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däuen

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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3 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

däuen

Bd. 2, Sp. 838
dauendäuen, gebräuchlicher ist verdauen cibum digerere concoquere, ahd. dawjan daujan (Graff 5, 233), mhd. döuwen (Benecke 1, 386), deuen Fastnachtsp., dauwen digerere vulgariter schissen Vocabularius incip. teutonicum d 3. deuwen Serranus Synon 50a. dawen Luther Tischreden 349b, dewen Dasypod. 314b, däwen dewen Henisch 665, däen dawen Schönsleder K, dauen deuen Stieler 306, dauen Frisch 1, 186. dasz dafür verdauen im gebrauch sei, bemerkt Steinbach 1, 236. Maaler hat nur vertöuwen 434. der grundbegriff ist auflösen, consumere, so das goth. afdaujan machen dasz jemand stirbt, das angels. þavan solvi, regelari, aufthauen, engl. to thaw; vergl. ahd. dawalôn hinsterben. es wird transitiv und intransitiv gebraucht. ein weichiu wamba diu douwet daz geweide, swaz slindet der krage, daz zime nimet der mage Genes. 15, 5. andere beispiele bei Benecke. bis das wir allsampt wärn vol, das wirs mohten übern rigel dauen (uns entleeren?). Fastnachtsp. 787, 30. der mewet (kaut) die speis vorhin ee er sie isset, wie ein ochs der die speis nach dem essen mewet (wiederkaut) und douwet, darumb ist ein ochs ein zweideuwig thier, douwet in dem magen die speis und auch in dem maul Keisersb. Sünden des munds 7a. her Andres auch von Karlestat, der auch ein weib genumen hat, die halt im glauben, hör ich sagen, wie langer pfeffer döwt im magen. Murner Luther. narr 4069. und lässet dennoch der geist dem leibe seine art und natürliche werk, das er isset, trinket, schläft, deuet, auswirft wie eins andern menschen leib Luther 2, 305b. er hat geschaffen den magen zu dauen 4, 215b. der leib mus zuvor leben, gesund und stark sein, hitze und kraft haben die speise zu dewen, sonst hilfts nichts. wie man sihet, wenn ein mensch krank ist und nicht dewen kan 6, 243b. 255a. dawen ders. Tischreden 349b. die hofsuppen musz ich wol dewen H. Sachs 2. 4, 5a. ich besorg ich werde lang an dieser malzeit müssen däwen Wickram Rollwagen 38. das frisch stroh macht die schwein ebensowol tauen als feiszt als sonst ir bestes essen Sebiz Feldbau 131. der badschwamm läszt sich im leib nicht däuen Tabernaemont. 1523. sagt kan auch wol deuen der magen? und wie steht es umb eure glieder? Jac. Ayrer Comödien 430a. der unten aus mag wol dewen leichte entleerung hat Schmeller 1, 348. die alten leute, item, die kalter complexion sind und übel däuen Hohberg 3. 1, 142b. das süsze laxieret, zerlasset, däuet, weichet und macht lücke 569b. ein übelbestellter und kalter magen allerlei speise isset, dauet aber nichts Schuppius 411. disz kind däwet sehr wol valde nutritur [] Henisch 670. dermaszen mit in handelen, das sie den wein mit lieb deweten S. Frank Trunkenheit h iiij. der nichts däuwen mag und viel isset Alte weisen 156b. die speise ist in dem magen noch nicht gedauet Stieler 306. der magen dauet Frisch 1, 186. reflexiv, sich däuen. sol diu spîse wol sich deuwen, sô muoz man den lîp wol freuwen mit guoten trunken, got weiz Renner 9802. das wir essen däuet sich im magen Ortolph Arzneibuch (1488). sie (die kartoffeln) däun sich lieblich und geschwind, und sind für mann und weib und kind ein rechtes magenpflaster Claudius 4, 47. uneigentlich, ist zwar gering anzusehen, aber in wahrheit sehr gefährlich, maszen wir noch alle an unserer ersten mutter curiosität (an Evas neugierde) zu däuen haben Simpl. 1, 347. die redensart noch in der Schweiz: daran wird er noch lange zu däuen haben, zu verarbeiten, zu leiden.
3464 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    däuen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    dauen däuen , gebräuchlicher ist verdauen cibum digerere concoquere, ahd. dawjan daujan ( Graff 5, 233 ), mhd. döuwen ( …

  2. modern
    Dialekt
    däuen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    däuen RhWBN Rhfrk fehlend (doch Saarbr w. Theel u. Birkf ); Mosfrk da·i.ən, –ę·i.-, Prät. dout, Part. gədout [Verbr. auc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit daeuen

29 Bildungen · 0 Erstglied · 25 Zweitglied · 4 Ableitungen

daeuen als Zweitglied (25 von 25)

abdäuen

FWB

1. ›etw. wegstoßen, wegdrücken‹; 2. ›abstoßen, ablegen (von Schiffen)‹; Spezialisierung zu 1.

andäuen

MeckWB

and·aeuen

Wossidia andäuen anfangen zu tauen: dat hett 'n bäten andäut Wa.

aufdäuen

RhWB

auf·daeuen

auf-däuen: 1. den auf dem Boden Liegenden in die Höhe d. Allg. — 2. einem etwas a., aufzwingen halb gegen den Willen des andern, bes. von We…

ausdäuen

RhWB

aus·daeuen

aus-däuen: PfWB 1. etwas a., heraus-, hinausd., durch Pressen etwas herausbringen; einen Gegenstand ausleeren, z. B. eine Zitrone, den Schwa…

bedäuen

RhWB

bed·aeuen

be-däuen: 1. etwas b., genau überlegen, in der Wend.: Jet beköje (bekauen) en bedöje Aach-Merkst . — 2. sich b. a. mit persönl. Subj. freiwi…

beidäuen

RhWB

beid·aeuen

bei-däuen: 1. die Türe, das Fenster b., nur eben anlehnen Rip. — 2. sich b., sich heranmachen, sich etwas anfreunden, vordrängen Eif, Rip. R…

dardäuen

RhWB

dar·daeuen

dar-däuen : α. einem etwas d., in die Hand drücken, einen bestechen; dem kammer jet d. Rip, Allg.; se dauen em alles doar schachteln ihm den…

dörchdäuen

MeckWB

doerch·daeuen

Wossidia dörchdäuen -däugen gänzlich auftauen Reut. 4, 21; 290; denn däugt dat Iesschipp ok dörch Ha Hagenow@Boizenburg Boiz .

durchdäuen

RhWB

durch·daeuen

durch-däuen: 1. etwas d. a. sinnl. durchdrücken; dafür meist derdurchd. — b. übertr. einem etwas d., einem unter der Hand, heimlich etwas mi…

eindäuen

RhWB

ein·daeuen

ein-däuen: 1. etwas e., eindrücken, z. B. dei et Gras gehireg un, dat mer jet un de Korf kren Daun-Tettschd , Allg.; de let sich de Uhren af…

herdäuen

RhWB

herd·aeuen

her-däuen : α. einen (etwas) h., einen Abhang her-, hinunter drücken, drängen Allg. — β. de kann jet (en Massa Schnidde) h. viel verzehren A…

indäuen

MeckWB

ind·aeuen

Wossidia indäuen abtauen: in den ihrsten Andäu, wenn de Wisch babenup etwas indäut is Loep. 125.

nachdäuen

RhWB

nach·daeuen

nach-däuen: 1. nachdrücken, –schieben Allg. — 2. absol. liegen bleiben, wenn einer zum Aufstehen geweckt wird May-Trimbs .

übeldäuen

DWB

uebel·daeuen

übeldäuen , v. , ein magen zu weilen übeldeyet, deswegen aber nicht unterläßt, die speise zu behalten Harsdörffer sekret. 1, Uuu 5 b .

überdäuen

RhWB

ueber·daeuen

über-däuen: einem etwas ü., heimlich geben, um ihn günstig zu stimmen Rip.

umdäuen

DWB

umdäuen , vb. , nicht verdauen, erbrechen? ; um- hat hier die function von sonstigem un-, s. un- I B 8 und undäuen: wie das lawe wasser dem …

updäuen

MeckWB

Wossidia updäuen auftauen 1. eig. von Gefrorenem: de Snei is œwer Nacht updäu't Ro Rostock@Ribnitz Ribn ; Sta Stargard@Feldberg Feldb ; bild…

verdäuen

RhWB

ver·daeuen

ver-däuen: etwas v., vertuschen, verbergen, verschleppen Köln , Kemp .

wi(e)derdäuen

DWB

wieder·daeuen

wi(e)derdäuen , vb. , wiederkäuen, ein obd., nur im schwäb.-alemann. raume und überwiegend lexikalisch bezeugtes wort. literar. selten und n…

zudäuen

RhWB

zu-däuen: 1. die Türe udgl. z., zudrücken Allg. Dög de Döər zou, et Vögelche flügt erus! sonst zieht die Wärme hinaus Aach ; däu de D. vun d…

Ableitungen von daeuen (4 von 4)

bedäuen

RhWB

be-däuen: 1. etwas b., genau überlegen, in der Wend.: Jet beköje (bekauen) en bedöje Aach-Merkst . — 2. sich b. a. mit persönl. Subj. freiwi…

verdäuen

RhWB

ver-däuen: etwas v., vertuschen, verbergen, verschleppen Köln , Kemp .

zerdäuen

RhWB

zer-däuen: etwas z., zerdrücken (ausser Rhfrk) Allg.