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Aussatz

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Adelung
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Aussatz

Bd. 1, Sp. 630
Der Aussatz, des -es, plur. inusit. 1. Eine in Europa jetzt ungewöhnliche ansteckende Krankheit, welche aber ehedem in den Morgenländern, besonders unter den Juden sehr häufig war, und wovon des Herrn Hofr. Michaelis vortreffliche Anmerkung, Th. 1 der Bibelübersetzung S. 4 der Anmerkungen nachzusehen ist. In weiterer Bedeutung pflegen einige auch einen ansteckenden Krebs bey den Pferden, der den ganzen Leib überziehet, ingleichen die so genannten Finnen bey den Schweinen, und den Grind oder die Räudigkeit an den Bäumen, einen Aussatz zu nennen. 2. In dem Billiardspiele, die Handlung des Aussetzens, und der Ort, wohin man seinen Ball setzet. In andern Fällen von der Handlung des Aussetzens, z. B. daran ist gar kein Aussatz, daran ist nichts auszusetzen, ist es im Hochdeutschen ungewöhnlich. 3. Dasjenige, was ausgesetzet wird; nur in einigen Fällen. So wird das Geld, welches im Spiele ausgesetzet wird, ingleichen die Figur vor einen Kaufmannsladen der Aussatz genannt. Anm. Der Nahme Aussatz, in der ersten Bedeutung, beziehet sich nicht so wohl auf die Aussetzung oder Absonderung der mit dem Aussatze behafteten von aller menschlichen Gemeinschaft, als vielmehr auf den Ausschlag, der sich dabey auf die Haut setzet. Von eben diesen Mählern, oder Ausschlage auf der Haut, nannte man den Aussatz ehedem auch Malezey, Malatsch, Malzerey, den Masel, die Miselsucht, im Angels. Hreofle, Hreofnys, beym Tatian Ruf, im Gothischen Thrutsfill; und Aussätzige Riobman, Malazige, Malzige, Malitze, Malze, Holländ. Malaedsch und Ital. Malato. Weil man dergleichen Leute von allem menschlichen Umgange auszuschließen pflegte, so hießen sie daher auch Feldsiechen, Fernsiechen und Sondersiechen, und der Aussatz die Feldsucht. Indessen ist es noch nicht ausgemacht, ob diejenige Krankheit, welche man in den mittlern Zeiten in Deutschland mit diesem Nahmen belegte, der wahre morgenländische Aussatz gewesen. Ottfried nennt einen Aussätzigen Horngibruader, ein Wort, dessen Bedeutung so klar noch nicht ist.
2009 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aussatz

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Aussatz , des -es, plur. inusit. 1. Eine in Europa jetzt ungewöhnliche ansteckende Krankheit, welche aber ehedem in …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aussatz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Aussatz , Lepra , darunter verstand man früher eine Menge langwieriger, verunstaltender, schwer oder gar nicht zu heilen…

  3. modern
    Dialekt
    Aussatzm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

     Aus-satz m. : um 1700: Schwartze Nießwurtz ist gut in der Unsinnigkeit kurtze Rippen-Kranckheit Quartan Außsatz Krebs …

  4. Spezial
    Aussatz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Aus|satz m. (-es) ‹med› levra (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aussatz

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von aussatz 2 Komponenten

aus+satz

aussatz setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

aussatz‑ als Erstglied (8 von 8)

Aussatzbrief

DRW

aussatz·brief

Aussatzbrief I Übergabbrief? Inventar? alß wir unser ... schloß X. mit seinen zugehorungen ... inmassen dieselben in dem aussaczbrife begrif…

Aussatz (elephantia)

Wander

aussatz·elephantia

Aussatz (elephantia) Aussatz (elephantia). Ich bin der Aussatz und fürchte selbst den Gouverneur nicht. ( Neger in Surinam. ) – Wullschlägel…

aussatzen

DRW

aus·satzen

aussatzen I verordnen wie das usgesazte recht ufkommen ist 14. Jh. GlWeichb. 181 Faksimile II II 1 etwas vermachen [geld und gut] das er ine…

aussatzung

DWB

aussatz·ung

aussatzung , f. expositio, institutio, verordnung: aussatzung oder constitution gemachet. brandenb. edict von 1529; umb welcher aussatzung u…

aussatzung

FWB

1. ›Ausweisung e. P. aus einem Rechtsbezirk‹; 2. ›Bestimmung, Verordnung, Recht‹; auch: ›Privileg‹; 3. ›Gründung, Errichtung (von Wirtschaft…

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Cotta, M. (2026). „aussatz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/aussatz/adelung?formid=A04435
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Cotta, Marcel. „aussatz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/aussatz/adelung?formid=A04435. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „aussatz". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/aussatz/adelung?formid=A04435.
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