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Büffel

ahd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Büffel

Bd. 3, Sp. 570
Büffel (Bubalus H. Sm.), Gruppe der Wiederkäuergattung Rind (Bos L.), kräftige Tiere mit gedrungenem Leib, kurzer, gewölbter Stirn, an der Wurzel meist stark verdickten Hörnern, großer, nackter Muffel, sein ich abstehenden, meist großen Ohren, kurzem Hals, kurzen, dicken Beinen, ziemlich langem, an der Spitze gequastetem Schwanz und spärlicher Behaarung. Der gemeine oder asiatische B. (B. Buffelus L.), 2,3 m lang, mit nur 50 cm langem Schwanz, 1,4 m hoch, hat einen dicken, vorn gefalteten, aber nicht gewammten Hals und eine große, stark gewölbte, kraushaarige Stirn. Die langen, starken Hörner sind auf dem Querschnitte dreieckig, auf der untern Hälfte stark quergerunzelt, von da bis zur stumpfen Spitze aber glatt. Der Widerrist erhebt sich fast höckerartig, das Kreuz ist hoch und abschüssig. Die borstenartige, fast schwarze Behaarung ist an den Schultern, längs der Vorderseite des Halses, auf der Stirn und an der Schwanzquaste verlängert, Hinterrücken, Kreuz, Brust, Bauch, Schenkel und der größte Teil der Beine sind fast völlig kahl, dunkel schwarzgrau. Das Vaterland des Büffels ist Ostindien und Ceylon, vielleicht auch Hinterindien und Südostasien. Er lebt in wasserreichen Gegenden und liegt oft bis zum Kopf eingetaucht in Wasser und Schlamm. An blinder Wut steht er keinem Rind nach, doch können selbst alt gefangene Tiere zur Arbeit benutzt werden. Gezähmt fand er früh weite Verbreitung. Alexander d. Gr. traf ihn bereits in Persien. Angeblich 596 n. Chr. wurde er nach Italien gebracht, wo er jetzt, wie auch in Ungarn, den untern Donauländern, Griechenland, in der Türkei und Ägypten sowie in Vorderasien bis zum Schwarzen und Kaspischen Meer als Haustier die Stelle des nordeuropäischen Ochsen vertritt. Sein struppiger Kopf, sein tückischer Blick und der gesenkte Hals geben ihm ein unheimliches Ansehen, doch ist er im gezähmten Zustand ein gutmütiges Tier. Er gedeiht eigentlich nur in sumpfigen Niederungen der wärmern Länder, wie er sich denn auch in Kalabrien, den Pontinischen Sümpfen und den Maremmen am zahlreichsten findet. Hier werden die halbverwilderten B. von berittenen Hirten mit der Lanze und mit großen Wolfshunden gehütet und getrieben. Sie gedeihen bei dem schlechtesten Futter vortrefflich und erreichen ein Alter von 18–20 Jahren. Die Büffelkuh trägt 10 Monate und wirft nur ein Kalb. Dies ist in 4–5 Jahren erwachsen und liefert ein wohlschmeckendes Fleisch, während das des alten Büffels nach Moschus riecht, hart und zäh ist. Das Fett ist sehr zart, die Milch gibt vortreffliche Butter, die Haut (s. Büffelhäute) gutes Sohlleder, die Hörner Material zu Hornarbeiten. Vgl. Ofner, Der gemeine B. Untersuchungen über die wirtschaftliche Bedeutung desselben (Kottbus 1887). Eine ostindische Abart des gemeinen Büffels, der Arni (Riesenbüffel, B. Arni Sh.), ist bräunlichschwarz, soll 2 m hoch und von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel 3 m lang werden und gilt als das furchtbarste Tier der indischen Urwälder. Der kapische oder kasserische B. (Kasserochs, B. caffer Sparrm., s. Tafel »Rinder I«, Fig. 2) gleicht dem vorigen, ist aber noch stärker, unbändiger und plumper. Seine Schulterhöhe beträgt 1,6 m. Seine sehr großen und breiten Hörner verdicken sich an der Basis zu ungeheuern Wülsten; die Ohren sind sehr groß, dicht und lang behaart, am Unterkiefer findet sich ein geteilter Bart von straffen Haaren, die ungemein dünne Behaarung ist bräunlichschwarz. Der Kafferbüffel bewohnt herdenweise Süd- und Mittelafrika nördlich bis etwa zum 17.° nördl. Br. Au Tage ruht er, am liebsten in einer Wasserlache; vom Abend bis zum Morgen aber weidet er Gras und Blätter ab. Stets zeigt er sich grimmig und tückisch und stürzt mit sinnloser Wut auf jeden Gegner. Sein Fleisch ist grob und nicht fett, wird aber in Südafrika gern gegessen. Die Haut gibt das stärkste Sohlleder. Jung eingefangene Tiere gewöhnen sich bis zu einem gewissen Grade ein, doch bricht gelegentlich ihre Wildheit wieder hervor. Mehrfach haben sie sich in der Gefangenschaft auch fortgepflanzt. Über den amerikanischen B. s. Wisent.
4065 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    büffelmhd. st. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    büffel mhd. st. m. , nhd. büffel; mnd. büffel. pffel: nom. sg. Gl 3,32,59 ( 15. Jh. ); puffel: dass. 33,4 ( 15. Jh. ). …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    büffelstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    büffel stm. ochs Apoll. 10282. buchfel ein wilder ochse, bubalus Voc. 1482 ; s. Dwb. 2, 492.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹büffelm.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    1* büffel , m. , gemeines Volk, Volkshause.

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Büffel

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Büffel , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Eine Art wilder Ochsen mit zotigen Haaren am Halse und auf der Brust, welche…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Büffel

    Goethe-Wörterbuch

    Büffel Wasserbüffel wir kamen [ auf dem Weg von Neapel nach Paestum ] durch Bach und Gewässer, wo wir den nilpferdischen…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Büffel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Büffel ( Bubalus H. Sm. ), Gruppe der Wiederkäuergattung Rind ( Bos L .), kräftige Tiere mit gedrungenem Leib, kurzer, g…

  7. modern
    Dialekt
    Büffel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Büffel I [Pìfl Roppenzw. ; Pefl Illz. M. ] m. Mensch mit langen Zähnen Roppenzw.

  8. Sprichwörter
    Büffel

    Wander (Sprichwörter)

    Büffel 1. Ein Büffel ist ein grosses Thier und kann doch keinen Fuchs fangen. – Simrock, 1390; Henisch, 374. Holl. : Buf…

  9. Spezial
    Büffel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Büf|fel m. (-s,-) ‹zool› bo salvare m. , pifl (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bueffel

58 Bildungen · 56 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von bueffel 2 Komponenten

buf+fel

bueffel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bueffel‑ als Erstglied (30 von 56)

büffelarbeit

DWB

bueffel·arbeit

büffelarbeit , f. labor rudis, ochsenarbeit, büffelei: die andern aber, die nur eine büffelerbeit daraus machen, können nimer mit lust noch …

büffelei

DWB

buffe·lei

büffelei , f. 1 1) labor qualem bubalus sustinet, büffelarbeit. 2 2) mores rustici, ungeschliffenheit.

Büffelemod

ElsWB

bueffel·e·mod

Büffelemod [Pefalamôt Rapp. ; Pefələmût Barr Illk. Z. Obbr. ; Pìfələmôt Bf. Str. Hag. ; Pefələmû K. Ingenh. ] n. ( Barr Str. auch m.) geschm…

Büffelemode

ElsWB

bueffel·e·mode

Büffelemode [Pefələmótə Molsh. ; Pefələmó Dunzenh. ; Pefələmót Rothb. ] n. geschmortes Rindfleisch, Schmorbraten, frz. bœuf à la mode.

büffelen

WWB

buff·elen

büffelen sw. V. büffeln angestrengt lernen, studieren ( Dor Wl ), sehr stark, mit Anstrengung arbeiten (Lip Oesterh ).

Büffeler

PfWB

buffe·ler

Büffeler m. : ' wer angestrengt lernt ', Biffleʳ [ KU-Schmittw/O ]. Els. II 18 ; Bad. I 363 .

büffelhaar

DWB2

bueffel·haar

büffelhaar n .: 1835 Pierer universal‐lex. 23,462 a . ⟨1979⟩ Ende gesch. (2000)127.

Büffelhäute

Meyers

Büffelhäute , die Häute des gemeinen Büffels ( Bos Buffelus ), sind stärker und fester als Ochsenhäute, kommen aus der Türkei und Kleinasien…

Büffelhaut

Campe

bueffel·haut

Die Büffelhaut , Mz. die — häute, die Haut eines Büffels; uneigentlich, eine dicke, unempfindliche Haut; von einem unempfindlichen Menschen.

Büffelhörner

Meyers

bueffel·hoerner

Büffelhörner , die Hörner des gemeinen Büffels ( Bos Buffelus ), sind größer, dichter, härter, dunkler und politurfähiger als Ochsenhörner u…

Büffelhorn

GWB

bueffel·horn

Büffelhorn Pl für das Hörnerpaar als mittelalterl dt Wappenzeichen Faust II 9040 Rose Unterberger R. U.

büffelig

RhWB

büffelig Allg. Adj.: 1. dumm, grob, eigensinnig Allg. — 2. ungenügsam Geld .

Büffelkopf

GWB

bueffel·kopf

Büffelkopf Zum Behuf der Zootomie .. Skelettirter Büffelskopf B29,148,6 Schreibers 8.4.18 K Beilage vgl Büffelschädel Rose Unterberger R. U.

büffelkuh

DWB

bueffel·kuh

büffelkuh , f. wenn jeder bräutigam seiner braut eine wilde büffelkuh zur morgengabe brächte. Stolberg 3, 166 .

büffelleder

DWB2

bueffel·leder

büffelleder n . : ⟨1579⟩ Fischart binenkorb (1588)73 b . 2013 braunschw. ztg. (26.1.), IdS‐arch.

büffelmensch

DWB

bueffel·mensch

büffelmensch , m. auf das folgt, dasz sie nichts hetten mögen kriegen, wo nicht ein bereiter da gewesen wer. dann wir seind alle püffelmensc…

büffelmist

DWB2

bueffel·mist

büffelmist m . : ⟨1493⟩ Petrus de Crescentiis, nutz d. ding (1518)20 c . 1965 frankf. allg. ztg. (17.7.)65 d .

bueffel als Zweitglied (1 von 1)

Rübenbüffel

Wander

rueben·bueffel

Rübenbüffel Meiler Rüeblipüffel. – Sutermeister, 50. Schweizer Scheltnamen. (S. Kropf 31.)

Ableitungen von bueffel (1 von 1)

urbüffel

DWB

urbüffel , m. , bos depressi cornis, der anoa, gemsbüffel Brehm thierl. (1890) 3, 329 . —