Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Assel f.
Assel f.
Assel f. Isopode, d. i. kleines, graues, lichtscheues Tier aus der Klasse der Krebstiere, vorwiegend in Mauerritzen, unter Holz, Laub, Steinen, in Kellern. In Vokabularien des frühen 16. Jhs. übersetzen assel und verschärftes atzel (neben schabeworm) lat. oniscus ‘Assel’, griech. onískos (ὀνίσκος) ‘Eselchen’ sowie (wegen der grauen Färbung?) ‘Assel’, Deminutivum von griech. ónos (ὄνος) ‘Esel’. Die dt. Namen stehen zugleich für ‘Ohrwurm’, für ‘Hundert-’ und ‘Tausendfüßler’, bezeichnen also Kleingetier, das als schabend, nagend, fressend vorgestellt wird; Assel und Atzel sind (wie auch Assel für die als zehrender Wurm im Finger gedachte ‘Nagelfäule’, 17. Jh.) als ablautende l-Ableitungen zu germ. *et- ‘essen’ auf die Wurzel ie. *ed- ‘essen’ zurückzuführen. Die lat. Fachsprache der Zoologie gibt (im 17. Jh.) dem Tier nach griech. Vorbild den Namen asellus ‘Eselchen’ (Deminutivum von lat. asinus ‘Esel’), der in Oniscus asellus durch Linné nomenklatorische Gültigkeit erhält; die Lautähnlichkeit mit dt. Assel ist zufällig. Die ebenfalls im 16. Jh. auftretenden Namen eselin, eselwurm, kelleresel sind gelehrte Übertragungen, die (wie zoolog.-lat. asellus) der Vorlage griech.-lat. oniscus in seiner deminutiven Bedeutung ‘Eselchen’ folgen. Vgl. in: Philologus 123 (1979) 172 f.