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Dachtel

nhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
24
Verweise raus
16

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Dachtel

Dachtel

Ohr n. Gehörorgan bei Mensch und Wirbeltier und sein äußerer, muschelartig gebogener Teil, ahd. (8. Jh.), asächs. ōra, mhd. ōr(e), mnd. ōr, aengl. ēare, anord. eyra, got. (mit grammatischem Wechsel) ausō ‘Ohr’ und (in der erweiterten Bedeutung ‘Ohr, Öhr, Henkel’) mnl. óre, nl. oor, engl. ear, schwed. öra führen auf germ. *auzan- und mit awest. (Dual) uši, griech. ū́s (οὖς aus *οὖσος), dor. ṓs (ὦς, aus *ō‐ͧs) ‘Ohr’, übertragen ‘Henkel’, lat. auris (aus *ausis) ‘Ohr’, air. āu, ō, lit. ausìs, aslaw. ucho, russ. úcho (ухо) ‘Ohr’ auf ie. *ōus-, *əus-, *us- ‘Ohr’. Zu Ohr gebildet ist Öhr (s. d.). – Ohrfeige f. ‘Schlag auf die Wange, Backpfeife’, frühnhd. ōrfīge (Ende 15. Jh.), mnd. ōrvīge (neben geläufigerem ōrslach), nl. (älter) oorvijg (späteres nl. oorveeg in Anlehnung an nl. vegen ‘fegen, kehren, wischen’, veeg ‘Streich, Hieb, Schlag’). Grundwort ist wohl die unter Feige (s. d.) behandelte Fruchtbezeichnung, vergleichbar anderen Ausdrücken für ‘Wangenschlag’ wie nhd. (mundartlich) Dachtel f. (eigentlich ‘Dattel’) und mnl. muulpēre, nl. muilpeer (eigentlich ‘Maulbirne’); dazu ohrfeigen Vb. (Anfang 19. Jh.). Ohrwurm m. Insekt mit fadenförmigen Fühlern und Zangen am hinteren Körperende, mhd. ōrwurm (14. Jh.); nach (irriger) Volksmeinung soll das Insekt die Ohren der Menschen aufsuchen, darin leben und das Ohrinnere schädigen. Demselben Motiv folgen auch Synonyme wie Ohrenkriecher, -schlüpfer, -schliefer, -knieper, -zwicker u. ä. Anfangs bezeichnet Ohrwurm (und seine Entsprechungen) sowohl den ‘Ohrenschmerz’ als auch dessen vermeintlichen Erreger, vorgestellt teils als ein imaginärer Krankheitsdämon, teils als das oben beschriebene Insekt. Letzteres ergibt (getrocknet und gestoßen) ein volksmedizinisches Heilmittel gegen Ohrenkrankheiten. Vgl. Pfeifer Tiernamen 629 ff. In übertragener Verwendung Ohrwurm, -würmchen ‘Schmeichler’ (18. Jh.) und ‘sich einschmeichelnde, einprägsame Melodie’ (Mitte 20. Jh.).
1929 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dachtel

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Dachtel , plur. die -n, im niedrigen Scherze, eine Ohrfeige, Nieders. Tachtel; vielleicht von denken, gedacht, gleic…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dachtel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Dachtel , altdeutscher Ausdruck für Dattel, auch Ohrfeige; soll aber nach der Meinung andrer von der Sitte, Dachteln als…

  3. modern
    Dialekt
    Dachtel

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Dachtel Band 3, Spalte 3,951

  4. Sprichwörter
    Dachtel

    Wander (Sprichwörter)

    Dachtel 1. Die Dachtel, so dir einer gab, wäscht die Erwiderung nicht ab. 2. Dem will ich 'ne Dachtel geben, dass er den…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dachtel

6 Bildungen · 4 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von dachtel 2 Komponenten

dach+tel

dachtel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

dachtel‑ als Erstglied (4 von 4)

dachtelen

LothWB

dacht·elen

dachtele n fast allg. ohrfeigen, durchhauen. — els. 2, 651 ; baier. 1, 486. s. d. vorige.

dachtel als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von dachtel (1 von 1)

dachtele

MNWB

dachtele s. dactele, 3 dadele.