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1DAUEN

nhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

1DAUEN vb.

Bd. 6, Sp. 388
1DAUEN vb. (1) ahd. dewen, douwen, mhd. döuwen, douwen. (as. farthewian: ferthewid part. perf.), mnd. douwen. das simplex auf das dt. beschränkt aber präfigiertem verdauen (ahd. firdouwen neben firdewen) entspricht mnl. verd(o)uwen, nnl. verduwen. wahrscheinlich zur idg. wz. *tā-, tū̆- schmelzen, sich auflösen (s. tauen). schw. vb. I. (2) ahd. mhd. überwiegen die umgelauteten formen leicht, seit dem frnhd. die nicht umgelauteten zunehmend (aber noch 1783 sie däu’n sich Claudius s. w. (1775)4,75), beide formen mit zahlreichen orthographischen varianten. die vokalisierung des -w- ist im frnhd. durchgeführt, aber graphisches -w- noch häufig im 17. jh. (noch 1660 däuwen Schwelin würt. chr. 571). seit dem 17. jh. setzt sich dauen rasch durch. (3) das simplex dauen tritt seit dem 18. jh. hinter verdauen zurück und läuft im 19. jh. rasch aus. 1 für den umwandlungsprozeß von nahrungsstoffen im körper; enger von den umsetzungsvorgängen in magen und darm, weiter auch von den vergleichbaren prozessen in anderen organen sowie der ausscheidung des unverwertbaren. a für diesen prozeß selbst, in unterschiedlichen grammatisch-syntaktischen funktionen. α vor allem dauen als tätigkeit, jmd. bzw. der magen daut (etwas) verdaut (etwas). sehr früh vereinzelt auch ‘von sich geben, ausbrechen’: 10.jh. digere (vinum) .. douvi ahd. gl. 1,396,22 S./S. 1282 da von wirt der magen ser gekrenncket unnd wirt ungewalltigklich die speis ze deüen Hilgart v. Hürnheim 71 DTM. 15.jh. und wollen trinken und essen wol,/ bis das wir allsampt wern vol,/ das wirß mohten ubern rigel deuen fastnachtsp. 2,787 LV. 1532 ‘seel’ heist unser leben, das redet, hoͤret, sihet, isset, dewet, trinckt (nachschr.) Luther w. 36,211 W. 1671 wann der magen, leber, miltz auß schwachheit nicht wohl däuen Beverwyck, stein-prüfung 86. 1798 unterdessen kann in manchen fällen der magen noch fortfahren zu dauen Weikard arzt 1,27. –entsprechend bei wiederkäuern, gelegentlich im obd., s. Fischer schwäb. wb. 2,107. Martin/L. els. mdaa. 2,637b: 1505 ein ochß, der die speiß nach dem essen mewet vnd douwet, darumb ist ein ochß ein zweideuwig thier, douwet in dem magen die speiß, vnd auch in dem maul Geiler sünden (1518)7a. β ebenso passivisch etwas wird, ist gedaut oder, gerundivisch, etwas ist wohl, hart u. ä. zu dauen: 1473 guͦt kaͤs synd guͦt ze doᷱwen Steinhöwel ordn. 24 faks. 1554 yede spyß vnnd narung .. sol in vier waͤg getoͤwt vnd verenderet werden (im magen und darm, in der leber, im herzen, in den adern) Ruef trostbuͤchle 1b. γ älter gelegentlich die speise daut wird verdaut: 1404 eyn vßirkorn spyselin,/ daz entfangin douwit wol Eberhard v. Cersne d. minne regel 1149 W. 1671 die speise so in einem schwachen magen und leber übel dauet Beverwyck stein-prüfung 685. δ reflexiv etwas daut sich wird verdaut, früher nicht selten, später vereinzelt: u1300 sol diu spîse sich wol döuwen,/ sô muoz man den lîp gefröuwen/ mit guoten trunken Hugo v. Trimberg 9843 LV. 1783 sie (die kartoffeln) däu’n sich lieblich und geschwind Claudius s. w. (1775)4,47. b (etwas) zum verdauen bringen verdauung bewirken, fördern: hs.u1150 daz galagan ist warmer nature, iz doivvet unte losit prüler kräuterb. 28 W. 1530 dr.1565 die dauenden glider, die treibenden, die anziehenden Paracelsus I 8,145 S. 1705 König georgica 4. 2 schon früh in übertragenem gebrauch, soviel wie für etwas büßen; fest in der verbindung an etwas dauen müssen, zu dauen haben die folgen von etwas spüren, an etwas zu tragen haben: 1160/70 daz er wider gote hat gestrebit,/ daz mvz er dovuuin sere entecrist 125,3 H. 1669 massen wir noch alle an unserer ersten mutter curiosität zu däuen haben Grimmelshausen Simplicissimus 283 Sch. 1868 der bruch des angenehmen verh[ältnisses] in St[uttgart] soll natürlich keinerlei ausschlag geben, wiewohl ich schwer daran daue Vischer brw. 2,259 R. 3 außerhalb organischer verdauungsvorgänge für andere prozesse des auflösens und verteilens. älter und wohl nur im anschluß an lat. digerere: 1492 die wirm dem menschen engangen ist vnd die feücht dz hirns solt deüen darumb die feücht faul wirt proplemata Arestotilis 3b. 1600 damit der mercurius digeriret oder gedäwet vnd wircklich gezeittiget werde Hippodamus irrwege 27. Th. Kochs
4254 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Dauen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Dauen , verb. reg. act. die Speisen in Nahrungssaft auflösen, S. Adelung Verdauen , welches statt dessen üblicher gew…

  2. modern
    Dialekt
    dauen

    Bayerisches Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    dauen Band 3, Spalte 3,1358

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dauen

14 Bildungen · 5 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

dauen‑ als Erstglied (5 von 5)

Dauendorf

Wander

dauen·dorf

Dauendorf Einen nach Dauendorf schicken. ( Elsass. ) Wer einen schwachen Magen hat, und Speise und Trank nicht wohl vertragen kann, dem weis…

Dauen (drücken, stossen)

Wander

Dauen (drücken, stossen) Dauen (drücken, stossen). Ek dau dech, datste »Möpp« sest (sagst). ( Meurs. ) – Firmenich, I, 404, 235.

dauen als Zweitglied (5 von 5)

bedauen

MeckWBN

Wossidia bedauen a. Spr. betauen: roscidum solum 'bedOewet Erdtrycke' Chytr. 44.

undauen

BWB

undauen Band 3, Spalte 3,1359

verdauen

DWB

ver·dauen

verdauen , verb. durch verdauung auflösen, zusammensetzung des gleichbedeutenden, im ältern nhd. noch vorkömmlichen dauen, däuen ( s. theil …

Ableitungen von dauen (4 von 4)

bedauen

MeckWBN

Wossidia bedauen a. Spr. betauen: roscidum solum 'bedOewet Erdtrycke' Chytr. 44.

erdauen

DWB

erdauen , digerere, perferre, verdauen: wenn im der gemeine mann nicht günstig und hold were, so könte ers nicht erdawen ( den hasz der ande…

undauen

BWB

undauen Band 3, Spalte 3,1359

verdauen

DWB

verdauen , verb. durch verdauung auflösen, zusammensetzung des gleichbedeutenden, im ältern nhd. noch vorkömmlichen dauen, däuen ( s. theil …

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APA
Cotta, M. (2026). „dauen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/dauen/dwb2
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Cotta, Marcel. „dauen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/dauen/dwb2. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „dauen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/dauen/dwb2.
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