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Danz

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Danz Pl.

Bd. 2, Sp. 248
Wossidia Danz Pl. Däns' m. Tanz Chytr. 304 1. öffentliche Tanzlokale waren früher auf dem Lande selten, doch pflegte die Jugend abends nach vollendetem Tagewerk in der Leutestube oder in einem Nachbarhause noch einen aftauperren. Anlässe zu Tanzfesten boten der Anfang oder Abschluß der ländlichen Arbeiten, s. Aust-, Binnel-, Saat-, Strikel-, Tauseielbier, Brakelköst, sowie an gewisse Tage gebundene Festlichkeiten, wie Fastelabends-, Gill'-, Pingstbier, und alle größeren Familienfeste, die unter Teilnahme des ganzen Dorfes gefeiert wurden. Sogar nach dem Totenmahl war es gemeinhin üblich, den Verstorbenen mit einem Tanz zu ehren; eine Witwe sagte zu dem Pastor, der das Trauerhaus vorher verlassen wollte: Se willen nich bliben, Herr Paster, is min Mann dat nich wiert? StaStargard@GrammertinGramm; als Tanzplatz diente auf Gutshöfen der Kuurnbœhn, zuweilen auch der Melkenkeller, im Bauernhause de grot Däl, deren Lehmboden durch Aufschütten von Häcksel geglättet wurde; bei feierlichen Anlässen wurde ein Bretterboden (Danzbrügg') darüber gelegt. Die jungen Mädchen trugen zum Tanz de kortarmelsch Jack; in GüGüstrow@ZepelinZep legten sie bei dieser Gelegenheit ein flässen Oberhemd an, das mit Vögeln und Blumen bestickt war; die jungen Männer tanzten in der bunten, roten oder blauen, vielfach auch quergestreiften Weste und in Hemdsmaugen, die Ärmel des Tanzhemdes waren meist aus feinerem Leinen Meckl. 20, 73; 78. Zu Beginn der Festlichkeit erfreuten sich Rundtänze wie Schottsch oder Polka, Walzer, Galopp, Rheinländer und Mazurka einer großen Beliebtheit, de Bein möten ierst smidig warden; dann ging man zu den bunten Tänzen über; die lütten bunten oder Einpaartänze wie Bohnenpott, Bummelschottsch, Gah von mi, Mit den Füßen trapp trapp trapp, Lott is dot, Bruder Jakob und Trotzpolka zerfallen in einen mimischen Vortanz im ersten und einen Rundtanz im zweiten Teil; bei de groten Bunten tanzen vier oder mehr Paare im Viereck oder in Gassenaufstellung, die dabei üblichen Figuren waren: Rund, Diernsstolt, Kierlsstolt, Diernsrund, Kierlsrund, ein jeder mit sin (Drehen der einzelnen Paare), Frugensmœhl, Mannsmœhl, Frugens krüzmœhl, Mannskrüzmœhl, Ring oder Heck, Kringeldreih; weitere beliebte Touren sind Käd', Schesen, Dörchkrupen, Besäuken; zu dieser Gruppe gehören Vier-, Fiftüriger, Kägel, Figaro, Manchester, Windmöller-, Snider-, Schosteinfäger-, Grotvadderdanz, Rutsch-, Sett-, Sweedsch Quadrill; Tanzspiele, bei denen einige Personen singend oder sprechend auftreten, während der große Kreis den Kehrreim mitsingt, sind Scheper-, Boortschraper-, Wäwerdanz; von dem zum Schluß getanzten Galopp (Afklöpper, Kihrut, Rutsmiter) durfte sich keiner der Anwesenden ausschließen; die Hochzeitstänze Rückelreih, Brutlüchter-, Küsse-, Grotvadderdanz wurden vor dem Weltkrieg nicht nur auf dem Lande, sondern auch in den kleinen Städten viel getanzt; in RoRostock@ParkentinPark war de Brodhäger üblich, dor würd' mit de Bein bi trampelt; bei allen Tänzen wurden die Melodien mitgesungen; Texte von Tanzliedern s. Meckl. 5, 117; 24, 37; 29, 88ff.; 30, 84; 33, 108 ff.; bei kleineren oder improvisierten Tanzfestlichkeiten wurde die Treckfidel gespielt, die sonst übliche Streichmusik bestand meist aus zwei Geigen, dem Kontrabaß und der Klarinette, die niemals fehlen durfte; zur Blechmusik, die nur bei einigen Tänzen aufspielte, gehörten zwei Hörner, die Tuba und die Klarinette; vgl. Jb. 2, 122; Meckl. 3, 83 ff.; 4, 45; 29, 89 ff.; 30, 83ff.; Bey. Lp. 71; Monh. 2, 503; 3, 147; ältere Verordnungen betreffen den Tanz auf Hochzeiten: 1398 wurde das wilde Wendetanzen verboten, 1587 soll das Tanzen mit den Tartisen abgeschafft werden, 1602 soll der Tanz nur bis 12 Uhr währen, und 1610 wird befohlen, daß er Glock 10 aufhören soll D. Schröd. Wism. 124. Zss.: Bessen-, Brüjams-, Brut-, Buer-, Döschbuern-, Kellen-, Kiker-, Klapper-, Kœkschen-, Pannkauken-, Pötter-, Schaffer-, Schauster-, Schuwkoren-, Slarpen-, Taschendauk-, Wenkerdanz; ferner Oornbierdanz; im Volksreim: Jumfern-, Ringel-, Rosendanz. 2. sprachlicher Niederschlag: 'in coreis, proprie dantze dictis' (Wi 1339) UB. 9, 226; 'quicumque alium percusserit vel per crines traxerit aput danze in roseto (Rosengarten) vel in nupciis' (1348) 10, 186; Tech. Bürg. 242; Danz ahn Schacht is grar as Fest ahn Braden Camm. Reg. 149; Tanzen erfordert Geschicklichkeit: 'idt gehöret, sprickt men, mehr thom dantze alse ein roth par scho, ydt hören ock gude bene dartho' Gry. Wed. L 4a; mod.: to 'n Danz hüürt mihr as 'n Poor Schoh GüGüstrow@BützowBütz; Ro; mehrf. abweisend: dreimal achter 'n Beerbom is ok 'n Danz MaMalchin@RemplinRempl; Pölltüffel un Hiringsswanz is ok 'n Danz Wa; derb: lick mi in 'n Noors, is ok 'n Danz, œwer kein franzööschen, un uns' Katt hett ok 'n Swanz, œwer nich den grötsten SchwSchwerin@GadebuschGad; von einer minderwertigen Arbeit: dat is 'n Stück, wat Krakow späält, nägen Däns' för einen Schilling Wa; beim Abschluß eines Spiels: de Danz is vörbi, seggt Fritz Gies', de Fläut liggt upp 'n Aben StaStargard@GrammertinGramm; an den Danz möten heran müssen: 'süs möt gy an den Dantz' (1740) Kohf. Hg. 33, 2; ebenso: ran an 'n Danz! HaHagenow@RedefinRed; RoRostock@KühlungsbornKühl; s. Bass1 2 a (1, 648), Diessel; nu will ick ok eins wedder an 'n Danz möchte etwas erzählen Wa; an 'n Danz kamen ans Regiment kommen GüGüstrow@GülzowGülz; ihre köm he (Petermännchen) nich wedder an 'n Danz SchwSchwerin@RastowRast; in Gebrauch kommen: in Notzeiten kommen veraltete und abgenutzte Geräte und Kleidungsstücke wedder an 'n Danz; einen up 'n Danz bringen ihm heimleuchten Wa; ick heff noch 'n lütten Danz to Hus eine Auseinandersetzung StaStargard@Groß QuassowGQuass; Zss. wie Bœdel-, Dudel-, Hunn'-, Taterdanz bezeichnen eine tolle Sache, Narretei. 3. Dim.: ehn Denschen Babst 3, 99. FN.: Danzelbarg; Danzfeld, -platz; Holmdanz. — Mnd. dans m. — Br. Wb. 1, 184; Dä. 72b; Kü. 1, 310; Me. 1, 676; Schu. 80.
5722 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    danzM.

    Köbler An. Wörterbuch

    danz , M. Vw.: s. dans

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    danzM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    danz , M. Vw.: s. dans

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Danz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Danz , Johann Andreas, der 1727 als Professor der Theologie zu Jena st., war das Haupt der Orientalisten seiner Zeit, ve…

  4. modern
    Dialekt
    Danzm.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Danz [dàts allg. ] m. 1. Tanz. — 2. Musikstück zum Tanz: was fir e D. spile se jetz ? — Zss.

  5. Spezial
    danz

    Ladinisch-Deutsch (Mischí)

    danz [dạnz] adv. 1 wirklich 2 allerdings, gewiss, ziemlich, sehr wohl. ▬ chësta erba dëida danz dieses Kraut hilft wirkl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit danz

73 Bildungen · 52 Erstglied · 15 Zweitglied · 6 Ableitungen

danz‑ als Erstglied (30 von 52)

Danzbaud'

MeckWBN

Wossidia Danzbaud' f. Tanzbude, Tanzlokal Müll. Reut. 24 b .

Danzbœhn

MeckWB

danz·boehn

Danzbœhn m. Tanzboden; wer de Dierns up 'n Danzbœhn besüht, dee is bedragen wer sich dort seine Frau sucht Ro Dob . Kü. 1, 301; Me. 1, 677.

Danzbrügg'

MeckWB

danz·bruegg

Danzbrügg' f. Bretterbelag, der bei Hochzeiten zum Tanz über die Lehmdiele gelegt wurde Ha Lübth .

Danzderemännchen

LothWB

Danz-dere-männche n m. Av. Schlüsselblume. Die Kinder ziehen den Stempel aus der Blüte und stellen ihn mit dem Fruchtknoten auf stilles Wass…

Danzel

Meyers

Danzel , Theodor Wilhelm , Literarhistoriker, geb. 4. Febr. 1818 in Hamburg, gest. 9. Mai 1850 in Leipzig, besuchte das Johanneum und akadem…

danzelhûs

LW

danzel-hûs, Tanz- u. Spielhaus, theatrum; auch als Versamlungsort des Rathes dienend.

danzelkede

LW

danzel-kede, Kette, die man beim Tanz trägt.

danzelkogele

LW

danzel-kogele, Tanzkappe, eine Art (feiner) Haube.

danzelkēde

KöblerMnd

danzelkēde , F. Vw.: s. danselkēdene*

danzelkōgele

KöblerMnd

danzelkōgele , F. Vw.: s. danselkōgele

danzelēt

KöblerMnd

danzelēt , N. Vw.: s. danslēt

danzen

DWB

dan·zen

danz , danzen , dänzeln , s. tanz , tanzen , tänzeln .

Danzer

MeckWB

dan·zer

Danzer Dänzer, Pl. -s m. Tänzer, Tänzerin: 'Dantzer' Chytr. 297; 299; se wir 'n feinen Dänzer Pa Broock ; Sta Zipp ; ... 'n echten Danzer Sc…

danzerig

MeckWB

danz·e·rig

danzerig Adj. zum Tanzen aufgelegt: danzerig tau Maud' sin Reut. 6, 157.

Danzhochtit

MeckWB

danz·hochtit

Danzhochtit f. mit Tanz verbundene Hochzeit, im Gegensatz zu den ohne solchen gefeierten Hochzeiten, bei denen die Leberreime die Unterhaltu…

Danzig

Wander

dan·zig

Danzig Wir kommen von Danzig und sind unser zwanzig. Ein Fechtspruch der Handwerksburschen. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Auch in Danzig sind…

Danzig

Idiotikon

Danzig N. Band 13, Spalte 909 Danzig N. 13,909

Danziger Bucht

Meyers

danziger·bucht

Danziger Bucht , eine nach der Stadt Danzig benannte Einbuchtung der Ostsee in das Festland von Ost- und Westpreußen, hat bis an ihre Mündun…

Danziger Goldwasser

Meyers

danziger·goldwasser

Danziger Goldwasser , seiner, farbloser Likör, in dem Blattgoldflitterchen verteilt sind, wird besonders in Danzig »im Lachs« (Likörfabrik i…

Danziger Höhe

Meyers

danziger·hoehe

Danziger Höhe und Danziger Niederung , zwei aus dem frühern Landkreis Danzig 1887 neugebildete Kreise des Regierungsbezirks Danzig, von dene…

danz als Zweitglied (15 von 15)

popdanz

KöblerMnd

*popdanz , M. nhd. Puppentanz Hw.: s. popdanzich E.: s. poppe (1), dansen

Konkordanz

RDWB1

Konkordanz f алфавитный порядок слов, алфавитное упорядочение цитат или источников совпадение признаков, единообразие признаков, единый приз…

Redundanz

RDWB1

Redundanz f повтор, удвоение, излишество, лишняя информация, избыточная информация

Addanz

BMZ

Addanz vater des königes Gandîn, von arde ein Bertûn, geschwisterkind mit Utepandragûn Parz. 56,9.

Bädeldanz

MeckWBN

Wossidia Bädeldanz m. Streit, Schlägerei, womit der Tanz der Bettler zu enden pflegt: nu güng de Beddeldanz los C. Reinh. Holtrev. 32.

Beddlerdanz

MeckWBN

Wossidia Beddlerdanz m. a. Spr. wie Bädeldanz: 'dar hevet sick denn de Bedeler dantz an' Gry. Wed. K 7 a .

Concordánz

Adelung

Die Concordánz , plur. die -en, aus dem mittlern Latein. concordantia, ein Buch, worin alle Wörter der Bibel nach den Stellen, worin sie ste…

Steindanz

MeckWBN

stein·danz

Wossidia Steindanz m. vorgeschichtliche Steinsetzung bei Gü Güstrow@Boitin Boit : nah den Boitiner Steendanz hebben de Lüd' früher ehr Klock…

Tridanz

BMZ

tri·danz

Tridanz n. pr. könig von Tinodonte Parz. 770,5.

Ableitungen von danz (6 von 6)

bedanzen

MeckWB

bedanzen betanzen, umtanzen: 'nach der Beerdigung pflegte man die Toten zu besingen und zu betanzen' Franck Meckl. 1, 126; de Brutwag' (der …

Danze

KöblerMnd

Danze , ON Vw.: s. Danske

erdanzen

DWB

erdanzen , saltatum ducere, zum tanz führen, tanzen machen: wer erdanz nicht seinen bulen? Garg. 21 a , es könnte auch beiszen durch den tan…

Gedanz

MeckWB

Gedanz n. Getanze Gild. Eddel. 3, 125.

gedanzen

KöblerMhd

gedanzen , sw. V. Vw.: s. getanzen

verdanzen

MeckWB

verdanzen 1. beim Tanzen zerpflücken, zerreißen: de oll Kron würd' verdanzt, indem beim Erntefest zwei Mädchen mit ihr umhertanzten und die …

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APA
Cotta, M. (2026). „danz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/danz/meckwb?formid=D00516
MLA
Cotta, Marcel. „danz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/danz/meckwb?formid=D00516. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „danz". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/danz/meckwb?formid=D00516.
BibTeX
@misc{lautwandel_danz_2026,
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