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aufopfern

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

aufopfern

Bd. 1, Sp. 982
aufopfern  a sich, jdn (im Dienste einer Sache, für andere) dem Tode, Untergang preisgeben  [Regentin zu Machiavell:] Sollen wir aber auch mit Gott spielen..? Sollen wir gleichgültig gegen unsre bewährte Lehre sein, für die so viele ihr Leben aufgeopfert haben? GWB8,187,23 Egm I  Jene schwimmenden und leuchtenden Edelsteine, die Reste ihres [der Schlange] aufgeopferten Körpers GWB18,269,13 Märchen GWB38,23,6 GöttHeld Wieland  Wer hebt den ersten Stein auf gegen den Ehemann, der im gerechten Zorne sein untreues Weib und ihren nichtswürdigen Verführer aufopfert? AA53,12 Werth I im Kriege: zur Erlangung der Freiheit  denn indeß, bey dem gegenwärtigen wichtigen Kampfe, ein großer Theil unserer hoffnungsvollen deutschen Jugend aufgeopfert wird, so haben diejenigen welchen Verhältnisse erlauben in ihrer stillen Werkstatt zu verharren eine doppelte Pflicht das heilige Feuer der Wissenschaft und Kunst .. sorgfältig zu bewahren GWBB24,48,18 John [27.11.13] K als sinnlose Menschenvernichtung  daß der König [Friedr II] seine treffliche Armee ganz unnützer Weise aufgeopfert [während des Siebenjährigen Krieges] GWB27,130,26 DuW 7  [mBez auf den durch Katharina II ausgelösten Krieg gegen die Türken 1768—74] so schien es als wenn keine Menschen aufgeopfert würden, indem diese Unchristen [Türken] zu Tausenden fielen GWB29,67,10 DuW 17   ― scherzhaft für das Schlachten von Tieren  Der dicke Hühner Mönch [in Karlsbad] .. füttert noch immer seine Untergebenen; wenn er sie aber uns aufopfert, läßt er sie theuer bezahlen GWBB20,72,14 August 3.6.08 GWBB6,417,14 CarlAug 26.12.84   ― ins Unglück, zu Schaden bringen  jene Härte gegen seine [Zimmermanns] Kinder war .. ein fortdauerndes moralisches Morden, das er, nachdem er seine Kinder aufgeopfert hatte, zuletzt gegen sich selbst kehrte GWB28,338,11 DuW 15  daß Ottilie aufgeopfert werde .. wenn man sie .. unter fremde Menschen hinunterstieße GWB20,166,4 Wv I 16  ein kaltes selbstisches Herz, das sich alles aufzuopfern weiß GWB27,291,11 DuW 9 dem Gespött preisgeben  es ist eine gemeine Niederträchtigkeit, andern zum Zeitvertreib einen Gutmüthigen aufzuopfern [d’immoler] GWB45,84,26 RamNeffe   b ‘sich, sein Leben (für jdn, etw, einer Sache) a.’: seine eigene Person zugunsten einer anderen völlig zurücksetzen  sie [Charlotte] hatte gesehen, wie der Freund [der Hauptmann] sich aufopferte, wie er rettete [den ertrinkenden Knaben] und selbst gerettet war GWB20,162,16 Wv I 15  Wie selten daß uns die reine Tugend irgend eines Menschen erscheint, der wirklich für andere zu leben, für andere sich aufzuopfern getrieben wird GWB18,101,11 Unterhaltungen  Unser Herz .. das sich so gern hingibt, und nur dann am .. reinsten genießt, wenn es sich für einen geliebten Gegenstand a. kann GWB17,179,10 GrCoph III 5 sich selbstlos für etw einsetzen, intensiv einer Sache widmen  Von mir hab ich dir nichts zu sagen als daß ich mich meinem Beruf aufopfre, in dem ich nichts suche, als wenn es das Ziel meiner Begriffe wäre GWBB6,21,4 Lavater 29.7.82  Die Senckenbergische Stiftung .. steht unter der Aufsicht des Herrn Dr. Neuburg, eines Mannes .. eben so bereit sich für die Sache aufzuopfern, als für dieselbe zu streiten GWB341,132,13 KuARheinMain  in der Geschichte der Wissenschaften .. fremde Meinungen zu referiren .. eine unendliche Arbeit, die nur dem gelingen kann, der sich ihr ganz widmet und ihr sein Leben a. mag N3,X,24 FlH Einl  eine Stelle [Regisseur am Frankf Theat] .. die so viel routinirte Gewandtheit erfordert, wenn man sie mit einer gewissen Aisance bekleiden und nicht sein Leben darüber a. will GWBB15,297,10 LTieck [17.12.01] krit, mit Betonung der Fragwürdigkeit  auch gegenwärtig opferte sie [Mariane] sich den heimlichen Vergnügungen eines reichen .. Muttersöhnchens auf GWB51,56,6 ThS I 16  Keines von den Verhältnissen ist ihm [dem aus dem Dienst entlassenen Hauptmann] gemäß. Er soll nicht wirken; er soll sich a., seine Zeit, seine Gesinnungen, seine Art zu sein, und das ist ihm unmöglich GWB20,7,7 Wv I 1   ― PartPräs attr iSv hingebungsvoll, opferbereit GWB32,151,21 ItR   c (jdm zuliebe) verzichten auf etw (das einem wert oder teuer ist), hingeben für etw  für denselben [den Gegenstand seiner Freundschaft] fand er selbst in seiner Armuth Mittel reich zu sein, zu geben, aufzuopfern GWB46,27,25 Winckelm  [der Arzt zu den Freunden:] Wir hatten ihn [den Harfner] lange .. moralisch und physisch behandelt .. allein .. seinen Bart und sein langes Kleid wollte er uns nicht a. GWB23,288,14 Lj VIII 10  [betr ‘Geheimnisse’] Zur Noth habe ich gestern noch eine Stanze hervorgebracht, und die übrigen gern deiner Liebe aufgeopfert GWBB7,35,2 ChStein [März/Apr 85]  Farbenlehre .. ein Capitel Confession, wie ich zu diesen Studien gekommen. Es reut mich nicht ihnen so viel Zeit aufgeopfert zu haben GWBB21,290,4 ChStein 11.5.10  Entschluß nach Töplitz zu reisen. Vorbereitungen ward der Tag aufgeopfert GWBTgb 15.4.13 zur Erreichung eines hohen Ziels, im Interesse einer großen Sache  Der höchste Zweck der Gesellschaft ist Consequenz der Vortheile, jedem gesichert. Jeder einzelne Vernünftige opfert schon der Consequenz vieles auf, geschweige die Gesellschaft GWB422,233,21 MuR(950)  [Carlos:] daß der, dessen Werk es ist, ein großes Ganze zu übersehen .. sich keinen Vorwurf zu machen braucht .. Kleinigkeiten dem Wohl des Ganzen aufgeopfert zu haben GWB11,104,9 Clav IV in persönl Aussage  Was meine Lage selbst betrift .. Merk und mehrere beurtheilen meinen Zustand ganz falsch, sie sehen das nur was ich aufopfere, und nicht was ich gewinne, und sie können nicht begreifen, daß ich täglich reicher werde, indem ich täglich so viel hingebe GWBB5,179,5 KEGoethe 11.8.81   ― in abgeblaßter Vorstellung: ‘jdn für jdn a.’  bemühen sie [leichtsinnige junge Männer] sich um eine jede [Frau], und finden nichts natürlicher, als eine der andern aufzuopfern GWB18,170,17 Unterhaltungen  Syn GWBhingeben GWBopfern GWBverzichten(v. auf)vgl GWBentsagenMaria ErxlebenM. E.
5881 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aufopfern

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Aufopfern , verb. reg. act. als ein Opfer weggeben, doch nur in einigen figürlichen Bedeutungen. 1) Den Tod, den Unterga…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    aufopfern

    Goethe-Wörterbuch

    aufopfern a sich, jdn (im Dienste einer Sache, für andere) dem Tode, Untergang preisgeben [ Regentin zu Machiavell: ] So…

  3. Spezial
    aufopfern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    auf|op|fern I vb.tr. ofrí sö, sacrifiché (-chëia) II vb.refl. sich aufopfern (sich selbstlos einsetzen) se sacrifiché sö…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aufopfern

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Zerlegung von aufopfern 2 Komponenten

auf+opfern

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