Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
BANIERE stf. stn. stf.
1. die fahne, die vor der schar hergetragen wurde; banner (vexillum quod bandum appellant. Paulus Diacon. de g. Longob. 1,20). si zogten ûʒ dem lande mit maneger banier liehtvar. Wigal. 10507. 10900. zwei rîchiu banier Wigal. 10700. 10707. ein banier rîch die het ich dâ gebunden an. ich sag iu wie diu was getân frauend. 295,18. — daher bildlich die banier tragen, vüeren voran gehen, anführen. nâch der naht baniere (sternen) kom si selbe schiere Parz. 638,7. vgl. Ls. 3,307. welhiu der nachtigallen sol ir baniere tragen, vüeren Trist. 4776. 4797. frauend. 480, 20 etc. du bist der wîselosen banier und ir leitvan g. sm. 975.
2. das fähnlein am sper aus samît, zindâl und dergl. Daher diese namen der stoffe oft statt banier stehen. eine solche banier wurde eine spanne unterhalb des sperîsens an das sper befestiget und reichte bis auf die hand; auf der banier war das wapen des ritters zu sehen. einen spiʒ nam er in di hant; ein wîʒen van er an bant, dâ wâren tiere und vogele mit golde underzogene pf. K. 1881. Karl 45. a. Parz. 59,7. W. Wh. 23,27. ein banier wîʒ von sîden Lanz. 3083. ein banier und wol zehen sper fuort man die strâʒe gegen mir her, diu banier diu was silberwîʒ; dar in ein ember wol mit flîʒ was gesniten, der was blâ frauend. 225,15. eʒ wart des tages vil manic banir (: mir) ûf mir enzwei gestochen sô, daʒ dâ ir drumzen flugen hô frauend. 286,6. ein samît grüene alsam ein gras was ze der banier gesniten Wigal. 403. ein rîchiu baniere wart im gebunden ûf sîn sper Wigal. 1870. eine rothe bezeichnete den kampf auf leben und tod Wigal. 6153.