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brachen

ahd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
19 in 16 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
32
Verweise raus
20

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Brāchen

Bd. 1, Sp. 1142
Brāchen, verb. reg. act. 1) In dem Ackerbaue, einen Acker nach der gewöhnlichen Ruhe zum ersten Mahle pflügen; ihn stürzen. Brachen, einen Acker brachen. Das Brachen vornehmen. 2) In Franken bedeutet brachen auch so viel als den Weinberg hacken, und von dem Unkraute reinigen, welches in andern Gegenden hacken und krauten genannt wird. 3) Einen Teich brachen, ihn, nachdem er ausgefischet worden, ablassen, pflügen und besäen. 4) Den Flachs brachen, bey den Hochdeutsch redenden Niedersachsen, für brechen. 5) In einigen Gegenden bedeutet einen Acker brachen, auch ihn brach liegen oder ruhen lassen, in welchem letzten Falle, es denn von dem Adverbio brach ist. Anm. Man hat Gründe genug, dieses Wort in den vier ersten Bedeutungen nicht so wohl von dem Nebenworte brach, als vielmehr von dem Verbo brechen abzuleiten, ob es gleich in dem Klange und in der Conjugation von demselben abweicht. Die Römer gebrauchten ihr frangere auf ähnliche Art, und in dem Lateine der mittlern Zeiten findet sich in einer wenig verschiedenen Bedeutung Fractitium und Ruptitium. Bey dem Brachen oder der ersten Umpflügung eines Ackers wird der Boden wirklich in Schollen aufgebrochen, und in einigen Gegenden ist für brachen auch brechen üblich. Im Nieders. lautet dieses Zeitwort braken, im Osnabrückischen aber breken, anbrecken, und in andern Gegenden ist dafür güst pflügen üblich. In der Deutschen Bibel kommt dieses Wort zwey Mahl vor, und lautet daselbst in den meisten, besonders Oberdeutschen Ausgaben, brochen. Kannst du ihm (dem Einhorne) dein Joch anknüpfen, die Furchen zu machen, daß es hinter dir broche in Gründen? Hiob 39, 10. Pflüget oder brachet oder arbeitet auch ein Ackermann seinen Acker immerdar zur Saat? Es. 28, 24. In beyden Stellen scheinet es für pflügen überhaupt zu stehen.
1790 Zeichen · 21 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    brâchen

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    *brâchenAWB, prâchen sw. v. I, ausschließlich in obd. Gl. und nur im Part. Prät. belegt: ‚einrit- zen, -graben, -prägen,…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    brâchenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    brâchen swv. BMZ in den zustand der brâche bringen Voc. ze prâchen und zue der sât helfen Uhk. 1,167 ( 1263 ). Gr.w. 1,3…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brāchen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Brāchen , verb. reg. act. 1) In dem Ackerbaue, einen Acker nach der gewöhnlichen Ruhe zum ersten Mahle pflügen; ihn stür…

  4. modern
    Dialekt
    brachen

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    brachen Band 3, Spalte 3,6f.

  5. Sprichwörter
    Brachen

    Wander (Sprichwörter)

    Brachen Wei nit broaket 1 un nit Sunndag fiyert, dei heat kein Glück. ( Westf. ) 1 ) Zur Brache liegen lässt.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brachen

23 Bildungen · 4 Erstglied · 17 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von brachen

bra + -chen

brachen leitet sich vom Lemma bra ab mit Suffix -chen.

brachen‑ als Erstglied (4 von 4)

Brǘchenanschlag

Adelung

brachen·anschlag

* Der Brǘchenanschlag , oder Brüchtenanschlag, des -es, plur. die -schläge, in den Niedersächsischen, besonders Westphälischen Untergerichte…

Brǘchenbūch

Adelung

brachen·buch

* Das Brǘchenbūch , des -es, plur. die -bǖcher, in Niedersachsen, ein Buch, worein die Brüchen oder Geldstrafen verzeichnet werden; das Bruc…

Brǘchengêld

Adelung

brachen·geld

* Das Brǘchengêld , oder Brüchtengêld, des -es, plur. die -er, in Niedersachsen, Geld, welches aus zuerkannten Geldstrafen gehoben wird.

Brǘchengericht

Adelung

brachen·gericht

* Das Brǘchengericht , oder Brüchtengericht, des -es, plur. die -e, in Niedersachsen, eine Art Untergerichte, welche nur über geringe Frevel…

brachen als Zweitglied (17 von 17)

dreibrachen

DWB

drei·brachen

dreibrachen , einen acker zum drittenmal pflügen, s. DWB brachen . Adelung schreibt driebrächen. in Würzburg driwäden einen weinberg zum dri…

driebrachen

DWB

drie·brachen

driebrachen , ein brachfeld zum drittenmal pflügen Schmeller 1, 412 . vergl. dreiarten. drittarten. drittelärnen. nach Adelung wird auch auf…

gebrachen

LDWB2

geb·rachen

ge|bra|chen vb.tr. adoré (-ra), utilisé (-sëia), anuzé (anüza). ▬ gebrachen können podëi adoré.

Mitbrachen

Campe

mit·brachen

Mitbrachen , v. trs . — braten , v. ntr . mit haben u. trs . unregelm. ( s. Campe Braten). — brauchen, (s. Mitgebrauchen). — brauen , v. int…

Nachbrachen

Campe

nach·brachen

Nachbrachen , v. intrs . u. trs . 1) Nach dem, was schon gebracht ist, brachen. 2) So brachen, wie ein Anderer gebracht hat. Einem nachbrach…

rauhbrachen

DWB

rauh·brachen

rauhbrachen , verb. im weinberg, die erste brache thun; vgl. DWB brachen ( theil 2, 282). Schm. 2, 83 Fromm.

schwarzbrachen

DWB

schwarz·brachen

schwarzbrachen , verb. in Ost- und Westpreuszen ein wiederholt durch haken und eggen vorgenommenes bestellen des ackers ( s. DWB brachen obe…

triebrachen

DWB

trieb·rachen

triebrachen , m. , stange zum triften, flöszen, in einem haalamtsinventar von 1602 bei Unger-Khull steir. 172 , vgl. ebda 487 rach u. rachen…

unterbrachen

DWB

unter·brachen

unterbrachen , trennbares v. , subarare Frisius 1252 a ; vgl. überbrachen Staub-Tobler 5, 311 : so bald der mist ausgeführet und gebreitet i…

zwiebrachen

DWB

zwie·brachen

zwiebrachen , vb. , ' wenden oder zum andern mahl umpflügen ( einen acker )' Ludwig teutsch.-engl. (1716) 2667 ; ' iterare agrum ' Aler dict…

Ableitungen von brachen (2 von 2)

gebrachen

LDWB2

ge|bra|chen vb.tr. adoré (-ra), utilisé (-sëia), anuzé (anüza). ▬ gebrachen können podëi adoré.