dauendäuen,
gebräuchlicher ist verdauen
cibum digerere concoquere, ahd. dawjan daujan (Graff 5, 233),
mhd. döuwen (Benecke 1, 386), deuen
Fastnachtsp., dauwen
digerere vulgariter schissen
Vocabularius incip. teutonicum d 3. deuwen Serranus
Synon 50
a. dawen Luther
Tischreden 349
b, dewen Dasypod. 314
b, däwen dewen Henisch 665, däen dawen Schönsleder K, dauen deuen Stieler 306, dauen Frisch 1, 186.
dasz dafür verdauen
im gebrauch sei, bemerkt Steinbach 1, 236. Maaler
hat nur vertöuwen 434.
der grundbegriff ist auflösen, consumere, so das goth. afdaujan
machen dasz jemand stirbt, das angels. þavan
solvi, regelari, aufthauen, engl. to thaw;
vergl. ahd. dawalôn
hinsterben. es wird transitiv und intransitiv gebraucht. ein weichiu wamba diu douwet daz geweide, swaz slindet der krage, daz zime nimet der mage
Genes. 15, 5.
andere beispiele bei Benecke. bis das wir allsampt wärn vol, das wirs mohten übern rigel dauen (
uns entleeren?).
Fastnachtsp. 787, 30. der mewet (
kaut) die speis vorhin ee er sie isset, wie ein ochs der die speis nach dem essen mewet (
wiederkaut) und douwet, darumb ist ein ochs ein zweideuwig thier, douwet in dem magen die speis und auch in dem maul Keisersb.
Sünden des munds 7
a. her Andres auch von Karlestat, der auch ein weib genumen hat, die halt im glauben, hör ich sagen, wie langer pfeffer döwt im magen. Murner
Luther. narr 4069. und lässet dennoch der geist dem leibe seine art und natürliche werk, das er isset, trinket, schläft, deuet, auswirft wie eins andern menschen leib Luther 2, 305
b. er hat geschaffen den magen zu dauen 4, 215
b. der leib mus zuvor leben, gesund und stark sein, hitze und kraft haben die speise zu dewen, sonst hilfts nichts. wie man sihet, wenn ein mensch krank ist und nicht dewen kan 6, 243
b. 255
a. dawen
ders. Tischreden 349
b. die hofsuppen musz ich wol dewen H. Sachs 2. 4, 5
a. ich besorg ich werde lang an dieser malzeit müssen däwen Wickram
Rollwagen 38. das frisch stroh macht die schwein ebensowol tauen als feiszt als sonst ir bestes essen Sebiz
Feldbau 131. der badschwamm läszt sich im leib nicht däuen Tabernaemont. 1523. sagt kan auch wol deuen der magen? und wie steht es umb eure glieder? Jac. Ayrer
Comödien 430
a. der unten aus mag wol dewen
leichte entleerung hat Schmeller 1, 348. die alten leute, item, die kalter complexion sind und übel däuen Hohberg 3. 1, 142
b. das süsze laxieret, zerlasset, däuet, weichet und macht lücke 569
b. ein übelbestellter und kalter magen allerlei speise isset, dauet aber nichts Schuppius 411. disz kind däwet sehr wol
valde nutritur Henisch 670. dermaszen mit in handelen, das sie den wein mit lieb deweten S.
Frank Trunkenheit h iiij. der nichts däuwen mag und viel isset
Alte weisen 156
b. die speise ist in dem magen noch nicht gedauet Stieler 306. der magen dauet Frisch 1, 186.
reflexiv, sich däuen. sol diu spîse wol sich deuwen, sô muoz man den lîp wol freuwen mit guoten trunken, got weiz
Renner 9802. das wir essen däuet sich im magen Ortolph
Arzneibuch (1488). sie (
die kartoffeln) däun sich lieblich und geschwind, und sind für mann und weib und kind ein rechtes magenpflaster Claudius 4, 47.
uneigentlich, ist zwar gering anzusehen, aber in wahrheit sehr gefährlich, maszen wir noch alle an unserer ersten mutter curiosität (
an Evas neugierde) zu däuen haben
Simpl. 1, 347.
die redensart noch in der Schweiz: daran wird er noch lange zu däuen haben,
zu verarbeiten, zu leiden.