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Bohrer

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Bohrer

Bd. 3, Sp. 165
Bohrer und Bohrmaschinen (hierzu Tafel »Bohrmaschinen« mit Text), Werkzeuge und Maschinen zur Hervorbringung von Löchern in Metall, Holz, Horn etc., die durch Drehung und Druck zur Wirkung gebracht werden. Bei den Metallbohrern (Textfig. 1) treten die Schneiden a c unter einem Winkel E zusammen, der kleiner als 180° ist (A mit 80–120°, Spitzbohrer) oder gleich 180° (B Zentrumbohrer); sie sind nach einem Winkel von 50–80° zugeschärft sowie gegen die Wand des Bohrloches zur Vermeidung von Reibung um den sogen. Anstellungswinkel i geneigt. Bei den gewöhnlichen Holzbohrern (Figur 2) kommt nur eine Schneide zum Angriff, die stets zwischen die Fasern greifen soll und deshalb beim Bohren in der Längsrichtung des Holzes fast oder ganz parallel mit der Achse des Bohrers läuft (Parallelbohrer, Fig. 2 A), während sie auf Querholz dazu rechtwinkelig steht (Zentrumbohrer, Fig. 2 B) u. eine Schaufel d b bildet, die den Span abhebt, den ein Vorschneidzahn c gegen die Fasern im Kreise abschneidet. Oft liegt auch der Anfang der Schneide in der Achse (Spitzbohrer, Fig. 2 C). Die Parallelbohrer und Spitzbohrer heißen auch Hohlbohrer, weil sie zur Aufnahme der Späne rinnenförmig hohl sind. Von besonders guter Wirkung sind die gewundenen Bohrer, auch Schrauben- oder Spiralbohrer genannt (Fig. 3 A [Schneckenbohrer] und B dienen für Holz, C für Metall). Sie haben den Vorteil, daß sie die Späne an den schiefen Flächen aus dem Loch schaffen und eine äußerst sichere Führung in dem Loch besitzen. Die zu bohrenden Löcher werden durch Einschlagen einer kegelförmigen stählernen Spitze (Körner) vorgezeichnet (angekörnt). Zur Erleichterung des Bohrens feuchtet man beim Bohren in Metall das Arbeitsstück mit Wasser, mit Seifenlösung oder Öl, Messing, Kupfer, Gold und Silber mit Öl, federharten Stahl am besten mit Terpentinöl oder Erdöl; Gußeisen und Bronze werden trocken gebohrt, Blei bohrt man trocken oder mit Wasser mit Holzbohrern. Der Bohrer wird mit einem Querheft versehen oder in ein Bohrgerät gesteckt, das man auf verschiedene Weise in Bewegung setzt. Der Rollenbohrer (Fig. 4) mit sehr kleinem Bohrer besitzt eine Rolle, um die man die Saite oder Schnur eines Drill- oder Fiedelbogens schlingt, bei dessen Bewegung der Bohrer b rotiert, während man ihn mittels der Spitze c gegen das Arbeitsstück drückt. Sehr gebräuchlich ist der Drill- oder Druckbohrer (Fig. 5, auch Archimedischer Bohrer), der aus einer schraubenartig gedrehten Triebstange besteht, auf deren steilen Schraubengängen a b eine Mutter m auf und ab bewegt wird. Das Ende der Schraube trägt in einer konischen Schraubenklemme e den Bohrer, während das andre Ende in einem zur Ausübung eines Druckes geeigneten Knopf K steckt, in dem die Schraube beim Auf- und Niederschieben der Mutter abwechselnd nach beiden Richtungen rotiert. Dieses bequeme Bohrgerät ist oft so konstruiert, daß der Bohrer sich kontinuierlich nach einer Richtung dreht. Größere Bohrer werden durch Brustleier, Eckenbohrer und Bohrkurbeln zur Wirkung gebracht. Die Brustleier (Bohrwinde, Draufbohrer) besteht (Fig. 6 A, B) aus einem C-förmigen Holz- oder Eisenstück, das bei b den Bohrer und oben einen breiten Knopf oder eine Eisenplatte aufnimmt, mit welcher der Arbeiter das Werkzeug gegen die Brust stützt, um dadurch während des Umdrehens einen gehörigen Druck ausüben zu können. Die Befestigung des Bohrers erfolgt durch einfaches Einstecken vermittelst einer Angel und Festhalten mittels einer Druckschraube (A) oder einer Feder, die in eine Kerbe des Bohrers fällt und durch einen Knopf zurückgedrückt wird (D), oder vermittelst der Holzfedern mit den Nasen (E) oder der Schraube (F). Bei dem Eckenbohrer (Fig. 6 C) wird der Bohrer in dem Kopf d vermittelst der Handkurbel h, der Zahnräder d e und der Bohrspindel b gedreht, so daß man damit auch an solchen Stellen bohren kann, wo für die Bewegung der Brustleier kein Raum ist. Die Bohrkurbel wird (K, Fig. 7) bei stärkern Arbeitsstücken und deshalb in einem Gestell, der Bohrmaschine, gebraucht, in dem sie durch eine Druckschraube S niedergedrückt wird, während das Gestell sich in den Lagern m m an der Wand drehen und durch den Schieber E in der Hülse o verlängern und verkürzen läßt. Nach der Konstruktion dieser Vorrichtung unterscheidet man Wand-, Säulen- und tragbare Bohrmaschinen. Die Ratsche (Bohrratsche, Bohrknarre, Fig. 8) besitzt einen Zylinder a, mit einem Sperrrad b in der Gabel c lose sitzend. Wenn man nun den Handgriff h hin und her bewegt, so dreht sich der Bohrer d in einer Richtung, infolge der Mitnahme mittels des in der Gabel befindlichen Sperrkegels e, der bei der Rückwärtsbewegung über die Zähne des Sperrrades hinweggleitet. Die Spitze i der Schraube f stützt sich beim Gebrauch gegen einen festen Gegenstand und dient durch allmähliches Herausdrehen der Schraube f zur Druckgebung. Auf der Drehbank benutzt man Bohrer, indem man sie in der Drehbankspindel einspannt und die Arbeit an dieselben andrückt, oder so, daß die Arbeit mit der Spindel umläuft, während der Bohrer in der Richtung seiner Achse vom Reitnagel vorgeschoben wird. Beschreibung und Abbildung. der Bohrmaschinen vgl. auf beifolgender Tafel. Über Gesteinsbohrmaschinen s. d.
5220 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bohrer

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Bohrer , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Der da bohret; z. B. im Bergbaue, derjenige, der die Löcher in das Gestein b…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bohrer

    Goethe-Wörterbuch

    Bohrer a Bohrgerät im Bergbau u bei der Ausbeute von Bodenschätzen diese Musterstückchen [ erbohrten Steinsalzes ] .. wi…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bohrer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Bohrer , Kaspar, gest. 1809 zu München, einer der bedeutendsten Contrabassisten. Von seinen 4 Söhnen starben die jüngere…

  4. modern
    Dialekt
    Bohrer

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Bohrer Band 2, Spalte 2,1609f.

  5. Sprichwörter
    Bohrer

    Wander (Sprichwörter)

    Bohrer 1. Dein Bohrer macht ein Loch, sagte der Bauer zum Zimmermann, aber mein Stiefelknecht auch. Holl. : Men moet met…

  6. Spezial
    Bohrer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Boh|rer m. (-s,-) 1 foradura (-res) f. m. 2 (Drillbohrer, mit altem Schnurzug) trapl (-i) m. 3 (Erdbohrer) perforadú (-d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bohrer

253 Bildungen · 2 Erstglied · 251 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von bohrer

bohr + -er

bohrer leitet sich vom Lemma bohr ab mit Suffix -er.

bohrer‑ als Erstglied (2 von 2)

bohrer als Zweitglied (30 von 251)

Úmschlagbohrer

Campe

Umschlag·bohrer

Der Úmschlagbohrer , — s, Mz . gl. im Schiffbaue, eine Art Bohrer, dessen Holz einen Handgriff bildet, welchen man mit der Hand umdrehet, wä…

Abbohrer

Campe

Der Abbohrer , des — s, d. Mz. w. d. Ez., im Bergbau, der dritte Bohrer unter den Satzbohrern, welche von zwei Männern gedreht werden.

ablassbohrer

DWB2

ablass·bohrer

ablassbohrer m. : 1691 ablaßbohrer majorum siphonum terebra Stieler stammbaum 213. 1737 Comenius orbis 2,138 b .

anbrechbohrer

DWB

anbrechbohrer , m. terebra dolium aperiens, anbrechbohrer eines weinküpers. Arnim 1, 86 .

Anfangsbohrer

Campe

anfangs·bohrer

≠ Der Anfangsbohrer , des — s, d. Mz. w. d. Einz. im Bergbaue, derjenige Bohrer, der bei einem Satzbohrer oder zweimännigen Bohrer der erste…

Ansteckbohrer

Campe

Der Ansteckbohrer , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Bohrer, mit welchem man Bier= und Weinfässer anbohret, um den Hahn anzustecken; auch Anste…

apfelbohrer

DWB

apfel·bohrer

apfelbohrer , m. curculio pomorum, ein der apfelblüte feindlicher rüsselkäfer.

Arwbohrer

MeckWB

Wossidia Arwbohrer m. Erbbohrer, ererbter Bohrer; wird zur Abwehr von Schadenzauber gebraucht, vgl. Bartsch 1, 131 ; man bohrt ein Loch in d…

Augenusbohrer

ElsWB

Auge n usbo h rer [Àyayspôrər Bebelnh. ] m. Wasserjungfer; von ihr geht der Aberglaube, sie bohre dem Lügner die Augen aus.

bankbohrer

DWB

bank·bohrer

bankbohrer , m. um die löcher für bankbeine auszubohren, beinbohrer.

Bötticherbohrer

Campe

boetticher·bohrer

Der Bötticherbohrer , des — s, d. Mz. w. d. Ez. 1) Eigentlich ein Bohrer, dessen sich die Bötticher bedienen. 2) Eine Art Tuten in Ostindien…

Bretterchesbohrer

RhWB

Bretterches-bohrer Ottw-Wiebelsk m.: dinne Br. bequemer Arbeiter.

brustbohrer

DWB

brust·bohrer

brustbohrer , m. der beim gebrauch mit der brust angedrückt wird. s. DWB brustleier .

Büchsenbohrer

Campe

buechsen·bohrer

Der Büchsenbohrer , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Bohrer, den Lauf oder die Röhre der Büchse damit zu bohren.

diamantbohrer

DWB2

diamant·bohrer

diamantbohrer , diamantenbohrer m. : 1888 b. d. erfindungen 8,238 R. 1952 Jungk zukunft ( 1953 ) 94.

Dollenbohrer

ElsWB

dollen·bohrer

Dolle n bo h rer m. Löffelbohrer der Zimmerleute, mit dem die Löcher für die Balkenzapfen gebohrt werden Bf.

drahtbohrer

DWB

draht·bohrer

drahtbohrer , m. ein kleiner bohrer um die löcher zu bohren, in welche der draht gesteckt wird, z. b. bei den drahtbauern. franz. amorçoir, …