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Bedürfen

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Bedürfen

Bd. 1, Sp. 783
Bedürfen, verb. reg. neutr. (S. Dürfen,) mit dem Hülfsworte haben, für den gegenwärtigen Fall unentbehrlich nöthig haben, mit der zweyten Endung der Sache. Die Starken bedürfen des Arztes nicht. Der Herr bedarf ihrer. Ich armer Mann, bedarf ihrer Freundschaft, ihres Trostes, Gell. Um deinen Hunger zu stillen bedarfst du wahrhaftig keiner Welt, ein Feld kann dazu deine Welt seyn, Dusch. Man findet dieses Wort auch zuweilen mit der vierten Endung der Sache; z. B. Gott weiß, was ihr bedürfet, für wessen; allein die zweyte ist doch die üblichste, und daher auch die richtigste. Eben so ungewöhnlich ist es im Hochdeutschen, wenn dieses Verbum anstatt des Nennwortes mit der Partikel daß verbunden wird; z. B. ich bedarf, daß ich von dir getaufet werde.[]Ganz richtig wird es hingegen zuweilen impersonaliter gebraucht, das Lateinische opus est auszudrucken. Was bedorfte des ein wib Das ich u. s. f. Dietmar von Ast. Einen Nero mitten in seiner Glückseligkeit elend zu machen, bedarf es nicht der Gespenster des Seneca oder der Octavia, Dusch. Wenn es aber irgendwo heißt: Denn es bedurfte dich nur Liebe einzuhauchen, so ist solches eine unrichtige Wortfügung, welche noch dazu den Fehler der Zweydeutigkeit hat. Anm. Kero gebraucht anstatt dieses Verbi das einfache duruftigon, und im Oberdeutschen ist dürfen in dieser Bedeutung noch üblich. Man darf der Waffen nicht, wo Liebe sich erreget, Opitz. S. Dürfen. Indessen kommt bithurfan schon bey dem Ottfried und Tatian, und zwar beyde mit dem Genitiv vor. Die Angelsachsen sagten bethearfen und die Niedersachsen im 14ten Jahrhunderte bedroften. Im Oberdeutschen wird es auch für dürfen Macht, Erlaubniß haben, gebraucht. Die Schiffleur bedorfften sich nit Weren, Theuerd. Kap. 32. Das nyemands ein einiges wort Bedorfte sagen der Künigin, Theuerd. Kap. 32.
1830 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bedürfen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bedürfen , verb. reg. neutr. (S. Adelung Dürfen ,) mit dem Hülfsworte haben, für den gegenwärtigen Fall unentbehrlich nö…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bedürfen

    Goethe-Wörterbuch

    bedürfen etwa ein Drittel der 930 Belege unpers; mit Gen- od AkkObj, mehrf mit Inf-Konstruktionen; einmal absol 22,54,3 …

  3. modern
    Dialekt
    bedürfenschw.

    Pfälzisches Wb.

     be-dürfen schw. : ' haben wollen, brauchen ', bedärfe [ Lambert Penns 23]. a. 1717: eine hohe seyle, ob er deren bedo…

  4. Sprichwörter
    Bedürfen

    Wander (Sprichwörter)

    Bedürfen 1. Einer bedarf des andern. – Eiselein, 62. 2. Es bedarff je alzeit einer dess andern. – Henisch, 230. 3. Je we…

  5. Spezial
    bedürfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    be|dür|fen vb.intr. 1 avëi debojëgn, adoré (-ra) 2 armangoré (-ra). ▬ es bedarf al ó ester; ara vá de debojëgn ; einer E…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beduerfen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von beduerfen

be- + duerfen

beduerfen leitet sich vom Lemma duerfen ab mit Präfix be-.

Keine Komposita gefunden — beduerfen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „beduerfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/beduerfen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „beduerfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/beduerfen/adelung. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „beduerfen". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/beduerfen/adelung.
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