10540. dem hêrren Zachêô
Kaiserchr. 1431. dem hern Iweine
Iwein 5084. dem hern Erecke 2792. diu vrouwa Sâra Wackernagels
Leseb. 167, 10. die frowen Enîten
Erek 1528. der frowen Enîten 1555. 2358.
ohne artikel, beispiele vom nom. sind nicht nöthig. hêrn Otten milte Walther 26, 33. hêrn Otten triuwe 26, 23. hern Iweins swære
Iwein 3241. nâch herrn Iweines êren 3749. hern Gâweins swester kint 4095. hern Iweinen
acc. 2720. vrowen Krîmhilden
Klage 35. vroun Helchen
dat. 44. vroun Lûneten
dat. Iwein 5438. Göthe
setzt den artikel nur bei minder bekannten persönlichkeiten, ich übergab solches dem herrn professor Reusz 31, 108.
gewöhnlich läszt er ihn weg, frau von Stael kündigte sich immer dringender an 31, 170. hierüber gab ich mein misfallen an frau von Stael zu erkennen 31, 171.
bei der zueignung von gedichten, herrn grafen Loeben 47, 175. herrn obrist von Geismar 47, 170. herrn Ferdinand Hiller 47, 193.
sogar bei dem nachgesetzten genitiv, ebenso hätten wir dankbar der gegenwart herrn Benjamin Constant zu gedenken 31, 176,
wo der artikel passend gewesen wäre.