AUSTREIBEN vb. ahd. ûztrîban,
mhd. ûztrîben,
mnd. ûtdrîven,
afrs. ūtdrīva,
mnl. ûtedrîven,
nnl. uitdrijven,
ae. ūtdrīfan. 1
hinaustreiben, -jagen, -schicken, hinaus-, heraustreten lassen. a
jmdn., etwas aus etwas hinaus-, von etwas wegtreiben, verjagen, mit sachl. objekt auch i. s. v. ‘
etwas schädliches oder als schädlich angesehenes beseitigen, abschaffen, tilgen’
sowie ‘
jmdm. etwas wegnehmen’, jmdm. etwas austreiben
jmdn. (mit nachdruck) dazu bringen, etwas zu lassen, jmdm. etwas abgewöhnen: ⟨800/10⟩ ir gisehet Abraham inti Isaac inti Iacob inti alle uuizogon ingangan in gotes richi, iuuuih uztriban
(vos autem expelli foras), Tatian 2113,2 S. 863/71 giang er in thaz gotes hus, dreip se al thanan uz Otfrid
IV 4,65 E./S. ⟨v1022⟩ uuer ist ouh. ter gûot inne-halte. unde ubel ûz-trîbe Notker
1,3,306 ATB. 12.jh. so blasit er
(der hirsch) indaz loch unte tribet den slangen uz
physiologus 1,210 M. ⟨u1250/80⟩ den blinden diep Helmbreht / brâhte ein stap und ein kneht / heim in sînes vater hû
s. / der behielt in niht: er treip in ûz Wernher
d. Gartenaere
41710 ATB. ⟨u1380⟩ wan die minn kümt geslichen dar / heimlich in dins herzen hus. / untriuwe mag sie nit triben uʒ Altswert
64 LV. ⟨1394/5⟩ an der sechsten zeit übergiengen Adam und Eva gotes gepot, die zu der nonzeit wurden von des paradises süzzichait auz getriben
öst. chr. 6 MGH. ⟨M15.jh.⟩ der blinden machet gesehent, .. der die tüffel hett ußgetriben
dt. volksb. 357 LV. 1472 darumb ward der kuͦnig Tarquinus .. außgetriben vnd das reich ward im genomen von den Roͦmern Eyb
dt. schr. 1,15 H. 1491 der .. huͦst wiertt aller bast usß getribenn mit gersten mel Oesterreicher
Columella 2,23 LV. 1497 so soltu dan lassenn das ysin
(in der wunde) steckenn, biß das die natur das pfil isen vß tribet Brunschwig
cirurgia 55b faks. 1497 das die unreinigkeit deß mēnschlichēn mistes mit der cristier werd vß gedruck vnnd vß getyiben
(!), ebd. 254b. 1510 darūb woͤllent ir lust in gott haben, so muͤßsent ir alle fleischliche vnnd weltliche glüst außtreiben Geiler
paradiß 41a. 1525
(sprichwörtl.:) wilch eyn feyn geyst sollt myr das seyn, der den teuffel mit dem teuffel wolt austreyben Luther
w. 18,190 W. 1534
(sprichwörtl.:) als wenn ein nagel den anderen .. vßtreibet Eppendorff
Plutarch, sprüch 300. 1543 damit sie die leer des evangelii mit gwalt ustreiben und der anhenger desselben meister sein mögen
urk. u. akten Strassb. II 3,375. 1569 daß er
(ein betrügerischer zauberer) .. auch den leuten jr gelt vnd wahr außgetrieben, vn̄ .. die betrogen
theatrvm diabolorum 141a. 1576 derhalben thaͤt es jz wol not, / wir hetten mit dir vnser jubel .. / schickten dich auf
s. Lienhart fort / der dir austrib dein laͤsterwort / vnd den narren, der dich besizt Fischart
1,185 DNL. ⟨1638⟩ hat mein verhängnüß denn so ganz zur unzeit mich / von glücke, vaterland und allem ausgetrieben Fleming
ged. 1,457 LV. 1647 wann das eis kein wasser in sich hat, welches geschicht in den tiefen thälern, da das wasser von unten aufgefrieret und den luft austreibt Harsdörffer
gesprächsp. (1641)7,241. 1656 o Magdeburg halt dich feste, du wol gebawetes hauß, da kommen viel frembder gäste, die wollen dich treiben aus
venus-gärtlein 40 HND. ⟨v1661⟩
(sprichwörtl.:) wann man sie ex hoc abusu wil transferiren in alium abusum, das heist teuffel außgetrieben durch beelzebub Schupp
lehrreiche schr. (1684)61. 1669 vermittelst des eingenaturirten vermögens, die nahrung an sich zunehmen ..; den überfluß und das untaugliche auszutreiben Schottel
ethica 74. ⟨1682⟩ lebendiger schwefel gepülfert, treibe das gifft aus Hohberg
georgica (1687)1,125a. 1700 es vermeynet Helmontius den leser zu bereden, er treibe den spiritum e vitriolo veneris mit einem .. mehr tägigen continuirlichen flammen-feuer aus
(‘lasse ihn verdunsten’) Ettner
apotecker 398. ⟨1700/2⟩ als wann 1 Joh. 4/17.18. stehet, daß die liebe die furcht austreibe Spener
bedencken (1712)1,1,20. 1712 todt austreiben, geschiehet in Polen und Schlesien .. an dem so genannten todten-sonntage oder lætare
(als volksbrauch) Marperger
natur-lex. 1273. 1719 bircken-wasser oder safft, so im frühling durch einen federkiehl abgezapffet wird, soll ausser denen innerlich austreibenden eigenschafften auch äuserlich die erhitzten und inflammirten gliedmassen kühlen Fleming
jäger 1,32b. 1743 das muß der herr pastor am besten wissen, der hat ja die vernunft und die weltweisheit ausgetrieben Krüger
d. geistlichen 123 faks. 1753/6
(die Holländer) trieben die Portugiesen 1595 aus vielen örtern aus Hamann
5,134 N. ⟨1782/7⟩ „vielleicht hast du ihn wild gemacht durch deinen starrsinn.“ .. „o, den hat er mir schon ausgetrieben! ..“ Musäus
volksmärchen 1,140 M. 1810 in den kratern der vulkane, wo man zuweilen reine kalkerde, deren kohlensäure durch das feuer ausgetrieben war, gefunden hat Thaer
grundsätze (1809)2,79. ⟨1822⟩ wenn sie
(Medea) nicht ruhig ist, so treib sie aus, / verjag sie, töte sie Grillparzer
55,152 S. ⟨1872⟩ jedermann wird es für unrecht halten, wenn wir die gäste im schneesturm austreiben Freytag
(1886)8,96. ⟨1892⟩ willst du uns alle mitsammen zu dieben machen, hä? .. dir werd ich’s mausen austreiben G. Hauptmann
ausgew. dr. 1,521 M. 1925 diese sprödigkeit hat man bewußt durch einen glühprozeß bei durchaus geeigneter temperatur ausgetrieben Döhner
eisendrahtindustrie 7. ⟨1968⟩ noch eine lange zeit, .. in der sie uns die flausen austreiben und das aufmucken abgewöhnen werden Frischmuth
klosterschule (1980)93. 1974 als er 1948 nach Europa zurückkehrte, wollte er erst einmal in London bleiben, um von dort aus das land, das ihn ausgetrieben, zu beobachten und zu bereisen Kamnitzer
tod 28. 2000 zweifellos ist es das erklärte ziel des einen oder anderen komponisten, ..
(dem hörer) ein für alle mal seine bürgerlich angepaßten selbstzufriedenen hörgewohnheiten auszutreiben
berl. ztg. (14.4.)11d. b
jmdn., etwas (zu einem bestimmten zweck, mit einem bestimmten auftrag) wegschicken, ausschicken, aussenden auch ‘
jmdm. den befehl zu etwas geben’: 1430 so solt ein gemein zentgrave das landtvolck austreiben
in: frnhd. wb. 2,1480. ⟨1530⟩ hie treibt diser prophet mechtig das volk durch den ganzen psalmen aus, daß sie sollen aufsehen haben auf got Paracelsus
II 4,1 S. 1540 des viechs halber haben ir chf. g. rethe .. iren chf. g. zu erkennen gegeben daz des orts, auch in Megkelburg, das austreiben
(‘die ausfuhr’) verbotten
kurmärk. ständeakten 1,147 F. 1551 der bitter hunger treib mich auß / auff beüt Wickram
6,113 LV. ⟨v1683⟩ wir setzten uns .. auf den umbgang des letztern lust-hauses .. unsere augen in die selbige gegend gleich eines krantzes umbgebende hügel und wälder auszutreiben Lohenstein
Arminius (1689)1,440a. ⟨1728⟩ würde bey Pillau .. ein schiff in gefahr zu stranden .. gerathen, muß der lootscommandeur oder oberloots so gleich nach erhaltener nachricht die unter ihm stehende lootsen mit erfordertem nachdruck austreiben
provinzialrechte preuß. staat 3,2,2,19 S. 1864 bauern austreiben zur arbeit Gutzeit
Livland 1,88b. c
vieh auf die weide schicken, weiden lassen, auch ellipt.: 1505 so der küehirt vor sant Jorigen tag ausztribt
weist. 6,228 G. ⟨1615⟩ es solle auch keiner stier, oxen oder roß austreiben, bies ganz der gemeine hürth ausgetrieben hat
württ. ländl. rechtsqu. 1,573 W. ⟨v1661⟩ in deme bey anbrechendem glantz der vergüldeten morgen-röthe der frühe hirt sein vieh auff die grüngestickte matten außtreibet Schupp
lehrreiche schr. (1684)781. 1705 zu morgens frühe, als man die schwein zum außtreiben auß den ställen heraußgelassen
predigtmärlein barockzeit 172 M.-R. ⟨1780⟩ daß das vieh nicht bey neblichter witterung ausgetrieben .. werde
provinzialrechte preuß. staat 3,2,2,190 S. ⟨1853⟩ den bergen fehlte der halbe reiz, wenn der mensch nicht .. seine heerden austriebe, .. seine jubelnden hirtengesänge am felsen erschallen ließe Tschudi
thierleben (1858)586. 1879 während der wächter dreimal an der thüre klopfte, zog eben Alpin mit seiner heerde vorüber; es war die stunde, wo er austrieb Vischer
auch einer 1,158. 1910 heute hatte er die schafe zum ersten mal ausgetrieben Viebig
die vor d. toren 290. 1967 es begann mit dem besorgen der ziegen, dem melken .. und dem austreiben der tiere Kühn
sturmnacht 183. —
phraseolog. das kälbchen, kalb austreiben ‘
unsinn, schabernack treiben’: ⟨1567⟩ viel guter schlucker ehrenuest, / die allen fleiß han angekert .. / vnd das kalb redlich außgetrieben, / daß jr ist keiner nuͤchtern blieben Hellbach
Grobianus (1572)107a. 1640 es sol doch allezeit der lust ein merckmal bleiben / zusehn wie gestern aus- das kalb man konnte -treiben Scherffer
in: Drechsler
Scherffer (1895)144. 1779 wenn Israelchen einmal das kalb recht ausgetrieben und sich in aller seiner teufeley hatte sehen lassen Schummel
Spitzbart 93. ⟨v1794⟩ zu Brüssel hei! ging’s lustig her, / auf herzog Philipps schmause. .. / sie trieben recht das kälblein aus Bürger
2,13 W. 1998
wb. obs. mdaa. 1,140b ak. d
etwas zum heraus-, hervortreten bringen, herauslösen, häufig jmdm. den schweiß, die (scham)röte, die tränen, das blut austreiben;
etwas hervorbringen, absondern, häufig ‘
triebe, sprossen, blätter u. ä. ansetzen’; zuerst i. s. v. ‘hervorspringend bauen’: ⟨u1300⟩ ir mure groz was und rich / habende zwelf porten, / zwelf winkele zu den orten, die porten wol gnuc us getriben Heinrich v. Hesler
apokalypse 20815 DTM. A15.jh. die foncken die er
(der blasebalg, allegor. für die hoffart) uß dreyp, / bewijsetent wol und scharff / das er inn yme hatte hart / der kolen eine große klatte
(‘glätte’
?), pilgerfahrt d. mönchs 7667 DTM. 1473 vrsach des neriß
(‘hautausschlags’) ist úberflússigkeit des pluͤtes vnd ander veichtigkeit die da auß getriben werdent von inwendig des haupts außwendig Metlinger
regiment 11a faks. 1514 vff dem schweißbad ich wil bliben, / damit ich manchem kan vß driben / ein solchen grusamlichen schweiß / .. künd ich im nit ein liffrung geben, / das schwitzen brecht in vmb sin leben Murner
1,2,137 Sch. 1531/7 vnd ehe er den laut
(a im wort Hans) farē laͤst, brüfe er, was das sei, das also dē laut auß treibt die andern zwē buͦchstabē, als das n vnd s sein deütlicher zuͦ mercken Ickelsamer
gramm. B 4b F. 1534 vnderweilen ist die natur also starck, daß sie in die drey ortter kneust außtreibt, als die der natur schedlich sein mochtē Agricola
sprichw. n 2b faks. 1551 daß die musica .. etwann eynem die zaͤher gar auß treibt
Petrarca, zwei trostb. 21a. 1598 so oft ain sugglen junge hat und dieselben außtreibt
württ. ländl. rechtsqu. 1,784 W. ⟨1603⟩ schwalbensteine .. werden aus dem sande, daß
(!) vom wasser ausgetrieben wird, und dergleichen zusammen gelesen Rollenhagen
lügen (1687) 355. ⟨v1605⟩ dann es vermöcht kein glüends eysen / mir außzutreiben solche röth, / als wann der jüngling für mich geht Ayrer
d. ä.
2,845 LV. 1615
(die zornigen schulmeister) treiben den jungen daß blut zur nasen auß Messerschmid
lustige narrheit 18. 1615 wann der oberleib anfangt todtesschweiß außzutreiben
ebd. 185. ⟨v1635⟩ wer treibet auß getreid vnd gras, / wer lockets an die sonnen? Spee
trutznachtigall 122 HND. 1657 Clitumnus, ein fluß in Hetrurien triebe den ochsen und ein andrer in Cappadocien den pferden, so aus ihme trunken, weiße haare aus Birken
ostländ. lorbeerhäyn 62. 1677 den 13.
(juni) hat es den Rein austrieben
(‘über die ufer treten lassen’
), in: Jutz
vorarlb. wb. 1,204. 1677 weil ihme ein solches leben .. eine scham-röte austreiben könte Butschky
Pathmos 868. ⟨v1678⟩ daß nun solche wünschel-rute .. ins gemein von der hasel abgebrochen wird; und zwar da ein stecken; zweene sprossen neben einander ausgetrieben
ders., rosenthal (1679)729. ⟨1682⟩ einblat, unifolium .. treibt bißweilen einen stengel aus, mit kleinen weissen geährten blümlein Hohberg
georgica (1687)1,712a. 1698 wann sie
(die gläubigen) .. sehen, wie ihre arbeit bey denselben
(den anbefohlenen) vergebens seye .., treibt es ihnen etwa auch thränen auß Spener
leichpred 8,186. 1699 wir sehen ferner das verlangen
(Davids nach gott) an als ein durch noth außgetriebenes verlangen
ebd. 9,218. ⟨v1709⟩ zu Löhstein am Francken walde .. wird der schiefer mit grossen eisernen schlegeln und keulen ausgetrieben Abraham a
s. Clara
etwas (1699)2,600. 1710 es grünet alles in den wäldern / der busch treibt seine blätter aus Weiszenborn
schertz 335. 1714 eine fontana, in welcher durch die kunst das wasser aus den bleyenen rinnen .. in die höhe ausgetrieben
in: Abraham a
s. Clara
kramer-laden (1710)2,669. ⟨1848⟩ wer sich in die sonne lagert, dem treibt sie den schweiß aus B. v. Arnim
5,196 Oe. 1885 versuche von Liebig und andern haben dargethan, daß ein raumteil luft 20 raumteile kohlensäure auszutreiben vermag
b. d. erfindungen 83,531. 1890 die aermel
(des kleides) waren sehr geschultert, in aufgeblasenen puffen ausgetrieben
in: freie bühne 1,558. 1894 zuerst wird die luft langsam .. durch die krampfhaft verengte stimmritze gezogen und dann durch kurze, schnell abgebrochene hustenstöße ausgetrieben
Brockhaus 1410,316a. 1928 das wasser, das die poren ausgetrieben hatten Perkonig
bergsegen 218. 1947 durch die erhitzung wird das eiweiß zu ammoniak abgebaut, das von der lauge aus dem prüfrohr ausgetrieben wird und das lackmuspapier bläut
orion 460b L. 1959 der seesternarm .. bildet an seinem abgeschnittenen ende eine unverhältnismäßig kleine scheibe, die vier weitere arme austreibt Schubert-S.
materie 105. 1988 einige sträucher trieben schon blätter aus Bergander
balance 103. e
intrans., herzuleiten aus der ellipt. verwendung von d, ‘
sprießen, keimen, ausschlagen, sich entwickeln’ ,
meist von pflanzen: 1546 thymus das wir Teütschen welschen oder roͤmischen quendel deüten, ist .. dem gemeinen quendel gleich doch gewaltiger im außtreiben Bock
kreütterb. 1/2,7a. ⟨1682⟩ ein gärtner muß sich in diesem fall allein nach der zeit richten, nachdem die bäume frühe oder spat austreiben Hohberg
georgica (1687)1,540a. ⟨1746⟩ daß .. nicht die splitter in und mit der schale oder rinde abreissen, welches das austreiben der sommer-latten verhindert Döbel
jäger-practica (1754)3,38a. 1809 dieser klee, zeigte man, erschöpfe den acker keineswegs, bereichere ihn vielmehr durch seine wurzeln und seine zum drittenmale austreibenden saftreichen blätter Thaer
grundsätze 1,294. 1898 knöllchen, die nur 7 tage lufttrocken aufbewahrt waren, trieben nicht mehr aus Goebel
organographie 295. 1950 viele obstsorten bekleiden ihre einjährigen veredlungen seitlich mit einer großen zahl sogenannter „vorzeitiger triebe“, deren entstehen darauf beruht, daß die seitenaugen sofort austreiben Poenicke/Sch.
obstbau 194. 1963 sie
(die quecken) gelangen mit dem mist wieder auf den acker. bums, da sind sie an ort und stelle und treiben aus Strittmatter
Bienkopp 297. 1974 manchen tag zehn grad wärme, holunderknospen treiben aus, kleine blättchen gehen auf
ders., lage (1990)67. 2
abgaben, gebühren u. ä. erheben, einfordern: 1338 also dasz er
(der vogt) sin pene uszdriben mag
weist. 5,636 G. ⟨1498⟩ er sulle die pende
(‘pfänder’) oben vnd vnden vssdreiben
ebd. 3,772. 1525 daß ir zins und zehend einnemen, das thuͦnd ir unbillich und wider got, dann ir treibents nit uß wie sichs gebürt den armen
sat. u. pasquille 23,194 Sch. ⟨1568⟩ der zender mücht auch den streitigen partheien beden .. nach befindong der sachen mit wissen der gemeinden straffen vfflegen vnd dieselbe inforderen vnd vssdreiffen lassen
weist. 2,365 G. 1682
in: Gutzeit
Livland, nachtr. (1886)92a. 3
selten ‘jmdn. für ein amt vorschlagen’: 1395 so der probist gekoren ist, so spricht der herre bischof zu dem probist, das her einen thumherren zu eim techant ustribe
in: frnhd. wb. 2,1483. ⟨1544⟩ oyck wan de raidt gekoren ys, dem dan geborde de borgermestere uith tho dryven, de en sall boven dre edder veir nicht uthdryven, de des werdigh synn
in: W. Richter
gesch. Paderborn (1899)1, anh. 133. 4
durch treibende schlagende bewegung in eine bestimmte form bringen. a
metall durch hämmern in eine form bringen, toreutische arbeiten herstellen, zuerst bildl.: 1527 du wellist darnach nach der unentliche der gottheyt die menscheyt ußtriben Zwingli
5,936 E./F. 1541 aes ductile, bügig .. außtengelet, mit dem hammer ausztriben, geschlagen vnd außtennet Cholinus /
F. dict. 302a. ⟨1619⟩ daß sie die
(arbeit) hernach, wenn sie widerumb kalt, vollends außtreiben mögen
Garzoni, schawplatz (1641)529b. 1699 man machet sie
(die vorsprünge am geländer) .. von platten eisernen stangen, muß sich aber hüten, daß sie nicht verwirret heraus kommen, und lieber geschlungene als platte und außgetriebene arbeit daran machen Sturm
Daviler civil baukunst 201. 1715 feuer-schirm, ist ein von blech oder kupffer mit allerhand ausgetriebenen figuren gezierter halb runder umfang Amaranthes
frauenzimmer-lex. 536. 1879 eine menge gefäße und sonstige vertiefte gegenstände werden in der neuzeit nicht mehr mit dem hammer ausgetrieben, sondern rascher, schöner und wohlfeiler durch drücken auf der drehbank erzeugt
b. d. erfindungen 76,173. b
teig ausrollen: 1610 das papier der bibel soll auß lauter guten, dünnen, außgetriebnen eyerkuchen .. seyn Guarinonius
grewel 1202. ⟨1682⟩ darnach
(den teig) .. mit einem walger fein nach der länge austreiben Hohberg
georgica (1687)1,299a. 1750
abaisse .. bedeutet ein stück teig, welches man auf einem sehr reinlichen tische mit dem mangel-holtze platt austreibet
Chomel, lex. 1,26. 1828 man .. schmieret ein kasterol mit butter, richtet den teig ausgetrieben darein Meixner
kochb. 294. 1969 den teig mit dem nudelwalker austreiben Ebner
Duden, Öst. 39b. 1999
thür. wb. 1,4765. 5
selten ‘etwas aushöhlen, eine höhlung herstellen’,
herzuleiten als objektwechsel aus 1 a
oder 4: 1681 aber heut zu tage seynd .. die staffeln .. von der stets- währenden betrettung, so mit dem knien beschiehet, und von der anhaltenden berührung dermassen ausgetrieben und vertieffet, daß die gestalt der staffeln mehrentheils verlohren gangen Weigel
weegweiser 393. 1964 der ren (et wasser) hät he em feld en gehüreg loch (en fur, en goss) usgedrevve
rhein. wb. 8,1338. 6 ausgetrieben haben
mit dem treiben zuende sein, euphemist. ‘
tot sein’: 1776 des menschen treiben ist unendlich bis er ausgetrieben hat Goethe
IV 3,118. ⟨1887⟩ was treibt Fritz Basch denn itzt? .. calculier’, der hat’s wohl ausgetrieben! Storm
7,104 K. 7
in d. druckerspr.: 1926 austreiben ..
satz, ausgangszeilen „
drechseln“ Hellwig
wb. buch- u. papiergewerbe 17b. 2006 austreiben
im blocksatz die wortzwischenräume vergrößern, bis die zeile voll ist, online.Schmitt